Bern / Berlin, Januar 2026. Die internationale Leitmesse Internationale Grüne Woche findet vom 16. bis 25. Januar 2026 in Berlin statt und gilt als zentrale Plattform für Agrar-, Ernährungs- und energiepolitische Weichenstellungen in Europa. Auch wenn die Schweiz kein Mitglied der EU ist, haben die auf der Messe diskutierten Entscheidungen und Marktsignale unmittelbare Relevanz für die Schweizer Wirtschaft. Als stark importabhängiges Land bei Lebensmitteln, Energie und Vorleistungen ist die Schweiz eng mit den europäischen Preis- und Lieferketten verflochten. Die dort gesetzten Leitlinien beeinflussen 2026 die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln, die Kosten für Strom und Heizung sowie indirekt die Mietbelastung der Haushalte. Darüber berichtet die Redaktion von NUME.ch unter Berufung auf die offizielle Website der Internationalen Grünen Woche.
Warum die Grüne Woche für die Schweiz relevant ist
Die Schweiz deckt einen erheblichen Teil ihres Lebensmittel- und Energiebedarfs über Importe aus dem europäischen Raum. Preisentwicklungen, die auf der Grüne Woche thematisiert und politisch flankiert werden, wirken sich daher zeitversetzt auch auf den Schweizer Markt aus. Besonders betroffen sind verarbeitete Lebensmittel, Futtermittel, Düngemittel sowie Energieträger, die über europäische Handelsplätze gehandelt werden.
Die Messe dient zudem als Ort, an dem Produzenten, Händler und politische Akteure langfristige Erwartungen abstimmen. Diese Erwartungen fließen in Lieferverträge ein, die auch Schweizer Importeure betreffen.
Lebensmittelpreise in der Schweiz 2026: indirekte, aber spürbare Effekte
Nach Angaben des Bundesamt für Statistik sind die Lebensmittelpreise in der Schweiz in den vergangenen Jahren vor allem durch höhere Importkosten und Energiepreise gestiegen. Die auf der Grüne Woche 2026 kommunizierte Stabilisierung der europäischen Agrarmärkte wirkt daher dämpfend, jedoch ohne Aussicht auf deutliche Preisrückgänge.
Für 2026 gilt:
- Importierte Produkte bleiben preissensibel gegenüber europäischen Produktionskosten.
- Regionale Schweizer Produkte sind stabiler, aber teurer in der Herstellung.
- Verträge mit europäischen Lieferanten werden überwiegend für 6–12 Monate geschlossen, was kurzfristige Preissprünge unwahrscheinlich macht.
Eine Rückkehr zu den Preisniveaus vor 2020 wird auch für die Schweiz nicht erwartet.
Energiepreise: Auswirkungen auf Schweizer Haushalte
Die Schweiz ist über Strommärkte und Gaslieferungen eng mit Europa verbunden. Entscheidungen zur Energiepolitik, die auf der Grüne Woche diskutiert werden, betreffen daher auch Schweizer Versorger. Laut dem Bundesamt für Energie bleibt 2026 ein Jahr mit relativ stabilen, aber hohen Energiepreisen.
Konkret bedeutet das:
- Strompreise werden weiterhin kantonal unterschiedlich festgelegt.
- Heizkosten hängen stark von importierten Energieträgern ab.
- Direkte staatliche Preisdeckel sind in der Schweiz nicht vorgesehen.
Die europäischen Signale zur Marktstabilisierung tragen dazu bei, extreme Preisschwankungen zu vermeiden, senken die Kosten aber nicht substanziell.
Nebenkosten und Wohnen: Verbindung zwischen Energie und Mieten
In der Schweiz wirken sich Energiepreise vor allem über die Nebenkosten auf die Wohnkosten aus. Heiz- und Warmwasserkosten machen in vielen Mietverhältnissen einen erheblichen Anteil der monatlichen Belastung aus. Die auf der Grüne Woche bestätigte Stabilisierung der Energiepreise bedeutet für Schweizer Mieter:
- geringere Risiken plötzlicher Nachzahlungen,
- aber weiterhin hohe monatliche Vorauszahlungen,
- kantonal unterschiedliche Regelungen bei der Umlage.
Neue Mietverträge berücksichtigen zunehmend höhere Energiepreise in den Nebenkostenpauschalen.

Kantone im Vergleich: Preise, Energie und Mieten in der Schweiz 2026
Die Auswirkungen der Grüne Woche 2026 auf die Schweiz zeigen sich nicht einheitlich, sondern kantonal unterschiedlich. Gründe dafür sind die dezentrale Energieversorgung, unterschiedliche Wohnungsmarktsituationen sowie regionale Unterschiede bei Import- und Transportkosten. Die folgenden Daten geben realistische Orientierungsbereiche für das Jahr 2026 wieder.
Lebensmittelpreise nach Kantonen (typische Haushaltskosten)
| Kanton | Preisniveau Lebensmittel | Einordnung |
|---|---|---|
| Zürich (ZH) | hoch | starke Nachfrage, hohe Logistikkosten |
| Genf (GE) | sehr hoch | hoher Importanteil, Grenzlage |
| Basel-Stadt (BS) | hoch | urbane Struktur, Grenzverkehr |
| Bern (BE) | mittel | ausgewogener Markt |
| Aargau (AG) | mittel | Nähe zu Produktionsstandorten |
| St. Gallen (SG) | mittel | stabiler Regionalmarkt |
| Tessin (TI) | hoch | Importabhängigkeit |
| Wallis (VS) | mittel | regionale Produktion |
Einordnung:
Die auf der Grüne Woche 2026 diskutierte Stabilisierung der europäischen Agrarmärkte wirkt sich in allen Kantonen dämpfend aus, senkt aber das allgemeine Preisniveau nicht.
Strom- und Energiepreise 2026 nach Kantonen
| Kanton | Strompreis (CHF/kWh) | Charakteristik |
|---|---|---|
| Zürich (ZH) | 0,30–0,34 | städtische Versorgung |
| Bern (BE) | 0,28–0,32 | gemischter Energiemix |
| Aargau (AG) | 0,27–0,31 | vergleichsweise günstig |
| Basel-Stadt (BS) | 0,31–0,36 | urbane Netzkosten |
| Genf (GE) | 0,29–0,33 | kantonale Regulierung |
| Tessin (TI) | 0,32–0,35 | höhere Netzentgelte |
Einordnung:
Die Schweiz übernimmt keine EU-Energiepreisdeckel. Die auf der Grüne Woche 2026 bestätigte Marktberuhigung in Europa reduziert das Risiko extremer Ausschläge, führt aber nicht zu sinkenden Tarifen.
Nebenkosten (Heizung, Warmwasser) nach Regionen
| Region | Nebenkosten pro Monat |
|---|---|
| Zürich / Genf | 220–350 CHF |
| Basel | 200–330 CHF |
| Mittelland (BE, AG) | 180–300 CHF |
| Ostschweiz | 170–280 CHF |
| Alpenregionen | 190–320 CHF |
Einordnung:
2026 wird mit langsamerem Wachstum der Nebenkosten gerechnet als 2023–2024. Vorauszahlungen bleiben jedoch hoch, um Nachzahlungen zu vermeiden.
Mietpreise (Kaltmiete) nach Kantonen
| Kanton | 2-Zimmer-Wohnung | 3-Zimmer-Wohnung |
|---|---|---|
| Zürich (ZH) | 2 000–2 700 CHF | 2 600–3 800 CHF |
| Genf (GE) | 2 100–2 900 CHF | 2 700–4 000 CHF |
| Basel-Stadt (BS) | 1 900–2 600 CHF | 2 500–3 600 CHF |
| Bern (BE) | 1 600–2 200 CHF | 2 100–3 000 CHF |
| Aargau (AG) | 1 500–2 100 CHF | 2 000–2 800 CHF |
| Ostschweiz | 1 400–2 000 CHF | 1 900–2 700 CHF |
Einordnung:
Der Mietmarkt wird 2026 weiterhin durch Wohnungsknappheit und den Referenzzinssatz bestimmt. Die Grüne Woche beeinflusst Mieten nur indirekt über Energie- und Lebenshaltungskosten.
Was bedeutet das konkret für Haushalte in den Kantonen
- Städte (ZH, GE, BS): hohe Gesamtbelastung durch Miete + Nebenkosten
- Mittelland: moderatere Kosten, geringere Schwankungen
- Periphere Regionen: günstigere Mieten, aber höhere Transport- und Energiekosten
Praktische Hinweise für 2026
- Kantonale Energiepreise prüfen (Gemeindewerke, kantonale Portale).
- Nebenkosten mit regionalen Richtwerten vergleichen.
- Mietanpassungen am Referenzzinssatz prüfen, nicht an Energiepreisen.
- Lebensmittelbudgets regional planen, Importabhängigkeit berücksichtigen.
Der Mietmarkt in der Schweiz 2026: indirekter Einfluss der Messe
Der Schweizer Mietmarkt ist primär durch Wohnungsknappheit und steigende Finanzierungskosten geprägt. Die Grüne Woche hat darauf keinen direkten Einfluss, wohl aber einen indirekten über Lebenshaltungs- und Energiekosten. Wenn diese stabil bleiben, sinkt der Druck auf zusätzliche Mietanpassungen.
Wichtig ist hierbei der Referenzzinssatz, der für Mietanpassungen maßgeblich ist. Energie- und Lebensmittelpreise wirken ergänzend, indem sie die Gesamtbelastung der Haushalte erhöhen oder stabilisieren.
Überblick: Auswirkungen auf die Schweiz
| Bereich | Entwicklung 2024–2025 | Erwartung 2026 |
|---|---|---|
| Lebensmittelpreise | Steigend durch Importkosten | Stabil auf hohem Niveau |
| Energiepreise | Volatil | Gedämpfte Schwankungen |
| Nebenkosten | Stark steigend | Langsameres Wachstum |
| Mieten | Knappheitsbedingt hoch | Weiterhin angespannt |
Was Schweizer Haushalte konkret tun können
- Lebensmittel: Preise vergleichen, regionale Produkte bevorzugen, langfristige Budgetplanung.
- Energie: Tarifmodelle prüfen, kantonale Informationen der Versorger nutzen.
- Nebenkosten: Abrechnungen genau prüfen und Verbrauchsdaten dokumentieren.
- Miete: Referenzzinssatz und rechtliche Grundlagen bei Mietanpassungen kennen.
- Informationen: Offizielle Quellen wie Bundesämter und Kantone nutzen.
Wo verlässliche Informationen verfügbar sind
- Grüne Woche: www.gruenewoche.de
- Schweizer Statistik: www.bfs.admin.ch
- Energieinformationen: www.bfe.admin.ch
- Mietrechtliche Hinweise: kantonale Behörden und Mieterverbände
Für die Schweiz bedeutet die Grüne Woche 2026 keine direkten politischen Entscheidungen, aber klare Marktsignale. Lebensmittel- und Energiekosten bleiben hoch, entwickeln sich jedoch berechenbarer. Für Haushalte heißt das, dass Stabilität wichtiger wird als kurzfristige Entlastung – und dass Kostenkontrolle und Information 2026 entscheidende Faktoren im Alltag bleiben.
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