Der Dokumentarfilm Melania, der sich auf Melania Trump und die letzten 20 Tage vor der zweiten Amtseinführung von Donald Trump im Januar 2025 konzentriert, ist von Kritikern zwar scharf verrissen worden, hat jedoch zugleich die wirtschaftlichen Spielregeln des Dokumentarfilm-Marktes neu definiert. Trotz überwiegend negativer Rezensionen erzielte der Film zum US-Kinostart Ende Januar 2026 einen rekordverdächtigen Umsatz. Nach Angaben aus den offiziellen Veröffentlichungs- und Vertriebsunterlagen läuft Melania inzwischen auch in ausgewählten Schweizer Kinos, darunter in Zürich. Eine spätere Veröffentlichung auf Amazon Prime Video ist vorgesehen. Das berichtet die NUME.ch Redaktion unter Berufung auf die offiziellen Release-Informationen des Verleihs.

Ein Film über Übergang, nicht über Biografie

Melania kam am 30. Januar 2026 in die US-Kinos und verzichtet bewusst auf eine klassische Aufstiegserzählung. Stattdessen verdichtet der Film seine Perspektive auf einen einzigen, hochkontrollierten Übergangszeitraum: Rituale, Vorbereitungen, Inszenierungen und symbolische Momente rund um die Rückkehr der Macht. Diese formale Entscheidung prägt Ton und politische Aussage gleichermaßen.

Die Veröffentlichung fiel in eine besonders sensible Phase des amerikanischen Politikjahres. Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November 2026 traf der Film auf ein Umfeld zunehmender Polarisierung, wachsender Skepsis gegenüber etablierten Medien und intensiver Debatten darüber, wer politische Narrative kontrolliert – und unter welchen Bedingungen.

Brett Ratners Rückkehr und der Fokus der Kritik

Regie führte Brett Ratner, dessen Karriere nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens im Jahr 2017 weitgehend zum Stillstand kam – Vorwürfe, die er bestreitet. Seine Beteiligung sorgte von Beginn an für erhöhte Aufmerksamkeit.

Kritiker beschrieben Ratners Inszenierung als auffallend distanziert: lange Einstellungen, Fokus auf Oberflächen, Mode, Architektur und Choreografie. Diese ästhetische Zurückhaltung wurde vielfach als Schutzmechanismus interpretiert – sowohl für das Sujet als auch für den Regisseur selbst.

„Unprecedented access“ – was der Film tatsächlich zeigt

Das Marketing versprach „beispiellosen Zugang“. Gezeigt werden unter anderem Garderobenproben, interne Abstimmungen, Reisevorbereitungen und Momente kontrollierter Isolation. Der Film stützt sich stark auf Melania Trumps eigene Perspektive, externe Stimmen oder kritische Einordnung bleiben weitgehend aus. Befürworter sehen darin Konsequenz: Melania Trump kommuniziere seit jeher über Bild und Schweigen. Kritiker halten dagegen, dass Zugang ohne Einordnung keine Erkenntnis sei.

Kritiken: ungewöhnlich scharf im Ton

Die Reaktionen der Feuilletons fielen außergewöhnlich hart aus. In Variety bezeichnete Daniel D’Addario den Film als „staatstragende Propaganda“. The Atlantic sprach von „luxuriöser, aber toter Oberfläche“.

Auf Rotten Tomatoes lag die Kritikerwertung zum Start bei nur 11 % – einer der schlechtesten Werte für eine breit ausgewertete Dokumentation der letzten Dekade.

Box-Office: Zahlen, die die Branche überraschten

Trotzdem spielte Melania am US-Startwochenende rund 7,0–7,04 Millionen US-Dollar ein – der höchste Auftakt einer nicht-musikalischen Dokumentation seit über zehn Jahren. Prognosen hatten lediglich 3–5 Millionen erwartet. Analysten sprechen von einem klaren Ausreißer: Der Erfolg sei weniger durch Laufkundschaft, sondern durch ein hoch motiviertes, wertegebundenes Publikum getragen worden.

Publikum vs. Kritiker: ein radikaler Gegensatz

Während die Kritik vernichtend ausfiel, reagierte das Publikum gegenteilig. Die Zuschauerwertung auf Rotten Tomatoes lag bei 99 %, CinemaScore vergab ein „A“. Besonders stark war der Film in politisch loyalen Regionen der USA.

Amazon MGM Studios und die Investitionsdimension

Der Dokumentarfilm Melania wurde von Amazon MGM Studios laut Branchenangaben für rund 40 Millionen US-Dollar erworben. Hinzu kommt ein Marketingaufwand, der nach Einschätzung von Marktbeobachtern bis zu 35 Millionen US-Dollar erreicht haben soll. Damit zählt Melania zu den kostenintensivsten Dokumentarproduktionen, die bislang für eine breite Kinoauswertung realisiert wurden.

Die aktuelle Kinoauswertung wird dabei branchenintern als erste Stufe einer mehrphasigen Verwertungsstrategie verstanden. Der wirtschaftliche Schwerpunkt dürfte weniger im kurzfristigen Ticketumsatz liegen, sondern in der späteren Auswertung im Streaminggeschäft. Dort wird der Erfolg vor allem an Abonnentenbindung, Nutzungsdauer und medialer Reichweite gemessen – Kennzahlen, die für Plattformanbieter strategisch deutlich relevanter sind als klassische Box-Office-Erlöse.

Wo läuft Melania in der Schweiz? (Zürich & weitere Städte)

Der Kinostart in der Schweiz erfolgt selektiv. Anders als in den USA ist die Auswertung klar begrenzt und stark standortabhängig.

Aktuelle Kinoverfügbarkeit (Schweiz)

Kino / KetteStadtZeitraumTypische ZeitenTicketpreise
PathéZürichEnde Jan – Mitte Feb 2026Nachmittag / früher AbendCHF 18–25
Arena CinemasZürich, BaselLimitierte Spielzeit15:00 / 18:00CHF 17–24
Blue CinemaZürich, BernEinzelne TermineVariabelCHF 19–26
Arthouse KinosZürichEvent-ScreeningsAbendvorstellungenCHF 16–22

Hinweis: Viele Kinos planen wöchentlich neu. Vorabverkauf und Spielzeiten können kurzfristig gestrichen werden.

Streaming-Start in der Schweiz

Zum aktuellen Zeitpunkt ist Melania noch nicht im Schweizer Streaming verfügbar. Eine Veröffentlichung auf Amazon Prime Video wird für später im Jahr 2026 erwartet, ein genaues Datum wurde nicht bestätigt.

Was dieser Film über Macht und Medien verrät

Unabhängig von seiner künstlerischen Qualität hat Melania eines bewiesen: kommerzieller Erfolg ist nicht länger an kritische Legitimation gebunden. Identität, Loyalität und kulturelle Abgrenzung können klassische Qualitätsmaßstäbe ersetzen.

In dieser Logik spiegelt der Film die politische Dynamik der Trump-Familie selbst wider – abgelehnt von Institutionen, getragen von Anhängern und in der Lage, Kontroverse direkt in Sichtbarkeit zu verwandeln. Melania erklärt seine Protagonistin nur begrenzt, liefert aber eine präzise Momentaufnahme einer fragmentierten Medienökonomie, in der Applaus und Ablehnung in getrennten Öffentlichkeiten existieren.

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