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Am 16. Juli 2025 kam es in Island zu einem erneuten Vulkanausbruch. Die Eruption begann in den frühen Morgenstunden entlang der Sundhnúksgígaröð-Kraterreihe auf der Reykjanes-Halbinsel, südöstlich von Litla-Skógfell. Laut der isländischen Wetterbehörde IMO hat sich eine bis zu 2,4 Kilometer lange Eruptionsspalte geöffnet. Eine weitere, kleinere Spalte von etwa 500 Metern Länge wurde westlich des Fagradalsfjall identifiziert. Darüber berichtet NUME.ch mit Verweis auf en.vedur.is

Die Lava fließt hauptsächlich in östlicher Richtung und hat laut ICEYE-Satellitenbildern eine Fläche von rund 3,2 Quadratkilometern bedeckt. Besonders betroffen ist das Gebiet um Kálffellsheiði und das Geothermalkraftwerk Svartsengi. Die Bláa Lónið (Blaue Lagune), ein beliebtes Touristenziel in der Nähe, wurde vorsorglich evakuiert.

Trotz nachlassender seismischer Aktivität – aktuell nur wenige Beben pro Stunde – bleibt die Alarmstufe 3, die höchste Stufe, in Kraft. Der vulkanische Tremor zeigt seit Beginn der Eruption einen Rückgang, dennoch sind Gasemissionen, insbesondere Schwefeldioxid (SO₂), weiterhin auf hohem Niveau messbar.

Gesundheitsrisiken und besondere Erscheinungen

In mehreren Orten, darunter Reykjanesbær, Vogar und Garð, wurden gefährliche Konzentrationen von Schwefeldioxid gemessen. Die Behörden rufen dazu auf, Fenster geschlossen zu halten, Lüftungssysteme abzuschalten und Aufenthalte im Freien zu vermeiden.

Zusätzlich wurde „Hexenhaar“ beobachtet – extrem feine Glasfasern, die beim schnellen Abkühlen von Lavatröpfchen entstehen. Diese Fasern können mit dem Wind über weite Strecken getragen werden und bei Haut- oder Augenkontakt Reizungen verursachen.

Einordnung des Ereignisses

Die Sundhnúksgígaröð ist Teil des aktiven Vulkansystems Svartsengi. Nach rund 800 Jahren Inaktivität kam es seit 2021 mehrfach zu Eruptionen in der Region. Die aktuelle Eruption ist die vierte größere seit Dezember 2023. Das Gebiet wird seit Monaten intensiv überwacht – mit seismischen Messungen, GPS-Daten und Satellitenbildern.

Eine aktualisierte Gefahrenkarte wurde veröffentlicht und bleibt bis mindestens 18. Juli gültig. Alle Beobachtungszonen wurden gelb eingestuft (mittleres Risiko), einige Bereiche nahe der Spalte rot (hohes Risiko durch Lava und Gas).

Interessant – erst kürzlich kam es zu einem LKW-Brand im Gotthard-Straßentunnel, einer der wichtigsten Verbindungen durch die Alpen. Der Vorfall zeigt eindrücklich, wie schnell es in einem Tunnel gefährlich werden kann.

PHoto: The Icelandic Met Office/Halldór Björnsson


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