Die grösste Rundfahrt des Radsports beginnt in Barcelona: Die Tour de France2026 startet am 4. Juli mit einem Mannschaftszeitfahren, führt über 21 Etappen und endet am 26. Juli in Paris. Im Zentrum steht Tadej Pogacar, der nach seinen Tour-Siegen 2020, 2021, 2024 und 2025 den fünften Gesamtsieg anstrebt und damit mit Bernard Hinault, Eddy Merckx, Jacques Anquetil und Miguel Indurain gleichziehen könnte, berichtet NUME.CH.
Sportlich ist diese 113. Ausgabe keine reine Klettertour und keine reine Sprinterrundfahrt. Sie kombiniert einen Auslandsstart in Spanien, ein frühes Teamzeitfahren, sieben Flachetappen, vier hügelige Etappen, acht Bergetappen, fünf Bergankünfte, ein Einzelzeitfahren und ein Schlusswochenende mit zwei Etappen nach Alpe d’Huez. Die offizielle Strecke führt von Barcelona zurück nach Frankreich und endet in Paris; es ist der 27. Grand Départ ausserhalb Frankreichs und der dritte in Spanien.
Tour de France 2026: Start in Barcelona und Ziel in Paris
Der Auftakt in Barcelona ist mehr als ein symbolischer Auslandsstart. Die erste Etappe ist ein Mannschaftszeitfahren über 19,6 Kilometer und zwingt die Teams sofort zu Präzision, Rhythmus und Risikoabwägung. Anders als bei einem ruhigen Eröffnungstag kann schon am ersten Renntag Zeit im Gesamtklassement verloren gehen.
Barcelona ist für die Tour ein logischer Ort: grosse Kulisse, internationale Aufmerksamkeit, Radsportnähe und ein sportlich anspruchsvoller Start. Die zweite Etappe führt von Tarragona zurück nach Barcelona, danach bewegt sich das Rennen schrittweise Richtung Frankreich. Für die Teams bedeutet das: keine lange Eingewöhnung, sondern sofort volle Konzentration. Die Tour dauert vom 4. bis 26. Juli 2026. Insgesamt stehen 21 Etappen und zwei Ruhetage auf dem Programm. Das Finale in Paris bleibt der grosse Schlusspunkt, allerdings ist die Strecke 2026 so gebaut, dass die Entscheidung im Gesamtklassement sehr spät fallen kann.
Die wichtigsten Fakten zur Tour de France 2026
| Punkt | Daten |
|---|---|
| Ausgabe | 113. Tour de France |
| Datum | 4. bis 26. Juli 2026 |
| Start | Barcelona |
| Ziel | Paris |
| Etappen | 21 |
| Ruhetage | 2 |
| Flachetappen | 7 |
| Hügeletappen | 4 |
| Bergetappen | 8 |
| Bergankünfte | 5 |
| Zeitfahren | 1 Mannschaftszeitfahren, 1 Einzelzeitfahren |
| TV Schweiz | SRG SSR |
| Internationale Übertragung | mehr als 190 Länder |
Die offizielle Tour-Route nennt sieben Flachetappen, vier hügelige Etappen, acht Bergetappen, fünf Bergankünfte, ein Teamzeitfahren und ein Einzelzeitfahren. Dazu kommen zwei Ruhetage und mehrere Abschnitte, die für Ausreisser, Sprinter und Klassementfahrer unterschiedlich wichtig werden.
Favoriten: Pogacar startet als Mann, den alle schlagen müssen
Tadej Pogacar ist der klare Favorit. Der Slowene ist nicht nur Titelverteidiger, sondern der vollständigste Fahrer im Feld: stark im Hochgebirge, explosiv an kurzen Anstiegen, sicher im Zeitfahren und taktisch schwer auszurechnen. Tour-Direktor Christian Prudhomme nannte ihn vor dem Start den „undeniable favourite“. Pogacar fährt nicht nur um den Sieg 2026, sondern um Radsportgeschichte. Mit einem fünften Tour-Titel würde er in eine historische Kategorie aufsteigen. Genau das erhöht aber auch den Druck: Jeder Angriff, jede Schwäche, jede Teamentscheidung wird während drei Wochen unter maximaler Beobachtung stehen.
Jonas Vingegaard bleibt der gefährlichste Rivale. Der Däne gewann die Tour 2022 und 2023 und kennt Pogacars Stärken besser als fast jeder andere Fahrer. Wenn Vingegaard in den langen Alpenpässen seine beste Form findet, kann er Pogacar dort unter Druck setzen, wo reine Explosivität weniger zählt als Ausdauer, Teamarbeit und Leidensfähigkeit.
Dahinter stehen weitere Namen im Fokus. Remco Evenepoel bringt Zeitfahrstärke und Angriffslust mit. Isaac del Toro wird als starker Fahrer im Umfeld von UAE Team Emirates-XRG genannt. Der junge Franzose Paul Seixas gilt als eine der spannendsten Figuren der neuen Generation.
Welche Etappen entscheiden die Tour de France 2026
Die Tour 2026 ist so angelegt, dass die Entscheidung nicht früh abgeschlossen sein dürfte. Barcelona kann Zeitabstände schaffen, aber die grossen Lücken entstehen voraussichtlich später. Entscheidend werden die Bergankünfte, das Einzelzeitfahren und vor allem das Schlusswochenende.
Besonders auffällig ist die doppelte Rückkehr nach Alpe d’Huez. Die 19. Etappe führt von Gap nach Alpe d’Huez über 127,9 Kilometer. Die 20. Etappe folgt von Le Bourg-d’Oisans nach Alpe d’Huez über 170,9 Kilometer und weist laut offizieller Etappenangabe 5450 Höhenmeter auf. Damit liegt ein aussergewöhnlich harter Block direkt vor Paris. Wer dort noch nicht sicher führt, kann die Tour verlieren. Wer dort angreift, kann sie gewinnen. Für Fahrer wie Pogacar und Vingegaard ist dieses Finale ideal, weil es Mut, Regeneration und Bergqualität gleichzeitig prüft.
Wichtig sind auch die Etappen nach Gavarnie-Gèdre, Plateau de Solaison und Orcières-Merlette. Diese Bergankünfte geben den Klassementfahrern mehrere Chancen, Abstand zu schaffen. Für Sprinter und Klassikerfahrer bleibt die Tour trotzdem offen genug, weil es auch Flach- und Hügeltage gibt.
Schweizer Blick: Fahrer, Teams und Etappenchancen
Für das Schweizer Publikum ist die Tour de France 2026 nicht nur wegen des Gesamtklassements interessant. Schweizer Fahrer, Schweizer Teams und Schweizer TV-Abdeckung geben der Rundfahrt eine direkte Relevanz. Marc Hirschi gehört zu den Fahrern, die auf hügeligen Etappen und aus kleineren Gruppen gefährlich werden können. Sein Profil passt weniger zu den ganz langen Hochgebirgsschlachten, aber sehr gut zu anspruchsvollen Tagesfinals. Tudor Pro Cycling steht für ein Schweizer Projekt auf der grössten Bühne des Radsports. Bei einer Tour zählt für ein Team dieser Kategorie nicht nur ein Platz im Feld, sondern Sichtbarkeit: Ausreissergruppen, Etappenjagden, aggressive Renntaktik und ein klar erkennbarer Plan. Genau dort kann Tudor Aufmerksamkeit gewinnen. Auch Q36.5 ist für Schweizer Radsportfans ein wichtiger Name. Das Team tritt international auf, ist aber mit Schweizer Identität verbunden. Mit Tom Pidcock steht ein Fahrer im Fokus, der technische Abfahrten, kurze Anstiege und explosive Etappen nutzen kann. Pidcock gilt als Kandidat für Etappensiege und eine gute Platzierung, wenn er konstant durch die drei Wochen kommt.
Sprinter, Klassikerfahrer und das Grüne Trikot
Die Tour wird nicht nur im Hochgebirge entschieden. Auf den Flachetappen geht es um Tagessiege, Punkte und das Grüne Trikot. Jasper Philipsen zählt zu den wichtigsten Sprintern. Er gewann das Grüne Trikot bereits 2023 und fährt mit einem Team, das Massensprints sehr gut vorbereiten kann.
Biniam Girmay bleibt ebenfalls eine zentrale Figur. Er schrieb 2024 Geschichte, als er als erster schwarzer Afrikaner eine Tour-Etappe und ein Trikot bei der Tour gewann. Auch 2026 gehört er zu den Fahrern, die auf schnellen, aber nicht völlig flachen Etappen besonders gefährlich sein können. Weitere Namen für Sprint- und Punktwertungen sind Olav Kooij, Tim Merlier und Mads Pedersen. Pedersen ist vor allem dann gefährlich, wenn das Finale für reine Sprinter zu schwer wird. Mathieu van der Poel kann wiederum als Helfer, Angreifer und Klassikerfahrer eine wichtige Rolle spielen.
Wo kann man die Tour de France 2026 sehen
In der Schweiz ist SRG SSR als offizieller Rechtepartner für die Tour de France 2026 gelistet. Das bedeutet: Je nach Sprachregion sind SRF, RTS und RSI die wichtigsten Anlaufstellen. Die offizielle Tour-Seite nennt die Schweiz mit SRG SSR in der Liste der Broadcaster.
Für die Deutschschweiz sind SRF, SRF Sport und die digitalen Angebote relevant. In der Romandie läuft die Berichterstattung über RTS, im Tessin über RSI. Zusätzlich bleibt Eurosport für viele Radsportfans eine internationale Option, besonders für lange Livefenster, Vorberichte und Analysen. Praktisch wichtig: Die entscheidenden Rennphasen liegen meist am Nachmittag. Bei Flachetappen beginnt die Spannung oft erst in der letzten Stunde. Bei Bergetappen lohnt sich ein früherer Einstieg, weil Ausreissergruppen, Teamarbeit und erste Angriffe schon weit vor dem Ziel das Rennen prägen können.
TV- und Streaming-Überblick
| Region | Anbieter |
|---|---|
| Deutschschweiz | SRF / SRF Sport / SRF Play |
| Romandie | RTS / RTS Play |
| Tessin | RSI / RSI Play |
| International | Eurosport |
| Offizielle Übersicht | Tour-de-France-Broadcasterliste |
Wer die Tour täglich verfolgen will, sollte nicht nur nach der Zielzeit suchen. Entscheidend sind Profil und Etappentyp. Eine Sprintetappe kann lange kontrolliert bleiben, während eine Bergetappe schon früh explodiert. Gerade die Etappen 19 und 20 nach Alpe d’Huez sind Pflichttermine für alle, die das Gesamtklassement verfolgen.
Warum der Auftakt im Mannschaftszeitfahren wichtig ist
Ein Mannschaftszeitfahren am ersten Tag ist ungewöhnlich und sportlich heikel. Die Fahrer müssen als Einheit funktionieren, obwohl Nervosität, Materialwahl und Streckenkenntnis am Anfang einer Tour besonders wichtig sind. Ein Sturz, ein Defekt oder ein schwacher Fahrer kann sofort Folgen für das ganze Team haben. Für Favoritenteams ist das eine Chance und ein Risiko zugleich. UAE Team Emirates-XRG kann Pogacar früh in eine gute Position bringen. Visma-Lease a Bike kann mit Vingegaard Zeit gewinnen oder zumindest verhindern, früh ins Hintertreffen zu geraten. Teams mit weniger Zeitfahrspezialisten müssen dagegen Schadensbegrenzung betreiben.
Das Rennen startet also nicht neutral, sondern mit unmittelbarer sportlicher Bedeutung. Genau das macht die erste Etappe für Zuschauer attraktiv: Es geht nicht nur um die Show in Barcelona, sondern um echte Sekunden im Gesamtklassement.
Welche Fahrer können Pogacar gefährlich werden

Die realistische Antwort beginnt mit Jonas Vingegaard. Er ist der einzige Fahrer im Feld, der Pogacar in den vergangenen Jahren bei der Tour dauerhaft schlagen konnte. Seine Stärken liegen in langen Anstiegen, stabiler Teamstruktur und kontrolliertem Renntempo über mehrere Wochen. Remco Evenepoel ist eine andere Art Gegner. Er kann im Zeitfahren Zeit gutmachen und mit langen Angriffen Druck erzeugen. Seine Frage bleibt, ob er in der dritten Woche auf den härtesten Alpenetappen konstant genug ist.
Isaac del Toro ist interessant, weil er in einem starken Team fährt und bereits als Fahrer mit grossem Potenzial gilt. Gleichzeitig ist seine Rolle neben Pogacar nicht einfach: Er kann Helfer, Absicherung oder selbst ein Kandidat für eine Top-Platzierung sein. Paul Seixas bringt französische Hoffnung in die Tour. Mit 19 Jahren ist er noch kein klassischer Favorit auf den Gesamtsieg, aber seine Teilnahme wird stark beachtet. Für Frankreich ist jeder junge Fahrer mit Tour-Potenzial automatisch ein grosses Thema.
Die wichtigsten Fragen vor dem Start
Wann startet die Tour de France 2026?
Die Tour startet am 4. Juli 2026 in Barcelona.
Wann endet die Tour de France 2026?
Das Rennen endet am 26. Juli 2026 in Paris.
Wie viele Etappen gibt es?
Es gibt 21 Etappen und zwei Ruhetage.
Wer ist Favorit?
Tadej Pogacar startet als klarer Favorit. Jonas Vingegaard gilt als wichtigster Herausforderer.
Wo läuft die Tour in der Schweiz?
Die offizielle Broadcasterliste nennt SRG SSR für die Schweiz.
Welche Etappen sind besonders wichtig?
Besonders wichtig sind das Mannschaftszeitfahren in Barcelona, die Bergankünfte und die beiden Etappen nach Alpe d’Huez
Die Tour de France 2026 hat eine klare Hauptfigur, aber keine einfache Dramaturgie. Pogacar startet als Favorit, Vingegaard als grösster Gegner, Evenepoel als gefährlicher Herausforderer und mehrere junge Fahrer als mögliche Überraschungen. Die Strecke ist so gebaut, dass sie Vielseitigkeit verlangt und Fehler kaum verzeiht.
Für Zuschauer ist die Rundfahrt besonders attraktiv, weil sie früh spannend beginnt und spät entschieden werden kann. Barcelona liefert den spektakulären Auftakt, die Alpen das harte Finale, Paris den traditionellen Schluss. Dazwischen liegen drei Wochen, in denen Sprinter, Bergfahrer, Zeitfahrer, Ausreisser und Teams ihre Chancen suchen. Für das Schweizer Publikum lohnt sich der Blick auf mehrere Ebenen: Gesamtklassement, Schweizer Fahrer, Schweizer Teams und TV-Abdeckung über SRG SSR. Genau diese Mischung macht die Tour de France 2026 zu einem der wichtigsten Sportereignisse des Sommers.
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