In der Schweizer Grenzstadt Pruntrut (Porrentruy) im Kanton Jura gilt seit dem 4. Juli 2025 ein striktes Freibad-Verbot für französische Tagesgäste ohne Wohnsitz, Arbeitsvertrag oder Hotelnachweis. Die Maßnahme trifft insbesondere Bewohner grenznaher französischer Städte wie Montbéliard, Delle und Belfort, die das Freibad seit Jahren regelmäßig nutzten.Laut Gemeindeverwaltung sei es zu mehr als 20 Vorfällen gekommen, darunter Belästigungen und aggressives Verhalten, insbesondere durch junge Männer mit Migrationshintergrund aus Frankreich. Der Zutritt ist fortan nur noch Schweizer Bürgern, Touristen mit Hotelbuchung und Grenzgängern mit Arbeitsvertrag erlaubt. Die Entscheidung sorgt für massive Reaktionen auf französischer Seite, wo Betroffene von Diskriminierung und Rassismus gegen Muslime sprechen. Andere französische Stimmen zeigen Verständnis für den Schritt der Schweizer Gemeinde. Die Debatte weitet sich inzwischen auf rechtliche und politische Ebenen aus und wirft Fragen nach Racial Profiling und Kollektivstrafen auf. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf BILD.de, das zahlreiche Stimmen aus Montbéliard dokumentiert.
Entscheidung der Gemeinde: Wer darf noch ins Freibad
Am 4. Juli beschloss die Gemeinde Pruntrut, den Zugang zum städtischen Schwimmbad für bestimmte ausländische Besucher einzuschränken. Konkret bedeutet das:
Zutritt erlaubt für | Zutritt verweigert für |
---|---|
Schweizer Staatsangehörige | Französische Tagesgäste ohne Übernachtung |
Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz | Bewohner Frankreichs ohne CH-Arbeitsvertrag |
Touristen mit Hotel- oder Campingnachweis | Pendler aus Delle, Montbéliard und Umgebung |
Als Grund für die Maßnahme nennt die Gemeinde über 20 dokumentierte Vorfälle, die sich seit Beginn der Sommersaison ereignet haben sollen. Dabei sei es zu Belästigungen weiblicher Gäste, Respektlosigkeit gegenüber dem Personal sowie zu Gruppenbildungen und Unruhe gekommen. Die Regelung soll laut Gemeinde „bis Ende August 2025“ gelten.
Zitate aus Frankreich: „Akt des Rassismus gegen Muslime“
BILD-Reporter reisten nach Montbéliard, wo sie mit Betroffenen sprachen, die regelmäßig das Pruntruter Bad besuchten.
Adel (42), Café-Besitzer:
„Früher sind wir mit unseren Kindern dort ins Bad gegangen. Jetzt dürfen wir nicht mehr rein. Wegen zwei, drei Leuten, die vielleicht Ärger bereitet haben, werden wir alle über einen Kamm geschoren. Für uns ist das ein Akt des Rassismus gegen Muslime.“
Salim (41), Vater:
„Ich war oft mit meinen Kindern da. Wenn ich heute hinfahre, lassen sie mich nicht rein – das ist nicht gerecht.“
Beide kündigten an, künftig ihre Freizeit in Deutschland zu verbringen:
„Dann bleibt uns nur noch Deutschland. Wir werden unser Geld künftig dort ausgeben – in Freibädern, im Europa-Park in Rust oder beim Einkaufen.“
Zustimmung in der französischen Bevölkerung
Neben kritischen Stimmen gibt es auch Zustimmung für die Maßnahme, insbesondere unter älteren Bürgern und Berufstätigen.
Martine (65), Rentnerin:
„Ich finde, die Schweizer haben recht – sie sorgen dafür, dass ihre Bürger Ruhe haben.“
Matthis (21), Maschinenbauer:
„Wenn sich die Franzosen nicht benehmen können, wird es ihnen eben verboten.“
Sascha (47), Franzose:
„Warum sollen die Schweizer ein Problem lösen, das die französische Regierung nicht in den Griff bekommt?“
Viele verweisen darauf, dass in Frankreich selbst zahlreiche Freibäder aufgrund ähnlicher Vorfälle vorübergehend geschlossen wurden – etwa wegen Gewalt, Vandalismus oder Übergriffen.
Kontrolle nach Aussehen statt Ausweis
Am Sonntag beobachteten BILD-Reporter die Einlasssituation erneut:
Es war keine Security anwesend, lediglich eine ältere Kassiererin. Diese fragte nicht nach Ausweis oder Nachweis, sondern schaute Besuchern ins Gesicht und winkte sie anschließend durch. Die Reporter wurden trotz deutscher Kreditkarte problemlos eingelassen.
Diese Beobachtung führt zu der Frage, ob der Zutritt nicht nach offiziellen Kriterien, sondern subjektiv nach äußerem Erscheinungsbild entschieden wird. Der Vorwurf des Racial Profiling steht im Raum.
Politische und rechtliche Einordnung
Menschenrechtsorganisationen prüfen derzeit, ob die Maßnahme gegen das schweizerische Diskriminierungsverbot verstößt. Die Gemeinde verweist auf ihr Hausrecht und begründet das Vorgehen mit dem Schutz der öffentlichen Ordnung. Juristen weisen darauf hin, dass Einschränkungen für öffentliche Einrichtungen in der Schweiz zulässig sind, sofern sie verhältnismäßig und nachvollziehbar begründet sind.
Eine offizielle Stellungnahme des Kantons oder Bundes liegt bislang nicht vor. Die Debatte wird inzwischen in regionalen Medien, sozialen Netzwerken und auch im französischen Fernsehen aufgegriffen.
Hintergrund: Freibäder als sozialer Brennpunkt
In den letzten Jahren kam es in französischen Freibädern wiederholt zu Zwischenfällen, darunter Schlägereien, sexuelle Übergriffe und Angriffe auf das Personal. Viele Einrichtungen reagierten mit temporären Schließungen. Auch in Schweizer Städten wie Genf, Basel und Lausanne berichten Badbetreiber von steigender Belastung in den Sommermonaten, insbesondere durch den Andrang aus Grenzregionen.
Zusammenfassung der Fakten
- Seit 4. Juli 2025 ist das Freibad Pruntrut für französische Tagesgäste ohne Hotelbuchung oder Arbeitsvertrag geschlossen.
- Die Maßnahme wurde wegen über 20 dokumentierter Vorfälle getroffen.
- Die Gemeinde nennt Sicherheitsgründe, Betroffene sprechen von Diskriminierung.
- Reporter beobachteten Einlasskontrollen ohne Ausweiskontrolle – nur per Blickkontakt.
- Menschenrechtsorganisationen prüfen mögliche Rechtsverstöße.
- Die Diskussion betrifft Themen wie öffentliche Ordnung, Gleichbehandlung und Grenzpolitik.
Reaktionen in der Presse
Der Fall um das Freibad-Verbot in Pruntrut wird inzwischen breit medial begleitet. BILD.de veröffentlichte am 18. Juli 2025 eine Reportage mit Stimmen direkt aus dem französischen Montbéliard, darunter:
„Für uns ist das ein Akt des Rassismus gegen Muslime“,
erklärte der Cafébesitzer Adel gegenüber BILD.„Wenn ich heute da hinfahre, lassen sie mich nicht rein – das ist nicht gerecht“,
sagte Salim, Vater dreier Kinder.„Dann bleibt uns nur noch Deutschland. Wir werden jetzt nach Deutschland kommen und unser Geld da ausgeben“,
ergänzten beide.
Focus Online titelte:
„Ausländer haben jetzt Hausverbot in Schweizer Freibad – ‚Es ist ruhiger so‘“
(Focus.de, 17.07.2025)
Dort heißt es mit Verweis auf die Gemeinde Pruntrut:
„Zwischen dem 4. Juli und dem 31. August 2025 dürfen nur noch Schweizer Staatsangehörige, Personen mit Wohnsitz in der Schweiz oder mit einem Schweizer Arbeitsvertrag das Freibad betreten.“
WELT dokumentierte in einem Videobeitrag:
„Zugang nur noch für Einheimische – Freibad in Pruntrut schließt französische Tagesgäste aus“
(Welt.de, 4.07.2025)
Die französische Zeitung Le Parisien schrieb am 17. Juli 2025:
„Un climat de défiance s’installe à la frontière: des habitants français parlent d’humiliation.“
(„An der Grenze entsteht ein Klima des Misstrauens: französische Einwohner sprechen von Demütigung.“)
Auch 20 Minuten (Schweiz) kommentierte den Fall mit dem Hinweis:
„Ein Skandal, der Europa beschäftigt. Pruntrut wird zum Symbol für die neuen Grenzen der Toleranz.“
Der Fernsehsender BFMTV erwähnte den Vorfall in den Abendnachrichten mit der Einordnung:
„Une décision locale qui déclenche une onde de choc nationale.“
(„Eine lokale Entscheidung, die eine nationale Schockwelle auslöst.“)
France 3 Bourgogne-Franche-Comté brachte einen Hintergrundbericht unter dem Titel:
„Pruntrut interdit les Français: l’affaire prend une tournure politique.“
Ein Kommentar in der Süddeutschen Zeitung (online, 18.07.2025) bezeichnete die Maßnahme als
„eine provokante, aber rechtlich vertretbare Antwort auf ein gesellschaftliches Versagen, das nicht nur Frankreich betrifft.“
Mehrere Leitartikel sprachen von einem möglichen
„Testfall für das Verhältnis zwischen Nachbarn in Europa“
(Tagesspiegel, 18.07.2025).
Die Vielzahl der Reaktionen zeigt: Es handelt sich nicht mehr um ein rein kommunales Thema, sondern um eine Debatte mit europäischer Dimension – zwischen öffentlicher Sicherheit, gesellschaftlicher Integration und grenzüberschreitender Verantwortung.
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