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Tunnel Italien – wer in den Süden reist, trifft auf eine der teuersten Straßenverbindungen Europas. Für die Durchfahrt des Fréjus-Tunnels zwischen Frankreich und Italien zahlte ein deutscher Camping-Urlauber zuletzt 72,60 Euro für nur 15 Kilometer. Der Betrag sorgte in sozialen Netzwerken für Diskussionen unter Reisenden aus Deutschland und der Schweiz, die zunehmend unter steigenden Nebenkosten im Autourlaub leiden.

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NUME.ch berichtet unter Berufung auf einen Beitrag in der Facebook-Gruppe „Camping Switzerland“, wo der Betroffene seine Quittung veröffentlichte: 60,50 Euro Maut zzgl. 20 % Mehrwertsteuer.

Massive Reaktionen: „Abzocke“ oder legitime Kosten

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. „Das ist wirklich zu viel“, kommentierte ein Nutzer. Andere forderten gar Tunnelgebühren nur für Ausländer, während schweizerische Stimmen betonten, dass Reisende in Frankreich oder Italien oft blind zahlen, aber die Schweiz als teuer darstellen.

Für viele sei klar: Tunnelmaut werde nicht transparent kommuniziert – besonders gegenüber Campern, die keine regelmäßigen Transitfahrer sind.

Hintergrund: Was ist der Fréjus-Tunnel

Der Fréjus-Tunnel verbindet Modane (Frankreich) mit Bardonecchia (Italien) und wurde 1980 eröffnet. Er gilt als eine der zentralen transalpinen Verkehrsachsen neben dem Mont-Blanc- und Gotthardtunnel. Die Tunnelröhre ist 12,9 Kilometer lang, durch Vorstrecken und Steuerzuschläge wird jedoch oft mit 15 Kilometern kalkuliert.

Betrieben wird der Tunnel durch ein französisch-italienisches Konsortium (SFTRF/SITAF). Die hohen Gebühren begründet der Betreiber mit Sicherheitstechnik, Notfallinfrastruktur und EU-Richtlinien zur Tunnelwartung.

Vergleich: Wie steht der Fréjus-Tunnel im europäischen Preisvergleich da

Tunnel (Alpen)LängePkw (Hinweg)Wohnmobil (über 3,5 t)Bemerkung
Fréjus-Tunnel12,9 kmab 48 €ca. 72,60 €Frankreich–Italien, hohe MwSt.
Mont-Blanc-Tunnel11,6 kmca. 52 €bis 65 €Ähnliche Route
Gotthard-Straßentunnel16,9 kmvia Vignettekeine ExtragebührCH: Jahresvignette nötig (40 CHF)
Großer St.-Bernhard5,8 kmca. 29 CHFbis 45 CHFZusatz zur Vignette
Tauerntunnel (A)6,4 kmca. 13 €ca. 13 €mit Vignette nutzbar

Quelle: Betreiber, ADAC, TCS

Praktische Tipps: So vermeidet man böse Überraschungen bei Tunnelgebühren

Viele Reisende kalkulieren Benzin und Übernachtungen – aber vergessen Tunneltarife. Besonders Camper und Wohnmobilfahrer sollten folgende Hinweise beachten:

  • Kosten vorher prüfen: Auf Websites der Tunnelbetreiber oder mit Mautrechnern wie ViaMichelin und TollGuru
  • Digitale Mautsysteme nutzen: In Frankreich und Italien können digitale Tickets Zeit sparen
  • Gewicht des Fahrzeugs klären: Wohnmobile über 3,5 t fallen oft in teurere Kategorien
  • Belege aufbewahren: Für Reklamationen oder Steuerzwecke
  • Alternativen prüfen: Manche Passstraßen sind zwar länger, aber günstiger oder kostenlos

Entwicklung in Deutschland und der Schweiz: Mautdruck steigt

In Deutschland gilt seit 2024 die Mautpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Die Erhebung erfolgt elektronisch über Toll Collect. In der Schweiz bleibt das Vignettenmodell bestehen (40 CHF pro Jahr), ergänzt durch Einzelgebühren bei bestimmten Tunneln wie dem Großen Sankt Bernhard.

Europaweit wird die Erhebung zunehmend digitalisiert – doch statt Vereinfachung spüren viele Nutzer Unübersichtlichkeit und Zusatzkosten, die spontane Urlaubsfahrten erschweren.

Tunnel Italien wird zur Preisfalle – Transparenz gefordert

Die 72,60 Euro für den Fréjus-Tunnel sind kein Einzelfall. Die teils hohen Tunnelgebühren in Südeuropa stellen eine wachsende Belastung für Autoreisende dar – besonders für Familien und Camper mit begrenztem Budget.

Der Fall hat deutlich gemacht: Wer heute über die Alpen nach Italien fährt, muss mehr einplanen als die Tankfüllung. Transparenz, Fairness und Vorabinformation sind entscheidend – sonst wird der Weg in den Urlaub zum Ärgernis.

Interessant – erst kürzlich kam es zu einem LKW-Brand im Gotthard-Straßentunnel, einer der wichtigsten Verbindungen durch die Alpen. Der Vorfall zeigt eindrücklich, wie schnell es in einem Tunnel gefährlich werden kann.

Deshalb sollten alle wissen
Wenn es in einem Tunnel brennt, zählt jede Sekunde. Sie müssen:

  • Sofort Warnblinker einschalten,
  • das Auto rechts abstellen und Schlüssel stecken lassen,
  • Fahrzeug verlassen und nicht zurücklaufen,
  • den nächstgelegenen Notausgang zu Fuß nutzen,
  • und den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen.

Solche Situationen sind selten, aber nicht ausgeschlossen – wer vorbereitet ist, handelt im Ernstfall richtig.

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