Das Knabenschiessen 2026 findet in Zürich von Samstag bis Montag, 12. bis 14. September 2026, auf dem Schiessplatz Albisgüetli statt – und ist weit mehr als ein Schützenwettkampf: Rund um den traditionsreichen Wettbewerb für 13- bis 17-Jährige entsteht die grösste Chilbi der Stadt und eines der grössten Volksfeste der Schweiz, das jedes Jahr gegen 800'000 bis 850'000 Besucherinnen und Besucher an den Fuss des Uetlibergs zieht. Der Name sorgt bei Auswärtigen regelmässig für Irritation, doch es werden selbstverständlich keine Knaben erschossen: Gemeint ist ein sportlicher Schiesswettbewerb, an dem seit 1991 auch Mädchen teilnehmen. Für viele in der Stadt ist entscheidender, dass der Knabenschiessen-Montag ein halber freier Tag ist – ab dem Nachmittag wird nicht mehr gearbeitet, Geschäfte schliessen vielerorts ab 13 Uhr, und die Schulen haben frei.
Was das Fest ausmacht, wie der Wettkampf abläuft, wie man sich anmeldet und wie man ohne Stau und Parkplatzsuche hinkommt, fasst dieser Guide von NUME.CH zusammen. Grundlage sind Zürich Tourismus, die Schützengesellschaft der Stadt Zürich, der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und etablierte Regionalquellen. So viel vorweg: Wer das Knabenschiessen zum ersten Mal besucht, kommt am besten mit dem öV, plant Hunger für Bratwurst, Raclette und Marroni ein und weiss, dass der eigentliche Schützenwettkampf im Lauf der Jahrzehnte gegenüber dem Rummel mit über 200 Schaustellern immer mehr in den Hintergrund gerückt ist.
Knabenschiessen 2026: die wichtigsten Daten auf einen Blick
Der Anlass folgt jedes Jahr demselben Rhythmus: Er findet am zweiten Septemberwochenende statt, von Samstag bis Montag, und liegt damit stets am Wochenende vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Die folgende Übersicht bündelt die zentralen Eckdaten.
| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Datum 2026 | Samstag 12. bis Montag 14. September |
| Ort | Schiessplatz Albisgüetli, Zürich-Wiedikon |
| Eintritt Chilbi | gratis |
| Anmeldung Wettkampf | online 8. August bis 13. September 2026, auch vor Ort |
| Teilnahme | 13- bis 17-Jährige aus Stadt/Kanton Zürich |
| Besucherzahl | rund 800'000–850'000 pro Jahr |
| Montagnachmittag | in der Stadt Zürich faktisch frei (Geschäfte ab 13 Uhr zu, Schulen frei) |
Zu beachten: Der Knabenschiessen-Montag ist kein gesetzlich anerkannter Feiertag, wird aber in der Stadt Zürich wie ein halber Feiertag gehandhabt. Wer an diesem Nachmittag ein Geschäftstreffen plant, sollte den Tag als arbeitsfrei einkalkulieren.
Was das Knabenschiessen ist – und was nicht
Der Begriff führt in die Irre. «Knabenschiessen» bezeichnet einen Schiesssportwettbewerb, kein martialisches Ritual. Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, die im Kanton Zürich wohnen, zur Schule gehen oder eine Lehre absolvieren, messen sich im Zielschiessen. Geschossen wird auf genormte Scheiben; die Punkte werden addiert, das Gesamtergebnis entscheidet. Wer zum ersten Mal teilnimmt, erhält vorher eine Einweisung, und die Sicherheitsregeln auf der Anlage sind streng.
Verwendet wird das Sturmgewehr SG550 (Stgw 90), dasselbe Modell, das in der Schweizer Armee zum Einsatz kommt. Für Aussenstehende überrascht das, ist aber Teil der Tradition und der Schweizer Schützenkultur. Bemerkenswert: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden geht mit einem Preis vom Gabentisch nach Hause – das macht den Wettkampf für viele Jugendliche attraktiv. Wer die meisten Punkte erzielt, trägt ein Jahr lang den Titel Schützenkönig oder Schützenkönigin.
Die grösste Chilbi der Stadt
Für die grosse Mehrheit der Besuchenden steht heute nicht der Wettkampf im Zentrum, sondern die Chilbi. Auf dem Albisgüetli entsteht die grösste Budenstadt Zürichs mit über 200 Schaustellern. Das Angebot reicht von wilden Fahrgeschäften bis zu ruhigeren Zonen für kleinere Kinder.
- Fahrgeschäfte: Looping-Bahnen, Riesenrad, Geisterbahn, Autodrom, Breakdance-Anlage und Kinder-Karusselle.
- Marktstände: Schiessbuden, Losbuden und Verkaufsstände quer über das Gelände.
- Kulinarik: Bratwurst und Züri-Geschnetzeltes, Raclette und Marroni, Churros, Zuckerwatte, Crêpes und gebrannte Mandeln.
- Abendstimmung: Wenn die Fahrgeschäfte beleuchtet sind, wird der Jahrmarkt zur funkelnden Kulisse.
Ein Tipp aus Erfahrung: Wer das volle Programm plant, kommt mit Appetit – das gastronomische Angebot gehört für viele genauso zum Knabenschiessen wie die Bahnen selbst.
Ablauf: von der Eröffnung bis zum Ausstich
Das dreitägige Fest hat einen festen Rhythmus. Zur Eröffnung findet traditionell ein Sternmarsch der Zürcher Jugendmusiken mit anschliessendem Platzkonzert statt. Der Wettkampf läuft von Samstag bis Montag; der Höhepunkt, die Kür des Schützenkönigs oder der Schützenkönigin, fällt auf den Montag.
Spannend wird es beim sogenannten Ausstich: Schützinnen und Schützen mit der Höchstpunktzahl schiessen das Programm erneut. Bei erneutem Gleichstand wird so lange wiederholt – notfalls Schuss um Schuss –, bis die Siegerin oder der Sieger eindeutig feststeht. Der Titel bringt Prestige und ein Preisgeld; klassische Preise vom Gabentisch erhalten dagegen die übrigen erfolgreichen Teilnehmenden.
Anmeldung zum Wettkampf
Wer selbst mitschiessen möchte, muss die Teilnahmebedingungen erfüllen: Alter 13 bis 17 Jahre sowie Wohnsitz, Schule oder Lehre im Kanton Zürich. Die Anmeldung für 2026 ist online vom 8. August bis 13. September möglich, zusätzlich vor Ort in der Eingangshalle der Schiessanlage. Wer sich früh anmeldet, spart sich die Warteschlange am Festtag. Vor dem ersten Schuss erhalten alle Teilnehmenden eine Sicherheitseinweisung; die Aufsicht erfolgt durch geschulte Instruktoren.
Anreise: am besten mit dem öV
Rund um das Albisgüetli ist mit grossem Andrang zu rechnen; Parkplätze sind knapp. Der ZVV empfiehlt die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr. Die gängigen Verbindungen:
- S-Bahn: bis Zürich Saalsporthalle.
- Tram: bis Haltestelle «Laubegg».
- Bus: bis «Strassenverkehrsamt».
Von diesen Haltestellen ist das Festgelände zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar. Wer abends bleibt, profitiert vom dichten Nachtnetz am Wochenende.
Geschichte: von 1656 bis heute
Das Knabenschiessen zählt zu den ältesten Bräuchen Zürichs. Erstmals schriftlich erwähnt wird der Wettbewerb 1656, als beim damals noch «Knaben Schiesset» genannten Anlass rund 150 Knaben teilnahmen. Seine Wurzeln reichen ins 17. Jahrhundert zurück, als das Schiessen eine Wehrübung der Bürgersöhne war – der Wettkampf um Preise sollte die Jugendlichen zum Üben motivieren.
In der heutigen Form besteht das Knabenschiessen seit 1899 und wird von der Schützengesellschaft der Stadt Zürich im Albisgüetli organisiert. Ein Meilenstein war das Jahr 1991: Zum 700. Geburtstag der Eidgenossenschaft wurden erstmals auch Mädchen zugelassen. Seither treten Jungen und Mädchen gleichberechtigt an. Historisch fiel der Anlass mit der früheren Zürichilbi zusammen, die am 11. September zu Ehren der Stadtheiligen Felix und Regula stattfand.
Beim beliebten Volksfest werde niemand erschossen, im Gegenteil: Zürcher Jugendliche könnten ihre Fähigkeiten im Schiessen testen und beweisen, hält Zürich Tourismus zur wiederkehrenden Verwirrung um den Namen fest (Zürich Tourismus, zuerich.com).
Praktische Tipps für den Besuch
- Mit dem öV kommen: Parkplätze sind rar, der Andrang gross.
- Hunger mitbringen: Das kulinarische Angebot gehört zum Erlebnis.
- Für Familien: Es gibt ruhigere Zonen und Kinder-Karusselle abseits der grossen Bahnen.
- Abends kommen: Für die beleuchtete Kulisse lohnt sich der spätere Besuch.
- Montagnachmittag einplanen: In der Stadt Zürich ist ab 13 Uhr vieles geschlossen – ideal für den Festbesuch.
- Barzahlung: An Chilbi-Ständen ist Bargeld nach wie vor praktisch.
Knabenschiessen im Kontext des Zürcher Festkalenders
Das Knabenschiessen ist neben dem Sechseläuten im Frühling der zweite grosse, rein auf den Kanton Zürich beschränkte Brauch. Während das Sechseläuten mit der Verbrennung des Bööggs den Winter verabschiedet, markiert das Knabenschiessen den Übergang in den Herbst. Beide verbinden einen historischen Kern mit einem grossen Volksfest und einem faktisch freien Nachmittag in der Stadt. Für Besucherinnen und Besucher von auswärts sind sie eine gute Gelegenheit, Zürcher Tradition und Stadtleben an einem Tag zu erleben.
Häufige Fragen zum Knabenschiessen 2026

Wann ist das Knabenschiessen 2026?
Von Samstag, 12., bis Montag, 14. September 2026, auf dem Schiessplatz Albisgüetli in Zürich-Wiedikon.
Kostet der Eintritt etwas?
Die Chilbi ist gratis zugänglich. Kosten fallen nur für Fahrgeschäfte, Essen und Spiele an.
Werden beim Knabenschiessen wirklich Knaben beschossen?
Nein. Es ist ein sportlicher Zielschiesswettbewerb für 13- bis 17-Jährige. Der irreführende Name stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Dürfen auch Mädchen teilnehmen?
Ja, seit 1991. Jungen und Mädchen aus Stadt und Kanton Zürich treten gleichberechtigt an.
Ist der Knabenschiessen-Montag ein Feiertag?
Kein gesetzlicher, aber in der Stadt Zürich wird ab dem Nachmittag nicht mehr gearbeitet, Geschäfte schliessen ab 13 Uhr und die Schulen haben frei.
Wie kommt man am besten hin?
Mit dem öV: S-Bahn bis Saalsporthalle, Tram bis «Laubegg» oder Bus bis «Strassenverkehrsamt». Parkplätze sind knapp.
Wie meldet man sich für den Wettkampf an?
Online vom 8. August bis 13. September 2026 oder vor Ort in der Eingangshalle. Teilnahmeberechtigt sind 13- bis 17-Jährige mit Bezug zum Kanton Zürich.
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Verwendete Materialien: Zürich Tourismus (zuerich.com), Schweiz Tourismus (myswitzerland.com), Schützengesellschaft der Stadt Zürich, Zürcher Verkehrsverbund ZVV, freizeit.ch, Wikipedia (Knabenschiessen), Swiss Volunteers, fokus.swiss, travelnews.ch, ferienwiki.ch.
