Zoo Zürich streicht die Kalbsbratwurst von der Speisekarte, um Platz für eine innovative und nachhaltige Lösung zu schaffen. Der berühmte Schweizer Tierpark ersetzt den beliebten Gastro-Klassiker durch eine neu entwickelte Hybrid-Wurst mit Bio-Erbsenprotein. Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenden Strategie zur Reduktion des CO2-Fussabdrucks und zum Schutz der weltweiten Biodiversität. Gemeinsam mit der Grossmetzgerei Mérat wurde zwei Jahre lang an der perfekten Rezeptur für dieses Produkt getüftelt. Die neue Wurst enthält rund 22 Prozent pflanzliches Protein und behält dennoch den gewohnten Fleischgeschmack bei. Jährlich verkauft der Zoo etwa 100000 Bratwürste, wodurch die Einsparungen beim Treibhausgasausstoss massiv ins Gewicht fallen. Besucher müssen sich also auf eine kleine kulinarische Revolution einstellen, wenn sie künftig die Restaurants im Zoo besuchen. Ziel ist es, den Fleischkonsum der Gäste auf subtile Weise zu hinterfragen und nachhaltigere Gewohnheiten zu fördern. Die Einführung dieser Klimabratwurst wird von Experten als mutiger Schritt in der Gastronomiebranche gewertet, wie die Redaktion von NUME.ch auf die aktuellen Daten der Zoo Zürich.
Die ökologische Bilanz der neuen Erbsenprotein-Wurst im Detail
Der Wechsel zur neuen Wurstvariante hat handfeste Auswirkungen auf die Umweltbilanz des gesamten Zoobetriebs in Zürich. Durch den teilweisen Ersatz von Fleisch durch Erbsenprotein sinken die Treibhausgasemissionen pro verkaufter Wurst um rund 20 Prozent. Auf das gesamte Jahr gerechnet bedeutet dies eine Ersparnis von etwa 60 Tonnen CO2 für die Umwelt. Diese Menge entspricht einer Distanz von 233 Autofahrten, die man von Zürich bis nach Rom unternehmen würde. Neben der Reduktion von Treibhausgasen verbessert sich auch der gesamte ökologische Fussabdruck der Produktion erheblich. Land- und Wasserverbrauch werden im Vergleich zur rein tierischen Kalbsbratwurst um beeindruckende 45 Prozent gesenkt. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Schonung knapper Ressourcen und zur Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen weltweit.
Hier sind die wichtigsten ökologischen Fakten zur neuen Wurst im Zoo Zürich zusammengefasst:
- Ersparnis von 60 Tonnen CO2 pro Jahr durch die neue Rezeptur.
- Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent pro verkaufter Einheit.
- Senkung des Land- und Wasserverbrauchs um insgesamt 45 Prozent.
- Jährlicher Absatz von durchschnittlich 100000 Würsten in allen Zoorestaurants.
- Erhöhung des Beitrags zum Naturschutzfonds beim Kauf jeder Klimawurst.
- Geplante Ausweitung auf Produkte wie Cervelats, Wienerli und Hackfleisch.
Diese Massnahmen zeigen, dass der Zoo Zürich seine Rolle als Naturschutzorganisation sehr ernst nimmt und konsequent umsetzt. Die Produktion von Futtermitteln für die Nutztierhaltung gilt weltweit als einer der grössten Treiber für den Verlust von Lebensräumen. Indem der Fleischanteil in der Gastronomie reduziert wird, leistet der Zoo einen direkten Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Severin Dressen, der Zoodirektor, betont, dass jeder Einzelne durch kleine Änderungen im Konsumverhalten Grosses bewirken kann. Die Gäste werden durch Informationstafeln aktiv über die Hintergründe dieser Ernährungsumstellung und deren positiven Impact aufgeklärt. Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen, ohne den Genuss für die Besucher dabei merklich zu schmälern. Wer die Wurst kauft, unterstützt zudem direkt den Naturschutzfonds, da weitere zwei Prozent des Umsatzes dorthin fliessen.

Zusammenarbeit mit der Metzgerei Mérat für maximalen Geschmack
Die Entwicklung der neuen Hybrid-Wurst war ein langwieriger Prozess, der keine Kompromisse bei der Qualität zuliess. Zwei Jahre lang arbeiteten Fachleute der Metzgerei Mérat und der Zoo Restaurants GmbH an der optimalen Textur. Das Ziel war eine Wurst, die auch leidenschaftliche Fleischliebhaber überzeugt und in Blindverkostungen kaum unterscheidbar ist. Bio-Erbsenprotein erwies sich dabei als der ideale Rohstoff, da es hervorragende sensorische Eigenschaften besitzt und lokal angebaut werden kann. Die Metzgerei Mérat plant nun, dieses erfolgreiche Produkt schweizweit in den Handel und die Gastronomie zu bringen. Damit wird die Innovation aus dem Zoo Zürich zu einem Vorbild für nachhaltige Lebensmittelproduktion im ganzen Land.
In der folgenden Tabelle werden die Unterschiede zwischen der alten und der neuen Wurstvariante verdeutlicht:
| Merkmal | Klassische Kalbsbratwurst | Neue Hybrid-Wurst (CPN) |
| Hauptbestandteil | 100 Prozent Fleischanteil | 78 Prozent Fleisch, 22 Prozent Erbsenprotein |
| Proteinquelle | Rein tierisch (Kalb/Schwein) | Kombination aus Tier und Bio-Erbse |
| CO2-Emissionen | Standardwert der Fleischindustrie | Um 20 Prozent reduzierte Emissionen |
| Umweltfussabdruck | Hoch durch Futtermittelanbau | Um 45 Prozent reduzierter Ressourcenverbrauch |
| Preis und Verfügbarkeit | Standard-Gastronomiepreis | Identischer Preis in allen Zoo-Kiosken |
Die neue Wurst hat bereits erste Testphasen erfolgreich bestanden und wird nun flächendeckend an allen Standorten im Zoo eingeführt. Der Slogan Wurst bleibt Wurst soll verdeutlichen, dass die Tradition des Grillens erhalten bleibt, aber modernisiert wurde. Marcel Ritter, Leiter der Zoo Restaurants, ist überzeugt, dass die Akzeptanz bei den Besuchern sehr hoch sein wird. Es ist geplant, das Sortiment an fleischreduzierten Produkten in den kommenden Monaten stetig weiter auszubauen. Auch Klassiker wie das Chili con Carne sollen künftig mit einem Anteil an Erbsenprotein zubereitet werden. Insgesamt möchte der Zoo Zürich so rund 90 Tonnen CO2 pro Jahr im Bereich der Gastronomie einsparen. Dieser ganzheitliche Ansatz macht den Zoo zu einem Vorreiter in der nachhaltigen Verpflegung von Grossveranstaltungen und Freizeitparks.
Zoo Zürich streicht die Kalbsbratwurst von der Speisekarte und beweist damit, dass Naturschutz auch durch den Magen geht. Die positive Resonanz aus der Fachwelt zeigt, dass solche Kooperationen zwischen Forschung, Gastronomie und Produktion zukunftsweisend sind. Besucher können weiterhin ihre geliebte Bratwurst geniessen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Umstellung ist ein starkes Signal an andere Institutionen, ihren eigenen ökologischen Fussabdruck kritisch zu prüfen. In einer Zeit des Klimawandels ist dies ein wichtiger Schritt zur Sicherung der globalen Biodiversität. Am Ende zählt jeder Bissen, der die Umwelt weniger belastet und dennoch gut schmeckt.
Die Akzeptanz der Besucher und die Strategie der sanften Umstellung
Zoo Zürich streicht die Kalbsbratwurst von der Speisekarte und setzt dabei auf eine Kommunikationsstrategie, die den Genuss in den Mittelpunkt stellt. Um die Akzeptanz bei den traditionellen Wurstliebhabern zu erhöhen, wird das neue Produkt nicht als rein vegetarischer Ersatz, sondern als optimiertes Original vermarktet. Umfragen unter den ersten Testern im Park zeigen, dass die Textur und das Mundgefühl der Hybrid-Wurst durch den Einsatz von hochwertigem Bio-Erbsenprotein fast identisch mit der klassischen Variante sind. Marcel Ritter betont, dass die Hemmschwelle für klimabewusstes Essen sinkt, wenn der Konsument keinen geschmacklichen Verzicht leisten muss. Diese Strategie der kleinen Schritte könnte ein Vorbild für die gesamte Schweizer Systemgastronomie sein, um den Fleischkonsum ohne erhobenen Zeigefinger zu senken. Die Besucher reagieren bisher überwiegend neugierig und offen auf die Neuerung an den Grillstationen.
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Gründe, warum die Wahl auf Erbsenprotein als Fleischersatz gefallen ist:
- Hoher Proteingehalt bei gleichzeitig niedrigerem Fettanteil im Vergleich zu reinem Kalbfleisch.
- Regionale Anbaumöglichkeiten in Europa, was die Transportwege der Rohstoffe massiv verkürzt.
- Hervorragende Bindefähigkeit, die für die typische Knackigkeit einer Bratwurst unerlässlich ist.
- Geringeres Allergiepotenzial im Vergleich zu Soja oder glutenhaltigen Weizenproteinen.
- Biologischer Anbau der Erbsen garantiert den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide.
- Die neutrale Geschmacksbasis lässt den Gewürzen der Metzgerei Mérat den nötigen Raum.
- Hohe Akzeptanz bei Kindern, die eine der Hauptzielgruppen in den Zoo-Restaurants darstellen.
Die langfristige Beobachtung der Verkaufszahlen wird zeigen, ob die Klimabratwurst den Kultstatus ihrer Vorgängerin erreichen kann. Da der Zoo Zürich jährlich über eine Million Gäste empfängt, hat jede Entscheidung auf der Speisekarte eine enorme Signalwirkung. Die Reduktion von 90 Tonnen CO2 über das gesamte Sortiment hinweg ist ein klares Statement für den betrieblichen Umweltschutz. Es ist geplant, das Feedback der Kunden direkt in die weitere Produktentwicklung mit der Metzgerei Mérat einfliessen zu lassen. So bleibt die Gastronomie im Zoo dynamisch und passt sich den ethischen Ansprüchen der modernen Gesellschaft an. Der Mut zur Veränderung wird hier zum Markenzeichen einer Institution, die Naturschutz ganzheitlich begreift.
Bildungseffekt und globale Auswirkungen der Nutztierhaltung
Zoo Zürich streicht die Kalbsbratwurst von der Speisekarte auch aus einem bildungspolitischen Auftrag heraus, der über den Tellerrand hinausgeht. Als Schaufenster der Biodiversität ist es die Aufgabe des Zoos, auf die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Lebensraumverlust hinzuweisen. Die industrielle Fleischproduktion beansprucht weltweit riesige Flächen für den Anbau von Futtermitteln wie Soja oder Mais, oft auf Kosten von Regenwäldern. Durch den Einsatz von Erbsenprotein wird der Flächenbedarf pro Wurst signifikant gesenkt, was indirekt den Schutz bedrohter Arten in ihren natürlichen Habitaten unterstützt. Informationsgrafiken in der Nähe der Imbissstände erklären den Besuchern diesen direkten Link zwischen ihrem Mittagessen und dem Überleben von Wildtieren. Bildung findet im Zoo Zürich somit nicht nur vor den Tiergehegen, sondern auch direkt am Esstisch statt.
Die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Flächennutzung werden in dieser Übersicht verdeutlicht:
| Faktor der Landnutzung | Konventionelle Fleischproduktion | Produktion von Pflanzenprotein |
| Flächenbedarf | Sehr hoch (Weide und Futteranbau) | Niedrig (Direktverbrauch der Pflanze) |
| Biodiversitätsverlust | Hoch durch Monokulturen und Rodung | Geringer durch Fruchtfolgen im Bio-Anbau |
| Stickstoffdünger-Einsatz | Massiv zur Maximierung der Futtererträge | Reduziert, da Erbsen Stickstoff binden |
| Wasserfussabdruck | Hoch (Bewässerung und Tränken) | Deutlich geringer pro Kilogramm Protein |
| Energieeffizienz | Gering durch Veredelungsverluste | Hoch durch direkte Kaloriennutzung |
Dieser systemische Ansatz verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit im Zoo Zürich kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis in allen Abteilungen ist. Der Verzicht auf die klassische Kalbsbratwurst ist ein Puzzlestück in einem grossen Mosaik aus Artenschutzprojekten und Ressourcenmanagement. Severin Dressen möchte, dass die Gäste nach ihrem Besuch nicht nur Wissen über Tiere mit nach Hause nehmen, sondern auch konkrete Handlungsideen für ihren Alltag. Wenn die Wurst im Zoo schmeckt, fällt es leichter, auch im Supermarkt zu einer nachhaltigeren Alternative zu greifen. Die Partnerschaft mit regionalen Produzenten wie Mérat stärkt zudem die lokale Wirtschaft und fördert ökologische Innovationen in der Schweiz. So wird der Zoo Zürich zum Reallabor für eine zukunftsfähige Gesellschaft, die Genuss und Verantwortung miteinander vereint.
Schmeckt die neue Wurst im Zoo Zürich anders als die klassische Kalbsbratwurst?
Nein. Die Rezeptur wurde über zwei Jahre hinweg so optimiert, dass Geschmack und Textur nahezu identisch mit dem Original sind. Das Bio-Erbsenprotein fungiert als neutraler Träger für die traditionellen Gewürze, sodass selbst Fleischliebhaber bei Blindverkostungen kaum einen Unterschied feststellen können.
Enthält die neue Klima-Wurst im Zoo Zürich noch Fleisch?
Ja. Es handelt sich um eine Hybrid-Wurst, bei der rund 22 Prozent des Fleisches durch pflanzliches Protein ersetzt wurden. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Zoo Zürich, den ökologischen Fussabdruck massiv zu reduzieren, ohne den traditionellen Genuss einer Bratwurst für die Besucher komplett aufzugeben.
Wie viel CO2 wird durch die Umstellung der Bratwurst jährlich eingespart?
Im Jahr 2026 spart der Zoo Zürich durch den Verkauf von durchschnittlich 100000 Klimawürsten etwa 60 Tonnen CO2 ein. Dies entspricht der Emissionsmenge von rund 233 Autofahrten von Zürich nach Rom und leistet einen direkten Beitrag zum betrieblichen Klimaschutz der Institution.
Wird das gesamte Fleischsortiment im Zoo Zürich auf Erbsenprotein umgestellt?
Der Zoo Zürich plant, schrittweise weitere verarbeitete Produkte wie Cervelats, Wienerli und Hackfleisch durch Hybrid-Varianten zu ersetzen. Ziel ist es, den gesamten CO2-Ausstoss im Gastronomiebereich um insgesamt 90 Tonnen pro Jahr zu senken und so den Schutz der weltweiten Biodiversität zu fördern.
Wo kann man die neue Klima-Bratwurst ausserhalb des Zoos probieren?
Dank der Kooperation mit der Grossmetzgerei Mérat soll die innovative Wurst bald schweizweit im Handel und in der Gastronomie erhältlich sein. In Zürich bleibt jedoch der Zoo der erste Ort, an dem man dieses nachhaltige Produkt direkt vom Grill in Kombination mit einem Besuch bei den Tieren geniessen kann.
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