Die Arbeitnehmer in der Schweiz können sich über eine spürbare Verbesserung ihrer Kaufkraft freuen, da die Nominallöhne im Jahresvergleich deutlich gestiegen sind. Nach einer vorläufigen Schätzung des Bundesamtes für Statistik (BFS), die am Dienstag veröffentlicht wurde, verzeichnete die nominelle Lohnentwicklung in der Schweiz von Januar bis Ende September einen Anstieg von 2,0 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Jahres 2024. Diese positive Entwicklung übertrifft die in den letzten Monaten registrierte Teuerung deutlich: Die Inflation verharrte im Juli, August und September auf einem stabilen und niedrigen Niveau von lediglich 0,2 Prozent. Experten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hatten für das gesamte Jahr 2025 eine Inflationsrate von ebenfalls 0,2 Prozent prognostiziert. Dies deutet darauf hin, dass die Reallöhne und damit die Kaufkraft der Bevölkerung bis zum Jahresende weiter zunehmen dürften. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da die Reallöhne – also die um die Inflation bereinigten Löhne – nach drei Jahren kontinuierlichen Rückgangs im Jahr 2024 erstmals wieder um 0,7 Prozent zugenommen hatten, nachdem die Nominallöhne 2024 durchschnittlich um 1,8 Prozent gestiegen waren,berichtet Nume.ch mit Verweis auf swissinfo.ch.

Die Gewerkschaftsorganisationen sehen die aktuelle Lohnentwicklung zwar positiv, fordern jedoch weiterhin substanzielle Erhöhungen. So forderte der Verband Travail.Suisse kürzlich eine Anhebung der Durchschnittslöhne um 2,0 Prozent für das Jahr 2026, während der Schweizerische Gewerkschaftsbund (USS) sogar eine Steigerung zwischen 2,0 und 2,5 Prozent für das kommende Jahr verlangte. Die Gewerkschaften begründen ihre Forderungen unter anderem mit den anhaltend hohen Belastungen der Haushaltsbudgets durch steigende Krankenversicherungsprämien und erhöhte Mietkosten, welche trotz der insgesamt niedrigen Inflationsrate weiterhin eine finanzielle Bürde für viele Familien darstellen. Die aktuellen Zahlen des BFS bestätigen jedoch, dass die Schweizer Arbeitnehmer in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 tatsächlich einen leichten Zuwachs im Portemonnaie verzeichnen konnten, da die Nominallohnerhöhung die geringfügige Teuerung überkompensierte.

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