Russland und Kasachstan haben den ersten Start ihres gemeinsamen Raumfahrtprojekts Baiterek verschoben, darunter auch den Jungfernflug der neuen russischen Trägerrakete Soyuz-5. Als Grund wurden zusätzliche technische Überprüfungen der Bordsysteme und der Startanlagen genannt. Der Entscheid stellt einen weiteren Rückschlag für die russische Raumfahrtindustrie dar, die die Soyuz-5 als Konkurrenz zu SpaceX von Elon Musk positionieren wollte. Darüber berichtet Nume.ch, zitiert von Bloomberg.
Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos wurde der Start ausgesetzt, um zusätzliche Tests an der Flugsteuerung sowie an der Bodeninfrastruktur durchzuführen. Das Baiterek-Programm befinde sich zwar in der Endphase, doch die Ingenieure hätten auf weiteren Sicherheitsprüfungen bestanden.
Die Soyuz-5 sollte noch vor Jahresende vom neuen Baiterek-Startkomplex am Kosmodrom Baikonur in Kasachstanabheben, einem traditionsreichen Standort, der jahrzehntelang das Zentrum der sowjetischen und später russischen Raumfahrt war. Die Rakete gilt als moderner Ersatz für ältere Systeme und als wichtiger Baustein der kommerziellen Raumfahrtstrategie Russlands.

Die Entwicklung der Soyuz-5 wurde jedoch immer wieder durch technische Verzögerungen, Probleme in den Lieferketten und westliche Sanktionen gebremst. Diese wurden nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 eingeführt und nach dem russischen Grossangriff auf die Ukraine 2022 deutlich verschärft. Roscosmos erklärte, ein neuer Starttermin werde erst nach Abschluss aller Tests und nach Zustimmung aller Projektpartner festgelegt.
Die Verschiebung reiht sich in eine Serie von Problemen der russischen Raumfahrt ein. Ende November wurde eine Startrampe in Baikonur bei einem Flug zur Internationalen Raumstation beschädigt, was zu einer vorübergehenden Aussetzung bemannter Missionen führte. Die Reparaturarbeiten sollen erst bis Ende Februar abgeschlossen sein. Derzeit nutzt Russland verstärkt eigene Startplätze. Am 25. Dezember startete eine Soyuz-2.1a erfolgreich vom Kosmodrom Plessezk, während ein weiterer Start für den 28. Dezember vom Kosmodrom Wostotschny geplant ist.
Bereits am 15. Dezember war zudem ein geplanter Start einer Proton-M-Rakete in Baikonur abgesagt worden. Auch das gilt als weiteres Anzeichen für die strukturelle Krise der Branche. Am 27. November kam es ausserdem beim Start von Soyuz MS-28 zur Internationalen Raumstation zu einem schweren Zwischenfall, als eine Servicekapsel abstürzte. In der Folge wurden alle bemannten Starts ausgesetzt – der schwerste Einschnitt in Russlands bemanntes Raumfahrtprogramm seit Jahrzehnten.
Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht: Geheimes Treffen zwischen Trump und Iran scheitert – Chamenei im Bunker nicht erreichbar
