Der islamische Fastenmonat Ramadan beginnt im Jahr 2026 in der Schweiz voraussichtlich am Abend des 17. Februar und dauert bis zum 19. März an. Rund 400.000 Muslime im Land, was etwa 5,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht, bereiten sich auf die rituellen Fastenzeiten zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang vor. Die Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) sowie kantonale Vereinigungen haben für dieses Jahr erweiterte Leitfäden für Schulen und Arbeitgeber veröffentlicht, um die religiöse Praxis mit dem Berufsalltag zu harmonisieren. Während öffentliche Iftar-Veranstaltungen in Städten wie Zürich, Genf und Basel zunehmen, liegt ein Schwerpunkt auf der karitativen Unterstützung lokaler Hilfsprojekte. Wie die Redaktion von NUME.ch berichtet.
Die theologische Bedeutung und der Ursprung des Ramadan
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Seine Bedeutung leitet sich aus der Überzeugung ab, dass in diesem Monat die ersten Verse des Korans dem Propheten Mohammed offenbart wurden. Das Fasten (Saum) ist eine der fünf Säulen des Islam und stellt für gläubige Muslime eine Zeit der inneren Einkehr, der Disziplin und der spirituellen Erneuerung dar.
In der Schweiz wird die Ausübung dieses Monats durch die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit geschützt. Für die Gläubigen bedeutet der Verzicht auf Nahrung, Getränke, Rauchen und andere physische Bedürfnisse während der Tagesstunden eine Form der Solidarität mit den Armen und eine Reinigung der Seele. Da der islamische Kalender auf dem Mondzyklus basiert, verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr um etwa zehn bis elf Tage nach vorne. Im Jahr 2026 fällt der Monat in die späten Wintermonate, was aufgrund der kürzeren Tage in der Schweiz zu einer durchschnittlichen Fastendauer von etwa 12 bis 13 Stunden führt.
Der Ramadan-Kalender 2026 für die Schweiz
Die genauen Zeiten für das Fastenbrechen (Iftar) und den Beginn des Fastens (Suhur) hängen vom geografischen Standort ab. Aufgrund der Topografie und der Längengrade gibt es zwischen dem Osten (St. Gallen) und dem Westen (Genf) der Schweiz Zeitunterschiede von bis zu 15 Minuten.
Wichtige Daten und Termine
- Beginn des Ramadan: Abend des 17. Februar 2026 (erster Fastentag: 18. Februar).
- Lailat al-Qadr (Nacht der Bestimmung): Nacht vom 13. auf den 14. März 2026.
- Ende des Ramadan: Abend des 19. März 2026.
- Eid al-Fitr (Fastenbrechenfest): 20. März bis 22. März 2026.
Die Gläubigen orientieren sich an den offiziellen Gebetskalendern der lokalen Moscheen. In Zürich beginnt das Fasten am 1. März 2026 beispielsweise gegen 05:25 Uhr und endet mit dem Sonnenuntergang um 18:10 Uhr. In Genf verschieben sich diese Zeiten auf ca. 05:40 Uhr und 18:25 Uhr.
Praktische Umsetzung: Arbeit, Schule und Recht in der Schweiz
Die Integration der religiösen Pflichten in den Schweizer Alltag erfordert oft organisatorisches Geschick. Im Gegensatz zu einigen muslimisch geprägten Ländern gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Reduzierung der Arbeitszeit.
Richtlinien am Arbeitsplatz
Das Schweizer Arbeitsrecht sieht vor, dass Arbeitgeber im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten auf religiöse Bedürfnisse Rücksicht nehmen sollten (Art. 328 OR). Viele Unternehmen in städtischen Zentren wie Basel oder Bern ermöglichen während des Ramadan flexible Arbeitszeiten.
- Pausengestaltung: Mitarbeiter dürfen ihre gesetzlichen Pausen so legen, dass sie zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs das Fasten brechen können.
- Homeoffice: Wo die Tätigkeit es zulässt, wird vermehrt Homeoffice genutzt, um die Energie der Fastenden zu schonen.
- Urlaubsanspruch: Für das Fest Eid al-Fitr am 20. März 2026 besteht kein automatischer Feiertagsanspruch, jedoch wird Muslimen oft Vorrang bei der Ferienplanung eingeräumt.
Situation an Schweizer Schulen
In den meisten Kantonen gilt die Regelung, dass Schüler für religiöse Feiertage wie das Zuckerfest (Eid al-Fitr) einen Tag pro Jahr frei nehmen können. Eltern müssen dies in der Regel zwei Wochen im Voraus schriftlich bei der Schulleitung melden. Die Erziehungsdirektionen empfehlen zudem, während des Ramadan bei sportlichen Aktivitäten im Freien auf die körperliche Verfassung der fastenden Jugendlichen zu achten.
Kulinarische Traditionen und Iftar in den Kantonen
Das Fastenbrechen, Iftar genannt, ist ein zentrales soziales Ereignis. In der Schweiz hat sich eine multikulturelle Iftar-Kultur entwickelt, die Einflüsse aus dem Balkan, der Türkei, Nordafrika und dem Nahen Osten vereint.

Spezialitäten und Konsumverhalten
Während des Ramadan verzeichnet der Schweizer Detailhandel (insbesondere Migros und Coop) eine erhöhte Nachfrage nach spezifischen Produkten.
- Datteln: Sie sind das traditionelle Lebensmittel, mit dem das Fasten gebrochen wird.
- Ramadan-Pide: Ein spezielles Fladenbrot, das in türkischen Bäckereien in Zürich oder Basel nur in diesem Monat verkauft wird.
- Hülsenfrüchte: Suppen wie Harira oder Mercimek sind fester Bestandteil des Abendessens.
| Produktgruppe | Nachfrageentwicklung | Beliebteste Herkunftsländer |
| Datteln | +300 % | Tunesien, Algerien, Israel |
| Lammfleisch | +45 % | Schweiz, Neuseeland |
| Honig & Nüsse | +25 % | Regional, Türkei |
| Alkoholfreie Getränke | +15 % | Regional |
Die soziale Dimension: Karitative Arbeit und Zakat
Ein wesentlicher Teil des Ramadan ist die "Zakat al-Fitr", eine verpflichtende Abgabe an Bedürftige vor Ende des Monats. In der Schweiz koordinieren Organisationen wie Islamic Relief Switzerland oder lokale Moscheevereine die Verteilung dieser Gelder.
Unterstützung lokaler Projekte
Im Jahr 2026 liegt der Fokus der Schweizer Muslime verstärkt auf der Unterstützung lokaler Gassenküchen und Obdachlosenheime. Viele Gemeinden in Städten wie Lausanne oder Winterthur organisieren "Offene Iftars", zu denen auch Nicht-Muslime eingeladen sind. Diese Veranstaltungen dienen dem Abbau von Vorurteilen und fördern den sozialen Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Die Teilnahme an solchen Essen ist oft kostenlos, erfordert jedoch aufgrund der hohen Nachfrage eine Anmeldung über die Webseiten der jeweiligen Vereine.
Gesundheitliche Aspekte während der Fastenzeit
Schweizer Gesundheitsexperten geben für das Jahr 2026 spezifische Empfehlungen ab, da das Fasten im Winter weniger dehydrierend wirkt als im Sommer, aber dennoch eine Umstellung für den Stoffwechsel bedeutet.
Medizinische Empfehlungen
- Hydratation: Es wird empfohlen, zwischen Sonnenuntergang und Morgendämmerung mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken.
- Nährstoffdichte: Komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Haferflocken) beim Suhur (Frühstück) sorgen für eine langanhaltende Sättigung.
- Medikamente: Personen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes sollten das Fasten nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt durchführen. Im Islam gibt es ausdrückliche Befreiungen für Kranke, Schwangere und Reisende.
Das Fest Eid al-Fitr 2026 in der Schweiz
Das Fest zum Ende des Ramadan, in der Schweiz oft als Zuckerfest bezeichnet, beginnt am 20. März 2026. Es ist eine Zeit der Familie und der Geschenke. Da dieser Tag auf einen Freitag fällt, werden in vielen Städten große Gemeinschaftsgebete in Sporthallen oder Kongresszentren organisiert, da die lokalen Moscheen die Anzahl der Gläubigen oft nicht fassen können.
In den Tagen vor dem Fest verzeichnet der Schweizer Handel ein Umsatzplus bei Süßwaren, Kleidung und Spielzeug. Besonders beliebt sind Geschenkkarten und Goldmünzen als langfristige Präsente. Die sozialen Medien spielen eine wachsende Rolle, um Grüße wie "Eid Mubarak" (Gesegnetes Fest) zu verbreiten und Treffen zu koordinieren.
Die Ausübung des Ramadan 2026 in der Schweiz verdeutlicht die Etablierung islamischer Traditionen innerhalb eines säkularen Staates. Während die wirtschaftliche Bedeutung durch gezielte Sortimentsanpassungen im Handel wächst, bleibt der Kern des Monats für die Bevölkerung ein privates und spirituelles Ereignis. Die gesellschaftliche Akzeptanz zeigt sich in den flexiblen Lösungen am Arbeitsplatz und dem wachsenden Interesse an interkulturellen Iftar-Veranstaltungen. Für die Menschen in der Schweiz bedeutet diese Phase eine Zeit der erhöhten Aufmerksamkeit für soziale Gerechtigkeit und das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen.
Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht – in der Schweiz und der Welt: March 2026 in der Schweiz: Route & Highlights – Hauptveranstaltungen und Konzerte in Zürich, Genf und Bern
