Lead (5W+H): Wer im Juli 2026 über die A2 in den Süden fährt, steht fast sicher im Stau: Ab dem ersten Juli-Wochenende (4./5. Juli) spitzt sich die Lage am Gotthard-Nordportal zu und bleibt während der weiteren drei Juliwochen auf höchstem Niveau – an den Wochenenden staut sich der Verkehr Richtung Süden regelmässig auf über 15 Kilometer. Grund sind die gestaffelten Sommerferienstarts der Schweizer Kantone sowie Ferienbeginn in Deutschland und den Niederlanden, die im Juli täglich für Stau vor dem Nordportal sorgen. Dieser Überblick zeigt, welche Tage Reisende meiden sollten, wann welcher Kanton in die Ferien startet und welche Zeitfenster und Ausweichrouten funktionieren berichtet, NUME.CH .
Die kritischsten Tage im Juli 2026
Der Juli kennt am Gotthard drei Eskalationsstufen – und die schlimmste kommt erst am Monatsende.
Die erste grosse Reisewelle Richtung Süden rollt vom 4. bis 11. Juli mit dem Ferienstart in Bern, im Tessin und in Basel; tagsüber sind über 10 Kilometer Stau möglich. Samstag, 4. Juli 2026, gilt als kritischster Tag dieser Welle, weil mehrere Kantone gleichzeitig in die Sommerferien starten und der Samstagmorgen den meisten Reiseverkehr Richtung Süden bündelt.
Noch heftiger wird die zweite Welle: Mit dem Ferienstart in Zürich, Luzern, Aargau und Uri vom 11. bis 18. Juli rollt die grösste Schweizer Reisewelle an – am Samstag sind bis zu 15 Kilometer Stau möglich. Der Feriensamstag der Kantone Zürich, Luzern und Uri am 11. Juli zählt zu den fünf staustärksten Tagen des ganzen Jahres 2026.
Den Schlusspunkt setzt der Nachbar im Norden: Vom 25. Juli bis 1. August starten Baden-Württemberg und Bayern in die Sommerferien – der grösste Reiseandrang des Jahres, deutsche Touristen verstärken den Stau massiv; ohne Alternativroute gibt es in dieser Phase keine günstige Zeit.
Stau-Kalender Juli 2026 auf einen Blick
| Zeitraum | Auslöser | Erwartung Richtung Süden |
|---|---|---|
| Sa/So 4.–5. Juli | Ferienstart BE, TI, Teile Zentralschweiz | 10+ km, Peak Samstagmorgen |
| Sa/So 11.–12. Juli | Ferienstart ZH, LU, AG, UR | bis 15 km – Jahresspitze |
| Sa/So 18.–19. Juli | Ferienstart OW/NW, Dauerverkehr | zweistellige Staulängen möglich |
| Sa 25. Juli – 1. Aug. | Ferienstart Baden-Württemberg & Bayern | Maximalbelastung, täglich Stau |
| Werktage Di–Do | – | meist unter 4 km Gotthard Live |
In den ausgewerteten sechs Jahren gab es in dieser Juliphase keinen einzigen Tag, an dem sich die Autos nicht während mindestens fünf Stunden vor dem Nordportal stauten – auch unter der Woche ist der Gotthard also nie ganz frei.
Ferienstart nach Kantonen: Wer wann losfährt
Die Staukurve am Gotthard folgt direkt dem Ferienkalender der Kantone:
| Kanton(e) | Sommerferien-Start 2026 |
|---|---|
| Basel-Stadt, Basel-Landschaft | 27. Juni |
| Bern, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Zug, St. Gallen, beide Appenzell, Teile Freiburgs | 4. Juli |
| Tessin | 4. Juli |
| Zürich, Aargau, Uri | 11. Juli |
| Obwalden/Nidwalden (Staffelung) | 18. Juli |
Besonders relevant: Uri und Tessin haben direkten Einfluss auf die Gotthard-Portale – Uri auf das Nordportal, Tessin auf das Südportal. Genau die Kantone der zweiten Welle speisen ihren Verkehr auf die A2, die Axenstrasse, die A3 und die A13.
Wartezeit berechnen: Die Faustformel
Jeder Kilometer Stau entspricht rund 11 bis 12 Minuten Wartezeit. Bei 15 Kilometern am 11. Juli heisst das: knapp drei Stunden Stillstand vor dem Tunnel. An Hochbetriebstagen wie den Feriensamstagen können die Wartezeiten 2 bis 4 Stunden erreichen.
Beste Reisezeiten im Juli
- An den Extremwochenenden früh vor 06:00 Uhr starten oder erst nach 21:00 Uhr abfahren
- Wer Wartezeiten vermeiden will, reist unter der Woche oder ausserhalb der Hauptzeiten – Dienstag bis Donnerstag bleibt die verlässlichste Option
- Wer am Samstag erst am Vormittag startet, riskiert lange Wartezeiten vor den grossen Alpentunneln
- Achtung Nachtfahrer: Mittwochs ist der Tunnel von 23.00 bis 01.00 Uhr wegen eines Zeitfensters für Sondertransporte geschlossen
Alternativen: A13, Pässe und Autoverlad
Um den Stau vor dem Gotthard-Tunnel zu umfahren, wird oft die A13 via San Bernardino genutzt – bei hohem Verkehrsaufkommen können aber auch dort Staus auftreten. Als weitere Alternativen dienen Alpenpässe wie Gotthard, Grimsel, Nufenen und Simplon; Reisende aus der Westschweiz können den Grossen Sankt Bernhard nutzen. Für Reisende aus dem Grossraum Zürich und der Ostschweiz lohnt sich die Umfahrung über die San-Bernardino-Route, aus dem Mittelland bietet sich der Autoverlad am Lötschberg und am Simplon an.
Neu in diesem Sommer: Seit dem 13. Mai gibt es an den Portalen des Gotthard-Tunnels eine Sonderspur Airolo/Pässe, die es ermöglicht, Airolo und die Strasse zum Gotthardpass zu erreichen, ohne den Stau auf der Autobahn zu durchfahren.
Wer im Juli in den Süden fährt, sollte den Rückweg gleich mitplanen: Im August verlagern sich die Staus an das Südportal; der erste grosse Rückreiseverkehr Richtung Norden startet am Wochenende des 9./10. August und dauert bis Ende August. Für die Rückfahrt gilt: zwischen Montag und Donnerstag reisen, früh morgens oder spät abends.
FAQ
Wann ist der grösste Stau am Gotthard im Juli 2026?
Am Samstag, 11. Juli 2026 (Ferienstart Zürich, Luzern, Aargau, Uri) mit bis zu 15 Kilometern Stau sowie am Wochenende 25. Juli bis 1. August mit dem Ferienstart in Baden-Württemberg und Bayern.
Wie lange wartet man pro Kilometer Stau?
Rund 11 bis 12 Minuten pro Kilometer – bei 10 km also etwa zwei Stunden.
Gibt es im Juli staufreie Tage?
Komplett staufrei kaum: In den vergangenen Jahren gab es in dieser Phase keinen Tag ohne mindestens fünf Staustunden am Nordportal. Werktags (Di–Do) bleibt der Stau aber meist unter 4 Kilometern.
Lohnt sich die A13 als Ausweichroute?
Sie ist eine sinnvolle Alternative, aber keine Garantie – bei hohem Verkehrsaufkommen staut es auch auf der San-Bernardino-Route.
Wann sollte man am Feriensamstag losfahren?
Vor 06:00 Uhr oder nach 15:00 Uhr; an Extremtagen besser erst nach 21:00 Uhr.
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