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London, Alexandra Palace, 22. Dezember 2025, 00:17 Uhr. Bei der World Darts Championship im traditionsreichen Alexandra Palace hat der Schweizer Stefan Bellmont nur knapp die nächste große Sensation verpasst. Der 36-Jährige aus Cham zwang den Weltranglisten-16. Damon Heta über fünf Sätze und brachte den Favoriten bis an den Rand der Niederlage, ehe Heta sich mit 3:2 durchsetzte. Darüber berichtet NUME unter Berufung auf einen Londoner Bericht von The Times.

Vor mehreren tausend Zuschauern im Norden Londons bestätigte Bellmont eindrucksvoll seinen Status als einer der Überraschungsspieler dieser WM. In der Weltrangliste liegt er rund 95 Plätze hinter Heta, auf der Bühne von Ally Pally war dieser Unterschied jedoch kaum zu erkennen. Bellmont spielte einen Average von 88 Punkten, Heta kam auf 91. Den Ausschlag gab letztlich die Effizienz auf die Doppelfelder: 55 Prozent Checkout-Quote bei Heta gegenüber 43 Prozent beim Schweizer.

Der Spielverlauf sprach lange für den Außenseiter. Bellmont gelang gleich im ersten Leg ein Break, er nahm Heta früh den Anwurf ab und setzte den Australier unter Druck. Der erste Satz wurde zwar zur Nervenprobe, doch Bellmont behielt die Ruhe und checkte über Doppel-1 – das berüchtigte „Madhouse“. Heta wirkte in dieser Phase ungewohnt fahrig und blieb zeitweise bei einem 70er-Average hängen.

Erst im zweiten Satz fand der Australier zu seinem Rhythmus. Mit deutlich höherem Tempo und einem Set-Average von 111 glich Heta aus. Bellmont ließ sich davon jedoch nicht beirren, startete auch im dritten Satz erneut mit einem Break und ging mit 2:1 in Führung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt stand der Favorit massiv unter Zugzwang.

Im vierten Satz stabilisierte Heta sein Spiel, hielt seine Anwurf-Legs und erzwang den Entscheidungssatz. Dort zeigte der Australier seine ganze Erfahrung: Ein 12-Darter gleich zu Beginn brachte Kontrolle, echte Break-Chancen ließ er nicht mehr zu. Heta verwandelte schließlich seinen dritten Matchdart und zog in die dritte Runde ein.

Bellmonts WM-Lauf und seine Gegner

Für Bellmont endet damit ein bemerkenswerter WM-Auftritt. Zuvor hatte er bereits für internationales Aufsehen gesorgt, als er den fünfmaligen Weltmeister Raymond van Barneveld ausschaltete. Auch gegen Heta bewies der Schweizer mentale Stärke, taktische Disziplin und konstantes Scoring. Experten sehen in ihm zunehmend einen Spieler, der sich dauerhaft auf der PDC-Tour etablieren kann und künftig regelmäßig auf gesetzte Gegner treffen dürfte.

Heta hingegen bekommt es in der dritten Runde mit stärkerer Konkurrenz aus dem oberen Tabellenbereich zu tun. Nach diesem Warnschuss dürfte der Australier wissen, dass jeder weitere Fehler in diesem Turnier das Aus bedeuten kann.

Preisgeld: was Bellmont bereits sicher hat

Neben Prestige und Weltranglistenpunkten spielt bei der Darts-WM auch das Preisgeld eine zentrale Rolle. Bellmont hat sich durch den Einzug in die zweite Runde bereits ein für Schweizer Verhältnisse außergewöhnlich hohes Preisgeld gesichert.

RundePreisgeld
1. Runde£15.000
2. Runde (Bellmont)£25.000
3. Runde£35.000
Viertelfinale£100.000
Turniersieger£500.000

Die £25.000 bedeuten für Bellmont nicht nur einen finanziellen Meilenstein, sondern auch einen wichtigen Schritt im Kampf um bessere Startplätze und Einladungen bei kommenden PDC-Turnieren.

Zuvor hatte das Publikum im „Ally Pally“ bereits eine echte Sensation erlebt: Der Waliser Gerwyn Price, Weltmeister von 2021 und Weltranglisten-Neunter, scheiterte überraschend glatt mit 0:3 am Niederländer Wesley Plaisier, der mehr als 80 Plätze schlechter platziert ist. Das Ergebnis unterstreicht die Unberechenbarkeit dieser Weltmeisterschaft – und erklärt, warum Bellmonts Auftritt in London weit über die Schweiz hinaus Beachtung findet.

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