16. Februar 2026, 14:15 Uhr MEZ – In der Schweiz ist am Montag ein Personenzug infolge eines Lawinenabgangs entgleist. Der Vorfall ereignete sich nahe Goppenstein im Kanton Wallis. Nach Angaben der Polizei wurden fünf Menschen verletzt, keiner davon lebensgefährlich. Der Unfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer aussergewöhnlich hohen Lawinengefahr in weiten Teilen der westlichen Alpen. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf Berichte von The Guardian sowie Angaben der Schweizer Polizei, der Bahnbehörden, alpiner Rettungsdienste und regionaler Lawinenwarndienste.
Die Entgleisung ereignete sich auf der Bahnstrecke im Lötschberggebiet, einer zentralen Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Berner Oberland und dem oberen Rhonetal. Die Strecke verläuft unter steilen, lawinengefährdeten Hängen und ist normalerweise durch Schutzgalerien und Lawinenverbauungen gesichert. Am Montagmorgen löste sich jedoch oberhalb der Trasse eine Schneelawine, die kurz vor der Durchfahrt des Zuges auf die Gleise traf und mehrere Wagen teilweise aus den Schienen hob. Der Zug kippte nicht vollständig um, was nach Einschätzung der Einsatzkräfte schwerere Verletzungen verhinderte.
Rettungsdienste wurden umgehend alarmiert und erreichten den Unfallort unter erschwerten Bedingungen. Tiefer Neuschnee, eingeschränkte Zufahrtswege und schlechte Sicht verzögerten die Arbeiten. Die Passagiere wurden evakuiert und in sichere Bereiche gebracht. Der Bahnverkehr auf dem betroffenen Abschnitt wurde sofort eingestellt. Techniker der Bahn, Lawinenexperten und Geologen untersuchen seitdem die Stabilität der umliegenden Hänge sowie den Zustand der Infrastruktur. Eine Wiederaufnahme des Verkehrs ist nach Behördenangaben erst nach Abschluss aller Sicherheitsprüfungen möglich.
Der Zugunfall ereignete sich während einer der gefährlichsten Lawinenphasen der vergangenen Jahre. Grosse Teile der westlichen Schweiz, Ostfrankreichs und Norditaliens stehen weiterhin unter Lawinenwarnstufe 5, der höchsten Stufe im europäischen Lawinenwarnsystem. Diese Stufe wird nur selten ausgerufen und kennzeichnet eine ausserordentliche Gefahrensituation mit hoher Wahrscheinlichkeit für zahlreiche grosse und sehr grosse spontane Lawinen, die auch Talstrassen, Verkehrswege und Siedlungen erreichen können.
In den vergangenen Tagen kam es in den Alpen zu mehreren tödlichen Lawinenunglücken. Am Freitag starben im französischen Val d’Isère drei Skifahrer bei einem Lawinenabgang, darunter zwei britische Staatsbürger, die mit einem Skilehrer unterwegs waren. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Skilehrer unverletzt blieb und Alkohol- sowie Drogentests negativ ausfielen. Ein weiterer britischer Skifahrer erlitt leichte Verletzungen.
Am Sonntag kamen zwei Skifahrer auf der italienischen Seite des Mont Blanc ums Leben. Sie wurden gegen 11:00 Uhr im Couloir Vesses bei Courmayeur von einer Lawine erfasst. Die Route gilt als anspruchsvolle und beliebte Off-Piste-Abfahrt im oberen Val Veny nahe der Grenze zu Frankreich und der Schweiz. Der italienische Bergrettungsdienst sprach von extrem instabilen Schneeverhältnissen.
Nach Angaben der italienischen Bergrettung starben allein in der Woche bis zum 8. Februar insgesamt 13 Skifahrer, Bergsteiger und Wanderer in den italienischen Alpen, zehn davon bei Lawinenabgängen. Experten führen die aktuelle Lage auf eine Kombination aus starken Neuschneefällen von bis zu einem Meter, kräftigen Winden und einer schwachen Altschneedecke zurück, die sich zu Beginn der Saison bei schneearmen Bedingungen gebildet hatte. Unter diesen Umständen kann bereits geringe Zusatzbelastung – etwa durch einzelne Skifahrer oder natürliche Schneeverlagerungen – Lawinen auslösen.

Meteorologische Dienste warnen, dass sich die Lage nur langsam entspannen dürfte. Für Teile der Alpen sind weitere Schneefälle angekündigt, während Temperaturschwankungen die Stabilisierung der Schneedecke verzögern könnten. Behörden in der Schweiz, Frankreich und Italien rufen die Bevölkerung sowie Reisende eindringlich dazu auf, Warnungen strikt zu beachten, Off-Piste-Aktivitäten zu vermeiden und nicht notwendige Fahrten in Bergregionen zu unterlassen.
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