Die aktuelle Wetter Hitzewelle Schweiz verschärft sich zu Beginn der neuen Woche nochmals: In den Niederungen werden verbreitet 31 bis 35 Grad erwartet, örtlich können die Temperaturen am Montag und Dienstag sogar auf 37 bis 38 Grad steigen. MeteoSchweiz und das Naturgefahrenportal führen für grosse Teile der West-, Nordwest- und Südschweiz sowie für das Wallis, den Jurasüdfuss und die Region Schaffhausen eine Hitzewarnung der Stufe 3; eine Hochstufung auf Stufe 4 ist in einzelnen Regionen nicht ausgeschlossen.
Die Warnungen gelten nach dem derzeitigen Stand nördlich der Alpen mindestens bis Donnerstag, 16. Juli, und südlich der Alpen bis Freitag, 17. Juli 2026. Besonders hoch ist die Belastung in Städten und leicht erhöhten Lagen, wo sich Gebäude und Strassen stark aufheizen und die Temperaturen nachts nur langsam zurückgehen. Gleichzeitig nimmt im Wochenverlauf die Gewitterneigung wieder zu, sodass neben der Hitze auch lokal kräftige Böen, Starkregen und Blitzeinschläge zum Risiko werden können, berichtet NUME.CH unter Berufung auf die aktuellen Bundesprognosen.
Wo in der Schweiz Warnstufe 3 gilt
Die Hitzewarnung betrifft nicht alle Landesteile gleich stark. Besonders ausgeprägt ist die Belastung auf der Alpensüdseite, im Zentralwallis, in der Genferseeregion, im Seeland, in der Nordwestschweiz sowie entlang des Jurasüdfusses bis in die Region Schaffhausen. Auch tiefere Lagen des Chablais und des Wallis überschreiten nach Angaben von MeteoSchweiz die Schwellenwerte einer markanten Hitzewelle. In der Zentral- und Ostschweiz wirkt eine schwache bis mässige Bise zunächst leicht dämpfend. Dort bleiben die Höchstwerte teilweise etwas tiefer, erreichen in den Niederungen aber dennoch ungefähr 32 bis 33 Grad. MeteoSchweiz weist darauf hin, dass die Kriterien einer Hitzewarnung nicht allein von einem einzelnen Tagesmaximum abhängen, sondern von der über mehrere Tage anhaltenden Belastung aus hohen Tages- und Nachttemperaturen.
Für Schaffhausen wurde beispielsweise ein Tagesmittel von mehr als 25 Grad prognostiziert. Damit wird dort die Schwelle für eine Hitzewarnung der Stufe 3 überschritten. Für Tänikon im Kanton Thurgau blieb das erwartete Tagesmittel dagegen unter diesem Wert, weshalb die Warnschwelle dort nach der Modellberechnung zunächst nicht erreicht wurde.
Besonders betroffene Gebiete
- Genferseegebiet und Teile der Waadt
- Seeland und westliches Mittelland
- Basel und die Nordwestschweiz
- Jurasüdfuss zwischen Biel und dem Wasserschloss
- Region Schaffhausen
- tiefere Lagen des Wallis und des Chablais
- Tessin und Misox
- städtische und leicht erhöhte Lagen südlich der Alpen
Die genaue Warnstufe kann lokal variieren. Entscheidend sind Höhenlage, nächtliche Abkühlung, Luftfeuchtigkeit und die Dauer der Hitzeperiode. Bewohnerinnen und Bewohner sollten deshalb die Warnkarte von MeteoSchweiz beziehungsweise Alertswiss für ihre Gemeinde verfolgen.
Warum die Temperaturen auf 37 bis 38 Grad steigen können
Verantwortlich für die anhaltende Hitze ist ein ausgedehntes Hochdruckgebiet zwischen dem nahen Atlantik sowie West- und Mitteleuropa. Es stabilisiert die Atmosphäre, sorgt für lange sonnige Abschnitte und führt zunehmend sehr warme Luft aus südwestlicher Richtung in den Alpenraum. Zu Beginn der neuen Woche erreicht nach der Prognose noch heissere Luft die Schweiz. Während südlich der Alpen meist 31 bis 34 Grad erwartet werden, liegen die Höchstwerte auf der Alpennordseite verbreitet zwischen 31 und 35 Grad. Lokal sind insbesondere am Montag und Dienstag 37 oder 38 Grad möglich.
Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich während der heissesten Stunden voraussichtlich zwischen 25 und 45 Prozent. Damit kann die Hitze teilweise trocken erscheinen, sie bleibt für den Körper jedoch belastend, weil die hohen Temperaturen über mehrere Tage anhalten und die nächtliche Erholung in dicht bebauten Gebieten eingeschränkt ist.
| Region | Erwartete Höchstwerte | Erwartete Tiefstwerte | Hauptbelastung |
|---|---|---|---|
| Alpennordseite | meist 31–35 °C, lokal 37–38 °C | 16–23 °C | starke Tageshitze, warme Städte |
| Tessin und Alpensüdseite | 31–34 °C | 18–23 °C | hohe Tagesmittel, geringe Nachtabkühlung |
| Zentralwallis | 33–37 °C möglich | lokal über 20 °C | trockene Hitze, warme Nächte |
| Zentral- und Ostschweiz | meist 31–33 °C | 15–19 °C | etwas gedämpft durch Bise |
| städtische Gebiete | lokal höher als Umland | mehrere Grad höher | Wärmeinsel-Effekt |
In leicht erhöhten Wohnlagen kann die Nacht teilweise wärmer ausfallen als in tieferen, offenen Ebenen. Ursache ist unter anderem, dass sich in bestimmten Höhenlagen wärmere Luft hält, während in Mulden oder ländlichen Gebieten vorübergehend kühlere Luft zusammenströmt.
Wann Gewitter die Hitze unterbrechen können
Die Hitze verläuft nicht vollständig störungsfrei. Bereits mit zunehmender Feuchtigkeit können sich besonders über dem Jura, den Voralpen, den Alpen und auf der Alpensüdseite Quellwolken entwickeln. Daraus entstehen lokal Schauer oder Hitzegewitter. Solche Gewitter bringen vorübergehend kühlere Luft, beenden die Hitzewelle aber nicht automatisch. Niederschläge können sehr ungleich verteilt sein: Während eine Ortschaft kräftigen Regen erhält, bleibt es wenige Kilometer entfernt trocken und weiterhin heiss.
MeteoSchweiz rechnet im weiteren Wochenverlauf mit einer allmählich feuchteren Luftmasse. Dadurch steigt vor allem im Berggebiet die Gewitteraktivität. Wie weit die Gewitter in die Niederungen ziehen und ob sie dort für eine nachhaltige Abkühlung sorgen, bleibt unsicher. In Gewitternähe sind folgende Gefahren möglich:
- starke bis stürmische Böen
- zahlreiche Blitze
- kurzer, intensiver Starkregen
- lokaler Hagel
- rasche Temperaturstürze
- eingeschränkte Sicht im Strassenverkehr
- steigende Wasserstände in kleinen Bächen und Unterführungen
Für Wanderungen, Bergtouren und Aktivitäten auf Seen ist die Entwicklung besonders wichtig. Gewitter können sich im Hochsommer rasch bilden und selbst bei zunächst sonnigem Wetter innerhalb kurzer Zeit gefährlich werden.
Weshalb warme Nächte die Belastung erhöhen
Die Höchsttemperatur am Nachmittag ist nur ein Teil des Risikos. Für die gesundheitliche Belastung ist entscheidend, wie weit die Temperatur nachts zurückgeht. In der aktuellen Hitzeperiode werden Tiefstwerte zwischen 16 und 23 Grad erwartet. In Innenstädten können sie noch einige Grad höher liegen. Von einer Tropennacht wird gesprochen, wenn die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Solche Nächte erschweren die Regeneration des Körpers. Wohnungen, Dachgeschosse, Pflegeeinrichtungen und schlecht beschattete Gebäude können sich über mehrere Tage immer weiter aufheizen. Besonders betroffen sind Basel, Genf, Lausanne, Sion, Lugano und andere dicht bebaute Orte mit vielen versiegelten Flächen. Asphalt, Beton und Fassaden speichern tagsüber Wärme und geben sie nach Sonnenuntergang nur langsam wieder ab. MeteoSchweiz erwartet deshalb in städtischen Gebieten höhere Nachtwerte als im ländlichen Umland.
Die Belastung wächst mit jedem weiteren heissen Tag, weil Wohnungen und öffentliche Räume zunehmend weniger auskühlen. Ein einzelnes Gewitter kann die Temperatur kurz senken, reicht aber häufig nicht aus, um aufgeheizte Gebäude dauerhaft abzukühlen.
Welche Menschen durch die Hitze besonders gefährdet sind
Das Bundesamt für Gesundheit warnt, dass hohe Temperaturen das Herz-Kreislauf-System belasten und zu Flüssigkeits- sowie Elektrolytverlusten führen können. Besonders gefährdet sind Menschen über 75 Jahre, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Personen mit chronischen Krankheiten sowie Menschen, die allein leben oder auf Pflege angewiesen sind.
Auch bestimmte Medikamente können die Anpassung an Hitze erschweren. Dazu zählen unter anderem entwässernde oder blutdrucksenkende Präparate sowie einzelne Psychopharmaka. Veränderungen an Dosierung oder Einnahme dürfen jedoch nicht selbstständig vorgenommen werden, sondern müssen ärztlich oder in einer Apotheke abgeklärt werden. Warnzeichen für eine hitzebedingte Überlastung sind:
- ungewöhnliche Schwäche oder starke Müdigkeit
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Muskelkrämpfe
- Übelkeit
- Verwirrtheit
- Bewusstseinsstörungen
- sehr hohe Körpertemperatur
- schneller Puls oder Kreislaufprobleme
Betroffene sollten unverzüglich an einen kühlen oder schattigen Ort gebracht, hingelegt und mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Bei schweren Symptomen, Bewusstseinsstörungen oder Verdacht auf Hitzschlag muss medizinische Hilfe gerufen werden.
Was das BAG für die heissen Tage empfiehlt
Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, körperlich anstrengende Tätigkeiten nicht in die heissesten Stunden zu legen. Besonders kritisch sind die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr sowie die häufig höchsten Lufttemperaturen zwischen etwa 15 und 17 Uhr. Sport, Gartenarbeit und schwere Arbeiten im Freien sollten möglichst auf den frühen Morgen oder den späten Abend verschoben werden. Erwachsene sollten regelmässig trinken. Das BAG nennt als allgemeinen Richtwert mindestens 1,5 Liter pro Tag, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Bei Herz- oder Nierenschwäche muss die geeignete Trinkmenge mit einer Fachperson besprochen werden. Alkoholische und stark gesüsste Getränke sind bei Hitze keine geeignete Hauptquelle für Flüssigkeit.
Die wichtigsten Schutzmassnahmen
- Tagsüber Fenster und Storen schliessen.
Direkte Sonneneinstrahlung sollte möglichst von aussen blockiert werden. - Nachts und frühmorgens lüften.
Fenster erst öffnen, wenn die Aussentemperatur tiefer ist als die Temperatur in der Wohnung. - Regelmässig Wasser trinken.
Getränke sollten auch unterwegs jederzeit verfügbar sein. - Leichte Mahlzeiten wählen.
Wasserreiches Obst und Gemüse belastet den Körper weniger als schwere, fettreiche Speisen. - Körper aktiv kühlen.
Kühle Duschen, feuchte Tücher, Fussbäder und leichte Kleidung können helfen. - Risikopersonen täglich kontaktieren.
Alleinlebende ältere oder kranke Menschen sollten telefonisch oder persönlich überprüft werden. - Kinder und Tiere nie im Fahrzeug lassen.
Ein parkiertes Auto kann sich innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich aufheizen. - Asphalt vor Spaziergängen prüfen.
Heisser Boden kann bei Hunden Verbrennungen an den Pfoten verursachen.
Diese Empfehlungen gelten nicht erst bei 35 oder 38 Grad. Auch niedrigere Werte können gefährlich werden, wenn die Wärme mehrere Tage anhält, die Nächte heiss bleiben oder eine Person gesundheitlich vorbelastet ist.
Wie hoch die Waldbrandgefahr einzuschätzen ist
Die Kombination aus hohen Temperaturen, starker Sonneneinstrahlung und ausgetrockneten Böden erhöht grundsätzlich das Risiko von Vegetations- und Waldbränden. Die konkrete Gefahrenstufe unterscheidet sich jedoch von Kanton zu Kanton und kann sich kurzfristig verändern. Entscheidend sind nicht allein die Tageshöchstwerte. Auch die Niederschlagsbilanz der vergangenen Wochen, Bodenfeuchte, Wind, Vegetationszustand und lokale Gewitter spielen eine Rolle. Ein kurzer Regenschauer kann die oberste Bodenschicht befeuchten, ohne die Trockenheit in tieferen Schichten wesentlich zu lindern.
Bevölkerung und Reisende sollten deshalb kantonale Feuerverbote beachten. Offenes Feuer, weggeworfene Zigaretten, Einweggrills und heisse Fahrzeugteile können in trockener Vegetation Brände auslösen. Feuerstellen dürfen nur benutzt werden, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist und keine lokale Einschränkung besteht. Auch bei Gewittern bleibt die Waldbrandgefahr bestehen. Blitze können Brände auslösen, während der Niederschlag lokal zu gering ausfällt, um die Vegetation ausreichend zu befeuchten.
Wann die Hitzewelle enden könnte
Ein klares Ende der Hitzeperiode ist derzeit nicht sicher. Der aktuelle Bundesbulletin führt die Warnungen nördlich der Alpen bis Donnerstag, 16. Juli, und südlich der Alpen bis Freitag, 17. Juli. Eine Verlängerung bleibt ausdrücklich möglich. Nach dem erwarteten Höhepunkt zu Wochenbeginn könnten Wolken und Gewitter die Temperaturen regional etwas senken. Eine flächendeckende, nachhaltige Abkühlung ist daraus aber noch nicht abzuleiten. Auch die Wettermodelle zeigen eine gewisse Streuung. Entscheidend wird sein, ob kühlere Atlantikluft bis zur Schweiz vorankommt oder ob das Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa seinen Einfluss behält. Solange die sehr warme Luftmasse über dem Alpenraum liegt, können einzelne Gewitter nur kurze Unterbrechungen bringen. Die Bevölkerung muss sich deshalb mindestens bis in die zweite Wochenhälfte auf grosse Hitze einstellen. Besonders wichtig bleiben die nächtliche Abkühlung von Wohnungen, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die tägliche Betreuung gefährdeter Personen.
Wetter Hitzewelle Schweiz: Das Wichtigste im Überblick
| Frage | Aktueller Stand |
|---|---|
| Wie heiss wird es? | meist 31–35 Grad, lokal 37–38 Grad |
| Wo gilt Warnstufe 3? | West- und Nordwestschweiz, Wallis, Teile des Mittellands, Jurasüdfuss, Schaffhausen und Alpensüdseite |
| Wie lange gelten die Warnungen? | nördlich der Alpen bis 16. Juli, südlich bis 17. Juli |
| Sind Gewitter möglich? | ja, besonders über Jura, Alpen und im Süden |
| Können Gewitter die Hitze beenden? | lokal kurzfristig, ein flächiges Ende ist noch unsicher |
| Wer ist besonders gefährdet? | ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und Pflegebedürftige |
| Was ist nachts wichtig? | früh lüften, tagsüber verschatten, aufgeheizte Räume meiden |
| Ist Warnstufe 4 möglich? | für einzelne Regionen nicht ausgeschlossen |
Die aktuelle Wetterlage ist damit mehr als eine kurze Folge heisser Sommertage. Entscheidend sind die Dauer, die lokal sehr hohen Tagesmaxima und die fehlende Abkühlung in Städten. Bis eine verlässliche Wetterumstellung erkennbar ist, bleiben die offiziellen Warnungen von MeteoSchweiz, Alertswiss und den kantonalen Behörden die wichtigste Grundlage für lokale Entscheidungen.
Verwendete Materialien: MeteoSchweiz, Naturgefahrenportal des Bundes, Bundesamt für Gesundheit BAG, Alertswiss.
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