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Migros, Feldschlösschen und der eskalierende Preiskampf im Schweizer Detailhandel haben zu einer drastischen Maßnahme geführt: Seit Beginn des Jahres bleiben die Regale für Produkte der größten Brauerei des Landes in zahlreichen Filialen leer. Vor allem beim Discounter Denner sowie bei Migrolino und den VOI-Partnerläden prangen Hinweisschilder mit der Aufschrift „Lieferunterbruch“ an den Stellen, wo normalerweise Paletten mit Bier und Mischgetränken stehen. Der Grund für diesen radikalen Schritt sind gescheiterte Verhandlungen über die künftigen Einkaufskonditionen, woraufhin die Brauerei aus Rheinfelden (AG) die Belieferung der Migros-Gruppe vorerst eingestellt hat, berichtet Nume.ch mit Verweis auf BLICK.

Das Ausmaß des Lieferstopps ist gewaltig, da Feldschlösschen zur internationalen Carlsberg-Gruppe gehört und ein riesiges Markenportfolio kontrolliert. Neben der namensgebenden Stammmarke fehlen den Kunden nun auch Spezialitätenbiere von Valaisanne, Hürlimann und 1291 sowie die portugiesische Marke Super Bock. Auch im Bereich der Trendgetränke gibt es Lücken: Der Cider Somersby, die Lifestyle-Marke Eve sowie das alkoholfreie Bilz sind von den Verkaufsflächen verschwunden. Da Migros-Tochter Denner massiv mit dem Versprechen von „Tiefpreisen“ wirbt, wird der aktuelle Konflikt als bewusste Machtprobe interpretiert, um Preiserhöhungen des Lieferanten abzuwenden.

Interessant ist der Zeitpunkt der Eskalation: Mit dem „Dry January“, einem Monat, in dem viele Konsumenten bewusst auf Alkohol verzichten, ist der Druck auf den Einzelhandel momentan geringer als in den Sommermonaten. Dennoch betonen beide Seiten, dass man an einer „tragfähigen Lösung“ arbeite. Während Feldschlösschen seine Produktion für diesen Absatzkanal bereits gedrosselt hat, hofft Denner, die gewohnte Auswahl bald wieder zu „fairen Preisen“ anbieten zu können. Bis dahin müssen Kunden auf Eigenmarken oder Produkte anderer Brauereien ausweichen, die von dem Streit profitieren könnten.

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