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Swisscom schaltet das 3G-Netz in der Schweiz ab und leitet damit den tiefgreifendsten Mobilfunkumbau seit zwei Jahrzehnten ein. Über zwanzig Jahre lang bildete UMTS die technische Grundlage für mobiles Internet, SMS-Dienste, frühe Smartphone-Nutzung sowie für tausende vernetzte Systeme in Verkehr, Energieversorgung, Tourismus und Industrie. Seit dem 31. Dezember 2025 beginnt der grösste Schweizer Mobilfunkanbieter nun, diesen Mobilfunkstandard schrittweise ausser Betrieb zu nehmen. Was 2004 als technologischer Durchbruch startete, wird damit im Laufe von 2026vollständig Geschichte.

Nach Angaben von Swisscom betrifft die Abschaltung nicht nur klassische Mobiltelefone, sondern auch Notrufsysteme, Verkehrssteuerungen, Aufzugsanlagen, Parkautomaten, Strom- und Wasserzähler, industrielle M2M-Module sowie Berg-Webcams in den Alpenregionen. Millionen Geräte in der gesamten Schweiz verlieren damit ihre bisherige UMTS-Verbindung und müssen auf 4G (VoLTE) oder 5G umgestellt werden, um weiterhin funktionsfähig zu bleiben.

Wie Nume.ch berichtet, basiert der offizielle Zeitplan auf Informationen der Schweizer SRF-Redaktion, des Tages-Anzeigers sowie der eidgenössischen Regulierungsbehörde ComCom, die den schrittweisen Rückbau des 3G-Netzes regulatorisch begleitet.

Von der Pioniertechnik zur Netzlast

Als Swisscom im Jahr 2004 den Mobilfunkstandard UMTS einführte, markierte dies den Beginn des mobilen Internets in der Schweiz. 3G ermöglichte erstmals den stabilen Zugang zu E-Mails, Webdiensten, Fahrplänen, mobilen Zahlungssystemen und später zu den ersten Smartphone-Anwendungen. Über viele Jahre bildete UMTS das Rückgrat der mobilen Datenkommunikation im Land.

Mit der Einführung von 4G (LTE) ab 2012 und 5G ab 2019 verlagerte sich der Datenverkehr jedoch zunehmend auf leistungsfähigere Netze. Heute spielt 3G im Alltagsgebrauch kaum noch eine Rolle. Nach Angaben von Swisscom werden über UMTS weniger als ein Prozent des gesamten mobilen Datenvolumens abgewickelt, während das Netz rund zehn Prozent der Funkkapazitäten belegt und im Vergleich zu LTE und 5G deutlich mehr Energie benötigt. Diese technische und wirtschaftliche Ineffizienz gilt als zentraler Grund für die Abschaltung.

Der offizielle Abschaltprozess

Swisscom kündigte den Rückbau des 3G-Netzes im März 2022 an und legte damit einen mehrjährigen Migrationszeitraum fest. Seit dem 31. Dezember 2025 werden UMTS-Antennen in der gesamten Schweiz schrittweise deaktiviert. Die Umstellung erfolgt standortweise, da jede Funkzelle auf 4G- oder 5G-Technik migriert werden muss. Während dieser Übergangsphase kann die 3G-Abdeckung lokal noch zeitweise verfügbar sein. Nach Abschluss des Phaseouts wird der UMTS-Betrieb im Swisscom-Netz vollständig eingestellt.

Swisscom schaltet 3G in der Schweiz ab: Wie das UMTS-Netz verschwindet und was 2026 gilt

Welche Geräte in der Schweiz betroffen sind

Von der Abschaltung betroffen sind alle Systeme, die für Sprach- oder Datenübertragung auf UMTS angewiesen sind. Dazu zählen insbesondere:

  • ältere Mobiltelefone ohne VoLTE-Unterstützung
  • Notrufsysteme in Aufzügen
  • Alarmanlagen
  • Parkuhren und Fahrkartenautomaten
  • Strom-, Wasser- und Gaszähler
  • Industrie- und Logistikmodule
  • Berg-Webcams und Wetterstationen

Auch Geräte mit integriertem 4G-Modem sind betroffen, wenn sie keine Sprachtelefonie über LTE (VoLTE) unterstützen.

VoLTE als technischer Mindeststandard

Nach der Abschaltung von UMTS wird Sprachtelefonie im Swisscom-Netz ausschliesslich über 4G (VoLTE) oder 5G abgewickelt. Geräte ohne VoLTE-Funktion können weiterhin mobile Daten nutzen, verlieren jedoch die Fähigkeit zur Telefonie und zu Notrufen. Swisscom empfiehlt Kundinnen und Kunden, die VoLTE-Unterstützung ihrer Geräte in den Einstellungen zu prüfen oder beim Hersteller zu bestätigen.

4G und 5G im Parallelbetrieb

Swisscom rechnet mit einer langfristigen Koexistenz von 4G und 5G. Ein Termin für eine mögliche Abschaltung von LTE wurde nicht genannt. Eine solche Entscheidung würde nach Unternehmensangaben mindestens drei Jahre im Voraus kommuniziert. Parallel dazu bereitet Swisscom die Einführung von 5G Standalone (5G SA) vor. Bei dieser Netzarchitektur verbinden sich Endgeräte direkt mit dem 5G-Kernnetz, ohne auf 4G angewiesen zu sein.

Situation bei Sunrise und Salt

Die Schweizer Mobilfunkversorgung wird von drei Netzanbietern getragen:

AnbieterMarktanteil Mobilfunk (Ende 2024)
Swisscomrund 54 %
Sunriserund 28 %
Saltrund 18 %

Sunrise hat sein 3G-Netz bereits zwischen Juni und August 2025 vollständig abgeschaltet und betreibt heute ein landesweites 5G-Standalone-Netz. Salt plant die Abschaltung seines 3G-Netzes für Ende 2026.

Folgen für Infrastruktur und Wirtschaft

Zahlreiche Systeme in Verkehr, Gebäudetechnik, Sicherheit, Energieversorgung und Industrie basieren weiterhin auf UMTS-Modulen. Diese müssen nun entweder ersetzt oder auf 4G- oder 5G-fähige Technik umgestellt werden. Betroffen sind unter anderem Verkehrsüberwachung, Parkraumbewirtschaftung, Notrufsysteme und industrielle Steuerungen.

Swisscom informiert betroffene Geschäftskunden gezielt über notwendige technische Anpassungen.


Zeitliche Eckpunkte

  • 2004 – Einführung von 3G (UMTS) in der Schweiz
  • März 2022 – Ankündigung des Phaseouts
  • 31. Dezember 2025 – Beginn der Abschaltung
  • Anfang 2026 – Abschluss der landesweiten Stilllegung

Mit diesem Schritt endet die UMTS-Ära im grössten Mobilfunknetz der Schweiz.

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