Schweizer Bauernregeln für den Februar sind überlieferte Wetter‑ und Naturbeobachtungen, die traditionell zur Einschätzung des kommenden Jahres herangezogen werden. Sie beziehen sich vielfach auf bestimmte Lostage – etwa Maria Lichtmess am 2. Februar oder St. Valentin am 14. Februar – und deuten auf Vegetation, Wetterverläufe oder Erntechancen hin. Beispiele umfassen Aussagen wie „Ist’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“ und „Im Hornung Schnee und Eis macht den Sommer heiß“. Diese Regeln sind Teil des ländlichen Brauchtums, haben keine wissenschaftlich belegte Vorhersagekraft und dienen heute vor allem der kulturellen Einordnung traditioneller Beobachtungen. Darüber berichtet die Redaktion von NUME.ch.
Hintergrund: Was sind Bauernregeln und Lostage
Bauernregeln sind kurze, reimartige Aussprüche, die traditionelle Beobachtungen des Wetters mit saisonalen Erwartungen verknüpfen. Sie entstanden in Zeiten vor moderner Meteorologie und halfen Landwirten dabei, Entscheidungen zur Aussaat, Ernte oder Tierhaltung zu treffen. In der Schweiz und im deutschsprachigen Raum beziehen sich viele dieser Regeln auf Feier‑ und Lostage im Kirchenjahr, etwa Maria Lichtmess (2. Februar) oder St. Matthias (24. Februar). Der Begriff „Hornung“ ist ein historischer Name für den Februar und spielt in zahlreichen Regeln eine Rolle. Die Zuverlässigkeit solcher Regeln ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, doch sie haben einen festen Platz im kulturellen Brauchtum agrarischer Gesellschaften .

Bauernregeln im Februar: Übersicht und Bedeutung
Die Bauernregeln für den Februar beziehen sich meist auf Wetterverläufe, Temperaturen, Windlagen und deren vermutete Auswirkungen auf Frühling, Sommerwetter oder Ernteerträge. Sie ordnen Wetter‑ und Naturphänomene bestimmten Tagen oder Perioden zu und verknüpfen diese mit Prognosen für die kommenden Wochen oder Monate. Die folgende Tabelle fasst verbreitete Schweizer/Februar‑Regeln zusammen:
| Bauernregel | Bedeutung / Interpretation |
|---|---|
| Ist’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. | Hartes Winterwetter am 2. Februar deutet traditionell auf baldigen Frühlingsbeginn hin. |
| Wenn der Hornung warm uns macht, friert’s im Mai noch oft bei Nacht. | Ein milder Februar soll laut Volksweisheit Spätfrost im Frühling begünstigen. |
| Im Hornung Schnee und Eis macht den Sommer heiß. | Kaltes, schneereiches Frühjahr wird oft mit einem warmen Sommer verknüpft. |
| Hat der Valentin (14. Februar) viel Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser. | Regen am Valentinstag gilt als Anzeichen für feuchteren Frühling. |
| Nebel im Februar bringt Regen oft im Jahr. | Nebel wird mit höherer Niederschlagswahrscheinlichkeit übers Jahr assoziiert. |
| Wenn es im Februar nicht schneit, dann schneit es in der Osterzeit. | Ausbleiben von Schneefall im Februar kann spätere Winterrückfälle ankündigen. |
Diese Regeln basieren auf überlieferten Beobachtungen und kulturellen Überzeugungen; ihre meteorologische Vorhersagekraft ist begrenzt. Moderne statistische Analysen zeigen keine konsistente Korrelation zwischen einzelnen Bauernregeln und tatsächlichen Klima‑ oder Ernteverläufen, sie dienen vorwiegend der kulturellen Einordnung traditioneller Wissensbestände .
Wichtige Lostage und ihre traditionelle Bedeutung
Maria Lichtmess (2. Februar)
Maria Lichtmess gilt als traditioneller Endpunkt des Weihnachtsfestkreises und markiert in der Agrartradition das Ende der Winterruhe. Wetterbeobachtungen an diesem Tag wurden oft als Indikator für kommende Temperaturen genommen. Die Regel „Ist’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“ gehört zu den bekanntesten. Ein klarer und sonniger Lichtmess‑Tag galt hingegen traditionell als Zeichen für längeren Winter .
St. Valentin (14. Februar)
Der Valentinstag spielt ebenfalls in einigen Bauernregeln eine Rolle. Wetterphänomene an diesem Tag – etwa Regen oder Frost – wurden mit den Temperaturen und Niederschlagsmustern der kommenden Wochen verknüpft. Eine verbreitete Volksweisheit lautet: „Hat’s zu Sankt Valentin gefroren, ist das Wetter lang verloren“; Regen am Valentinstag wird mit einem feuchteren Frühling assoziiert .
Petri Stuhlfeier (22. Februar) und St. Matthias (24. Februar)
Regeln rund um den 22. und 24. Februar verknüpfen das Wetter dieser Lostage mit der verbliebenen Winterdauer. „Wenn’s Petrus und Matthias macht, so bleibt es noch durch 40 Nacht“ ist eine traditionelle Bauernregel, die davon ausgeht, dass Wetterphänomene an diesen Tagen länger anhalten könnten. Solche Zuordnungen stehen im Zusammenhang mit der agrarischen Praxis, den Frühlingsbeginn und damit verbundene Arbeitsschritte zeitlich einzuordnen .

Bauernregeln im praktischen Kontext: Nutzung und Grenzen
Tradition vs. Moderne Meteorologie
Historisch galten Bauernregeln als praktische Hilfsmittel, um Entscheidungen zur Aussaat, Pflege und Ernte zu treffen. Heute stehen Landwirten und Gärtnern detaillierte Wetterdaten, Satellitenbeobachtungen und Vorhersagemodelle zur Verfügung, die deutlich höherer Genauigkeit besitzen. Bauernregeln haben daher keinen belastbaren prognostischen Wert im modernen meteorologischen Sinne, werden aber weiterhin als kulturelles Erbe gepflegt.
Regionale Unterschiede
Bauernregeln variieren regional. In der Schweiz und im alpinen Raum finden sich Besonderheiten, die auf geografische Besonderheiten wie Gebirge, Alpenpässe und spezifische Windphänomene – etwa die Bise – Bezug nehmen. Die Bise ist ein trockener, kalter Wind auf der Schweizer Hochebene, der winterliche Wetterlagen prägt und in lokalen Bauernregeln auftauchen kann, ohne direkte statistische Prognosekraft zu besitzen .
Schweizer Bauernregeln für den Februar sind Teil des agrarkulturellen Brauchtums und bieten einen Einblick in historische Wetterbeobachtungen und saisonale Erwartungen. Sie sind keine wissenschaftlich abgesicherten Wettervorhersagen, sondern überlieferte Volksweisheiten. Für praktische Entscheidungen zu Wetter, Landwirtschaft oder Gartenbau sollten moderne Wetterdienste und meteorologische Prognosen genutzt werden. Traditionelle Regeln können hingegen kulturelles Verständnis und historische Kontinuität vermitteln.
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