Der Kandidat der Sozialistischen Partei (PS), António José Seguro, hat die portugiesischen Präsidentschaftswahlen vom 8. Februar 2026 deutlich gewonnen. Nach der Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen erreichte Seguro rund 66 Prozent, während André Ventura, Vorsitzender der rechtsextremen Partei Chega, auf etwa 34 Prozent kam. Seguro wird das höchste Staatsamt für eine Amtszeit von fünf Jahren übernehmen und soll am 9. März 2026 vor der Assembleia da República vereidigt werden. Die Wahl fand unter außergewöhnlichen Bedingungen statt, darunter schwere Stürme, Stromausfälle und eingeschränkte Mobilität in mehreren Regionen. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf CNN.

Wahlergebnis und offizielles Endergebnis

Nach Angaben der nationalen Wahlkommission bestätigten die ausgezählten Stimmen den klaren Vorsprung des sozialistischen Kandidaten bereits am Wahlabend. Die endgültigen Zahlen wurden in den frühen Morgenstunden des 9. Februar veröffentlicht. Wahlberechtigt waren mehr als 11 Millionen Bürgerinnen und Bürger.

António José Seguro erklärte in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme nach Bekanntgabe der Ergebnisse: „Ich werde Präsident aller Portugiesen sein und meinem Land dienen.“
Er fügte hinzu: „Diese Wahl ist ein Bekenntnis zu den demokratischen Werten der Republik.“

Reaktion des unterlegenen Kandidaten André Ventura

André Ventura erkannte das Wahlergebnis offiziell an und sprach von einem legitimen Entscheid der Wählerschaft. „Das portugiesische Volk hat entschieden, wen es als Präsidenten der Republik sehen will,“ sagte Ventura am Abend des Wahltages.

Zuvor hatte Ventura den amtierenden Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa aufgefordert, die Wahl wegen der extremen Wetterlage zu verschieben. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Die Wahlbehörden bestätigten jedoch, dass mehr als 36.000 registrierte Wähler in acht betroffenen Gemeinden ihre Stimmen erst am 15. Februar abgeben können.

Wahlbeteiligung und Auswirkungen der Stürme

Die Wahl fand vor dem Hintergrund mehrerer schwerer Stürme statt, die in den Wochen zuvor über die Iberische Halbinsel gezogen waren. Nach Angaben des Instituto Português do Mar e da Atmosfera (IPMA) führten anhaltende Regenfälle und Überschwemmungen zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Die Wahlbeteiligung lag bis 20:00 Uhr Ortszeit bei etwa 42 Prozent und damit deutlich unter dem Wert der ersten Runde mit 47,7 Prozent. Es handelt sich um die niedrigste Beteiligung bei Präsidentschaftswahlen in Portugal seit mehr als 20 Jahren.

Ein Sprecher der Wahlkommission erklärte:

„Trotz der widrigen Umstände konnte der Wahlprozess gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden.“

Institutionelle Rolle des Präsidenten in Portugal

Der Präsident der Republik Portugal verfügt über begrenzte exekutive Befugnisse, spielt jedoch eine zentrale Rolle bei der Wahrung der Verfassung, der Ernennung des Premierministers und der Möglichkeit, das Parlament aufzulösen. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre mit der Option einer einmaligen Wiederwahl.

Seguro übernimmt das Amt in einer Phase politischer und sozialer Spannungen. Der amtierende Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hatte zuvor erklärt:

„Die kommenden Jahre werden von wirtschaftlicher, politischer und sozialer Instabilität in Europa geprägt sein.“

Politischer Kontext und Verhältnis zur Regierung

Das Wahlergebnis wird auch als Signal an die amtierende Regierung unter Premierminister Luís Montenegro (PSD) gewertet. Montenegro hatte im zweiten Wahlgang keine Wahlempfehlung für einen der Kandidaten ausgesprochen.

Politische Beobachter verweisen darauf, dass der Wahlausgang eine deutliche Abgrenzung der Wählerschaft gegenüber rechtsextremen Positionen darstellt, ohne jedoch unmittelbare Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Regierung zu haben.

Soziale und demografische Unterschiede im Wahlverhalten

Eine Analyse der Katholischen Universität Lissabon zeigt deutliche Unterschiede im Bildungsniveau der Wählerschaft. Demnach verfügten rund 70 Prozent der Seguro-Wähler über einen Hochschulabschluss, während dieser Anteil bei den Ventura-Wählern bei etwa 12 Prozent lag.

Der Politikwissenschaftler Carlos Hortmann erklärte dazu:

„Der Aufstieg der extremen Rechten ist vor allem eine Reaktion auf soziale Unsicherheit und strukturelle Ungleichheit.“

Aktuelle Lage im Land zum Zeitpunkt der Wahl

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Wahlergebnisses waren nach Angaben der nationalen Energiebehörde noch mehr als 160.000 Haushalte ohne Strom. Die Stürme hatten mindestens 14 Todesopfer gefordert und tausende Menschen, überwiegend ältere Personen, zeitweise isoliert.

António José Seguro wird sein Amt offiziell am 9. März 2026 antreten, wie es die Verfassung von 1976 vorsieht. Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Machtwechsel vor allem politische Kontinuität in einer Phase außergewöhnlicher Herausforderungen.

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