Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 4. März 2026 die wegweisende Entscheidung über die Gestaltung der zehnten Banknotenserie offiziell bekannt gegeben. Den internationalen Designwettbewerb gewann das renommierte Grafikatelier Emphase GmbH aus Lausanne und Bern unter der kreativen Leitung von Fabienne Kilchör und Sebastien Fasel. Das neue Gestaltungskonzept steht unter dem Leitthema „Die Schweiz und ihre Höhenstufen“ und bildet die topografische und biologische Vielfalt des Landes von den tiefgelegenen Niederungen bis hin zu den hochalpinen Regionen lückenlos ab. Während die vertrauten Stückelungen und die markante Farbgebung der einzelnen Nominale beibehalten werden, erfolgt eine tiefgreifende technologische Modernisierung aller Sicherheitsmerkmale, um den Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden. Die schrittweise Einführung der neuen Banknoten ist für den Beginn der 2030er-Jahre terminiert, wobei die aktuelle neunte Serie bis auf Weiteres ihre volle gesetzliche Gültigkeit behält. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf luzernerzeitung.
Die strategische Vision der SNB: Warum eine neue Banknotenserie im Jahr 2026
Die Entscheidung für eine neue Banknotenserie ist in der Schweiz stets ein Ereignis von nationaler Tragweite. Trotz der globalen Zunahme von digitalen Zahlungssystemen und Kryptowährungen bekennt sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit der zehnten Serie klar zum physischen Bargeld. Der Hauptgrund für die Neugestaltung liegt in der Notwendigkeit, den technologischen Vorsprung gegenüber Fälschern zu wahren. Die aktuelle neunte Serie, die zwischen 2016 und 2019 eingeführt wurde, gilt zwar nach wie vor als extrem sicher, doch die rasante Entwicklung bei hochauflösenden Scannern und KI-basierten Bildbearbeitungstools zwingt die Währungsbehörden zu proaktivem Handeln.
Die SNB hat sich für das Thema „Höhenstufen“ entschieden, um die nationale Identität jenseits politischer oder historischer Persönlichkeiten zu definieren. Die Topografie der Schweiz ist ein verbindendes Element aller Sprachregionen. Während die neunte Serie abstrakte Konzepte wie Zeit, Licht und Materie behandelte, kehrt die zehnte Serie zu einer gegenständlicheren Darstellung zurück, die für die Bevölkerung leichter greifbar ist. Der Gewinn des Ateliers Emphase GmbH mit dem „Konzept J“ markiert dabei eine Rückkehr zur klassischen Schweizer Grafiktradition, kombiniert mit modernsten Sicherheitsanforderungen.
Das Designkonzept „Höhenstufen“: Eine vertikale Reise durch die Schweiz
Das preisgekrönte Design von Emphase GmbH strukturiert die Schweizer Währung neu nach ihrer vertikalen Ausdehnung. Dies ist nicht nur eine ästhetische Wahl, sondern ermöglicht eine klare hierarchische Ordnung der Nominale, die für den Bürger intuitiv verständlich ist.
Die gestalterische Aufteilung: Botanik trifft auf Architektur
Jede Banknote der zehnten Serie folgt einem strengen grafischen Aufbau, der die Vorder- und Rückseite thematisch miteinander verknüpft:
- Vorderseite (Pflanzenwelt): Im Zentrum stehen botanische Motive. Hier werden Pflanzen abgebildet, die spezifisch für die jeweilige Höhenstufe sind. Diese Darstellungen sind in feinster Stichtiefdrucktechnik ausgeführt, was nicht nur visuell besticht, sondern auch ein wichtiges haptisches Sicherheitsmerkmal darstellt.
- Rückseite (Mensch und Umwelt): Hier werden die Landschaften der jeweiligen Höhenstufe im Kontext der menschlichen Zivilisation gezeigt. Dazu gehören markante Bauwerke wie Brücken, Staumauern oder Berghütten sowie Darstellungen der lokalen Fauna. Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen der kargen Natur der Alpen und der technischen Innovationskraft der Schweiz zu illustrieren.
Detaillierte Zuweisung der Höhenstufen zu den Nominalen
Die SNB hat eine präzise Zuteilung vorgenommen, die die gesamte Topografie abdeckt:
- 10-Franken-Note (Niederungen): Fokus auf die Flusslandschaften und das Schweizer Mittelland. Hier dominieren landwirtschaftliche Motive und die Flora der Auenwälder.
- 20-Franken-Note (Jura): Repräsentation der Hügellandschaften und der spezifischen Geologie des Juras.
- 50-Franken-Note (Voralpen): Darstellung der Übergangszone zwischen Mittelland und Hochgebirge, geprägt von Seen und sanften Erhebungen.
- 100-Franken-Note (Alpentäler): Fokus auf die besiedelten Täler und die Infrastruktur, die diese Regionen verbindet.
- 200-Franken-Note (Hochalpen): Die Zone der Felsen und Gletscher. Hier werden die extremen Bedingungen der alpinen Bergwelt thematisiert.
- 1000-Franken-Note (Urlandschaften): Repräsentation der unberührten, hochalpinen Wildnis oberhalb der Vegetationsgrenze.
Technologische Evolution der Sicherheitsmerkmale bis 2030
Hinter dem künstlerischen Entwurf verbirgt sich ein hochkomplexes Sicherheitssystem. Die SNB arbeitet hierzu eng mit der Wertpapierdruckerei Orell Füssli und dem Substrathersteller Landqart zusammen.
Durasafe-Substrat: Die Basis der zehnten Serie
Auch die neuen Banknoten werden voraussichtlich auf dem patentierten Durasafe-Substrat basieren. Dieses Material besteht aus zwei Papierlagen, die einen Polymerkern umschließen. Diese hybride Bauweise vereint die Vorteile von Papier (Griffigkeit, Bedruckbarkeit im Stichtiefdruck) mit der Stabilität und den Sicherheitsvorteilen von Polymer (transparente Fenster, hohe Reißfestigkeit).

Optische Effekte und mikroskopische Sicherheit
Für die zehnten Serie werden neue Generationen von Kinegrammen entwickelt. Diese optisch variablen Elemente (OVD) zeigen beim Kippen nicht nur Farbwechsel, sondern dreidimensionale Bewegungsabläufe der jeweiligen Höhenstufen-Motive. Ein weiteres Novum wird der Einsatz von mikro-optischen Linsenfeldern sein, die unter dem Mikroskop kleinste Informationen preisgeben, die für das bloße Auge wie ein einfacher Farbschimmer wirken.
Die Ökonomie des Bargelds: Kosten und Nutzen der Neuemission
Die Produktion einer neuen Banknotenserie ist ein milliardenschweres Unterfangen. Die SNB kalkuliert mit Produktionskosten von rund 40 bis 50 Rappen pro Banknote. Angesichts der Tatsache, dass sich im Jahr 2026 Bargeld im Wert von über 80 Milliarden Franken im Umlauf befindet, ist die Investition in die Sicherheit jedoch eine notwendige Prämie zur Vermeidung von volkswirtschaftlichen Schäden durch Fälschungen.
Bargeld als Instrument der Krisenvorsorge
In den letzten Jahren hat sich in der Schweiz eine Debatte über die Abschaffung von Bargeld zugunsten digitaler Lösungen entwickelt. Die SNB hält jedoch entgegen, dass Bargeld das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist, das auch bei Stromausfällen oder Cyberangriffen auf die Bankeninfrastruktur funktioniert. Die zehnte Serie ist somit auch ein politisches Statement für die Resilienz des Schweizer Finanzplatzes. Zudem schätzt die Schweizer Bevölkerung die Anonymität und den Datenschutz, den nur physisches Geld bietet.
Zeitplan und Übergangsphasen: Was die Bevölkerung wissen muss
Der Prozess von der Bekanntgabe des Designs 2026 bis zur ersten Note im Portemonnaie 2030 ist in mehrere Phasen unterteilt. Die Schweizerische Nationalbank legt großen Wert auf Transparenz und Information.
| Meilenstein | Geplanter Zeitraum | Details |
| Design-Finalisierung | 2026 – 2027 | Anpassung der Entwürfe an drucktechnische Vorgaben. |
| Sicherheits-Integration | 2027 – 2028 | Einbettung der geheimen Merkmale in das Layout. |
| Testdruck & Nullserie | 2029 | Prüfung der Haltbarkeit und Automatenfähigkeit. |
| Emission 10-Franken-Note | Anfang 2030 | Erste Note der zehnten Serie im Umlauf. |
| Abschluss der Serie | ca. 2032 | Alle Nominale (10 bis 1000 CHF) sind ersetzt. |
Umtausch und Gültigkeit alter Serien
Es besteht kein Grund zur Eile. Die aktuelle neunte Serie bleibt bis zum Erscheinen der jeweiligen neuen Nominale das Hauptzahlungsmittel. Nach der vollständigen Einführung der zehnten Serie werden die alten Noten zurückgerufen. Dank einer Gesetzesrevision im Jahr 2020 können Banknoten ab der sechsten Serie (die "Vorgänger der Hände-Serie") zeitlich unbegrenzt bei der SNB zum vollen Nennwert umgetauscht werden. Dies gilt auch für die neunte Serie. Ein Totalverlust des Wertes durch Zeitablauf ist im Schweizer System nicht mehr vorgesehen.
Der Designwettbewerb: Warum Emphase GmbH überzeugte
Das Verfahren zur Auswahl des Designs war hochgradig kompetitiv. Die SNB lud mehrere renommierte Grafikbüros ein, ihre Entwürfe einzureichen. Die Expertenjury unter dem Vorsitz der SNB-Direktion bewertete die Einreichungen nach künstlerischer Qualität, technischer Umsetzbarkeit und öffentlicher Akzeptanz.
Das Projekt „Konzept J“ von Emphase GmbH (emphase.ch) stach hervor, weil es die vertikale Gliederung der Schweiz nicht nur als geografisches Merkmal, sondern als erzählerisches Element nutzt. Fabienne Kilchör und Sebastien Fasel gelang es, wissenschaftliche Präzision bei den botanischen Darstellungen mit einer modernen, fast schon kühlen Ästhetik zu verbinden, die den Geist der Schweiz im 21. Jahrhundert widerspiegelt. In Umfragen gaben viele Bürger an, dass sie die Rückkehr zu Naturschönheiten als "typisch schweizerisch" und beruhigend empfinden.
Anleitung: So prüfen Sie Schweizer Banknoten (heute und 2030)
Die SNB betont stets, dass der beste Schutz gegen Fälschungen ein informierter Bürger ist. Die bewährte "Prüf-Triade" wird auch für die zehnte Serie das Maß aller Dinge sein:
- Fühlen (Haptik): Dank des Stichtiefdrucks weisen die Kupferstichelemente eine spürbare Reliefstruktur auf. Wer mit dem Fingernagel über die Pflanzendarstellungen streicht, muss einen Widerstand spüren.
- Sehen (Optik): Halten Sie die Note gegen das Licht. Das Wasserzeichen (die jeweilige Höhenstufe) und der durchgehende Sicherheitsfaden müssen klar erkennbar sein. Die Durchsichtregister (Motive, die sich auf Vorder- und Rückseite zu einem Bild ergänzen) müssen exakt deckungsgleich sein.
- Kippen (Dynamik): Beim Kippen der Note müssen sich die optisch variablen Elemente (Kinegramme) verändern. In der neuen Serie wird hier ein besonderer Effekt eingebaut, der die Höhenstufen plastisch erscheinen lässt.
Detaillierte Schulungsvideos und interaktive Apps werden von der SNB rechtzeitig unter snb.ch/de/mmr/reference/pay_instruments_notes bereitgestellt.
Internationale Perspektive: Der Franken als globale Leitwährung
Der Schweizer Franken ist weit mehr als eine nationale Währung; er fungiert als globaler "Sicherer Hafen". In Zeiten geopolitischer Spannungen flüchten Investoren weltweit in den Franken. Eine neue Banknotenserie stärkt dieses Vertrauen. Während die Eurozone und die USA mit Fälschungsproblemen kämpfen, setzt die Schweiz mit der zehnten Serie einen neuen weltweiten Standard für Währungssicherheit.

Besonders die Beibehaltung der 1000-Franken-Note wird international oft kritisch beäugt, da hohe Nominale theoretisch Geldwäsche begünstigen könnten. Die SNB argumentiert jedoch, dass die 1000er-Note in der Schweiz ein geschätztes Instrument zur Wertaufbewahrung ist und die Bargeldnutzung insgesamt stützt. Die hohen Sicherheitsstandards der zehnten Serie machen den Missbrauch dieser Note zudem extrem schwierig.
Nachhaltigkeit und Produktion im Fokus
Im Jahr 2026 spielt auch die ökologische Verantwortung eine Rolle. Die SNB hat für die Produktion der zehnten Serie strenge Nachhaltigkeitskriterien definiert. Die für das Substrat verwendete Baumwolle stammt ausschließlich aus zertifizierten Quellen. Zudem wurde der Energieverbrauch beim Druckprozess bei Orell Füssli in Zürich optimiert. Da die neuen Banknoten durch das Durasafe-Material langlebiger sind als reine Baumwollnoten, sinkt die notwendige Nachdruckrate, was Ressourcen schont und die CO2-Bilanz der Währung verbessert.
Die Rolle des Bargelds für die nationale Souveränität
In der abschließenden Bewertung der Nationalbankentscheidung wird deutlich, dass es bei den neuen Banknoten um weit mehr als nur um Papier und Farbe geht. Es geht um die Unabhängigkeit der Schweiz. In einer Welt, in der Zahlungsströme zunehmend über ausländische Tech-Giganten kontrolliert werden, garantiert das physische Bargeld die Souveränität des einzelnen Bürgers und des Staates. Die Entscheidung für die zehnte Serie ist ein Versprechen an die Menschen in der Schweiz: Die Nationalbank stellt sicher, dass das Bargeld auch in den 2030er- und 2040er-Jahren ein sicheres, funktionierendes und identitätsstiftendes Zahlungsmittel bleibt.
Was bedeutet dies konkret für den Bürger? Ab sofort müssen Sie nichts unternehmen. Ihre aktuellen Franken behalten ihren Wert. Doch Sie können sicher sein, dass die Nationalbank bereits heute die Technologie von übermorgen implementiert, um Ihr Erspartes und Ihr tägliches Zahlungsmittel vor Kriminalität zu schützen. Die Wahl der "Höhenstufen" als Designmotiv erinnert uns dabei täglich an die Beständigkeit der Schweizer Alpen – ein passendes Symbol für eine Währung, die wie kaum eine andere für Stabilität steht.
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