Am Sonntag, dem 4. Januar 2026, wurde Griechenland von einem der schwersten Luftfahrtkrisen seiner jüngeren Geschichte getroffen, als ein landesweiter Ausfall der Funkfrequenzen die Kommunikation zwischen Fluglotsen und Flugzeugen unterbrach, Flüge in ganz Griechenland stoppte und Tausende Passagiere strandeten – wie Nume unter Berufung auf Reuters berichtet.
Der Ausfall betraf nicht nur einzelne Flughäfen oder lokale Kontrolltürme. Er traf das zentrale System zur Steuerung des griechischen Luftraums, einschließlich der wichtigsten internationalen Luftkorridore zwischen Europa, dem östlichen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten. Bereits am Vormittag zeigten Flugverfolgungsdienste einen nahezu leeren griechischen Himmel – ein außergewöhnliches Bild für einen der wichtigsten Tourismus- und Transitmärkte Europas.
Ausfall im Kern der griechischen Flugsicherung
Die griechischen Luftfahrtbehörden bestätigten, dass die Funkfrequenzen gleichzeitig in den beiden wichtigsten Flugsicherungszentren ausfielen:
- Athens Area Control Centre
- Macedonia Area Control Centre
Diese beiden Zentren kontrollieren gemeinsam die Athens Flight Information Region (FIR) – einen weitläufigen Luftraum über dem griechischen Festland, der Ägäis und mehreren der wichtigsten Ost-West-Flugrouten zwischen Westeuropa, dem Nahen Osten und Asien.
Mit dem Ausfall der Frequenzen verloren die Fluglotsen den direkten Kontakt zu Flugzeugen in der Luft – die schwerste Form eines operativen Systemversagens in der zivilen Luftfahrt. In der Folge wurden alle Starts und Landungen in Griechenland aus Sicherheitsgründen ausgesetzt, lediglich einige wenige Überflüge wurden unter Notfallprotokollen abgewickelt.
Chaos an den Flughäfen
Am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos wurden die Abflüge ab 09:00 Uhr Ortszeit gestoppt. Abfertigungshallen füllten sich rasch mit gestrandeten Passagieren, während Maschinen am Boden blieben und ankommende Flüge umgeleitet oder außerhalb des griechischen Luftraums gehalten wurden.

Flugradardaten bestätigten das Ausmaß des Stillstands: Der griechische Luftraum war nahezu leer – ein Muster, das sonst nur bei Naturkatastrophen oder militärischen Sperrungen zu beobachten ist.
Wie viele Flüge betroffen waren
Das griechische Verkehrsministerium meldete, dass bereits in den ersten Stunden mehr als 75 Flüge verspätet oder gestrichen wurden. In Israel erklärten die Flughafenbehörden, der griechische Luftraum sei bis mindestens 16:00 Uhr geschlossen, und warnten vor massiven Verspätungen im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Aufgrund der Rolle Griechenlands als Drehkreuz für Tourismus, Kurzstreckenverkehr und internationalen Transit dürfte die tatsächliche Zahl betroffener Flüge und Passagiere deutlich höher liegen.
Ursachen: Ein strukturelles Problem
Eine offizielle technische Erklärung liegt bislang nicht vor. Doch Panagiotis Psarros, Vorsitzender der griechischen Fluglotsenvereinigung, erklärte gegenüber dem staatlichen Sender ERT:
„Alle Frequenzen sind plötzlich ausgefallen. Wir konnten nicht mehr mit den Flugzeugen kommunizieren“ Er sagte, der Ausfall habe die zentralen Funksysteme der beiden Kontrollzentren betroffen – ein Hinweis auf ein systemweites Versagen. Psarros warnte zudem offen vor der veralteten Infrastruktur:
„Unsere Ausrüstung ist praktisch veraltet. Wir haben das wiederholt angesprochen.“ Der Vorfall wirft damit ein Schlaglicht auf jahrelange Unterinvestitionen in kritische Luftfahrt-Infrastruktur.
Warum der Luftraum geschlossen werden musste
In der internationalen Luftfahrt ist ständige Funkverbindung zwischen Cockpit und Boden zwingend vorgeschrieben. Ohne sie können keine Start- und Landefreigaben erteilt, keine Abstände zwischen Flugzeugen garantiert und keine sicheren Sequenzen organisiert werden.
Internationale Vorschriften sind eindeutig: Wenn die Kommunikation ausfällt, muss der Luftraum geschlossen werden. Die Stilllegung des griechischen Flugverkehrs war daher keine politische Entscheidung, sondern eine zwingende Sicherheitsmaßnahme.
Griechenland kontrolliert einen der strategisch wichtigsten Lufträume Europas – an der Schnittstelle zwischen EU-Luftverkehr, NATO-Operationsgebieten und den Routen Richtung Nahost und Nordafrika.
Dass eine einzelne technische Störung in der Lage war, den griechischen Himmel innerhalb von Minuten zu leeren, wirft ernste Fragen zur Resilienz, Redundanz und Cyber-Sicherheit der europäischen Flugsicherungssysteme auf.
Techniker untersuchen derzeit, ob der Blackout durch Hardware-Defekte, Softwarefehler, Signalrouting-Probleme oder tiefere strukturelle Schwächen verursacht wurde. Bis zur vollständigen Klärung bleibt der griechische Luftraum unter verschärfter Kontrolle. Für Griechenland dürfte der Vorfall ein Wendepunkt für Investitionen in moderne, robuste und ausfallsichere Flugsicherungssysteme werden.
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