Cortina d’Ampezzo – Die Schweizer Curler um Skip Yannick Schwaller setzen bei den Olympische Winterspiele 2026 ein deutliches Zeichen. Beim Männer-Turnier im Curling bezwang die Schweiz Titelverteidiger Schweden klar mit 9:4 und bleibt damit nach sechs Spielen weiterhin ungeschlagen. Schwaller’s Switzerland führt die Round-Robin-Tabelle souverän an und bestätigt ihren Status als Topfavorit auf Edelmetall. Dies berichtet die Redaktion von NUME.ch unter Berufung auf Reuters.
Im traditionsreichen Cortina Curling Olympic Stadium zeigte das Team eine reife, taktisch disziplinierte Leistung. Von Beginn an kontrollierten die Schweizer das Spieltempo, nutzten gegnerische Fehler konsequent aus und liessen Schweden kaum Raum für Comeback-Hoffnungen.
Bereits im Mitteldrittel zeichnete sich ab, dass die Eidgenossen an diesem Tag zu stark waren. Mit präzisem Draw-Spiel und clever gesetzten Guards bauten sie den Vorsprung kontinuierlich aus. Der Endstand von 9:4 spiegelte die Kräfteverhältnisse deutlich wider.
Schweden unter Druck: Titelverteidiger ohne Perspektive
Für Schweden unter Skip Niklas Edin war es ein bitterer Nachmittag. Nach der überraschenden 3:7-Niederlage gegen Deutschland stand der Olympiasieger bereits unter Zugzwang. Theoretisch bestand noch eine minimale Chance auf die Playoffs – praktisch war man auf Schützenhilfe angewiesen.
Mit der Niederlage gegen Schwaller ist diese Hoffnung nun endgültig dahin. Schweden rangiert mit nur einem Sieg aus sieben Spielen auf dem geteilten neunten Rang der Round-Robin-Phase. Die Titelverteidigung ist damit offiziell gescheitert.
Für Edin, eine der prägendsten Figuren im internationalen Curling der letzten Dekade, markiert dieses Turnier einen deutlichen Bruch. Taktische Unsicherheiten, fehlende Konstanz im Take-out-Spiel und mehrere kostspielige Fehler im fünften und siebten End machten den Unterschied.
Schwaller: „Alles kommt gerade zusammen“
Nach dem Spiel zeigte sich Yannick Schwaller reflektiert, aber selbstbewusst.
„Wir haben sehr hart gearbeitet und viele gute Gespräche geführt im Vorfeld“, erklärte der Schweizer Skip. „Im Moment kommt alles schön zusammen. Wir spielen mit viel Selbstvertrauen und geniessen jeden Moment auf dem Eis.“
Diese Worte sind mehr als eine Floskel. Die Schweizer wirken strukturiert, geschlossen und mental stabil. Besonders auffällig ist die Harmonie innerhalb des Teams – Kommunikation und Rollenverteilung erscheinen klar definiert.
Die Bilanz spricht für sich: Sechs Siege aus sechs Spielen, Tabellenplatz eins und das beste Punktedifferenzial des Turniers.
Die Ausgangslage im Round Robin
Im Männer-Curling der Winterspiele bestreiten die Teams neun Spiele in der Round-Robin-Phase. Die besten vier Mannschaften qualifizieren sich für die Halbfinals.
Aktueller Stand (nach Spieltag 6/7):
- Schweiz: 6 Siege, 0 Niederlagen
- China: stark im Aufwind
- Tschechien: historischer Erfolg
- Deutschland: überraschend konkurrenzfähig
- Schweden: 1 Sieg, 6 Niederlagen
Auch andere Begegnungen sorgten für Dynamik im Turnier. China unter Xiaoming Xu besiegte die USA mit 8:5 in einem engen Match, das bis ins letzte End offen war. Tschechien wiederum feierte mit einem 9:7 gegen den Europameister Deutschland den ersten olympischen Sieg im Männer-Curling überhaupt – ein historischer Moment für das Land.

Warum die Schweiz derzeit das Maß aller Dinge ist
Die Dominanz von Schwaller’s Switzerland ist kein Zufall. Drei Faktoren stechen besonders hervor:
- Präzision im letzten Stein – Schwaller überzeugt mit hoher Trefferquote bei entscheidenden Shots.
- Strategische Disziplin – Das Team vermeidet unnötige Risiken.
- Mentale Stabilität – Auch bei Drucksituationen bleibt die Körpersprache ruhig.
Im Vergleich zu früheren Turnieren wirkt die Schweiz gereifter. Während man in vergangenen Weltmeisterschaften gelegentlich an der Konstanz scheiterte, präsentiert sich das Team nun fokussiert und strukturiert.
Die Eisbedingungen in Cortina scheinen der Schweizer Spielweise entgegenzukommen: kontrollierte Geschwindigkeit, technisch saubere Linien und taktische Geduld sind gefragt – klassische Schweizer Tugenden.
Halbfinale in Reichweite – aber noch nicht sicher
Trotz der perfekten Bilanz ist die Halbfinal-Qualifikation rechnerisch noch nicht fix. Drei Spiele stehen noch aus. Ein Einbruch könnte die Konstellation verändern, auch wenn dies angesichts der aktuellen Form unwahrscheinlich erscheint.
Der Modus verlangt Konstanz:
- 9 Spiele in der Vorrunde
- Top 4 erreichen das Halbfinale
- Sieger der Halbfinals kämpfen um Gold
Mit jedem weiteren Sieg erhöht die Schweiz ihre Chancen auf eine günstige Ausgangslage in der K.o.-Phase. Entscheidend wird sein, das Momentum zu konservieren und nicht zu früh in Turnier-Euphorie zu verfallen.
Schweizer Curling-Tradition lebt weiter
Curling besitzt in der Schweiz eine lange Tradition. Von Weltmeistertiteln bis zu olympischen Medaillen war das Land immer wieder international konkurrenzfähig. Schwaller steht in einer Reihe mit grossen Namen des Schweizer Curlings.
Was dieses Team jedoch besonders macht, ist die Mischung aus taktischer Intelligenz und moderner Spielanalyse. Video-Studien, statistische Auswertungen und psychologische Vorbereitung sind längst integraler Bestandteil des Trainings.
Die aktuelle Leistung bei den Winterspielen 2026 deutet darauf hin, dass die Schweiz bereit ist, eine neue Ära einzuläuten.
Schwaller’s Switzerland bleibt bei den Winterspielen 2026 das dominierende Team im Männer-Curling. Der 9:4-Sieg gegen Schweden beendet nicht nur die Titelträume des Olympiasiegers, sondern unterstreicht die Ambitionen der Eidgenossen auf Edelmetall.
Während Schweden frühzeitig aus dem Medaillenrennen ausscheidet, wächst in der Schweiz die Erwartung. Noch sind es drei Spiele bis zum Ende der Vorrunde – doch eines ist klar:
Wer Gold gewinnen will, muss an Schwaller vorbei.
Und derzeit wirkt dieses Schweizer Team kaum zu stoppen.
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