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Der automatische Informationsaustausch über Krypto-Vermögenswerte (CARF) markiert ab dem 1. Januar 2026 das Ende der steuerlichen Anonymität für digitale Assets in der Schweiz. Das neue Regelwerk verpflichtet Kryptobörsen, Wallet-Anbieter und Broker dazu, umfassende Transaktionsdaten ihrer Kunden systematisch zu erfassen und an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) zu übermitteln. Damit setzt der Bundesrat einen globalen Standard der OECD um, der Steuerhinterziehung im digitalen Raum unterbinden soll. Betroffen sind alle in der Schweiz ansässigen Finanzintermediäre, die Dienstleistungen rund um Bitcoin, Stablecoins und bestimmte NFTs anbieten. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass ihre Bestände künftig transparent für die kantonalen Steuerbehörden einsehbar sind. Das berichtet die Redaktion Nume.ch.

Neue Meldepflichten für Schweizer Krypto-Dienstleister

Ab 2026 wird die Erfassung von Krypto-Einkünften in der Schweiz radikal automatisiert, um eine lückenlose Steuergerechtigkeit zu gewährleisten. Dienstleister sind ab Neujahr gesetzlich gezwungen, Identitätsdaten und Transaktionsvolumina aller Kunden zu sammeln, die digitale Vermögenswerte halten oder handeln. Die erhobenen Daten des Jahres 2026 dienen als Basis für den ersten grossen internationalen Informationsaustausch, der im Jahr 2027 mit insgesamt 74 Partnerstaaten stattfinden wird. Zu diesen Partnern gehören wichtige Wirtschaftsmächte wie die EU-Mitgliedstaaten und Grossbritannien, was die Flucht in ausländische Krypto-Häfen massiv erschwert. Während die rechtliche Grundlage bereits steht, wurde die tatsächliche Datenübermittlung ins Ausland bewusst um ein Jahr verzögert, um technische Schnittstellen und Datenschutzabkommen zu perfektionieren. Experten raten Schweizer Anlegern dringend dazu, ihre Portfolios bereits jetzt sauber zu dokumentieren, um Unstimmigkeiten bei künftigen automatischen Abgleichen zu vermeiden. Die Schweizer Steuerbehörden rüsten zudem technologisch auf, um Blockchain-Analysen effizient in ihre Prüfprozesse zu integrieren. Transparenz wird somit zur neuen Grundvoraussetzung für alle Teilnehmer am Schweizer Krypto-Markt.

Eckdaten zur CARF-Einführung und den steuerlichen Folgen:

  • Start der offiziellen Datenerhebung in der Schweiz: 1. Januar 2026.
  • Erster geplanter Datenaustausch mit Partnerländern: Herbst 2027.
  • Anzahl der kooperierenden Nationen: 74 Partnerstaaten weltweit.
  • Betroffene Assets: Kryptowährungen, Stablecoins und investive NFTs.
  • Meldepflichtige Stellen: Broker, Börsen, Custodian-Wallets und Automatenbetreiber.
  • Dokumentationspflicht: Lückenlose Historie aller Zu- und Abflüsse erforderlich.
  • Verzögerungsgrund: Finalisierung bilateraler Datenschutzverträge bis 2027.

Konsequenzen für private Anleger und den Finanzplatz

Die technologische Umsetzung von CARF zwingt Schweizer Krypto-Unternehmen zu massiven Investitionen in ihre Compliance-Systeme und Identifikationsprozesse. Für den Finanzplatz Schweiz bedeutet dieser Schritt zwar einen Verlust der Nischen-Anonymität, stärkt jedoch gleichzeitig die Reputation als hochgradig regulierter und sicherer Standort für digitale Innovationen. Private Anleger profitieren langfristig von standardisierten Steuerbescheinigungen, welche die oft komplizierte Selbstdeklaration in der Steuererklärung ersetzen werden. Laut Berichten aus dem Finanzsektor für das Jahr 2025 bereiten sich Schweizer Banken bereits darauf vor, Krypto-Assets wie klassische Wertpapiere in ihre Reporting-Tools zu integrieren. Wer seine Assets auf privaten Hardware-Wallets hält, entzieht sich zwar der direkten Meldung durch Dritte, unterliegt aber weiterhin der vollen Deklarationspflicht im Rahmen der kantonalen Vermögenssteuer. Die ESTV betont, dass die neuen Regeln vor allem faire Wettbewerbsbedingungen zwischen traditionellen Bankprodukten und neuen digitalen Anlageklassen schaffen.

Vergleich der Krypto-Regulierung vor und nach 2026:

MerkmalBisherige PraxisNeue CARF-Regelung (ab 2026)
DatenerfassungManuelle SelbstdeklarationAutomatischer Bericht durch Provider
AuslandstransfersBegrenzte Amtshilfe auf AnfrageSystematischer Austausch mit 74 Staaten
KYC-StandardsVariabel je nach AnbieterStrenge, einheitliche Identifikationspflicht
SteuerprüfungStichprobenartig und aufwendigAutomatisierter Datenabgleich ab 2027
BelegpflichtEigenverantwortung des KundenStandardisierter Export der Institute
AnonymitätTeilweise möglich (non-custodial)Vollständige Transparenz bei Intermediären

Die Implementierung des CARF-Standards ist ein notwendiger Schritt zur Professionalisierung des Schweizer Krypto-Sektors. Anleger sollten die Übergangsphase 2026 nutzen, um ihre steuerlichen Angelegenheiten zu ordnen und von der künftigen Automatisierung zu profitieren.

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