Der Schweizer Snowboard-Pionier und Extremsportler Ueli Kestenholz ist im Alter von 50 Jahren bei einem Lawinenunglück im Kanton Wallis ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich am Sonntag am Berg «Hockuchriz», wo ein Snowboarder von einer Lawine erfasst und verschüttet wurde. Nach der Bergung wurde der Verunglückte per Helikopter ins Spital nach Sitten geflogen. Am Dienstagmittag bestätigte der Schweizer Dachverband Swiss-Ski den Tod Kestenholz’. Der ehemalige Leistungssportler hatte 1998 bei den Olympischen Winterspielen in Nagano die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom gewonnen und galt als prägende Figur der frühen Snowboard-Szene in der Schweiz. Er hinterlässt seine Ehefrau sowie zwei Söhne im Alter von 17 und 9 Jahren. Dies berichtet Nume unter Berufung auf «Berner Zeitung».
Lawinenunglück im Wallis: Ablauf und behördliche Angaben
Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis wurde am Sonntag ein Snowboarder am «Hockuchriz» von einer Lawine erfasst und vollständig verschüttet. Einsatzkräfte konnten die Person lokalisieren, bergen und anschliessend mit der Rettungsflugwacht in das Spital nach Sitten transportieren. Zu Zeitpunkt der Erstmeldung wurden weder Name noch Identität veröffentlicht. Am Dienstag bestätigte Swiss-Ski offiziell, dass es sich um Ueli Kestenholz handelte und dass er seinen Verletzungen erlegen ist.
Die Polizei machte keine detaillierten Angaben zur Lawinensituation, zur Hangneigung oder zur exakten Auslösekette. In der Region Wallis gelten im Winter regelmässig erhöhte Lawinenrisiken, abhängig von Schneedecke, Temperaturentwicklung und Wetterlage. Die Behörden verwiesen darauf, dass die Ermittlungen zum Unfallhergang andauern.
Sportliche Laufbahn: Olympiamedaille und WM-Erfolge
Ueli Kestenholz zählte in den 1990er-Jahren zu den ersten international erfolgreichen Schweizer Snowboardern. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano gewann er Bronze im Parallel-Riesenslalom – der ersten olympischen Austragung dieser Disziplin. Darüber hinaus holte er bei Weltmeisterschaften Bronze (1995) und Silber (1999). Seine sportlichen Erfolge trugen dazu bei, Snowboarden in der Schweiz als Leistungssport zu etablieren.
Ursprünglich war Kestenholz Mitglied eines Skiclubs und wechselte im Alter von 14 Jahren zum Snowboard. In Interviews beschrieb er den Wechsel als bewusste Entscheidung für eine neue Form des Gleitens im Wintersport. In einer Phase, in der Snowboarden noch nicht flächendeckend anerkannt war, galt er als einer der Athleten, die den Sport auf internationaler Ebene sichtbar machten.
Karriereende 2006 und Aktivitäten im Outdoor-Bereich
Nach den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin beendete Kestenholz seine aktive Wettkampfkarriere. Dem Berg- und Outdoorsport blieb er jedoch verbunden. Er war als Freerider, Paraglider und Bergsportler tätig und beteiligte sich an Film- und Fotoprojekten. Besonders das Projekt «Play Gravity», eine Dokumentation eines Speedride-Abenteuers an Eiger, Mönch und Jungfrau, erregte 2007 Aufmerksamkeit.
Das Projekt entstand gemeinsam mit dem Bergsportler Mathias Roten, der ein Jahr später bei einem Gleitschirmunfall im Walliser Lötschental ums Leben kam. Trotz dieses Vorfalls setzte Kestenholz seine Aktivitäten fort und bot unter anderem Splitboard-Camps sowie Tandemflüge an. Seine Angebote richteten sich an erfahrene Sportlerinnen und Sportler ebenso wie an Interessierte, die Einblick in den Freeride- und Bergsport suchten.
Einordnung des Lawinenrisikos im alpinen Raum
Das Wallis zählt zu den Regionen mit der höchsten Lawinenaktivität in der Schweiz. Lawinenereignisse treten dort regelmässig auf, insbesondere nach Neuschneefällen, starken Winden oder raschen Temperaturanstiegen. Der Schweizer Lawinenwarndienst publiziert täglich Gefahrenstufen und Verhaltensempfehlungen.
Wichtige Informationsquellen für Wintersportler
- Lawinenbulletins und Gefahrenstufen: www.slf.ch
- Aktuelle Warnungen und Lageberichte: www.meteoschweiz.admin.ch
- Notrufnummer Bergrettung Schweiz: 144 oder 1414 (Rega)
Behörden und Verbände weisen darauf hin, dass auch erfahrene Sportler von Lawinen erfasst werden können und dass Risikoentscheidungen im freien Gelände stets mit Unsicherheiten verbunden sind.
Reaktionen von Verbänden und Umfeld
Swiss-Ski veröffentlichte am Dienstag eine kurze Stellungnahme und sprach den Angehörigen und Nahestehenden von Ueli Kestenholz sein Beileid aus. Weitere offizielle Reaktionen aus Politik oder Sportinstitutionen wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Die Berner Zeitung berichtete unter Berufung auf den Freundeskreis des Verstorbenen über den Todesfall, bevor die Bestätigung des Verbands vorlag.
Zeitlicher Überblick zu Ereignissen und Karriere
| Jahr / Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1995 | WM-Bronze im Snowboard |
| 1998 | Olympia-Bronze in Nagano (Parallel-Riesenslalom) |
| 1999 | WM-Silber |
| 2006 | Ende der aktiven Wettkampfkarriere |
| Sonntag (Datum laut Polizei) | Lawinenunglück am Hockuchriz im Wallis |
| Dienstagmittag | Bestätigung des Todes durch Swiss-Ski |
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