Eine neue App mit dem Namen Tea sorgt international für Debatten. Die Anwendung richtet sich ausschließlich an Frauen und ermöglicht anonyme Bewertungen von Männern auf Grundlage von sogenannten „Red Flags“ (Warnzeichen) und „Green Flags“ (positive Bewertungen). Während sie ursprünglich in den USA bekannt wurde, verbreitet sich die Plattform zunehmend in Europa – darunter auch in der Schweiz. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf NBC News.
Was ist die Tea-App
Gegründet wurde die App 2022 vom US-Amerikaner Sean Cook. Auslöser für das Projekt war laut Cook die gefährliche Dating-Erfahrung seiner Mutter, die mehrfach Opfer von Betrug und Catfishing wurde. Cook finanzierte die App in der Anfangsphase selbst.
Die Funktionsweise ist bewusst einfach gestaltet:
- Zugang erhalten nur Frauen – nach Verifikation per Selfie
- Männerprofile werden angezeigt mit Vorname und Bild
- Nutzerinnen können Männer als „Red Flag“ oder „Green Flag“ markieren
- Kommentarfunktion ermöglicht das Teilen von Erfahrungen – anonym und ohne Identitätsprüfung
- Erweiterte Funktionen: Rückwärtssuche von Bildern, Namensalarme und Hintergrundabfragen
Die Plattform bezeichnet sich selbst als „digitale Schwesternschaft“ und gibt an, 10 % der Einnahmen an eine US-Hotline für häusliche Gewalt zu spenden. Eine formelle Partnerschaft mit dieser Organisation besteht nicht.
Kosten und Besonderheit der Tea-App
Die Tea-App ist im App Store derzeit kostenlos verfügbar, sowohl in den USA als auch in Europa. Es gibt keine bezahlpflichtigen Grundfunktionen – der Zugang erfolgt nach einer Selfie-Verifikation, die sicherstellen soll, dass nur Frauen die App nutzen. Der entscheidende Unterschied zu anderen Plattformen liegt im Konzept der anonymen Bewertung realer Personen: Nutzerinnen können Männer nicht nur suchen, sondern auch öffentlich markieren – mit „Red Flag“ (Warnung) oder „Green Flag“ (positive Einschätzung). Kommentare sind anonym und werden nicht moderiert.
Damit kombiniert die App klassische Dating-Sicherheitsfunktionen (wie Rückwärtssuche und Backgroundchecks) mit sozialer Dynamik und öffentlicher Bewertung, was sie gleichermaßen populär wie umstritten macht.
Nutzung in Europa – und in der Schweiz
Im Juli 2025 erreichte Tea Platz 1 im Apple App Store in den USA. Laut eigenen Angaben verzeichnet die App mehr als 4 Millionen Nutzerinnen. In Europa ist die Anwendung inzwischen in mehreren Metropolen aktiv:
Stadt / Region | Status der Nutzung |
---|---|
Berlin | Hohe Aktivität, viele Social-Media-Posts |
Paris | Erste Nutzergruppen, wachsendes Interesse |
Amsterdam | Hohe Beteiligung unter jungen Frauen |
London | Stark vertreten, auch auf TikTok |
Wien | Nutzung im Aufbau |
Zürich | Erste Hinweise auf Aktivität, besonders unter Expats |
Die App ist derzeit nur auf Englisch verfügbar, wird aber europaweit verwendet – insbesondere in Städten mit internationaler Bevölkerung wie Zürich. In der französischsprachigen Schweiz (Genf, Lausanne) ist bislang keine systematische Nutzung erkennbar, jedoch könnte dies mit wachsender Verbreitung folgen.
Expansion: Wo wird Tea als Nächstes verfügbar
Neben der Schweiz wird mit einer baldigen Einführung in weiteren Ländern gerechnet. Laut öffentlich zugänglichen Nutzerforen und Plattformdaten ist die App bereits im Vereinigten Königreich zugänglich und in Kanada sowie Brasilien in Vorbereitung.
Geplante Länder | Status |
---|---|
Vereinigtes Königreich (UK) | Bereits zugänglich |
Kanada | Aktiv in Pilotregionen |
Brasilien | App im Store gelistet, baldiger Start erwartet |
Kritik und rechtliche Unsicherheit
Befürworter sehen in der App ein wertvolles Instrument zur Sicherheit von Frauen beim Online-Dating. Kritiker warnen vor der Gefahr, dass anonyme Bewertungen ohne Beweise zu Rufschädigung führen können. In Online-Foren wird die App als „digitaler Pranger“ bezeichnet. Der Versuch einer Männer-Gegenplattform scheiterte kürzlich, nachdem Apple diese wegen Verstoßes gegen die Richtlinien entfernt hatte.
Rechtlich bewegt sich die App in einer Grauzone: In den USA wurden bereits Klagen wegen Verleumdung abgewiesen. In der Schweiz und in der EU könnten jedoch Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte zu relevanten Prüfsteinen werden.
Die Tea-App trifft einen Nerv in einer digitalen Gesellschaft, in der Vertrauen im Online-Dating zunehmend fragil ist. Der Schritt in die Schweiz – vor allem nach Zürich – zeigt, dass auch hier das Bedürfnis nach Schutz und Austausch groß ist. Doch mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Verantwortung: Für Nutzerinnen, für Plattformbetreiber – und für die Gesellschaft, wie mit digitaler Macht umzugehen ist.
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