Der Bahnverkehr auf einer der wichtigsten Ost-West-Achsen der Schweiz ist am Montag, dem 10. Februar 2026, erheblich eingeschränkt worden. Grund ist eine Beschädigung der Gleisanlagen auf dem Streckenabschnitt zwischen Lenzburg und Othmarsingen im Kanton Aargau. Betroffen sind Fernverkehrs-, Regional- und S-Bahn-Verbindungen zwischen Zürich, Aarau und Bern. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben den betroffenen Weichenbereich gesperrt und umfangreiche Reparaturarbeiten eingeleitet. Zahlreiche Züge wurden umgeleitet, verspätet oder vollständig annulliert. Nach Angaben der SBB sollen die Einschränkungen voraussichtlich bis 1.00 Uhr nachts andauern, der reguläre Betrieb soll mit den ersten Zügen am Dienstagmorgen wieder aufgenommen werden. Die Störung fiel in die abendliche Hauptverkehrszeit und betrifft tausende Pendlerinnen und Pendler. Darüber berichtet die Redaktion von NUME.ch unter Verweis auf Recherchen von SBB.

Schäden an der Infrastruktur zwischen Lenzburg und Othmarsingen

Die Ursache der Störung liegt in einer Beschädigung des Eisenbahnoberbaus auf dem Abschnitt zwischen Lenzburg und Othmarsingen. Nach Angaben der SBB wurde der Schaden am frühen Nachmittag während einer regulären Streckenkontrolle durch einen Gleisinspektor festgestellt. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die Beschädigung sicherheitsrelevant ist und ein Weiterbetrieb ohne sofortige Maßnahmen nicht möglich war.

Konkret betroffen ist eine Weiche, die den Zugverkehr auf mehreren Gleisen bündelt. Die SBB entschieden sich aus Sicherheitsgründen für eine sofortige Sperrung des betroffenen Abschnitts und leiteten umgehend Reparaturarbeiten ein. Dabei wurde die beschädigte Weiche ausgebaut und ersetzt. Laut SBB handelt es sich um eine technisch aufwendige Maßnahme, da der Austausch präzise Justierungsarbeiten erfordert und erst nach umfassenden Tests wieder freigegeben werden kann.

Auswirkungen auf den Fernverkehr Zürich–Bern

Die Strecke Zürich–Bern zählt zu den meistbefahrenen Bahnverbindungen der Schweiz. Entsprechend weitreichend sind die Auswirkungen der Einschränkungen. Betroffen sind mehrere InterCity- und InterRegio-Linien, die teilweise umgeleitet oder gekürzt verkehren.

Nach Angaben der SBB sind insbesondere folgende Linien betroffen:

  • IC1 (St. Gallen–Zürich–Bern–Genf)
  • IC3 (Basel–Zürich–Chur)
  • IC5 (Lausanne–Bern–Zürich–St. Gallen)
  • IC8 (Zürich–Bern–Brig)
  • IR55
  • RE37

Ein Teil der Fernverkehrszüge wird über alternative Routen umgeleitet, was zu verlängerten Fahrzeiten führt. Andere Verbindungen werden zwischen Zürich und Aarau oder zwischen Bern und Aarau unterbrochen. Reisende müssen in diesen Fällen auf Ersatzverbindungen ausweichen oder zusätzliche Umstiege in Kauf nehmen.

Einschränkungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr

Neben dem Fernverkehr ist auch der Regionalverkehr stark betroffen. Die SBB teilten mit, dass mehrere S-Bahn-Linien auf dem südlichen Abschnitt der Strecke nur eingeschränkt verkehren oder vorübergehend eingestellt wurden. Dazu zählen insbesondere die Linien S23 und S42.

In den betroffenen Regionen kommt es zu Ausfällen einzelner Züge sowie zu verlängerten Taktzeiten. Ersatzbusse wurden punktuell eingesetzt, können jedoch die reguläre Kapazität der Bahn nicht vollständig kompensieren. Die SBB weisen darauf hin, dass es insbesondere in der Hauptverkehrszeit zu erhöhtem Fahrgastaufkommen und längeren Wartezeiten kommen kann.

Zeitlicher Ablauf der Störung und Reparaturarbeiten

Nach dem bisherigen Stand der Informationen wurde die Beschädigung gegen Mittag entdeckt. Unmittelbar danach begannen die vorbereitenden Maßnahmen zur Sperrung des betroffenen Abschnitts. Die eigentlichen Reparaturarbeiten starteten am frühen Nachmittag und dauerten bis in die späten Abendstunden an.

Die SBB gehen davon aus, dass die Arbeiten bis etwa 1.00 Uhr nachts abgeschlossen sein werden. Anschließend folgen technische Prüfungen und Probefahrten, um die Sicherheit der Strecke zu gewährleisten. Ein Sprecher der SBB erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass der reguläre Betrieb voraussichtlich mit den ersten Zügen am Dienstagmorgen wieder aufgenommen werden kann.

Betroffene Regionen und Verkehrsachsen

Die Einschränkungen betreffen nicht nur den direkten Korridor zwischen Zürich und Bern, sondern wirken sich auch auf angrenzende Regionen aus. Dazu zählen insbesondere:

  • der Knoten Zürich mit Verbindungen in Richtung Ostschweiz und Zentralschweiz,
  • der Raum Aarau als wichtiger Umsteigepunkt,
  • der Knoten Bern mit Anschlüssen in Richtung Westschweiz und Wallis.

Durch die Umleitungen und Ausfälle können sich Verspätungen auch auf nachfolgende Streckenabschnitte ausweiten. Die SBB empfehlen Reisenden, für ihre Fahrten zusätzliche Zeit einzuplanen.

Was Reisende konkret tun sollten

Die SBB raten allen Fahrgästen, ihre Reisen vor Fahrtantritt zu überprüfen. Dafür stehen mehrere offizielle Informationskanäle zur Verfügung:

  • Online-Fahrplan der SBB
  • Mobile App der SBB
  • Durchsagen und Anzeigen an Bahnhöfen

Reisende mit Fernverkehrsbilletten können bei erheblichen Verspätungen oder Zugausfällen ihre Reise unterbrechen oder alternative Verbindungen nutzen. Die SBB verweisen auf die geltenden Fahrgastrechte, die unter bestimmten Voraussetzungen Entschädigungen vorsehen.

Strukturierter Überblick: Betroffene Linien und Maßnahmen

BereichBetroffene LinienMaßnahme
FernverkehrIC1, IC3, IC5, IC8, IR55, RE37Umleitungen, Teilannullierungen
RegionalverkehrDiverse IR- und RE-ZügeVerspätungen, Ausfälle
S-BahnS23, S42Reduzierter Takt, Ausfälle
Zeitraum10. Februar, ab MittagEinschränkungen bis 1.00 Uhr
UrsacheBeschädigte WeicheAustausch und technische Prüfung

Sicherheitsaspekte und Entscheidungsprozesse bei der SBB

Nach Angaben der SBB hatte die Sicherheit der Fahrgäste oberste Priorität. Die Entscheidung zur sofortigen Sperrung wurde auf Basis interner Sicherheitsrichtlinien getroffen. Diese sehen vor, dass bei bestimmten Arten von Gleisschäden der Betrieb unverzüglich einzustellen ist, um Risiken auszuschließen.

Die SBB betonen, dass solche Entscheidungen unabhängig von verkehrlichen oder wirtschaftlichen Überlegungen getroffen werden. Der Austausch der Weiche erfolgte gemäß den technischen Standards des Unternehmens und unter Aufsicht spezialisierter Fachkräfte.

Kommunikation und Information der Öffentlichkeit

Die SBB informierten die Öffentlichkeit laufend über den aktuellen Stand der Störung. Die erste Mitteilung erfolgte kurz nach Bekanntwerden des Schadens, weitere Updates folgten im Verlauf des Nachmittags und Abends. Die letzte Aktualisierung wurde um 17.49 Uhr veröffentlicht.

Zusätzlich zu den offiziellen Mitteilungen wurden Fahrgäste an den Bahnhöfen über Lautsprecherdurchsagen informiert. Digitale Anzeigetafeln zeigten alternative Verbindungen und aktuelle Verspätungen an.

Bedeutung der Strecke für den nationalen Verkehr

Die Verbindung Zürich–Bern ist ein zentraler Bestandteil des schweizerischen Bahnnetzes. Täglich nutzen zehntausende Menschen diese Strecke für den Berufsverkehr, Geschäftsreisen und den Fernverkehr. Störungen auf diesem Abschnitt haben daher regelmäßig landesweite Auswirkungen.

Der aktuelle Vorfall verdeutlicht die hohe Auslastung und die Bedeutung einer kontinuierlichen Instandhaltung der Infrastruktur. Gleichzeitig zeigt er, wie sensibel das System auf einzelne technische Defekte reagiert.

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