Das Parlament des australischen Bundesstaates New South Wales ist zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen, um ein Paket von Gesetzentwürfen zur Verschärfung der Kontrolle über den Umlauf von Schusswaffen, zum Verbot der Zurschaustellung terroristischer Symbolik sowie zur Einschränkung von Protesten nach der Massenerschießung am Bondi Beach zu prüfen. Darüber berichtet Nume.ch unter Berufung auf Reuters.

Das Landesparlament wurde für zwei Tage einberufen, um die Initiativen der Regierung zu diskutieren. Diese sehen unter anderem die Einführung einer Obergrenze für den Waffenbesitz vor: nicht mehr als vier Waffen pro Person oder bis zu zehn für bestimmte Kategorien, etwa für Landwirte.

Australien verfügt seit der Massenerschießung im Jahr 1996, bei der 35 Menschen getötet wurden, über eines der strengsten Waffenkontrollgesetze der Welt. Die Ereignisse in Bondi haben nach Ansicht der Behörden jedoch erhebliche Lücken in der Regulierung offengelegt.

Derzeit gibt es in New South Wales keine strikte Begrenzung der Anzahl von Schusswaffen, sofern der Eigentümer gegenüber der Polizei die Notwendigkeit ihres Besitzes begründen kann.

Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden besitzen im Bundesstaat mehr als 70 Personen jeweils über 100 Waffen, und ein lizenzierter Eigentümer verfügt über 298 Schusswaffen.

Einer der Angreifer in Bondi, Sajid Akram, der von der Polizei erschossen wurde, hatte sechs Schusswaffen bei sich. Gegen seinen 24-jährigen Sohn Navid Akram wurden Anklagen in 59 Fällen erhoben, darunter wegen Mordes und terroristischer Straftaten.

Die vorgeschlagene Gesetzgebung erweitert zudem die Befugnisse der Polizei, unter anderem durch die Erlaubnis, Teilnehmern von Protesten und Kundgebungen Masken abzunehmen.

Der Premierminister von New South Wales, Chris Minns, erklärte, er erwarte Widerstand aus Teilen der Gesellschaft und der Politik, insbesondere gegen die Einschränkungen öffentlicher Versammlungen.

Massenerschießung am Bondi Beach in Sydney

Am Sonntag, dem 14. Dezember 2025, kam es in Sydney am Bondi Beach während einer Veranstaltung anlässlich des jüdischen Festes Chanukka zu einer Massenerschießung, bei der Dutzende Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden.

Die australische Polizei stufte den Vorfall als Terroranschlag und antisemitischen Akt ein. Nach der Tragödie kündigte der australische Premierminister Anthony Albanese an, eine Verschärfung der nationalen Gesetzgebung zur Kontrolle des Waffenbesitzes zu initiieren. Er erklärte, die Regierung sei bereit, „alle notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen, darunter die Begrenzung der Anzahl von Waffen, die ein lizenzierter Eigentümer besitzen darf, sowie eine Überprüfung des gesamten Lizenzierungssystems.

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