Teilen Sie dies:

Der San Bernardino Tunnel auf der A13 ist an diesem Wochenende vom 23. bis 25. August 2026 für viele Reisende die entscheidende Route – gerade weil am Gotthard erneut Stau und nächtliche Sperrungen drohen. Die 6,6 Kilometer lange Röhre zwischen Hinterrhein und San Bernardino gilt als die wichtigste Ausweichstrecke zum überlasteten Gotthard-Strassentunnel und ist ganzjährig befahrbar. Doch wer glaubt, mit dem Wechsel auf die A13 automatisch staufrei durchzukommen, unterschätzt die Lage: Auch der San Bernardino kann sich an Ferienwochenenden füllen, der als Notausweg dienende San-Bernardino-Pass ist genau in diesem Zeitraum nachts gesperrt, und die Kombination aus Ferienrückreise, Sommerwetter und laufenden Sanierungsarbeiten macht die Planung anspruchsvoll.

Dieser Beitrag von NUME.CH fasst zusammen, was am Wochenende vom 23.–25. August 2026 auf der Route konkret zu erwarten ist, wann die kritischen Zeitfenster liegen, wann sich der Umweg über die A13 wirklich lohnt und wann nicht, und welche technischen und rechtlichen Punkte – von der Maut über das Tempolimit bis zu den Fahrzeugmassen – Reisende kennen sollten. Grundlage sind die aktuellen Verkehrsprognosen von TCS und ASTRA, die Live-Statusmeldungen für Gotthard und San Bernardino, die offiziellen Sperrkalender für den San-Bernardino-Pass sowie die Angaben von ADAC und Kantonspolizei Graubünden. So viel vorweg: Die wichtigste Erkenntnis ist nicht, ob man den Gotthard oder den San Bernardino nimmt, sondern wann man losfährt.

Die kurze Antwort: Lage am Wochenende 23.–25. August 2026

Für das Wochenende vom 23. bis 25. August 2026 gilt: Der San Bernardino Tunnel selbst ist offen und regulär befahrbar. Die A13 ist die empfohlene Alternative, sobald sich am Gotthard-Nordportal (Göschenen, Richtung Süden) oder Südportal (Airolo, Richtung Norden) mehr als vier bis fünf Kilometer Stau bilden. Wichtig für alle, die eine Reserve-Route im Kopf haben: Der San-Bernardino-Pass, auf den bei einer Tunnelsperrung umgeleitet würde, ist ab Montag, 24. August 2026, bis Samstag, 29. August 2026, jeweils zwischen 22 und 5 Uhr nachts komplett gesperrt. Tagsüber und am Sonntag, 23. August, ist der Pass offen.

Ende August fällt mitten in die grosse Rückreisewelle Richtung Norden. Der Rückreiseverkehr läuft laut TCS seit dem Wochenende vom 9./10. August und dauert bis Ende August an – das Wochenende vom 23.–25. August liegt damit voll im belasteten Zeitraum. Rechnen Sie am Samstag vormittags mit Belastung Richtung Süden und am Sonntagnachmittag mit der Hauptwelle Richtung Norden. Wer die Staufenster meiden will, fährt früh morgens (vor 6 Uhr) oder spät abends.

Der San Bernardino Tunnel auf einen Blick

Der San Bernardino Tunnel ist ein Strassentunnel im Kanton Graubünden im Südosten der Schweiz. Er unterquert den San-Bernardino-Pass zwischen den Ortschaften San Bernardino und Hinterrhein und ist Teil der Autobahn A13 sowie der Europastrasse E43. Eröffnet wurde er 1967; seither ist das Val Mesolcina (Misox), eines der italienischsprachigen Südtäler Graubündens, ganzjährig mit dem übrigen Kanton verbunden. Vorher war die Region im Winter von der Passsperre abgeschnitten.

Technisch ist der Tunnel 6'596 Meter lang und damit einer der längsten Autobahntunnel der Schweiz. Er besitzt nur eine Röhre mit je einer Fahrspur pro Richtung, ohne bauliche Trennung in der Mitte. Überholen ist im Tunnel deshalb verboten. Das Tempolimit beträgt 80 km/h und wird per Geschwindigkeitskontrolle überwacht. Genau diese Einröhrigkeit macht den Tunnel sicherheitstechnisch sensibler als eine doppelröhrige Anlage und ist ein Grund für die wiederkehrenden Sanierungen: 1991 und 2006 wurde der Tunnel grundlegend erneuert, unter anderem mit modernem Entwässerungssystem, neuer Elektromechanik und einer neuen Brandlüftung.

MerkmalAngabe
LageKanton Graubünden, zwischen Hinterrhein und San Bernardino
StrasseA13 / Europastrasse E43
Länge6'596 Meter
Eröffnung1967
Röhren / Spuren1 Röhre, je 1 Spur pro Richtung
Tempolimit80 km/h (Kamera-Überwachung)
Überholenverboten
Mautkeine Sondermaut – Jahresvignette genügt
Höhenlage Tunnelrund 1'600 m (Pass darüber: 2'066 m)
Ganzjährig befahrbarja (Pass darüber: Wintersperre)

Aktuelle Verkehrslage: Warum das Wochenende 23.–25. August kritisch ist

Ende August ist auf der Nord-Süd-Achse durch die Schweiz eine der intensivsten Reisezeiten des Jahres. Der Gotthard-Strassentunnel auf der A2 zwischen Göschenen und Airolo zählt zu den grössten Staufallen des Landes; die 16,9 Kilometer lange Röhre wird jährlich von rund sechs Millionen Fahrzeugen passiert und gerät regelmässig an ihre Kapazitätsgrenze. Bereits in dieser Saison bildete sich am Wochenende vom 17. bis 19. Juli 2026 ein Rückstau von über 20 Kilometern vor der Röhre, mit Wartezeiten von mehr als drei Stunden.

Wenn sich der Gotthard staut, weichen viele auf die A13 über den San Bernardino aus – das ist der klassische Mechanismus, der die A13 an Spitzentagen selbst füllt. Die A13 übernimmt an Sommer-Samstagen den umgeleiteten Gotthard-Verkehr zusätzlich zum regulären Reise- und Ausflugsverkehr ins Bündnerland. Bei hohem Aufkommen kann es deshalb auch auf der San-Bernardino-Route zu Staus kommen, vor allem an bekannten Nadelöhren: an der Engstelle Kerenzerberg zwischen Walensee und Glarus, im Raum Chur, vor dem Tunnel selbst und am Autobahnende in Bellinzona, wo A13 und A2 zusammenlaufen.

Für das Wochenende vom 23.–25. August 2026 heisst das konkret: Es ist ein klassisches Rückreisewochenende Ende der Sommerferienzeit. Die Hauptbelastung Richtung Norden fällt erfahrungsgemäss auf den Sonntagnachmittag und -abend, mit einem Höhepunkt typischerweise zwischen 16 und 19 Uhr. Richtung Süden ist der Samstagvormittag zwischen etwa 8 und 11 Uhr das kritischste Fenster. In der Hochsaison im Juli und August beginnt der Stau am Gotthard bereits ab 8 Uhr morgens.

Die Nadelöhre entlang der A13 – wo es sich staut

Wer die San-Bernardino-Route fährt, sollte die typischen Engstellen kennen, denn der Stau entsteht selten im Tunnel selbst, sondern an den Zulaufstrecken. Von Norden kommend sind das der Reihe nach:

Kerenzerberg (zwischen Walensee und Glarus): Auf diesem Abschnitt verengt sich die A13, und es kommt regelmässig zu Verkehrsbehinderungen. Gerade an Reisewochenenden bildet sich hier die erste zähe Kolonne, oft noch bevor der eigentliche Ferienverkehr Richtung Süden das Rheintal erreicht.

Raum Sargans / Rheintal: Hier fliesst der Verkehr aus der Ostschweiz und aus Österreich zusammen. Auf Teilstücken gilt wegen laufender Sanierungsarbeiten Tempo 80. Das bedeutet nicht zwingend längere Fahrzeiten – eine gleichmässig tiefere Geschwindigkeit kann den Verkehrsfluss zu Spitzenzeiten sogar stabiler halten und Stop-and-go verhindern.

Grossraum Chur: Hier zweigt der Ferienverkehr ins Bündnerland ab und trifft auf den Transitverkehr. An Freitagnachmittagen mischt sich zusätzlich der Verkehr in die Ferienregionen Lenzerheide, Davos und Arosa darunter.

Sarganserland und Dorfdurchfahrten: An Feiertagen und Ferienwochenenden verstopft der Ausweichverkehr immer wieder die Dorfzentren entlang der Achse, etwa in Bad Ragaz. Wer die Autobahn verlässt, um Stau zu umfahren, landet dort schnell in kommunalem Gegenverkehr – meist keine gute Idee.

Vor dem Tunnel (Hinterrhein): Bei starkem Andrang staut sich der Verkehr vor dem Nordportal. Weil im Tunnel nur eine Spur pro Richtung verfügbar ist, kann bei Überlastung eine dosierte Zufahrt (Blockabfertigung) nötig werden.

Bellinzona (Südende): Die A13 endet in Bellinzona, wo sie mit dem Gotthard-Verkehr der A2 zusammentrifft. Dieser Zusammenfluss ist ein klassischer Rückstaupunkt Richtung Süden – gerade dann, wenn beide Achsen gut ausgelastet sind.

Die kritischen Zeitfenster im Überblick

TagRichtungKritisches FensterEmpfehlung
Sa, 23.8.Süden (Tessin/Italien)ca. 08:00–11:00vor 06:00 oder nach dem Abend-Peak fahren
So, 24.8.Norden (Rückreise)ca. 15:00–19:00vor Mittag oder spät am Abend fahren
Mo, 25.8.Norden (Rückreise)Berufsverkehr Chur/Bellinzonaausserhalb Stosszeiten fahren

Sperrungen: Was am 23.–25. August wirklich gesperrt ist – und was nicht

Hier lohnt sich ein genauer Blick, weil oft Tunnel, Pass und die beiden verschiedenen «Bernardino»-Achsen verwechselt werden. Für das Zielwochenende gilt:

Der San Bernardino Tunnel (A13) ist offen. Es sind für dieses Wochenende keine tagsüber wirksamen Vollsperrungen der Tunnelröhre angekündigt. Die turnusmässigen Nachtsperren des Tunnels selbst fanden in diesem Jahr im Frühsommer statt (29. Juni bis 10. Juli, jeweils Montag bis Freitag, 22–5 Uhr); weitere Nachtsperren im Herbst sind wahrscheinlich, betreffen aber nicht das Wochenende vom 23.–25. August.

Der San-Bernardino-Pass ist nachts gesperrt. Die Passstrasse Hinterrhein–San Bernardino ist von Montag, 24. August 2026, bis Samstag, 29. August 2026, jeweils zwischen 22 und 5 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Das ist besonders wichtig, weil der Pass die naheliegende Umleitung wäre, falls der Tunnel kurzfristig – etwa wegen eines Unfalls oder aus Sicherheitsgründen – dichtgemacht würde. In den Nachtstunden dieser Woche steht diese Reserve nicht zur Verfügung; dann bleibt nur die grossräumige Umfahrung über den Gotthard.

Am Gotthard drohen ebenfalls Sperrungen. Der Gotthard-Tunnel hatte im August 2026 kurzfristig angekündigte Nachtsperren wegen Sicherheitsarbeiten an einer Zwischendecke; zusätzlich gibt es wöchentliche Mittwochnacht-Sperrungen. Für die Woche rund um das Zielwochenende war eine geplante Sperrung in der Nacht von Mittwoch, 26. August, 23 Uhr, auf Donnerstag, 27. August, 1 Uhr, vorgesehen. Wer in diesen Nächten unterwegs ist, prüft vor der Abfahrt zwingend den Live-Status beider Achsen.

Ein grundsätzlicher Hinweis zu allen Meldungen: Eine Verkehrsmeldung ist immer zusammen mit ihrem Zeitstempel, der Fahrtrichtung und der genauen Position zu lesen. Ein Ereignis auf der Gegenfahrbahn oder hinter der eigenen Ausfahrt ist irrelevant, und ältere Meldungen können längst aufgehoben sein. Verlassen Sie sich deshalb auf die Live-Quellen kurz vor der Abfahrt, nicht auf Meldungen von gestern.

San Bernardino oder Gotthard? Die Entscheidungsregel

Die zentrale Frage für dieses Wochenende lautet nicht «grundsätzlich A13 oder A2», sondern «welche Route jetzt, für meine Richtung, zu meiner Abfahrtszeit». Beide Tunnel sind in der Vignette enthalten, beide sind gebührenfrei nutzbar. Der Umweg über den San Bernardino kostet gegenüber einem staufreien Gotthard-Transit rund 50 Minuten mehr Fahrzeit; die A13-Route Basel–Chiasso ist mit etwa 370 Kilometern rund 80 Kilometer länger als die direkte Gotthard-Route (ca. 290 km).

Daraus ergibt sich eine praktische Faustregel:

  • Unter 3 Kilometer Stau am Gotthard: Der Gotthard bleibt meist die schnellere Wahl. Der A13-Umweg lohnt sich nicht.
  • Ab 4–5 Kilometer Stau am Gotthard oder bei gesperrtem Tunnel: Konkret die A13 prüfen und in der Regel wechseln. Ab dieser Staulänge spart der San Bernardino trotz Mehrweg oft eine bis mehrere Stunden.
  • Bei mehr als 7 Kilometern Stau am Gotthard: Der San Bernardino ist die klar empfohlene Alternative.

An Spitzentagen wie diesem Wochenende kippt die Rechnung schnell. Wer erst am Gotthard-Portal steht und dort vier Kilometer Kolonne sieht, hat den Abzweig auf die A13 meist schon verpasst. Deshalb gilt: Die Routenwahl fällt früh – idealerweise schon vor der Verzweigung im Grossraum Zürich beziehungsweise vor Chur, mit einem Blick auf die Live-Prognose.

Gotthard und San Bernardino im direkten Vergleich

KriteriumGotthard (A2)San Bernardino (A13)
Tunnellänge16,9 km6,6 km
Röhren1 (zweite im Bau)1
Eröffnung19801967
Verkehr pro Jahrca. 6 Mio. Fahrzeugedeutlich weniger
Staugefahrsehr hochmässig, meist nur bei Ausweichverkehr
Mautin Vignette enthaltenin Vignette enthalten
Route Basel–Chiassoca. 290 kmca. 370 km
RolleHauptachsewichtigste Alternative

Der San Bernardino ist damit spürbar weniger staugefährdet als der Gotthard – aber genau deshalb wird er zum Ventil, wenn der Gotthard dicht ist. An einem ruhigen Werktag rollt der Verkehr auf der A13 meist frei; an einem Ferien-Samstag mit Gotthard-Stau kann sich das binnen Stunden ändern.

Warum überhaupt Sanierungsarbeiten und Nachtsperren?

Weil der San Bernardino auf der wichtigen Durchgangsroute A13 zwischen Chur und Bellinzona liegt, muss die Röhre regelmässig gewartet werden. Deshalb wird der Tunnel jedes Jahr für mehrere Nächte komplett gesperrt – in diesem Jahr im Frühsommer, weitere Nachtsperren im Herbst sind wahrscheinlich. Diese Sperren werden bewusst nachts und ausserhalb der Hauptreisezeit angesetzt, damit Wochenendreisende möglichst wenig betroffen sind. Während der Nacht-Wartung am San Bernardino verzichten die Behörden in der Regel auf gleichzeitige Gotthard-Nachtsperren, damit immer eine Achse offen bleibt – und umgekehrt. Am Gotthard kamen 2026 zusätzlich kurzfristige Nachtsperren wegen Sicherheitsarbeiten an einer Zwischendecke hinzu, bei denen Spannungen in den Bauelementen durch gezielte Trennschnitte entlastet werden, um spätere Schäden zu vermeiden. Für Reisende heisst das: Die Achsen werden koordiniert gewartet, aber gerade in der Übergangszeit im Spätsommer und Herbst häufen sich die Nachtarbeiten – ein Blick in den aktuellen Sperrkalender vor jeder Nachtfahrt ist Pflicht.

Fahrzeiten im Vergleich (Richtwerte, staufrei)

RouteStreckenführungFahrzeit (staufrei)
Gotthard (A2)über Luzern, Göschenen, Airolo, BellinzonaBasel–Chiasso ca. 290 km
San Bernardino (A13)über Zürich, Sargans, Chur, Bellinzonaca. 370 km, +ca. 50 Min.
San-Bernardino-Passnur bei Tunnelsperrung, kurvenreichdeutlich länger, nicht für Gespanne

Anreise-Tipps: die besten Abfahrtszeiten am Zielwochenende

Die grösste Zeitersparnis liegt nicht in der Routenwahl, sondern im Startzeitpunkt. Für das Wochenende vom 23.–25. August 2026 empfiehlt sich:

Richtung Süden (Samstag, 23.8.): Abfahrt vor 7:30 Uhr, besser vor 6 Uhr, oder alternativ erst nach 18 Uhr. Zwischen 8 und 11 Uhr ist mit der stärksten Belastung zu rechnen.

Richtung Norden (Sonntag, 24.8. / Montag, 25.8.): Die Rückreise vor Mittag oder spät am Abend planen. Der Nachmittag zwischen 15 und 19 Uhr ist die Hauptverkehrszeit für den Rückreiseverkehr Richtung Deutschschweiz und Deutschland. Wer flexibel ist, fährt am Montag früh statt am Sonntagnachmittag.

Nachtfahrten: Wer nachts fährt, um Stau zu vermeiden, muss die Sperrfenster beachten – sowohl die Passsperre (ab Mo 24.8., 22–5 Uhr) als auch mögliche Gotthard-Nachtsperren. Eine Nachtfahrt ist nur dann klug, wenn beide Hauptachsen offen sind.

Anfahrt je nach Startregion

Ob sich der San Bernardino überhaupt lohnt, hängt stark davon ab, woher Sie kommen. Für die typischen Startregionen gilt:

Aus der Ostschweiz (St. Gallen, Thurgau, Appenzell): Für Sie ist die A13 fast immer die natürliche Route – Sie fahren ohnehin über Sargans und Chur, der Umweg gegenüber dem Gotthard ist minimal. Der San Bernardino ist hier klar erste Wahl.

Aus dem Grossraum Zürich: Die Entscheidung fällt früh. Über die A3 Richtung Sargans und Chur landen Sie auf der A13; über die A4/A14 Richtung Luzern auf der A2 zum Gotthard. Prüfen Sie die Lage vor Zürich, denn nach der Verzweigung ist ein Wechsel nur noch mit grossem Umweg möglich.

Aus Süddeutschland (München, Allgäu, Bodensee): Über die A96 und den Grenzübergang bei Bregenz/St. Margrethen führt der kürzeste Weg ins Tessin ohnehin über die A13 und den San Bernardino. Für Reisende aus dem Südwesten Deutschlands (Stuttgart, Karlsruhe) ist dagegen meist der Gotthard näher.

Aus dem Wallis oder der Westschweiz: Hier ist weder Gotthard noch San Bernardino ideal – je nach Ziel kommen der Simplon oder der Grosse St. Bernhard als Route in Frage.

Maut und Kosten: Was der San Bernardino Tunnel kostet

Gute Nachricht für Transitreisende: Der San Bernardino Tunnel verlangt keine Sondermaut. Für die Nutzung genügt die reguläre Schweizer Autobahnvignette. Die Vignette 2026 kostet 40 CHF (rund 44,50 Euro) und gilt für Fahrzeuge und Anhänger bis je 3,5 Tonnen. Sie ist als Klebevignette oder als E-Vignette erhältlich und deckt beide grossen Alpentunnel – Gotthard und San Bernardino – ohne Zusatzgebühr ab.

Wichtig zur Abgrenzung: Verwechseln Sie den San Bernardino Tunnel nicht mit dem Grossen St. Bernhard Tunnel (Wallis–Aostatal). Letzterer ist privat betrieben und sondermautpflichtig, kostet also zusätzlich zur Vignette. Auch der Munt-la-Schera-Tunnel (Richtung Livigno) ist eine Sondermautstrecke. Der San Bernardino gehört ausdrücklich nicht dazu.

Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (grosse Wohnmobile, Busse, Lastwagen) entfällt die Vignettenpflicht; stattdessen fällt die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) an, berechnet nach Gewicht, Emissionsklasse und gefahrenen Kilometern. Massgeblich für die 3,5-Tonnen-Grenze ist dabei nur das Zugfahrzeug, nicht der Anhänger.

Ein Blick nach vorn: Das Schweizer Parlament hat im März 2026 grundsätzlich für eine neue Transitgebühr gestimmt, die Durchreisende ohne Übernachtung künftig auf Gotthard- und San-Bernardino-Route zusätzlich belasten könnte. Für das Wochenende vom 23.–25. August 2026 ändert das nichts – hier gilt weiterhin die reine Vignettenpflicht. Reisende sollten die Entwicklung aber im Auge behalten.

Fahrzeug / StreckeKosten 2026
Pkw bis 3,5 t (Vignette)40 CHF / Jahr
Anhänger bis 3,5 teigene Vignette nötig
San Bernardino Tunnel (Sondermaut)keine
Gotthard Tunnel (Sondermaut)keine
Grosser St. Bernhard Tunnelsondermautpflichtig (extra)
Bussgeld ohne Vignette200 CHF + Vignette

Der San-Bernardino-Pass als Notlösung: Vorsicht bei Gespannen

Wird der Tunnel gesperrt, leitet die Kantonspolizei den Personenwagenverkehr über den San-Bernardino-Pass um. Der Pass liegt auf 2'066 Metern und ist landschaftlich reizvoll, fahrerisch aber anspruchsvoll: kurvenreich, mit engen Abschnitten und Steigungen. Er setzt etwas Erfahrung im Bergfahren voraus und ist im Winter gesperrt.

Entscheidend für Wohnwagen- und Wohnmobilreisende: Der Pass ist für Gespanne nicht geeignet. Auf der Passstrasse gilt für den Abschnitt Hinterrhein–San Bernardino ein Höchstgewicht von 18 Tonnen, eine Höchstbreite von 2,3 Metern sowie ein Anhängerverbot für schwere Motorwagen. Wer mit einem breiten Wohnwagen oder Anhänger unterwegs ist, kann bei einer Tunnelsperrung also nicht einfach auf den Pass ausweichen, sondern muss grossräumig über den Gotthard umfahren. Genau deshalb ist die nächtliche Passsperre in der Woche vom 24.–29. August für Gespanne doppelt relevant.

Wohnmobil und Anhänger: das sollten Sie wissen

Für Reisende mit Wohnmobil oder Wohnwagen gelten ein paar Besonderheiten. Der San Bernardino Tunnel selbst ist mit einer Durchfahrtshöhe von rund 4,50 Metern für Wohnmobile, Dachboxen und normale Gespanne problemlos befahrbar – anders als etwa der Munt-la-Schera-Tunnel Richtung Livigno, der nur 3,60 Meter zulässt. Wer mit Dachbox unterwegs ist, hat am San Bernardino also keine Höhenprobleme.

Bei der Maut zählt die 3,5-Tonnen-Grenze nur für das Zugfahrzeug: Ein 3,0-Tonnen-Wohnmobil mit 1,5-Tonnen-Anhänger bleibt unter der LSVA-Schwelle und fährt mit Vignette. Anhänger bis 3,5 Tonnen brauchen allerdings eine eigene Vignette. Grosse Wohnmobile über 3,5 Tonnen zahlen auf allen Strassen die Schwerverkehrsabgabe statt der Vignette.

Der entscheidende Punkt für Gespanne bleibt die Ausweichfrage: Fällt der Tunnel aus, ist der Pass für Sie tabu. Planen Sie deshalb genügend Zeitpuffer ein und meiden Sie ausgerechnet die Nachtstunden dieser Woche, in denen der Pass ohnehin gesperrt ist.

Weitere Alternativen: die anderen Alpenpässe

Wenn sowohl Gotthard als auch San Bernardino überlastet sind, gibt es weitere Nord-Süd-Optionen – allerdings mit deutlich mehr Fahrzeit und teils saisonalen Einschränkungen:

Gotthardpass: Die Passstrasse über den Gotthard ist im Sommer eine Alternative zum Tunnel, aber für Fahrzeuge mit Campinganhänger nicht empfehlenswert und kostet spürbar mehr Zeit.

Simplon: Über den Simplonpass gelangt man aus dem Wallis ins Tessin bzw. nach Norditalien. Für Reisende aus der Westschweiz eine sinnvolle Option, für Ostschweizer ein grosser Umweg.

Grimsel und Nufenen: Beide Pässe verbinden die Zentral- und Westschweiz mit dem Tessin, sind landschaftlich spektakulär, aber kurvenreich und langsam – nur bei kompletter Blockade der Haupttunnel und für erfahrene Bergfahrer sinnvoll.

Grosser St. Bernhard: Für Reisende aus dem Westen der Schweiz die Verbindung ins Aostatal. Der zugehörige Tunnel ist sondermautpflichtig.

Für das Wochenende vom 23.–25. August 2026 sind diese Pässe für die meisten Reisenden auf der Nord-Süd-Achse jedoch eher theoretische Optionen. Praktisch entscheidet sich fast alles zwischen Gotthard und San Bernardino – und zwischen früher und später Abfahrt.

Ganzjährige Praxis: Sommer, Winter und Ferienverkehr

Der grosse Vorteil des San Bernardino Tunnels ist seine ganzjährige Befahrbarkeit. Während der Pass darüber im Winter geschlossen ist, bleibt der Tunnel offen und hält die Verbindung ins Misox und weiter ins Tessin auch bei Schnee aufrecht. Im Winter verlagert sich das Verkehrsaufkommen: Dann sorgt der Ski-Verkehr ins Bündnerland – Lenzerheide, Davos, Arosa – vor allem an Samstagen für volle Strassen auf der A13, während der reine Transitverkehr Richtung Süden zurückgeht.

Im Sommer dominiert der Ferien- und Transitverkehr. Die grössten Belastungen liegen an den Wochenenden von Anfang Juli bis Ende August sowie rund um Ostern, Auffahrt und Pfingsten. Pfingsten gilt traditionell als staustärkstes Wochenende überhaupt, weil sich Ferien in mehreren Kantonen mit langen Wochenenden in Deutschland und Österreich überschneiden. Das Wochenende vom 23.–25. August 2026 liegt am Ende der Sommerhochsaison – die Rückreisewelle Richtung Norden ist hier der dominierende Faktor.

Bei starkem Schneefall, Unfällen oder Sicherheitsmassnahmen kann es auch am eigentlich zuverlässigen San Bernardino zu temporären Einschränkungen kommen. Deshalb gilt ganzjährig: Vor dem Abzweig lohnt sich immer ein Blick auf Live-Status, Webcams und Prognose.

Verhalten im Tunnel: Sicherheit auf der Einröhren-Anlage

Weil der San Bernardino nur eine Röhre mit Gegenverkehr hat, ist diszipliniertes Fahren hier besonders wichtig. Die zentralen Regeln:

  • Abstand halten: Im Tunnel gilt die Empfehlung von mindestens 50 Metern Abstand zum Vordermann, im Stillstand mindestens 5 Meter.
  • Tempo 80 einhalten: Die Geschwindigkeit wird per Kamera kontrolliert. Überholen ist verboten.
  • Licht an: Abblendlicht ist im Tunnel Pflicht.
  • Radio einschalten: Bei Ereignissen werden über Verkehrsfunk Anweisungen durchgegeben.
  • Bei Stau im Tunnel: Motor abstellen, Rettungsgasse beachten, auf Anweisungen achten.
  • Im Notfall: Nothaltebuchten, Notrufnischen und Fluchtwege sind ausgeschildert; im Brandfall Fahrzeug mit Schlüssel stehen lassen und zu Fuss zum nächsten Notausgang.

Diese Regeln klingen selbstverständlich, sind bei Einröhren-Tunneln aber überlebenswichtig, weil ein Zwischenfall die gesamte Achse blockiert und es keine zweite Röhre als Puffer gibt.

Live-Status prüfen: die wichtigsten Quellen vor der Abfahrt

Für ein zuverlässiges Bild kurz vor der Fahrt sollten Reisende die offiziellen und laufend aktualisierten Quellen nutzen statt statischer Prognosen:

  • TCS Verkehrsinfo / viasuisse: die zentrale Schweizer Strasseninfo mit Stau, Sperrungen und Passstatus.
  • ASTRA (Bundesamt für Strassen): offizielle Baustellen- und Sperrinformationen.
  • Webcams Göschenen und Airolo: zeigen die reale Lage an den Gotthard-Portalen.
  • Live-Status San Bernardino: Portale, Wartezeiten und Ereignisse am Tunnel und Pass.
  • Kantonspolizei Graubünden / Tessin: bei kurzfristigen Ereignissen und Umleitungen.

Faustregel: Prüfen Sie die Lage unmittelbar vor der Verzweigung – also vor dem Abzweig auf die A13 beziehungsweise vor der Einfahrt in den Gotthard-Zubringer. So können Sie noch reagieren, statt in der Kolonne festzustecken.

Checkliste für die Fahrt am 23.–25. August 2026

Damit die Fahrt über den San Bernardino möglichst reibungslos läuft, hilft eine kurze Vorbereitung:

  • Vignette prüfen: Gültige Jahresvignette 2026 (40 CHF) am Fahrzeug – und bei Anhänger bis 3,5 t eine zweite am Anhänger.
  • Abfahrtszeit wählen: Richtung Süden vor 6 Uhr oder nach 18 Uhr (Sa), Richtung Norden vor Mittag oder spät abends (So/Mo).
  • Route früh festlegen: Entscheidung Gotthard/San Bernardino vor der Verzweigung treffen, nicht erst am Portal.
  • Live-Status checken: Direkt vor der Abfahrt und nochmals vor dem Abzweig auf die A13.
  • Sperrfenster beachten: Pass nachts gesperrt (ab Mo 24.8., 22–5 Uhr); Gotthard-Nachtsperre in der Nacht 26./27.8.
  • Reserven mitnehmen: Wasser, Verpflegung, geladenes Handy – bei Stau im Tunnelbereich kann es dauern.
  • Warnwesten: In der Schweiz keine Pflicht, aber für die Weiterfahrt nach Italien für alle Insassen vorgeschrieben.
  • Tank füllen: Vor dem Alpenabschnitt tanken; im Stau und auf Passstrecken steigt der Verbrauch.
  • Bei Gespannen: Passroute als Notlösung ausschliessen – bei Tunnelsperrung nur Gotthard-Umfahrung möglich.

Geschichte und Bedeutung der Route

Der San-Bernardino-Übergang ist uralt: Die Besiedlung am Passübergang zwischen Misox und Hinterrhein ist bereits für vorrömische Zeit belegt. Nach Mitte des 13. Jahrhunderts wanderten Walser Siedler von Süden ins Rheinwald ein. Der Name geht auf eine nach 1450 auf der Südseite erbaute Kapelle zurück, die dem heiligen Bernhardin von Siena geweiht war. Mit der Erschliessung der Viamala um 1473 gewann die Route für den Handel an Bedeutung; im 18. und 19. Jahrhundert wurde die heutige Passstrasse angelegt, noch heute «italienische Strasse» genannt – wahrscheinlich wegen der Finanzierung durch Sardinien-Piemont.

Der Bau der Tunnelröhre begann im April 1965 zwischen Hinterrhein und San Bernardino; die Eröffnung erfolgte am 1. Dezember 1967. Damit war das Misox erstmals ganzjährig erreichbar. In den folgenden Jahrzehnten wurde die A13 abschnittweise ausgebaut, etwa die Ortsumfahrung von Roveredo ab 2016. Heute ist der San Bernardino nach dem Gotthard der zweitwichtigste Alpenübergang der Schweiz und die wichtigste Nord-Süd-Ausweichachse – besonders für Reisende aus der Ostschweiz, aus Süddeutschland über die A96, aus Vorarlberg und aus dem Grossraum München auf dem Weg ins Tessin und nach Norditalien.

Häufige Fragen: San Bernardino Tunnel

Häufige Fragen: San Bernardino Tunnel

Ist der San Bernardino Tunnel am Wochenende 23.–25. August 2026 offen? Ja. Der Tunnel auf der A13 ist offen und regulär befahrbar. Gesperrt ist in dieser Woche nachts nur der San-Bernardino-Pass (ab Mo 24.8. bis Sa 29.8., 22–5 Uhr), nicht die Tunnelröhre.

Wann ist mit Stau zu rechnen? Richtung Süden am Samstag zwischen etwa 8 und 11 Uhr, Richtung Norden am Sonntagnachmittag zwischen 15 und 19 Uhr. Früh morgens oder spät abends ist es am ruhigsten.

Lohnt sich der Umweg über den San Bernardino statt Gotthard? Ab etwa 4–5 Kilometern Stau am Gotthard ja. Unter 3 Kilometern bleibt der Gotthard meist schneller. Der Umweg kostet rund 50 Minuten mehr, spart an Stautagen aber oft Stunden.

Kostet der San Bernardino Tunnel Maut? Keine Sondermaut. Die reguläre Vignette (40 CHF, 2026) genügt. Nicht verwechseln mit dem Grossen St. Bernhard Tunnel, der extra kostet.

Was gilt bei einer Tunnelsperrung? Pkw werden über den San-Bernardino-Pass umgeleitet. Für Gespanne ist der Pass nicht geeignet (Höchstbreite 2,3 m, Anhängerverbot für schwere Motorwagen); sie müssen über den Gotthard umfahren.

Wie schnell darf man im Tunnel fahren? 80 km/h, kameraüberwacht. Überholen ist verboten, Abblendlicht ist Pflicht.

Ist der San Bernardino ganzjährig befahrbar? Ja, der Tunnel ist ganzjährig offen. Nur der Pass darüber ist im Winter gesperrt.

Wie lang ist der San Bernardino Tunnel? 6'596 Meter. Damit ist er einer der längsten Autobahntunnel der Schweiz, aber deutlich kürzer als der Gotthard-Tunnel (16,9 km).

Kann ich mit Wohnmobil und Dachbox durch den Tunnel? Ja. Die Durchfahrtshöhe von rund 4,50 m reicht für Wohnmobile und Dachboxen. Höhenprobleme gibt es nur am Munt-la-Schera-Tunnel (3,60 m).

Welche Route ist kürzer, Gotthard oder San Bernardino? Der Gotthard. Basel–Chiasso sind über die A2 rund 290 km, über die A13 rund 370 km. Der San Bernardino lohnt sich trotzdem, sobald am Gotthard grösserer Stau steht.

Wo genau staut es sich auf der A13? Vor allem am Kerenzerberg, im Raum Chur, vor dem Nordportal in Hinterrhein und am Autobahnende in Bellinzona, wo A13 und A2 zusammenlaufen.

Kommt eine Transitgebühr für den San Bernardino? Das Parlament hat im März 2026 grundsätzlich dafür gestimmt. Für August 2026 gilt aber weiterhin nur die Vignettenpflicht ohne Zusatzgebühr.

Aktuelle Nachrichten aus Zürich und der Region – die wichtigsten Zürich News zu Politik, Wirtschaft, Verkehr und Alltag kompakt im Überblick. Wir empfehlen auch: Was ist über den Grossbrand in Thusis bekannt? Acht Verletzte und fünf Vermisste

Teilen Sie dies: