Teilen Sie dies:

Eine Espressomaschine auseinanderzuschrauben, weil der Kaffee nicht überzeugt, ist noch keine Geschäftsidee. Bei Moritz Güttinger wurde genau daraus eine. Der Zürcher Umweltingenieur war mit der Maschine in seiner eigenen Wohnung unzufrieden, öffnete das Gerät und begann sich zu fragen, weshalb eine Espressomaschine für zu Hause so gross, träge und technisch kompliziert sein musste. 2014 investierte er eigenes Geld in einen ersten Prototyp, 2015 entstand ZURIGA, 2016 finanzierte eine Crowdfunding-Kampagne die erste Serie. Heute beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 50 Mitarbeitende und montiert seine Espressomaschinen in einer eigenen Manufaktur in Zürich. Wer Schweizer Produkte, Unternehmen und Entwicklungen aus der Region verfolgt, findet solche Geschichten regelmässig bei nume,ch.

Die ZURIGA Kaffeemaschine ist deshalb mehr als eine weitere kompakte Espresso Machine. Die aktuelle E2 der zweiten Generation ist nur 17 Zentimeter breit, kommt ohne klassischen Boiler aus, ist nach rund zwei Minuten einsatzbereit und hält an einem bewusst reduzierten Bedienkonzept fest. Kein Touchscreen, keine Menüs, keine Druckanzeige. Der Benutzer mahlt Kaffee, füllt den Siebträger, tampt, spannt ein und startet den Bezug. Für Milchgetränke gibt es die E2-S mit Dampflanze. Die Preise beginnen in der Schweiz aktuell bei CHF 1'480 für die E2 und bei CHF 1'890 für die E2-S.

ZURIGA versucht nicht, einen Vollautomaten kleiner zu bauen. Die Maschine überträgt das Prinzip eines klassischen Siebträgers auf möglichst wenig Platz und möglichst kurze Aufheizzeit.

Die ZURIGA-Geschichte begann mit einer schlechten Espressomaschine

Die Entstehungsgeschichte gehört zu jenen Firmengeschichten, die im Rückblick geradliniger wirken, als sie tatsächlich waren. Güttinger zog mit seiner damaligen Freundin, heute seiner Frau, zusammen. Nach einem Sofa gehörte eine Espressomaschine zu den ersten grösseren Anschaffungen für den gemeinsamen Haushalt. Doch die Maschine überzeugte ihn nicht.

ZURIGA G2 Kaffeemühle aus Zürich – handgefertigte Kaffeemühle aus Schweizer Produktion

«Mit dieser Espressomaschine war ich nicht zufrieden. Also schraubte ich die Maschine auf und dachte mir: Das muss besser gehen.»

Daraus entstand nicht sofort ein Unternehmen. Güttinger beschreibt den Prozess als langsame Entwicklung von einer Vermutung zu der Überzeugung, selbst etwas bauen zu können. 2014 setzte er eigenes Geld ein und arbeitete mit zwei Designerinnen und einem Ingenieur an einem ersten Prototyp. Die ersten 20 Geräte wurden später für je CHF 1'000 angeboten. Laut Güttinger waren sie innerhalb von drei Minuten verkauft.

Dass der Gründer ursprünglich nicht aus dem traditionellen Kaffeemaschinenbau kam, gehört zur Geschichte des Produkts. Bei der Crowdfunding-Kampagne stellte sich das damalige Team mit unterschiedlichen Hintergründen vor: Moritz Güttinger und Ivo kamen aus dem Umwelt-Ingenieurwesen, Lukas und Carina aus dem Industriedesign der Zürcher Hochschule der Künste. Die Beteiligten beschrieben damals gerade die fehlende jahrzehntelange Erfahrung mit Kaffeemaschinen als Chance, etablierte Konstruktionen neu zu hinterfragen. Das Produkt hiess zunächst «ZURIGA express». Die Grundidee war bereits erkennbar: klein, schnell, hochwertig, einfach zu bedienen und mit Schweizer KMU als Zulieferern. Die Maschine sollte nicht versuchen, jeden möglichen Kaffeewunsch per Knopfdruck zu erfüllen. Im Mittelpunkt stand Espresso. Die Finanzierung lieferte einen frühen Belastungstest für diese Idee. Auf der Schweizer Plattform wemakeit setzte das Projekt ein Finanzierungsziel von CHF 30'000. Am Ende kamen CHF 57'075 zusammen, getragen von 271 Unterstützerinnen und Unterstützern. Das entsprach 190 Prozent des Ziels. Die Kampagne wurde am 29. September 2016 erfolgreich abgeschlossen. Bereits nach sieben Stunden war das ursprüngliche Finanzierungsziel erreicht.

«Klein, schnell, zahlbar, leistungsstark, und vor allem einfach zu bedienen» lautete die Beschreibung der Maschine in der Crowdfunding-Kampagne.

ZURIGA G2 Kaffeemühle aus Zürich – handgefertigte Kaffeemühle aus Schweizer Produktion

Damals war die Zielsetzung auch preislich deutlich enger als heute. Die erste Serie bewegte sich um CHF 1'000. Inzwischen kostet die günstigste neue E2 CHF 1'480. Gleichzeitig hat sich das Produkt technisch erheblich verändert, insbesondere mit der zweiten Generation seit September 2024.

Was der Name ZURIGA mit Zürich zu tun hat

ZURIGA positionierte sich von Anfang an als Schweizer Espressomaschine und nicht lediglich als Schweizer Marke für importierte Geräte. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Die Endmontage findet in Zürich statt. Entwicklung, Engineering, Kundendienst und Montage befinden sich laut Unternehmen nahe beieinander. Güttinger begründet dieses Modell mit kurzen Wegen: Probleme, die bei der Montage sichtbar werden, sollen direkt zurück in die Entwicklung gelangen können.

«Swiss made» bedeutet bei einer Espressomaschine allerdings nicht zwangsläufig, dass jede Schraube aus der Schweiz stammt. ZURIGA beschreibt seine Lieferkette konkreter. Der Brühkopf wird von einem Familienbetrieb in Einsiedeln gefertigt, Nussbaumholz stammt aus dem Berner Oberland. Güttinger nannte 2025 zudem einen Lieferanten für den Stahlmantel in Wil im Kanton St. Gallen und einen Siebträger aus dem Piemont in Norditalien. Die Endmontage bleibt in Zürich. Der Ansatz unterscheidet die Marke von vielen Haushaltsgeräten, deren Entwicklung, Komponentenproduktion und Endmontage geografisch weit voneinander entfernt liegen. Er erklärt zugleich einen Teil des Preises. Eine Maschine, die in Zürich montiert wird und auf Metall, Holz, Glas sowie reparierbare Baugruppen setzt, lässt sich nicht mit denselben Kostenstrukturen produzieren wie ein Kunststoffgerät aus einer internationalen Grossserie.

Das Unternehmen ist inzwischen auch mehr als ein Ein-Produkt-Projekt. 2020 kam die E2-S mit Dampffunktion hinzu. Anfang Dezember 2021 folgte nach rund vier Jahren Entwicklung die Kaffeemühle G2. Später ergänzte ZURIGA das Programm um die G2-GBW mit integrierter Waage. Für Herbst 2026 kündigte das Unternehmen zudem die grössere T2 an, die erheblich mehr Einstellmöglichkeiten und eine Messung von Druck, Temperatur, Durchfluss und Gewicht bieten soll.

Damit wird auch deutlicher, was die E2 innerhalb der Modellpalette bleiben soll: nicht die Maschine mit den meisten Funktionen, sondern die kompakte Basis für Espresso.

Wie eine ZURIGA E2 funktioniert

Die ZURIGA E2 ist ein Siebträger-Halbautomat. Wer bisher nur Kapselmaschinen oder Vollautomaten verwendet hat, muss deshalb eine wichtige Unterscheidung machen: Die ZURIGA erledigt nicht den gesamten Kaffeeprozess automatisch. Die Bohnen müssen mit einer geeigneten Espressomühle gemahlen werden. Das Kaffeemehl kommt in das Sieb, wird verteilt und mit einem Tamper verdichtet. Danach wird der Siebträger eingespannt und der Bezug gestartet. Wann genügend Espresso in der Tasse ist, entscheidet der Benutzer.

ZURIGA liefert dafür einen 58-Millimeter-Siebträger, Einer- und Zweiersieb, die entsprechenden Ausläufe, ein Blindsieb für die Reinigung sowie einen Tamper mit. Eine Mühle ist nicht Teil des Lieferumfangs. Beim Zweiersieb nennt das Unternehmen 17 bis maximal 20 Gramm Kaffeepulver als vorgesehenen Bereich. Der technische Kern der aktuellen Generation unterscheidet sich deutlich von der ursprünglichen Konstruktion. Seit September 2024 produziert ZURIGA die Generation 2. Anstelle des früheren Mini-Boilers arbeitet sie mit Dickschicht- beziehungsweise Dickfilmheizern. Wasser wird dadurch nicht in einem grösseren Kessel dauerhaft auf Temperatur gehalten, sondern beim Bedarf erhitzt.

Das löst eines der klassischen Probleme von Siebträgermaschinen: die Wartezeit.

Bei Maschinen mit grossen Metallgruppen und Boilern genügt es nicht, dass nur das Wasser heiss ist. Auch Brühgruppe und Siebträger müssen thermisch stabil werden. Deshalb können traditionelle Konstruktionen deutlich länger benötigen, bis sie wirklich bereit für einen reproduzierbaren Espresso sind. ZURIGA setzt bei Generation 2 auf zwei Heizbereiche. Nach der technischen Analyse der Kaffeemacher arbeitet ein Dickfilmheizer mit bis zu 1'400 Watt für Wasser beziehungsweise Dampf. Ein zweiter Heizer mit 600 Watt temperiert die Brühgruppe. Die Steuerung misst und korrigiert laufend, damit die hohe Heizleistung nicht einfach zu einem Überschiessen der Temperatur führt.

Die Folge ist eine Aufheizzeit von etwa zwei Minuten. Im unabhängigen Test der Kaffeemacher erreichte die Maschine diesen Wert tatsächlich. Für fünf doppelte Espressobezüge inklusive Aufheizen mass das Testteam 0,058 kWh Energieverbrauch. Klassische Zweikreiser lagen im dort verwendeten Testprotokoll typischerweise ab etwa 0,25 kWh, Dualboiler mit dauerhaft aktivem Dampfboiler teilweise ab rund 0,35 kWh.

Die kurze Aufheizzeit ist nicht nur eine Komfortfunktion. Sie verändert den Energiebedarf einer Maschine, die zu Hause oft für zwei oder drei Kaffees eingeschaltet wird.

Warum ZURIGA 93 Grad und 9 Bar fest vorgibt

Bei hochwertigen Siebträgern gehört es inzwischen fast zum guten Ton, möglichst viele Werte verändern zu können. PID-Temperatur, Preinfusion, Pumpendruck, Durchflussprofile und Shot Timer sind längst nicht mehr nur in Gastronomiemaschinen zu finden.

ZURIGA geht bei der E2 bewusst in die andere Richtung.

Die Brühtemperatur ist auf 93 Grad Celsius eingestellt. Der Brühdruck wird auf 9 Bar geregelt. Der Benutzer kann diese beiden zentralen Parameter nicht über ein Display verändern. Es gibt auch kein Manometer und keinen Touchscreen.

Das ist gleichzeitig Stärke und Einschränkung.

Für jemanden, der morgens einen verlässlichen Espresso zubereiten will, reduziert die feste Temperatur eine Fehlerquelle. Mahlgrad, Dosis und Bezugsmenge bleiben bereits genügend Variablen. Wer dagegen unterschiedliche Specialty Coffees systematisch bei 90, 92, 94 oder 96 Grad testen möchte, stösst bei der E2 an eine bewusst eingebaute Grenze.

Gerade hier unterscheidet sich das Produkt von Maschinen wie der Profitec GO. Diese bietet unter anderem PID, Shot Timer, Display, Preinfusion und eine von aussen zugängliche Einstellung des Brühdrucks. ZURIGA setzt stattdessen darauf, intern möglichst stabil einen vorgegebenen Arbeitspunkt zu treffen. Die Kaffeemacher massen im Generation-2-Test nach dem Aufheizen über fünf Bezüge eine durchschnittliche Temperatur von 92,85 Grad bei einer Standardabweichung von 0,93 Grad. Beim ersten Bezug lag der Mittelwert bei 93,07 Grad. In ihrem Testprotokoll bezeichneten sie das als die bis dahin besten Werte, die sie bei einer Espressomaschine mit Vibrationspumpe im aktuellen Prüfverfahren gemessen hatten. Das ist für die Einordnung entscheidend. Die ZURIGA verzichtet nicht auf eine verstellbare Temperatur, weil Temperatur unwichtig wäre. Sie versucht vielmehr, eine festgelegte Temperatur möglichst zuverlässig zu liefern.

E2 oder E2-S: Eine Entscheidung hängt am Milchschaum

Die ZURIGA E2-S beantwortet eine Frage, die schon kurz nach Einführung der ursprünglichen Maschine immer wieder auftauchte: Was ist mit Cappuccino?

Die erste ZURIGA konzentrierte sich auf Espresso. Wer Milch aufschäumen wollte, brauchte einen separaten Milchschäumer. Nach eigenen Angaben arbeitete das Unternehmen fast zweieinhalb Jahre an einer integrierten Lösung. Im Mai 2020 entstanden 30 Testmaschinen, die unter anderem an Röster, Barista und Heimanwender gingen. Im September 2020 kam die E2-S auf den Markt. Die Herausforderung bestand darin, das bestehende Gehäuse nicht grösser zu machen. Die E2-S misst deshalb wie die E2 17 Zentimeter in der Breite, 31 Zentimeter in der Höhe und 23 Zentimeter in der Tiefe. Eine gebogene Dampflanze sitzt neben der Brühgruppe.

Zusätzliche Tasten wollte ZURIGA ebenfalls vermeiden. Wird die Dampflanze nach vorne bewegt, erkennt die Maschine die Position und beginnt mit dem Aufheizen für den Dampfmodus. Die bestehenden Bedienelemente übernehmen anschliessend die Steuerung. ZURIGA bezeichnet den Mechanismus als patentiert. Bei Generation 2 gibt der Hersteller für Kaffee rund zwei Minuten Aufheizzeit und für die Dampfbereitschaft etwa 30 Sekunden an. In ihrem Test benötigten die Kaffeemacher rund 45 bis 50 Sekunden, um Milch in einer 600-Milliliter-Kanne aufzuschäumen.

MerkmalZURIGA E2ZURIGA E2-S
EspressoJaJa
DampflanzeNeinJa
Cappuccino ohne ZusatzgerätNeinJa
Breite17 cm17 cm
Höhe31 cm31 cm
Tiefe23 cm23 cm
Wassertank700 ml700 ml
Siebträger58 mm58 mm
Brühtemperatur93 °C, fest93 °C, fest
Aufheizzeit Kaffeeca. 2 Min.ca. 2 Min.
Preis ChromstahlCHF 1'480CHF 1'890
Preis MattschwarzCHF 1'780CHF 2'180

Preise und technische Grunddaten entsprechen dem Schweizer ZURIGA-Angebot vom 21. September 2026.

Für einen Haushalt, in dem fast ausschliesslich Espresso getrunken wird, spart die E2 CHF 410 gegenüber der E2-S in Chromstahl. Bei der mattschwarzen Ausführung beträgt der Unterschied CHF 400. Wer dagegen täglich Cappuccino, Flat White oder Milchkaffee zubereitet, dürfte die integrierte Dampflanze als wesentliches Merkmal betrachten.

Was an der ZURIGA im Alltag tatsächlich anders ist

Eine 17 Zentimeter breite Espressomaschine verändert zunächst etwas sehr Banales: Sie beansprucht wenig Arbeitsfläche. Zum Vergleich: Im Vergleich des Coffee Coaching Club kommt die Profitec GO auf 21 Zentimeter Breite, die La Pavoni Casa Bar auf 22 Zentimeter und die Casa Bar PID auf 23,5 Zentimeter. Die Unterschiede klingen klein, können in einer Zürcher Wohnung mit einer schmalen Küchenzeile aber relevant sein. Der Preis für die kompakte Bauweise ist ein kleiner Wassertank. 700 Milliliter reichen für mehrere Espressi, liegen aber weit unter den 2,8 Litern einer Profitec GO oder den knapp drei Litern der verglichenen La-Pavoni-Modelle. Auch die Tropfschale ist klein.

Genau diesen Punkt bemängelten die Kaffeemacher in ihrem ZURIGA Kaffeemaschine Test. Wer häufig Wasser zum Erwärmen des Siebträgers oder Reinigen der Dusche durchlaufen lässt, muss die Auffangschale regelmässig leeren. Der Laborglas-Wassertank gefiel den Testern hinsichtlich Material und Optik, sei wegen des fehlenden Griffs aber etwas umständlicher herauszunehmen. Auch bei der Lautstärke ist die kleine Maschine nicht automatisch unauffällig. Im Test wurden rund 64 Dezibel gemessen. Damit lag sie im Mittelfeld der vom Testteam untersuchten Maschinen und nicht bei den besonders leisen Geräten.

Ein weiterer Unterschied wird nach dem Start des Espressobezugs sichtbar: Es gibt keine automatische Mengenprogrammierung. Die Maschine stoppt nicht selbstständig nach 36, 40 oder 45 Gramm Espresso. Wer reproduzierbar arbeiten will, stellt deshalb eine kleine Waage unter die Tasse und misst Gewicht sowie Bezugszeit. Das wirkt zunächst weniger komfortabel als eine programmierbare Maschine. Es passt aber zum Konzept: Die Elektronik kontrolliert Temperatur und Heizsystem, während der Benutzer den eigentlichen Espresso-Shot steuert.

ZURIGA gegen Profitec GO: Reduktion trifft Einstellmöglichkeiten

Wenn eine kompakte Siebträgermaschine im Bereich oberhalb einfacher Einsteigermodelle gesucht wird, taucht neben ZURIGA häufig die Profitec GO auf. Ein Schweizer Fachhändler stellte beide 2026 ausdrücklich in denselben Vergleich und ergänzte La-Pavoni-Modelle.

Die beiden Maschinen verfolgen nahezu gegensätzliche Ideen.

Die ZURIGA E2 ist 17 Zentimeter breit, besitzt einen 700-Milliliter-Wassertank und erreicht ihre Arbeitstemperatur nach rund zwei Minuten. Die Brühtemperatur bleibt bei 93 Grad. Ein Display, Manometer und eine Dampflanze fehlen bei der E2.

Die Profitec GO ist ein Einkreiser mit einem 0,3-Liter-Messingboiler. Sie verfügt unter anderem über PID-Temperaturregelung, Shot Timer, Pumpendruckanzeige, zuschaltbare Preinfusion, Heisswasserfunktion, OLED-Display und ein von aussen zugängliches Expansionsventil zur Druckeinstellung. Profitec nennt im Fast-Heat-Up-Modus etwa sieben Minuten bis zur Betriebsbereitschaft.

Das ist kein Vergleich zwischen «einfach» und «besser». Es sind zwei unterschiedliche Antworten auf dieselbe Aufgabe. Bei der Profitec kann der Besitzer mehr verändern und kontrollieren. Das ist attraktiv für Menschen, die Bohnen mit unterschiedlichen Temperaturen ausprobieren, den Brühdruck verändern oder technische Parameter beobachten wollen. Bei ZURIGA hat der Hersteller einen Teil dieser Entscheidungen bereits getroffen. 93 Grad, 9 Bar, zwei Tasten und möglichst wenig Wartezeit. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich dadurch stärker auf Mühle, Mahlgrad, Kaffeedosis und Bezugsmenge.

ZURIGA gegen La Pavoni Casa Bar

La Pavoni liegt in demselben grundlegenden Markt für kompakte Siebträger, setzt aber auf klassische Einkreiser-Technik. Im erwähnten Vergleich hat die einfache Casa Bar einen 0,22-Liter-Stahlboiler und einen 55-Millimeter-Siebträger. Die Casa Bar PID verwendet einen 0,3-Liter-Messingboiler, einen 58-Millimeter-Siebträger, PID-Steuerung und Shot Timer. Beide können Milch aufschäumen. Für ZURIGA spricht im direkten technischen Vergleich insbesondere die Aufheizgeschwindigkeit und die geringere Breite. Für die Casa Bar PID spricht die verstellbare Temperatur. Bei der einfachen Casa Bar kann wiederum der Preis ein wesentliches Argument sein, je nach Händler und Markt.

58 Millimeter beim Siebträger sind dabei mehr als eine Zahl. Dieses Mass ist im professionellen und ambitionierten Heimbereich weit verbreitet. Präzisionssiebe, Tamper, Dosierringe und anderes Zubehör sind deshalb in grosser Auswahl erhältlich. Die ZURIGA verwendet diesen Standard ebenfalls.

ZURIGA gegen La Marzocco Linea Micra

Ein anderer Vergleich führt in eine deutlich höhere Klasse. Die La Marzocco Linea Micra ist ebenfalls eine relativ kompakte Heimmaschine, verwendet aber einen Dualboiler, eine gesättigte Brühgruppe und Rotationspumpe. Sie hat einen Zwei-Liter-Wassertank und wiegt etwa 19 Kilogramm. Die ZURIGA E2 wiegt ungefähr neun Kilogramm. Die Linea Micra kann Espresso und Dampf mit getrennten Heizsystemen bereitstellen und bietet Temperatursteuerung. ZURIGA reagiert dagegen erheblich schneller aus dem ausgeschalteten Zustand und benötigt wesentlich weniger Platz.

Hier entscheidet weniger die Frage, welche Maschine «besser» ist. Die La Marzocco richtet sich an einen Haushalt, der Eigenschaften einer professionellen Bar-Maschine in verkleinerter Form sucht und dafür mehr Platz sowie Budget einplant. Die ZURIGA folgt einer anderen Idee: guter Espresso aus einem sehr kleinen Gerät, ohne die komplette Ausstattung einer Gastromaschine nach Hause zu holen.

Interessant ist, dass ZURIGA selbst diese Grenze inzwischen erweitert. Die für 2026 angekündigte T2 soll Druck, Temperatur, Durchfluss und sogar das Gewicht in der Tasse mehr als zehnmal pro Sekunde messen und regeln. Sie ist damit gerade nicht mehr die radikal reduzierte E2, sondern ein Produkt für Nutzer, die stärker in Extraktionsprofile eingreifen möchten. Einen endgültigen Verkaufspreis nennt ZURIGA auf der Informationsseite noch nicht, schreibt aber, er werde mindestens doppelt so hoch wie bei einer E2-S liegen.

Wie ZURIGA unter Schweizer Espressomaschinen einzuordnen ist

Die Schweiz ist bei Kaffeemaschinen kein unbeschriebenes Blatt. Unternehmen wie Jura, Thermoplan, Schaerer und Franke haben internationale Bedeutung, allerdings vor allem bei Vollautomaten und professionellen Systemen.

Im Segment der klassischen oder halbautomatischen Espressomaschinen gibt es ebenfalls Schweizer Hersteller. Olympia Express produziert in Glarus und blickt auf eine wesentlich längere Geschichte zurück. Dazu kommen jüngere Anbieter wie Gilda sowie technisch hoch positionierte Konzepte von Unica oder Manument. Die Kaffeemacher verglichen 2024 die damaligen Preise mehrerer in der Schweiz produzierter Maschinen und ordneten die ZURIGA mit CHF 1'480 deutlich unter Olympia Express Cremina und Maximatic sowie Gilda ein. Die konkreten Preise dieser Konkurrenzprodukte können sich seitdem verändert haben; für die heutige Kaufentscheidung müssen sie deshalb jeweils neu geprüft werden.

ZURIGA besetzt damit eine spezielle Position. CHF 1'480 ist für eine Espressomaschine kein niedriger Einstiegspreis. Im Vergleich zu handmontierten Schweizer Siebträgern bewegt sich die E2 jedoch am unteren Ende dieser kleinen Produktgruppe. Der Käufer bezahlt nicht für besonders viele digitale Funktionen. Der Preis steckt stärker in Bauweise, Fertigungsort, Metall- und Holzkomponenten, Heiztechnik und der Möglichkeit, Teile zu warten beziehungsweise zu ersetzen.

Reparieren statt eine neue Maschine wegwerfen

Ein wichtiger Teil der ZURIGA-Strategie zeigt sich nicht beim ersten Espresso, sondern einige Jahre später.

Generation 2 wurde nach Angaben des Unternehmens so konstruiert, dass die Montage stärker «von innen heraus» erfolgt und Reparaturen erleichtert werden. Ersatzteile wie Dichtungen, Siebe, Auffangschalen, Wassertanks, Holzdeckel und Dampfdüsen sind einzeln erhältlich. ZURIGA bietet ausserdem einen Werkstatt-Service an. Für die E2 wird eine Wartung alle zwei bis drei Jahre empfohlen. Der Service umfasst unter anderem Entkalkung und Entfettung, Reinigung der Brühgruppe, Kontrolle von Temperatur und Druck sowie den Austausch von Dichtungen und Ansaugschlauch. Nach dem Service ist ein Jahr Garantie eingeschlossen.

Das ist bei einem Gerät dieser Preisklasse relevant. Eine Kaffeemaschine für CHF 1'500 bis über CHF 2'000 wird wirtschaftlich anders bewertet als ein Gerät, das nach einem Defekt ersetzt wird. Zugang zu Ersatzteilen, Service und Konstruktion entscheiden darüber, ob die Investition nach fünf oder zehn Jahren noch sinnvoll ist. Güttinger beschreibt genau deshalb die räumliche Nähe zwischen Entwicklung, Montage und Kundendienst als Teil des Geschäftsmodells. Die Endmontage in Zürich soll nicht nur Herkunft dokumentieren, sondern Rückmeldungen aus Reparaturen wieder in die Konstruktion zurückführen.

Bei einer langlebigen Espressomaschine ist die Ersatzteilversorgung fast so wichtig wie die technische Datenliste am Tag des Kaufs.

Welche Mühle braucht eine ZURIGA

Wer CHF 1'480 für eine Maschine ausgibt und anschliessend vorgemahlenen Kaffee verwendet, nutzt nur einen Teil ihres Potenzials.

Espresso reagiert stark auf den Mahlgrad. Schon eine kleine Veränderung kann entscheiden, ob das Wasser in 15 Sekunden durch den Kaffeekuchen schiesst oder nach 40 Sekunden kaum durchkommt. Deshalb gehört eine fein und reproduzierbar einstellbare Espressomühle praktisch zur Grundausstattung. ZURIGA entwickelte aus diesem Grund eine eigene Mühle. Die G2 kam im Dezember 2021 auf den Markt, nachdem das Unternehmen nach eigenen Angaben rund vier Jahre daran gearbeitet hatte. Sie mahlt über ein Scheibenmahlwerk und steuert die Portionen in der Standardversion zeitbasiert. Die G2-GBW misst dagegen das Gewicht während des Mahlens und stoppt bei der programmierten Kaffeemenge. ZURIGA gibt eine Genauigkeit von 0,1 Gramm an.

Aktuell kostet die G2 CHF 980 in Chromstahl und CHF 1'080 in Mattschwarz. Die G2-GBW liegt bei CHF 1'180 beziehungsweise CHF 1'280. Damit kann ein komplettes neues ZURIGA-Setup schnell CHF 2'460 bis über CHF 3'000 kosten, bevor Zubehör und Bohnen berücksichtigt werden.

Die eigene Mühle ist allerdings keine technische Voraussetzung. Auch eine geeignete Espressomühle eines anderen Herstellers funktioniert. Entscheidend sind präzise Mahlgradverstellung und ausreichende Konstanz. ZURIGA bietet zudem ein Sieb für E.S.E.-Pads an. Das kann für einzelne Situationen praktisch sein, ändert aber den Grundcharakter der Maschine nicht: Sie ist für frisch gemahlenen Espresso konzipiert.

Wo die ZURIGA ihre Grenzen hat

Die Begeisterung in mehreren Tests darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Maschine nicht für jeden Haushalt passt. Ihre grösste Stärke, die Reduktion, ist gleichzeitig ihre klarste Begrenzung. Es gibt fünf Punkte, die vor einem Kauf besonders relevant sind:

  • Die E2 hat keine Dampflanze. Für Milchgetränke braucht es die E2-S oder einen separaten Milchschäumer.
  • Die Brühtemperatur von 93 Grad ist nicht frei einstellbar.
  • Eine automatische oder programmierbare Bezugsmenge fehlt.
  • Der 700-Milliliter-Wassertank und die kompakte Tropfschale verlangen bei vielen Bezügen häufigere Aufmerksamkeit.
  • Eine gute Espressomühle und für reproduzierbare Shots idealerweise eine Waage kommen zusätzlich zur Maschine hinzu.

Bei hoher Frequenz wird die kleine Bauform besonders spürbar. In einem Büro, in dem zwanzig Personen morgens hintereinander Kaffee beziehen, ist ein 700-Milliliter-Tank unpraktisch. Auch in einem Haushalt, der gleichzeitig mehrere Cappuccini für Gäste zubereitet, kann eine grössere Dualboiler-Maschine komfortabler sein.

Der unabhängige Test der Kaffeemacher nennt zudem 64 Dezibel als gemessene Lautstärke. Wer gezielt nach einer besonders leisen Espressomaschine sucht, sollte diesen Punkt beim Probehören berücksichtigen.

Auf der anderen Seite sind genau diese Kompromisse der Grund, weshalb die Maschine so klein bleiben kann. Ein Zwei-Liter-Tank, grosser Dampfboiler, Rotationspumpe und umfangreiche Bedienelemente lassen sich nicht hinzufügen, ohne Gewicht, Volumen und Preis zu verändern.

Was die Generation 2 gegenüber der alten ZURIGA verändert hat

Auf dem Gebrauchtmarkt ist die Unterscheidung zwischen Generation 1 und Generation 2 inzwischen wichtig. Die äussere Form blieb weitgehend vertraut, technisch wurde die Maschine im September 2024 aber stark verändert. Der frühere Boiler wich dem Dickschichtheizsystem. Gleichzeitig überarbeitete ZURIGA den inneren Aufbau im Hinblick auf Energieverbrauch und Reparierbarkeit. Das macht ältere Erfahrungsberichte nur eingeschränkt auf Neugeräte übertragbar.

Ein Beispiel liefert die Temperaturdiskussion. Bei einer früheren Generation hatten die Kaffeemacher im Test eine niedrigere Brühtemperatur und einen Temperaturabfall während des Bezugs kritisiert. ZURIGA passte daraufhin 2023 die Steuerungsparameter an und bot die Veränderung auch für Maschinen an, die zum Service kamen. Generation 2 ist nochmals eine andere Konstruktion. Im Test von 2024 schnitt sie bei Temperaturkonstanz, Aufheizzeit und Strombedarf erheblich besser ab. Wer online einen «Zuriga Test» aus 2022 oder 2023 findet, sollte deshalb zuerst prüfen, welche Generation untersucht wurde. Auch bei einer gebrauchten Maschine ist die Generation entscheidend. Ein niedriger Preis kann sich auf die erste Generation beziehen, während das Neugerät im Shop seit September 2024 Generation 2 ist.

Was kostet eine ZURIGA Kaffeemaschine 2026?

Beim ZURIGA Kaffeemaschine Preis gibt es vier Kombinationen aus Modell und Gehäuse. Stand 21. September 2026 verlangt der Schweizer Hersteller folgende Beträge:

ModellAusführungPreis Schweiz
ZURIGA E2ChromstahlCHF 1'480
ZURIGA E2MattschwarzCHF 1'780
ZURIGA E2-SChromstahlCHF 1'890
ZURIGA E2-SMattschwarzCHF 2'180
ZURIGA G2 MühleChromstahlCHF 980
ZURIGA G2 MühleMattschwarzCHF 1'080
ZURIGA G2-GBW MühleChromstahlCHF 1'180
ZURIGA G2-GBW MühleMattschwarzCHF 1'280

Deutschland und Österreich werden im offiziellen Shop in Euro geführt. Dort listet ZURIGA die Maschinen derzeit nominell mit EUR 1'480, EUR 1'780, EUR 1'890 beziehungsweise EUR 2'180.

Wer nur die Maschine betrachtet, übersieht einen Teil der realistischen Einstiegskosten. Eine vorhandene gute Espressomühle kann weiterverwendet werden. Wer bei null beginnt, muss die Mühle jedoch in das Budget aufnehmen. Dazu kommen bei Bedarf eine Espresso-Waage, Milchkännchen und Reinigungsmittel.

ZURIGA:re E2

ZURIGA:re E2

CHF 1'780.00•Hochwertiges E-Bike mit langlebigem Akku, ideal für den Stadtverkehr.

ZURIGA:re E2-S

ZURIGA:re E2-S

CHF 1'890.00•Leistungsstarkes E-Bike mit zusätzlichem Komfort für längere Touren.

ZURIGA G2

ZURIGA G2

CHF 1'080.00•Kompaktes E-Bike, perfekt für urbane Mobilität und enge Räume.

Wo kann man eine ZURIGA Kaffeemaschine kaufen

Neue Maschinen verkauft ZURIGA direkt über den offiziellen Schweizer Online-Shop. Dort lassen sich E2 und E2-S in Chromstahl oder Mattschwarz konfigurieren. Die Maschinen werden laut Hersteller auf Bestellung produziert. Bei einzelnen Konfigurationen nennt der Shop derzeit bereits Liefertermine im März 2027. Wer die Maschine vor dem Kauf sehen und ausprobieren möchte, findet den ZURIGA Store Zürich an der Zollstrasse 17, 8005 Zürich. Der Standort liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs. Aktuell nennt ZURIGA Öffnungszeiten von Dienstag bis Freitag zwischen 11 und 19 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr. Montag und Sonntag bleibt der Store geschlossen.

Ein zweiter permanenter Store befindet sich in München an der Sendlinger Strasse 36. Dort gelten laut Hersteller Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr sowie Samstag 10 bis 17 Uhr als reguläre Öffnungszeiten.

Für Deutschland und Österreich organisiert ZURIGA zusätzlich Pop-ups. Für Herbst 2026 sind unter anderem Termine in Berlin am 9. und 10. Oktober, Hamburg am 6. und 7. November, Wien am 13. und 14. November, Düsseldorf am 20. und 21. November sowie Stuttgart am 27. und 28. November angekündigt. Die aktuellen Daten führt die offizielle ZURIGA-Store-Seite.

Der frühere permanente Store in Berlin existiert dagegen nicht mehr. ZURIGA gab dessen Schliessung bereits 2023 bekannt. Wer heute nach «ZURIGA Berlin» sucht, findet deshalb in erster Linie temporäre Pop-up-Termine.

ZURIGA Occasion: Was gebrauchte Maschinen kosten

Bei einer ZURIGA Occasion gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wege: den privaten Gebrauchtmarkt und ZURIGA:re, das offizielle Wiederaufbereitungsprogramm des Herstellers.

ZURIGA:re ist für Käufer interessant, die einen niedrigeren Preis möchten, aber nicht vollständig auf Herstellerservice verzichten wollen. Die meisten dort angebotenen Geräte stammen nach Unternehmensangaben aus dem Upgrade-Programm. Kunden geben eine ältere Maschine zurück, ZURIGA bereitet sie auf und verkauft sie erneut. Die angebotenen Maschinen sind derzeit Geräte der Generation 1. ZURIGA unterscheidet zwischen gebrauchten Geräten mit leichteren Spuren und solchen mit deutlich sichtbarer Patina. Für wiederaufbereitete Maschinen gibt der Hersteller zwei Jahre Garantie wie bei einem Neugerät. Die aktuell angegebenen Einstiegspreise in der Schweiz lauten:

ZURIGA:re-ModellPreis ab
E2 ChromstahlCHF 980
E2 MattschwarzCHF 1'280
E2-S ChromstahlCHF 1'390
E2-S MattschwarzCHF 1'680
G2 ChromstahlCHF 780
G2 MattschwarzCHF 880

Die Verfügbarkeit schwankt. Einzelne Geräte sind zeitweise ausverkauft und können nur über eine Benachrichtigungsfunktion vorgemerkt werden. Auf Ricardo und anderen privaten Plattformen können ebenfalls Maschinen auftauchen. Dort sollte nicht allein der Inseratepreis entscheiden. Relevant sind Generation, Alter, Servicehistorie, Zustand der Dichtungen, Funktion der Pumpe, Zustand des Wassertanks, Lieferumfang und bei der E2-S die Dampffunktion. Eine Generation-1-Maschine für deutlich weniger Geld kann sinnvoll sein. Sie ist technisch aber nicht identisch mit der aktuellen Generation 2. Genau dieser Punkt sollte bei einem Preisvergleich berücksichtigt werden.

Was die ZURIGA E2 von ihrer eigentlichen Konkurrenz unterscheidet

Wer die ZURIGA E2 einordnen will, sollte sie nicht primär mit einer günstigen De’Longhi Dedica vergleichen. Die Dedica erklärt zwar anschaulich, wie viel Funktion heute bereits für wenige hundert Franken erhältlich ist, sie spielt aber in einer anderen Preis- und Produktklasse. Interessanter wird der Vergleich mit kompakten Premium-Siebträgern wie der Profitec GO oder vergleichbaren Modellen von La Pavoni. Hier treffen Maschinen aufeinander, die sich an Käufer richten, die Espresso bewusst manuell zubereiten wollen – allerdings mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie viel Technik der Nutzer selbst kontrollieren sollte.

Gerade die Profitec GO ist als Gegenmodell zur ZURIGA aufschlussreich. Sie bietet eine PID-Regelung mit verstellbarer Brühtemperatur, Shot Timer, Manometer und eine Dampflanze. Wer eine neue helle Röstung mit 95 Grad testen, eine dunklere Bohne kühler extrahieren oder die Maschine generell stärker an das eigene Rezept anpassen möchte, bekommt dafür konkrete Werkzeuge. Bei der ZURIGA E2 sind rund 93 Grad gesetzt; eine Dampflanze gibt es erst bei der teureren E2-S. Die Zürcher Maschine versucht den höheren Preis deshalb nicht mit einer längeren Ausstattungsliste zu rechtfertigen. Ihr Argument lautet vielmehr: weniger thermische Masse, rund zwei Minuten Aufheizzeit, hohe Temperaturkonstanz, niedriger Energiebedarf, 17 Zentimeter Gehäusebreite, klassischer 58-Millimeter-Siebträger und ein reparierbarer Aufbau.

Das führt zu einem zunächst widersprüchlichen Befund: Für CHF 1'480 bekommt man anderswo mehr Funktionen, aber nicht zwingend dasselbe technische Konzept. Genau darin liegt die eigentliche Kaufentscheidung. Bei einer Profitec GO bezahlt der Nutzer unter anderem dafür, mehr Einfluss auf die Extraktion zu erhalten. Bei ZURIGA bezahlt er dafür, sich mit einem Teil dieser Parameter gerade nicht beschäftigen zu müssen. Die eine Maschine macht den Home-Barista stärker zum Techniker, die andere versucht, technische Komplexität aus dem Alltag herauszunehmen. Für einen erfahrenen Specialty-Coffee-Nutzer kann das ein klarer Nachteil der E2 sein; für jemanden, der morgens schnell zwei reproduzierbare Espressi beziehen möchte, kann es genau ihr Vorteil sein.

CHF 1'480 für weniger Funktionen – wie lässt sich der Preis erklären?

Der Preis bleibt trotzdem erklärungsbedürftig. Die E2 kostet in Chromstahl CHF 1'480, in Mattschwarz CHF 1'780; die E2-S mit Dampflanze beginnt bei CHF 1'890. Damit befindet sich ZURIGA weit oberhalb klassischer Haushaltsmaschinen und in einem Bereich, in dem Käufer PID-Regelung, Display, Dampfleistung und weitere Komfortfunktionen durchaus erwarten können. Wer ausschliesslich Funktionen pro Franken zählt, wird bei ZURIGA deshalb kaum zum überzeugendsten Ergebnis kommen.

Ein Teil des Aufpreises liegt vielmehr in der Art, wie das Produkt entsteht und später betreut werden soll. Die Maschinen werden in Zürich-Altstetten montiert; nach Unternehmensangaben besteht eine ZURIGA aus 318 Einzelteilen. Nicht alle davon stammen aus Zürich – der Brühkopf wird beispielsweise in Einsiedeln gefertigt, das Nussbaumholz kommt aus dem Berner Oberland –, doch Entwicklung, Engineering, Endmontage und Service liegen ungewöhnlich eng am Standort Zürich. Die korrekte Aussage lautet deshalb nicht, jedes Bauteil sei «Made in Zurich», sondern dass ZURIGA die Maschine in Zürich entwickelt und dort aus zugelieferten Komponenten montiert.

Hinzu kommt die Reparierbarkeit. Mit Generation 2 wurde nicht nur das Heizsystem verändert, sondern auch der innere Aufbau so überarbeitet, dass Komponenten bei Wartung und Reparatur besser zugänglich sein sollen. ZURIGA betreibt dafür eine eigene Werkstatt und empfiehlt einen professionellen Service ungefähr alle zwei bis drei Jahre. Für die E2 kostet dieser in der Schweiz derzeit CHF 175; enthalten sind unter anderem Entkalkung, Entfettung, Reinigung der Brühgruppe, Kontrolle von Druck und Temperatur sowie der Austausch bestimmter Verschleissteile. Der Kaufpreis finanziert damit nicht nur Chromstahl, Holz und Markenimage, sondern auch eine Konstruktion, die ausdrücklich weiter gewartet und repariert werden soll.

Häufige Fragen zur ZURIGA Kaffeemaschine

ZURIGA Kaffeemaschine: Ist sie wirklich Made in Zurich? Wer Moritz Güttinger ist, wie die E2 in Zürich gebaut wird, was sie kostet, wo man sie kaufen kann und was sie von der Profitec GO unterscheidet.

Wird die ZURIGA wirklich in Zürich hergestellt oder kommt sie aus China?

ZURIGA montiert seine Maschinen in der eigenen Manufaktur in Zürich-Altstetten. Nach Unternehmensangaben werden dort die einzelnen Komponenten zusammengebaut, verkabelt, verschraubt und die fertigen Maschinen geprüft. Das bedeutet nicht, dass sämtliche 318 Einzelteile in Zürich produziert werden: ZURIGA arbeitet mit externen Zulieferern, darunter auch Schweizer Betriebe. Der Brühkopf stammt laut Unternehmen aus Einsiedeln, das Nussbaumholz aus dem Berner Oberland. Eine Herstellung der kompletten E2 als fertige Maschine in China lässt sich aus den geprüften Unterlagen nicht belegen. Journalistischer präziser ist deshalb die Formulierung: in Zürich entwickelt und montiert, mit zugelieferten Komponenten unterschiedlicher Herkunft.

Mit welcher Espressomaschine sollte man die ZURIGA E2 vergleichen?

Technisch und hinsichtlich der Zielgruppe ist ein Vergleich mit einem Premium-Siebträger wie der Profitec GO aussagekräftiger als mit einer günstigen De’Longhi Dedica. Die Profitec bietet dem Nutzer unter anderem eine verstellbare PID-Temperatur, Shot Timer, Manometer und Dampflanze; ZURIGA setzt dagegen auf feste rund 93 Grad, eine stark reduzierte Bedienung, sehr kompakte Abmessungen und eine Aufheizzeit von rund zwei Minuten. Die Unterschiede zeigen zwei gegensätzliche Konzepte: mehr Kontrolle über die Extraktion bei Profitec, weniger notwendige Eingriffe bei ZURIGA.

Ist die ZURIGA E2 besser als eine Profitec GO?

Eine pauschale Rangfolge wäre wenig sinnvoll, weil beide Maschinen unterschiedliche Prioritäten setzen. Für Nutzer, die verschiedene Röstungen über unterschiedliche Brühtemperaturen optimieren und möglichst viele Parameter selbst kontrollieren möchten, bietet die Profitec GO mehr Eingriffsmöglichkeiten. Die ZURIGA E2 konzentriert sich stärker auf schnelle Betriebsbereitschaft, Temperaturkonstanz, Energieeffizienz, kompakte Abmessungen und reduzierte Bedienung. Welche Konstruktion sinnvoller ist, hängt deshalb davon ab, ob Kontrolle oder Vereinfachung im Vordergrund steht.

Warum kostet die ZURIGA E2 CHF 1'480, obwohl andere Maschinen mehr Funktionen bieten?

Der Preis lässt sich nicht über die Zahl der Funktionen erklären. ZURIGA kalkuliert ein Produkt mit Entwicklung und Montage in Zürich, vergleichsweise kleinen Stückzahlen, Metall- und Holzkomponenten, 58-Millimeter-Siebträger, eigenem Heizkonzept, Reparierbarkeit und einer eigenen Service-Infrastruktur. Das macht die Maschine nicht automatisch besser als günstigere Konkurrenten. Es erklärt aber, weshalb ein Vergleich nach dem Muster «Wie viele Funktionen bekomme ich pro Franken?» das ZURIGA-Konzept nur unvollständig abbildet.

Was kostet die ZURIGA E2 2026?

Die E2 kostet im Schweizer Shop in Chromstahl CHF 1'480, die mattschwarze Ausführung CHF 1'780. Die E2-S mit Dampflanze beginnt bei CHF 1'890 in Chromstahl und kostet CHF 2'180 in Mattschwarz. Damit gehört ZURIGA eindeutig zum Premiumsegment der kompakten Siebträgermaschinen. Stand der Preise: 21. September 2026.

Was ist der Unterschied zwischen ZURIGA E2 und E2-S?

Die E2 ist auf Espresso konzentriert und besitzt keine Dampflanze. Die E2-S ergänzt ein Dampfmodul und eignet sich damit auch für Cappuccino, Flat White oder Cortado. Für Käufer, die überwiegend Espresso trinken, ist die E2 das konsequentere Modell; wer regelmässig Milchgetränke zubereitet, benötigt die E2-S.

Kann man die Brühtemperatur der ZURIGA E2 verändern?

Nein. Die E2 arbeitet mit einer festgelegten Brühtemperatur von rund 93 Grad Celsius. Das gehört zu den wichtigsten Unterschieden gegenüber stärker konfigurierbaren Maschinen. Wer helle und dunkle Röstungen regelmässig mit unterschiedlichen Temperaturen extrahieren möchte, sollte diesen Punkt vor dem Kauf berücksichtigen.

Wie schnell ist die ZURIGA E2 aufgeheizt?

Für Generation 2 werden rund zwei Minuten genannt; diese Grössenordnung wurde auch in unabhängigen Tests erreicht. Entscheidend ist dabei nicht allein die kurze Wartezeit, sondern dass sie mit einer hohen Temperaturkonstanz verbunden wird. Eine Maschine, die schnell «bereit» meldet, thermisch aber noch nicht stabil ist, hätte im Alltag deutlich weniger Nutzen.

Wie reinigt man eine ZURIGA E2?

Siebträger, Sieb, Brühgruppe und Auffangschale sollten im Alltag regelmässig gereinigt werden; bei der E2-S kommt die Dampflanze hinzu. ZURIGA empfiehlt zusätzlich ungefähr einmal pro Monat eine gründliche Reinigung beziehungsweise Entfettung des Kaffeepfads, bei mehr als vier Kaffees täglich entsprechend häufiger. Dabei kommen ein Blindsieb und geeignete Reinigungstabletten zum Einsatz.

Wie häufig muss eine ZURIGA entkalkt werden?

Der Rhythmus hängt vor allem von Wasserhärte und Nutzung ab. ZURIGA empfiehlt grundsätzlich mindestens eine Entkalkung etwa alle sechs Monate; bei hartem Wasser kann sie häufiger erforderlich sein. Bei neueren Generation-2-Geräten kann die Maschine auf den notwendigen Zeitpunkt hinweisen. Von Haushaltsessig sowie Entkalkern auf Basis von Milch- oder Zitronensäure rät der Hersteller ab.

Kann man eine ZURIGA in Zürich warten lassen?

Ja. ZURIGA betreibt einen eigenen Werkstatt-Service und empfiehlt eine professionelle Wartung etwa alle zwei bis drei Jahre. Der E2-Service kostet derzeit CHF 175. Dazu gehören unter anderem Entkalkung und Entfettung, Reinigung der Brühgruppe, Kontrolle von Druck und Temperatur sowie der Austausch bestimmter Verschleissteile. Die reguläre Bearbeitungszeit gibt das Unternehmen mit sieben bis zehn Werktagen an.

Braucht man eine ZURIGA-Kaffeemühle?

Nein. Erforderlich ist jedoch eine Espressomühle, deren Mahlgrad fein und präzise eingestellt werden kann. ZURIGA bietet mit G2 und G2-GBW eigene Mühlen an, technisch kann die E2 aber ebenso mit einer geeigneten Espressomühle eines anderen Herstellers betrieben werden.

Kann man eine ZURIGA gebraucht kaufen?

Ja. Neben privaten Angeboten betreibt der Hersteller mit ZURIGA:re ein eigenes Programm für überholte Maschinen. Bei gebrauchten Geräten sollte insbesondere auf die Generation geachtet werden. Zwischen Generation 1 und Generation 2 wurden Heizsystem und Konstruktion relevant verändert; ältere Testergebnisse und Verbrauchswerte sind deshalb nicht automatisch auf aktuelle Geräte übertragbar.

Was von der ursprünglichen ZURIGA-Idee geblieben ist

2016 versprach ZURIGA im Crowdfunding keine Espressomaschine mit Touchscreen, App und einer möglichst langen Liste programmierbarer Getränke. Die Idee war einfacher und zugleich anspruchsvoll: eine kompakte Schweizer Maschine, die schnell betriebsbereit ist und ihre Energie vor allem dann einsetzt, wenn tatsächlich Kaffee bezogen wird. Zehn Jahre später ist die Technik erheblich weiterentwickelt, der Grundgedanke aber noch erkennbar. Generation 2 heizt in rund zwei Minuten auf, die E2 bleibt 17 Zentimeter schmal, gearbeitet wird mit einem klassischen 58-Millimeter-Siebträger und die Maschine wird weiterhin in Zürich montiert.

Gerade der Vergleich mit der Profitec GO macht deutlich, was daran ungewöhnlich ist. ZURIGA versucht nicht, für CHF 1'480 möglichst viele Funktionen unterzubringen. Andere Maschinen bieten variable Temperaturen, Displays, Shot Timer, Manometer und Dampflanzen und geben ambitionierten Home-Baristas damit mehr Kontrolle. ZURIGA setzt den Schwerpunkt auf etwas anderes: kurze thermische Wege, geringe Masse, schnelle Betriebsbereitschaft, stabile Temperatur, niedrigen Energiebedarf, kompakte Abmessungen und einen Aufbau, der gewartet und repariert werden kann.

Das ist zugleich die Stärke und die Schwäche des Konzepts. Wer Ausstattung pro Franken sucht, findet überzeugende Alternativen. Wer maximale Kontrolle über jede neue Bohne möchte, ebenfalls. ZURIGA wird dort interessant, wo ein Käufer gerade nicht mehr Funktionen, sondern weniger Reibung zwischen Einschalten und Espresso sucht. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob CHF 1'480 viel Geld für eine Maschine mit vergleichsweise wenigen sichtbaren Funktionen sind – das sind sie. Interessanter ist, ob Geschwindigkeit, thermische Stabilität, lokale Montage, kompakte Konstruktion und Reparierbarkeit für den jeweiligen Käufer den Aufpreis rechtfertigen. Genau an dieser Frage entscheidet sich, ob die radikale Reduktion der ZURIGA als Einschränkung oder als Luxus verstanden wird.

Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht – in der Schweiz und der Welt: Sparkonto Zinsen Schweiz im Vergleich: die besten Konten, die aktuellen Zinssätze und clevere Tipps zum Sparen

Teilen Sie dies: