Der Kreml entsendet einen seiner einflussreichsten Sondergesandten zu Gesprächen über einen möglichen Friedensplan für die Ukraine in die Vereinigten Staaten. Kirill Dmitrijew, Chef des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF) und Sonderbeauftragter von Präsident Wladimir Putin, wird an diesem Wochenende in Miami erwartet. Darüber berichtet Nume unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Nach Informationen von AP soll Dmitrijew in Miami mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff sowie mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn des früheren US-Präsidenten Donald Trump, zusammentreffen. Die Gespräche gelten als direkte Fortsetzung der diplomatischen Konsultationen, die zuvor in Berlin mit ukrainischen und europäischen Vertretern geführt wurden.

Im Mittelpunkt der Berliner Treffen standen nach Angaben aus diplomatischen Kreisen Sicherheitsgarantien für die Ukraine, mögliche territoriale Regelungen sowie politische und militärische Eckpunkte eines von den USA ausgearbeiteten Friedensplans. Die Gespräche in Miami markieren nun eine neue Phase, da erstmals ein hochrangiger Kreml-Vertreter direkt mit zentralen Akteuren auf amerikanischer Seite verhandelt.

Der Kreml bestätigte die Vorbereitung entsprechender Kontakte. Präsidentensprecher Dmitri Peskow erklärte, Moskau erwarte eine umfassende Unterrichtung über die Ergebnisse der Berliner Gespräche, machte jedoch keine Angaben zu konkreten Verhandlungsformaten oder möglichen Ergebnissen der Treffen in den USA. „Wir gehen davon aus, dass uns die Inhalte der Gespräche in Berlin übermittelt werden“, sagte Peskow.

Die Initiative ist Teil breiterer diplomatischer Bemühungen der USA, den Krieg zu beenden, der seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 andauert. Zugleich unterstreicht die Entsendung Dmitrijews, dass Moskau seine Positionen bislang nicht aufgeweicht hat.

Präsident Wladimir Putin hatte mehrfach betont, Russland werde auf seinen Bedingungen bestehen. Dazu zählen die internationale Anerkennung der besetzten ukrainischen Gebiete einschließlich der Krim als russisches Territorium, der Abzug ukrainischer Truppen aus bestimmten Regionen sowie ein Verzicht der Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft. Putin warnte zudem, dass Moskau seine militärischen Ziele ausweiten könne, sollten diese Forderungen nicht akzeptiert werden.

Die ukrainische Führung weist diese Bedingungen entschieden zurück. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, über einen neutralen Status könne nur unter der Voraussetzung verbindlicher Sicherheitsgarantien gesprochen werden, die faktisch dem Schutz durch die NATO entsprächen. Forderungen nach einem Rückzug ukrainischer Truppen aus nicht besetzten Gebieten lehnte er erneut kategorisch ab.

Gleichzeitig kündigte Selenskyj an, dass ukrainische Regierungsvertreter in den kommenden Tagen ebenfalls Gespräche in den USA führen werden. Die Vereinigten Staaten spielten eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung Russlands. „Die USA können Putin tatsächlich stoppen – wenn der Druck stark genug ist“, sagte Selenskyj.

Während die diplomatischen Aktivitäten zunehmen, dauern die Kampfhandlungen in der Ukraine an. Erst am 15. Dezember 2025 endete in Berlin eine weitere Gesprächsrunde zum US-Friedensplan, an der Selenskyj, führende Vertreter der Europäischen Union sowie die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner teilnahmen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten europäische Staats- und Regierungschefs anschließend die Bedeutung langfristiger Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eines strukturierten Wiederaufbaus nach dem Krieg.

Hintergrund

Die Gespräche in Miami sind nach Angaben von AP für das Wochenende vom 20. bis 21. Dezember 2025 geplant. Sie gelten als vorbereitende Sondierungen, bevor mögliche weitere Verhandlungsrunden auf politischer Ebene stattfinden. Ob daraus formelle Friedensverhandlungen entstehen, ist derzeit offen.

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