Die ukrainische Tennisspielerin Elina Svitolina hat beim WTA-1000-Turnier in Dubai einen der emotionalsten Siege ihrer Karriere gefeiert. Im Halbfinale setzte sich die 29-Jährige nach mehr als drei Stunden Spielzeit gegen die Weltranglisten-Vierte Coco Gauff durch und zog damit erstmals seit 2018 wieder in ein Finale der höchsten Turnierkategorie unterhalb der Grand Slams ein. Das Match endete 6:4, 6:7(13), 6:4 und entwickelte sich zu einem der längsten und intensivsten Duelle des laufenden WTA-Jahres, berichtet die Redaktion von NUME.ch.

Ein Turnier mit Signalwirkung für Svitolina

Für Svitolina ist der Finaleinzug in Dubai mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Die Ukrainerin bestreitet erst ihr zweites Turnier seit ihrem starken Halbfinal-Run bei den Australian Open 2026 und zeigt, dass sie nach Verletzungspausen und längerer Abwesenheit wieder zur erweiterten Weltspitze gehört. In Doha war sie zuvor noch früh ausgeschieden, doch in Dubai steigerte sie sich von Runde zu Runde sichtbar. Auf dem Weg ins Halbfinale profitierte Svitolina zunächst von der Aufgabe der Spanierin Paula Badosa. Anschließend gewann sie zwei kräftezehrende Dreisatzmatches gegen Belinda Bencic und Antonia Ružić. Schon dort zeigte sich ihre physische Stabilität – eine Qualität, die im Duell mit Gauff entscheidend werden sollte.

Ein Halbfinale auf höchstem Niveau

Gegen die drittgesetzte Amerikanerin Coco Gauff absolvierte Svitolina ihr längstes Match des Turniers. Beide Spielerinnen lieferten sich über 3:06 Stunden hinweg intensive Grundlinienduelle, lange Ballwechsel und zahlreiche Breakchancen. Trotz des hohen Tempos blieb die Fehlerquote überraschend niedrig, was die außergewöhnliche Qualität der Partie unterstrich.

Im ersten Satz geriet Svitolina früh mit einem Break in Rückstand und lag bereits 1:3 zurück. Doch die Ukrainerin blieb ruhig, erhöhte den Druck bei den Returns und drehte den Satz mit konsequentem Spiel von der Grundlinie. Beim Stand von 5:4 nutzte sie ihren zweiten Satzball auf eigenem Aufschlag.

Zweiter Satz: Dramatischer Tiebreak mit 28 Ballwechseln

Der zweite Durchgang entwickelte sich zum Herzstück des Matches. Beide Spielerinnen hielten lange ihre Aufschläge, ehe Gauff beim Stand von 6:5 zwei Satzbälle erhielt. Svitolina wehrte beide ab und rettete sich in den Tiebreak. Dort erreichte die Spannung ihren Höhepunkt: Insgesamt 28 Ballwechsel wurden gespielt, vier Satzbälle vergab die Ukrainerin, ehe Gauff den Durchgang mit 15:13 für sich entschied. Dieser Tiebreak dauerte allein über 20 Minuten und verlangte beiden Athletinnen physisch wie mental alles ab. Trotz der verpassten Chancen zeigte Svitolina keine Anzeichen von Frustration – im Gegenteil.

Entscheidung im dritten Satz

Im entscheidenden dritten Satz ging Gauff zwar zunächst mit 1:0 in Führung, doch es sollte ihr letzter Vorsprung im Match bleiben. Svitolina erhöhte die Länge der Ballwechsel, variierte besser mit Spin und Tiefe und zwang die Amerikanerin zunehmend zu Fehlern. Beim Stand von 4:4 wehrte sie zwei Breakbälle ab – eine Schlüsselszene des Spiels. Im darauffolgenden Aufschlagspiel von Gauff erspielte sich Svitolina mehrere Matchbälle. Erst den fünften konnte sie schließlich verwandeln und sank erschöpft, aber sichtbar erleichtert auf den Court.

Historische Bedeutung des Erfolgs

Mit diesem Sieg steht Svitolina erstmals seit acht Jahren wieder in einem Finale der WTA-1000-Serie. Zuletzt hatte sie im Mai 2018 in Rom einen Titel dieser Kategorie gewonnen, damals gegen Simona Halep. In der laufenden Saison ist es bereits ihr zweiter Erfolg gegen Gauff – auch bei den Australian Open 2026 hatte sie die Amerikanerin klar in zwei Sätzen bezwungen. Der Erfolg in Dubai bestätigt nicht nur ihre aktuelle Form, sondern auch ihre Rolle als konstante Topspielerin auf höchstem Niveau. Besonders bemerkenswert ist dabei ihre mentale Stärke in engen Situationen, die in diesem Halbfinale mehrfach zum Tragen kam.

Finale gegen Jessica Pegula

Im Endspiel trifft Svitolina nun auf die Weltranglisten-Fünfte Jessica Pegula. Die Bilanz der direkten Duelle spricht mit 5:3 für die Amerikanerin, doch Svitolina reist mit viel Selbstvertrauen in das Finale. Nach über drei Stunden im Halbfinale bleibt jedoch abzuwarten, wie gut sie körperlich regenerieren kann. Unabhängig vom Ausgang des Finals markiert der Auftritt in Dubai einen Wendepunkt in der Saison der Ukrainerin. Der Finaleinzug sendet ein klares Signal an die Konkurrenz: Elina Svitolina ist zurück – und bereit, wieder um große Titel zu spielen.

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