Gifi Schweiz Filialschließungen – Der französische Discounter Gifi reduziert seine Präsenz in der Schweiz massiv. Das Unternehmen verkauft beziehungsweise schließt 16 von insgesamt 31 Filialen im Land. Betroffen sind vor allem Standorte in der Deutschschweiz, darunter Brugg im Kanton Aargau, wo die Filiale per Ende Februar 2026 geschlossen wird. Die Entscheidung betrifft zahlreiche Mitarbeitende, die am 24. Dezember 2025 schriftliche Kündigungen erhielten, ohne dass Anschlusslösungen angeboten wurden. Die Schließungen folgen auf die Übernahme eines Großteils der Schweizer Gifi-Filialen durch den Konkurrenten Maxi Bazar und erfolgen vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbs im Discountsegment. Dies berichtet Nume unter Berufung auf «CH Media».
Gifi Schweiz Filialschließungen: Entscheidungen, Daten und Umfang
Nach Angaben, die am 13. Januar 2026 veröffentlicht und am 14. Januar aktualisiert wurden, plant Gifi die Schließung oder den Verkauf von 16 seiner 31 Schweizer Standorte. Damit verschwindet mehr als jede zweite Filiale vom Markt. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen, mit einem Schwerpunkt auf den Monaten Januar und Februar 2026.
Konkret bestätigt ist die Schließung der Filiale am Lindenplatz in Brugg AG. Der Standort wurde im Frühjahr 2022 eröffnet und schließt damit nach weniger als vier Jahren Betrieb. Weitere betroffene Filialen wurden von Gifi selbst bislang nicht offiziell benannt, jedoch berichten mehrere regionale Medien übereinstimmend von einer weitgehenden Aufgabe der Standorte in der Deutschschweiz.
Derzeit betreibt Gifi noch 31 Filialen in der Schweiz, der Großteil davon befindet sich in der Romandie. Nach Umsetzung der Maßnahmen sollen rund 15 Standorte weitergeführt werden.

Übernahme durch Maxi Bazar und strategischer Hintergrund
Anfang 2025 hatte der französische Discounter Maxi Bazar rund 30 Schweizer Gifi-Filialen übernommen. Die Transaktion wurde als strategischer Schritt zur Stärkung der Marktposition im Segment günstiger Haushalts- und Dekorationswaren kommuniziert.
Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld zeigte sich jedoch im Zuge der Integration, dass zahlreiche Standorte wirtschaftlich nicht tragfähig sind. Maxi Bazar äußerte sich auf Anfrage von Medien nicht zu den geplanten Schließungen und verwies auf laufende interne Prozesse.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass Übernahmen im Detailhandel häufig mit einer Bereinigung des Filialnetzes einhergehen, insbesondere in Märkten mit hohen Mietkosten und starker Konkurrenz.
Regionale Auswirkungen: Fokus auf die Deutschschweiz
Besonders stark betroffen ist die Deutschschweiz. Laut Berichten von CH Media sollen nahezu alle dortigen Gifi-Filialen geschlossen werden. Bereits im Dezember 2025 wurde der Standort im Einkaufszentrum Shoppi Tivoli in Spreitenbach AG aufgegeben.
In der Romandie hingegen bleibt der Großteil der Filialen vorerst bestehen. Dort ist die Marke Gifi bekannter, zudem gelten andere Rahmenbedingungen bei Mieten, Kundenfrequenz und Wettbewerb. Eine regionale Differenzierung der Strategie wird von Marktanalysten als wahrscheinlicher Grund genannt.
Kündigungen bei Gifi: Ablauf und arbeitsrechtlicher Rahmen
Ein zentraler Aspekt der aktuellen Entwicklung sind die personellen Folgen. Mitarbeitende der Filiale Brugg AG berichten, dass ihnen im Dezember 2025 mitgeteilt worden sei, die Übernahme durch Maxi Bazar habe keine Auswirkungen auf das Personal. Am 24. Dezember erhielten sie dennoch individuelle schriftliche Kündigungen.
Dabei handelt es sich um ordentliche Kündigungen gemäß Schweizer Arbeitsrecht. Nach Angaben der Betroffenen wurden keine Versetzungen in andere Filialen angeboten, auch Übergangslösungen oder Sozialpläne wurden nicht kommuniziert.
Die Kündigungsfristen richten sich nach den jeweiligen Arbeitsverträgen und der Dauer der Anstellung. Fachstellen weisen darauf hin, dass Kündigungen grundsätzlich zulässig sind, der Zeitpunkt jedoch arbeitsmarktpolitisch sensibel ist.
Wettbewerb im Discountmarkt: Action, Online-Plattformen und Preisdruck
Die Schließungen bei Gifi erfolgen in einem Umfeld zunehmenden Wettbewerbs. Die niederländische Kette Action expandiert weiter in der Schweiz und eröffnete zuletzt mehrere neue Standorte, darunter in Bachenbülach ZH, wo es zur Eröffnung zu großem Kundenandrang kam.
Parallel dazu wächst der Einfluss internationaler Online-Plattformen wie Temu und AliExpress, die mit sehr niedrigen Preisen und direktem Versand operieren. Dies führt zu sinkenden Besucherzahlen in stationären Geschäften und erhöht den Preisdruck auf klassische Discounter.
Marktanalysen zeigen, dass insbesondere kleinere oder weniger zentral gelegene Filialen unter diesen Bedingungen schwer rentabel zu betreiben sind.
Was betroffene Mitarbeitende jetzt tun können
Für gekündigte Angestellte stehen in der Schweiz standardisierte Unterstützungsmechanismen zur Verfügung.
Wichtige Schritte nach Erhalt der Kündigung:
- Kündigungsfrist und Vertragsbedingungen prüfen
- Unverzüglich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden
- Antrag auf Arbeitslosenentschädigung bei der zuständigen Arbeitslosenkasse stellen
- Ansprüche auf Ferien- und Überstundenentschädigung klären
- Bei Bedarf Beratung durch Gewerkschaften oder Fachstellen für Arbeitsrecht einholen
Zentrale Informationsstellen sind unter anderem:
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO): https://www.seco.admin.ch
Arbeitsmarkt-Portal der Schweiz: https://www.arbeit.swiss
Überblick: Gifi in der Schweiz vor und nach den Schließungen
| Kennzahl | Vor 2026 | Nach Umsetzung |
|---|---|---|
| Anzahl Filialen | 31 | 15 |
| Standorte Deutschschweiz | mehrere | nahezu keine |
| Standorte Romandie | Mehrheit | Mehrheit |
| Beschäftigte | mehrere Dutzend | deutlich reduziert |
| Eigentümerstruktur | Gifi | teilweise Maxi Bazar |
Bedeutung der Gifi-Schließungen für Konsumentinnen und Konsumenten
Für Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz bedeutet der Rückzug von Gifi eine geringere Auswahl an stationären Discountern, insbesondere in der Deutschschweiz. Alternativen bleiben andere Ketten sowie der Onlinehandel, was jedoch die lokale Wettbewerbssituation verändert.
Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene unterstreicht der Fall Gifi den Strukturwandel im Detailhandel. Filialnetze werden verkleinert, Standorte konsolidiert und Arbeitsplätze verlagert. Kurzfristig entstehen Belastungen für Betroffene, langfristig passt sich der Markt an veränderte Konsumgewohnheiten an.
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