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Die Schweiz hat am Freitag landesweit der Opfer des verheerenden Brandes im Barlokal „Le Constellation“ in Crans-Montana gedacht, bei dem in der Neujahrsnacht 40 Menschen ums Leben kamen und 116 weitere verletzt wurden, berichtet Nume mit Verweis auf 24heures.ch. Punktgenau um 14.00 Uhr folgte das Land dem Aufruf von Bund, Kantonen und Kirchen zu einer Schweigeminute, begleitet vom gleichzeitigen Läuten der Kirchenglocken in allen Regionen.

Schweigeminute, Glockengeläut und Flaggen auf Halbmast

Der Bundesrat und die christlichen Kirchen hatten die Bevölkerung dazu eingeladen, diesen Moment dem Gedenken an die Verstorbenen, der Solidarität mit den Verletzten und ihren Angehörigen sowie dem Dank an die Einsatzkräfte zu widmen. Am Bundeshaus in Bern und an zahlreichen weiteren öffentlichen Gebäuden wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Auch auf kantonaler und kommunaler Ebene wurde der nationale Trauertag begangen. In der Stadt Bern legten die öffentlichen Verkehrsbetriebe kurzzeitig den Betrieb nieder.

Zentrale Gedenkfeier in Martigny

Parallel zur Schweigeminute begann um 13.50 Uhr im CERM in Martigny (VS) die offizielle Gedenkzeremonie. Rund 700 geladene Gäste nahmen daran teil, darunter etwa 150 Angehörige der Opfer, Vertreter der Rettungsdienste sowie politische Verantwortungsträger. Eröffnet wurde die Feier vom Walliser Journalisten Benoît Aymon.

Bis 15.15 Uhr sah das Programm mehrere Momente des stillen Gedenkens und musikalische Zwischenspiele vor. Ansprachen hielten der Präsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft Guy Parmelin sowie der Präsident des Walliser Staatsrats Mathias Reynard. Drei junge Menschen, die in der Nacht des Brandes vor Ort gewesen waren, trugen einen selbst verfassten Text vor. Die Walliser Schauspielerin und Regisseurin Olivia Seigne las zudem zwei literarische Texte.

Internationale Anteilnahme aus Frankreich und Italien

Die Gedenkfeier wurde von hochrangigen internationalen Gästen begleitet. Frankreich und Italien, die mit neun beziehungsweise sechs Todesopfern besonders betroffen sind, waren offiziell vertreten. Der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella nahmen persönlich an der Zeremonie in Martigny teil. Auch die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola trug sich in das Kondolenzbuch ein.

Zeichen des Gedenkens im ganzen Land

In Crans-Montana selbst herrschte große emotionale Betroffenheit. Im Saal des Régent verfolgten zahlreiche Anwesende die Zeremonie unter dem Klang der Kirchenglocken. Die Schweizerischen Bundesbahnen ehrten die Opfer, indem Lokführer landesweit zur gleichen Zeit die Signalhörner ihrer Züge ertönen ließen.

Auch in Sierre versammelten sich Einwohner vor dem Rathaus. Kerzen, Blumen und Kondolenzbücher prägten das Bild des stillen Gedenkens. Unter den Anwesenden befand sich auch Gemeinderat Joël Rey, der beim Brand seine Tochter Caroline verloren hatte.

Tausende Beileidsbekundungen aus aller Welt

Bereits wenige Tage nach der Tragödie hatte die Bundeskanzlei ein elektronisches Kondolenzbuch eröffnet. Bis zum Freitagmittag gingen dort mehr als 15.000 Beileidsbekundungen ein, viele aus der Schweiz, aber auch aus dem Ausland. Zu den Unterzeichnern zählten neben Staats- und Regierungschefs zahlreiche Privatpersonen aus aller Welt.

„Die letzte vergleichbare Initiative dieser Art wurde nach dem Busunglück von Sierre im Jahr 2012 eingerichtet“, teilte die Bundeskanzlei mit.

Nach Abschluss der Gedenkfeier wurde das Kondolenzbuch für neue Einträge geschlossen, bleibt jedoch weiterhin öffentlich einsehbar.

Am Ort des Brandes in Crans-Montana versammelten sich den ganzen Tag über Menschen unterschiedlichen Alters. Unter leichtem Schneefall legten sie Blumen nieder, umarmten sich und suchten Trost. Polizeikräfte sicherten das Gelände rund um das zerstörte Lokal. Internationale Medien berichteten vor Ort, Gespräche in mehreren Sprachen prägten das Bild eines landesweiten und grenzüberschreitenden Gedenkens.

Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht – in der Schweiz und der Welt: Italiens Botschafter fordert vollständige Aufklärung nach Brand in Crans-Montana.

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