Frankreich wird den Junior Eurovision Song Contest 2026 nicht ausrichten. Die Entscheidung wurde vom Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders France Télévisions im Rahmen der Haushaltsplanung für das Jahr 2026 getroffen, berichtet Nume.

Wie aus dem am 18. Dezember 2025 veröffentlichten Beschluss hervorgeht, hat der Verwaltungsrat einen ausgeglichenen Haushalt für 2026 genehmigt, der jedoch unter stark eingeschränkten finanziellen Bedingungen steht. Die öffentlich vorgesehenen Mittel für France Télévisions sinken demnach um 65,2 Millionen Euro im Vergleich zu 2025 und liegen um mehr als 200 Millionen Euro unter der ursprünglich vorgesehenen Finanzierungsplanung des Unternehmens.

Zusätzlich muss France Télévisions ein für 2025 prognostiziertes Defizit ausgleichen. Dieses ist unter anderem auf während des Jahres gekürzte staatliche Zuwendungen in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro sowie auf inflationsbedingte Kostensteigerungen zurückzuführen. Der gesamte notwendige Konsolidierungsbeitrag beläuft sich laut Verwaltungsrat auf 140 Millionen Euro und stellt damit einen historischen Einschnitt in der Geschichte des Senders dar.

Zur Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts sieht der Haushaltsplan für 2026 mehrere Maßnahmen vor. Dazu zählen eine weitere Senkung der Programmkosten, eine höhere Wiederholungsquote von Eigenproduktionen, die Einstellung einzelner Sendungen sowie die mögliche Veräußerung von Übertragungsrechten an einem oder mehreren Sportereignissen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In diesem Zusammenhang hat France Télévisions auch beschlossen, auf die Organisation der Junior Eurovision 2026 zu verzichten.

Was zur Absage der Junior Eurovision 2026 in Frankreich bekannt ist – Budgetkürzungen und Folgen

Darüber hinaus plant der Sender eine Reduzierung der Beschäftigtenzahl. Für 2026 ist ein Abbau von 112 Vollzeitstellen vorgesehen; seit 2015 wurden insgesamt 1.277 Stellen gestrichen. Ergänzend sollen Immobilien veräußert und die terrestrische Verbreitung (TNT) der Programme in Abstimmung mit der Medienaufsicht Arcom überprüft werden.

Parallel dazu verfolgt France Télévisions das Ziel, die kommerziellen Einnahmen um 27 Millionen Euro zu steigern, insbesondere durch höhere Werbeerlöse im digitalen Bereich. Investitionen in die technologische Transformation des Konzerns sollen trotz der Sparmaßnahmen aufrechterhalten werden.

Der Verwaltungsrat würdigte die Anstrengungen des Unternehmens, ab 2026 wieder ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen. Zugleich wies das Gremium darauf hin, dass France Télévisions seit fast zwei Jahren über keinen gültigen mehrjährigen Ziel- und Finanzierungsvertrag verfügt und betonte die Notwendigkeit einer realistischen, langfristigen Finanzplanung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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