Im Januar 2026 hat der Goldpreis mit über 4.400 USD pro Feinunze einen historischen Höchststand erreicht und damit die Erwartungen vieler Marktteilnehmer übertroffen. Die Schweizer Grossbank UBS sowie das US-Institut J.P. Morgan haben ihre Prognosen für das laufende Jahr massiv nach oben korrigiert und halten Kurse von bis zu 5.000 USD für realistisch. Haupttreiber dieser Entwicklung sind die eingeleitete Zinswende der US-Notenbank Fed, anhaltende Käufe durch Zentralbanken weltweit sowie die geopolitische Instabilität. Für Anleger in der Schweiz bedeutet dies eine Neubewertung ihrer Portfolios, wobei Gold zunehmend als zentraler Stabilitätsanker fungiert. Die UBS empfiehlt aktuell eine Goldquote von etwa 5 % bis 10 % zur Absicherung gegen systemische Risiken. Dies berichtet die Redaktion von Nume.ch.

Marktentwicklung und Prognosen der Grossbanken für 2026

Der Goldmarkt zeigt zu Beginn des Jahres 2026 eine aussergewöhnliche Dynamik. Nachdem die Marke von 4.400 USD Ende 2025 durchbrochen wurde, konzentrieren sich Analysten nun auf die psychologisch wichtige Schwelle von 5.000 USD.

Die UBS (Bahnhofstrasse 45, 8001 Zürich) hat ihr Kursziel für Mitte 2026 auf 4.900 bis 5.000 USD angehoben. J.P. Morgan äussert sich ähnlich bullisch und sieht den Goldpreis im vierten Quartal 2026 bei durchschnittlich 5.055 USD. Diese Prognosen stützen sich auf die Annahme, dass die realen Zinsen in den USA weiter sinken werden, was die Opportunitätskosten für Goldbesitz verringert. Zudem sorgt das wachsende Haushaltsdefizit der USA für ein schwindendes Vertrauen in den US-Dollar, was Investoren weltweit in Sachwerte flüchten lässt.

Goldkauf in der Schweiz: Tipps für private Anleger

Die Schweiz gilt als weltweites Zentrum für den Goldhandel. Für private Anleger stellt sich bei den aktuellen Rekordpreisen die Frage nach der richtigen Einstiegsstrategie und den sichersten Bezugsquellen.

Physisches Gold: Barren und Münzen

In der Schweiz ist der Kauf von Anlagegold (Barren und Münzen mit einem Reinheitsgrad von mindestens 995 Tausendsteln) von der Mehrwertsteuer befreit. Zu den beliebtesten Anlageobjekten gehören:

  1. Goldvreneli: Die legendäre 20-Franken-Münze (5,80 g Feingold) ist ideal für kleinere Investments. Aktueller Preis im Januar 2026: ca. 710 bis 730 CHF.
  2. Goldbarren: Erhältlich ab 1 Gramm bis zu 12,5 kg. Barren von Schweizer Schmelzereien wie Argor-Heraeus, Valcambi oder PAMP geniessen weltweites Vertrauen (LBMA-zertifiziert).
  3. Gold-Depots: Banken wie Raiffeisen oder Kantonalbanken bieten Schliessfächer oder Edelmetalldepots an, um die Lagerrisiken zu minimieren.

Anleger können tagesaktuelle Preise auf Vergleichsportalen wie gold.ch oder direkt bei grossen Händlern wie Degussa oder pro aurum in Zürich und Lugano prüfen.

Vergleich der Anlagestrategien: Physisch vs. ETF

Nicht jeder Anleger möchte Gold physisch im Tresor lagern. Der Schweizer Finanzmarkt bietet hierfür effiziente Alternativen.

MerkmalPhysisches Gold (Barren/Vreneli)Gold-ETF / ETC (z.B. ZKB Gold)
LagerungPrivat oder BankschliessfachDepot bei der Bank
KostenAufgeld beim Kauf (2-5%)Depotgebühren & Verwaltung (TER)
MWST (Schweiz)0% (Anlagegold)0%
VerfügbarkeitSofort griffbereitHandelbar zu Börsenzeiten
SicherheitSchutz vor BankenausfallPhysische Hinterlegung prüfen

Ein bekannter Schweizer Standard ist der ZKB Gold ETF, der zu 100 % mit physischem Gold bei der Zürcher Kantonalbank hinterlegt ist und dem Anleger ein Recht auf physische Auslieferung bietet.

Regulatorische Rahmenbedingungen und Sicherheit beim Kauf

Seit Januar 2024 gelten in der Schweiz strengere Regeln für den gewerbsmässigen Ankauf von Altgold und Edelmetallen. Alle Händler, die pro Jahr mehr als 50.000 CHF umsetzen, benötigen eine Bewilligung des Zentralamtes für Edelmetallkontrolle (Bern).

Was Käufer prüfen sollten:

  • Identifikation: Bei Käufen über 15.000 CHF (Barzahlung) ist eine Identifizierung des Käufers gemäss Geldwäschereigesetz (GwG) zwingend erforderlich.
  • Seriosität: Kaufen Sie nur bei etablierten Instituten. Überprüfen Sie Anbieter über das offizielle Register der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA).
  • Zertifikate: Achten Sie auf das Schmelzerzeichen einer anerkannten Probieranstalt auf Barren.

Mechanismen hinter dem Preissprung: Warum jetzt

Der aktuelle Preisanstieg auf über 4.400 USD ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis mehrerer globaler Faktoren, die 2026 kulminieren. Zentralbanken, vor allem aus China, Indien und der Türkei, kaufen Gold in Rekordmengen, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Gleichzeitig treibt die Unsicherheit rund um die US-Zwischenwahlen und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten institutionelle Anleger in Gold-ETFs zurück.

Für Schweizer Anleger ist zudem das Verhältnis zwischen dem Schweizer Franken (CHF) und dem Goldpreis entscheidend. Da Gold in USD gehandelt wird, profitieren Schweizer Käufer oft von einem starken Franken, der den Goldpreis in lokaler Währung etwas dämpft. Dennoch liegt der Preis für ein Kilo Gold im Januar 2026 bei über 120.000 CHF, was die Bedeutung einer gestaffelten Kaufstrategie ("Cost-Average-Effekt") unterstreicht.

Der Goldmarkt im Jahr 2026 präsentiert sich als robuster Schutzschild gegen die Instabilität des globalen Finanzsystems. Für Menschen in der Schweiz bietet das aktuelle Preisniveau zwar eine Hürde für den Einstieg, doch die Prognosen von UBS und J.P. Morgan deuten darauf hin, dass das Aufwärtspotenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. In einem Umfeld sinkender Realzinsen und hoher Staatsverschuldung bleibt das Edelmetall die ultimative Versicherung für privates Vermögen.

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