Die Ausgaben für Arzneimittel in der Schweiz, die über die Grundversicherung abgerechnet werden, haben im Jahr 2025 einen historischen Höchststand erreicht. Nach dem jüngsten Arzneimittelreport des Krankenversicherers Helsana stiegen die Kosten im Jahresvergleich um 3,6 Prozent auf einen Rekordwert von 9,4 Milliarden Schweizer Franken. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist laut Helsana die zunehmende Intransparenz in der Preisgestaltung. Der Bericht legt offen, dass die Preisverhandlungen zwischen der Pharmaindustrie und der eidgenössischen Regierung oft auf Basis von "deklarativ überhöhten Preisen" geführt werden, weshalb der Versicherer vorschlägt, diese deklarierten Preise nicht länger als Berechnungsgrundlage zu verwenden.

Bereits im Jahr 2024 stiegen die Arzneimittelkosten im ambulanten Sektor in der Schweiz um 5,9 Prozent auf 9,02 Milliarden Schweizer Franken und stellten damit erstmals den größten Kostenfaktor innerhalb der Grundversicherung dar. Helsana fordert daher eine Beschleunigung des Preisüberprüfungsprozesses und spricht sich für ein jährliches Kosten-Audit aus, um Preissenkungen zu forcieren; derzeit findet diese Prüfung durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lediglich alle drei Jahre statt,berichtet Nume.ch mit Verweis auf swissinfo.ch.

Die Analyse der Helsana zeigt zudem, dass die Kosten für neue Medikamente in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt wurden. Dieser Trend betrifft auch Präparate, die keine bahnbrechenden Innovationen darstellen, was die Dringlichkeit einer schnellen und konsequenten Umsetzung des vom Parlament beschlossenen Kostenüberwachungsmodells unterstreicht. Reformbemühungen der Bundesregierung, wie die Förderung von Generika zur Kostensenkung, konnten die gesteckten Ziele bisher nicht effektiv erreichen: Das Ziel, 250 Millionen Schweizer Franken einzusparen, wurde laut Helsana weit verfehlt; lediglich 76 Millionen Franken wurden eingespart. Der Krankenversicherer sieht hier die Notwendigkeit einer konsequenteren Implementierung neuer gesetzlicher Bestimmungen und zusätzlicher Anreize. Darüber hinaus beleuchtet der Helsana Arzneimittelreport die Notwendigkeit weiterer Forschung und angepasster Behandlungsmethoden im Bereich der geschlechtsspezifischen Medizin. Beispielsweise zeige eine Analyse, dass Antidepressiva oft in identischen Dosierungen für Männer und Frauen verschrieben werden, obwohl wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hindeuten, dass der Körper der Geschlechter diese Medikamente unterschiedlich aufnimmt und verstoffwechselt. Zuletzt hat der Bund Anfang November Preissenkungen für fast 300 Medikamente um durchschnittlich zwölf Prozent bekannt gegeben, wodurch allein aus den per 1. Dezember wirksam gewordenen Senkungen Einsparungen von mindestens 65 Millionen Schweizer Franken im Gesundheitswesen erwartet werden.

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