Der schwedische Impact-Investor und Start-up-Förderer Norrsken eröffnet einen neuen, groß angelegten Innovations-Hub in Amsterdam. Das Projekt wird sowohl durch kommunale Fördermittel als auch durch niederländische Tech-Investoren unterstützt und soll ab 2026 rund 1.000 Beschäftigte aus Start-ups beherbergen. Der Schritt gilt als strategisches Signal zur Stärkung des europäischen Tech-Ökosystems mit gesellschaftlichem Fokus – in einer Phase rückläufiger Wagniskapital-Investitionen. Darüber berichtet Nume.ch unter Berufung auf Dutch News und De Parool.

Eine ehemalige Fabrik wird zum größten Impact-Hub Europas

Das neue Norrsken House Amsterdam entsteht auf dem Gelände der früheren Stork-Motorenfabrik im Stadtteil Oostenburg, östlich des Amsterdamer Zentrums. Das historische Industrieareal wird zu einem modernen Campus umgebaut, der Co-Working-Flächen, Konferenz- und Veranstaltungsräume sowie Gastronomieangebote umfasst. Ziel ist es, einen offenen Ort für Austausch zwischen Gründerinnen und Gründern, Investoren, Politik und Zivilgesellschaft zu schaffen.

Nach Angaben von Norrsken wurde der Standort bewusst so gewählt, dass er zentral, gut erreichbar und sichtbar ist. Technologieunternehmen sollen nicht abgeschottet agieren, sondern Teil des städtischen Lebens sein.

Norrskens Ansatz: Technologie mit gesellschaftlicher Wirkung

Norrsken wurde 2016 in Stockholm von Niklas Adalberth, einem der Mitgründer des Zahlungsdienstleisters Klarna, ins Leben gerufen. Die Organisation unterstützt Technologieunternehmen, die gezielt soziale und ökologische Problemeadressieren – etwa in den Bereichen Klimaschutz, Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung.

Geschäftsführerin Sara Kappelmark erklärte gegenüber De Parool, der Standort Amsterdam solle zum größten Impact-Hub Europas werden. Entscheidend sei, dass Tech-Unternehmen sichtbar bleiben und Verantwortung im öffentlichen Raum übernehmen.

Finanzierung durch Investoren und Stadt Amsterdam

Das Projekt wird von einer Gruppe niederländischer Investoren mitfinanziert, darunter Eduard Zanen, Gründer der Kinderwagenmarke Bugaboo und Eigentümer der Van-Gendt-Hallen. Zusätzlich beteiligt sich die Stadt Amsterdam: Der Stadtrat hatte im Sommer 5 Millionen Euro für Investitionen in den Technologiesektor bereitgestellt, unter anderem für Technologie-Bildung. Ein Teil dieser Mittel fließt nun in das Norrsken-Projekt, die genaue Summe ist jedoch nicht öffentlich bekannt.

Der für Wirtschaft zuständige Stadtrat Sofyan Mbarki betonte, dass es bei der öffentlichen Beteiligung nicht um finanzielle Rendite gehe, sondern um langfristigen Nutzen für die Stadt. Ziel sei es, nachhaltige wirtschaftliche Aktivität zu fördern und Amsterdam als Innovationsstandort zu stärken.

Strategischer Schritt in einer schwierigen Marktphase

Der Ausbau von Norrsken in Amsterdam erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der niederländische Start-up-Markt unter Druck steht. Laut der Dutch Startup Association (DSA) erreichten sowohl Anzahl als auch Volumen der Tech-Investitionen 2025 den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. In den ersten drei Quartalen des Jahres wurden lediglich 1,7 Milliarden Euro investiert – gegenüber fast 2 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Zudem erwägen laut DSA rund ein Drittel der Tech-Gründer, die Niederlande zu verlassen. Als Gründe werden ein günstigeres Steuerumfeld, bessere Bedingungen für Fachkräftezuwanderung und leichterer Zugang zu Kapital im Ausland genannt.

Vor diesem Hintergrund gilt das Norrsken-Projekt als Versuch, Talente und Kapital im Land zu halten und Amsterdam als europäischen Knotenpunkt für Impact-getriebene Innovation zu positionieren.

Wer kann Mitglied im Norrsken House werden

Unternehmerinnen und Unternehmer können sich für eine Mitgliedschaft im Norrsken House Amsterdam bewerben. Voraussetzung ist eine klare Darstellung der eigenen Mission sowie ein nachweisbarer gesellschaftlicher oder nachhaltiger Mehrwert. Entscheidend sei nicht die Branche, sondern die Frage, ob ein reales Problem mithilfe von Technologie gelöst werde, so Kappelmark.

Neben Amsterdam betreibt Norrsken bereits vergleichbare Hubs in Stockholm, Barcelona, Brüssel und Kigali. Ergänzt wird das Netzwerk durch fünf gewinnorientierte Venture-Fonds, die gemeinsam über nahezu eine Milliarde Euro Kapital internationaler Tech-Investoren verfügen.

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