Teilen Sie dies:

Michelle Agyemang war noch 2021 Ballmädchen bei einem WM-Qualifikationsspiel der englischen Nationalmannschaft im Wembley-Stadion. Vier Jahre später ist sie mit nur 19 Jahren eine der entscheidenden Figuren der Lionesses bei der Fußball-Europameisterschaft 2025 in der Schweiz. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf BBC Sport.

Die Stürmerin, geboren am 3. Februar 2006, sorgte in beiden K.-o.-Runden für späte Ausgleichstreffer: Im Viertelfinale gegen Schweden traf sie in der 81. Minute zum 1:1 und rettete England in die Verlängerung – im anschließenden Elfmeterschießen setzte sich das Team mit 3:2 durch. Nur Tage später, am 22. Juli, erzielte Agyemang im Halbfinale gegen Italien in der 96. Minute erneut den Ausgleich. England stand kurz vor dem Aus – doch der Joker Agyemang, von Trainerin Sarina Wiegman eingewechselt, veränderte beide Spiele maßgeblich.

Schon früh war sie dem Team nah: Als 15-Jährige stand sie 2021 bei einem Länderspiel gegen Nordirland neben dem Spielfeld. „Beth Mead erzielte damals einen Hattrick – und ich stand direkt daneben“, erinnert sich Agyemang im Gespräch mit BBC Sport. „Das werde ich nie vergessen.“

Ihre Nationalmannschaftskarriere begann offiziell im April 2025, als sie gegen Belgien in der Nations League ihr Debüt gab – und nach nur 41 Sekunden per Volleytor traf. Seitdem ist sie aus der Aufstellung kaum wegzudenken. In nur 4 Einsätzen erzielte sie bereits 3 Tore für England – alle als Einwechselspielerin.

Trotz ihrer Torgefahr gilt Agyemang intern als zurückhaltend und konzentriert. Ihre Teamkollegin Lucy Bronze beschreibt sie als „still, höflich und hochkonzentriert“. Ihre Stärke sei die unerschütterliche Ruhe – und ihre Fähigkeit, im entscheidenden Moment da zu sein. Auch gegen Frankreich, im Auftaktspiel der EM, sorgte sie für Gefahr: In nur vier Minuten auf dem Platz verzeichnete sie die meisten Ballkontakte im gegnerischen Strafraum.

Neben dem Fußball hat sie eine große Leidenschaft für Musik. Vor den Spielen hört sie Gospel, um sich mental zu fokussieren. In der Schweiz ließ ihr das Team sogar ein Klavier ins Hotelzimmer liefern. „Ich spiele Klavier, Bass und Schlagzeug. Besonders an Spieltagen verbringe ich rund zwei Stunden damit – das hilft mir, mich zu zentrieren“, erklärt sie.

Die in London geborene Agyemang studiert Betriebswirtschaft am King's College und zeigt sich trotz des plötzlichen Ruhms bodenständig. „Ich war nie ein Fan von Kameras, aber es ist schön zu wissen, dass sich Menschen für Frauenfußball interessieren – und für mich.“

In einer Zeit, in der der Frauenfußball in England neue Popularitätsrekorde bricht, verkörpert Agyemang eine Generation, die nicht nur sportlich, sondern auch kulturell etwas Neues einbringt. Musik, Glaube, mentale Stärke – und ein feines Gespür für entscheidende Tore.

„Jedes Mal, wenn ich den Platz betrete, habe ich das Gefühl, ich werde treffen – selbst wenn es unmöglich erscheint“, sagt sie. „Ich glaube fest daran, dass ich Einfluss nehmen kann.“

Mit Talent, Haltung und Mut ist Michelle Agyemang weit mehr als ein Talent. Sie ist ein Versprechen für die Zukunft des englischen Frauenfußballs – und schon jetzt eine Heldin der EM 2025.

Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht: Frauen-EM 2025: Schweizer Fussballverband investiert in die Zukunft trotz hoher Verluste

Photo BBS Sport

Teilen Sie dies: