Kolumbien hat offiziell den Start eines nationalen Anti-Drohnen-Schutzschildes angekündigt, nachdem die Vereinigten Staaten militärische Schläge gegen venezolanische Luftverteidigungsstellungen durchgeführt hatten. Dies berichtet Nume unter Berufung auf Defence Blog.

Das Programm mit einem Volumen von 6,2 Billionen kolumbianischen Pesos (rund 1,6 Milliarden US-Dollar) soll den Schutz des kolumbianischen Luftraums angesichts wachsender regionaler Sicherheitsrisiken deutlich verstärken, teilte das kolumbianische Verteidigungsministerium mit.

Das Projekt sieht den Aufbau eines landesweiten Systems zur Erkennung und Neutralisierung von Drohnen vor. Abgedeckt werden sollen Grenzregionen, kritische Infrastrukturen, internationale Flughäfen sowie grosse Städte. Nach Angaben des Ministeriums wurde die Entscheidung im Eilverfahren getroffen, nachdem die USA militärische Angriffe auf venezolanische Luftabwehranlagen geflogen hatten. Der Anti-Drohnen-Schutzschild wird eine mehrschichtige Architektur umfassen, darunter:

  • Sensoren zur frühzeitigen Zielerfassung,
  • Systeme zur elektronischen Kampfführung,
  • physische Abfangsysteme,
  • sowie eine zentrale Kommando- und Kontrollplattform.

Das Verteidigungsministerium bezeichnet das Projekt als die grösste Investition Kolumbiens in die Sicherung des Luftraums in der Geschichte des Landes. Die erste Phase beginnt bereits am 16. Januar 2026 mit vertraulichen Konsultationen mit internationalen Rüstungs- und Technologieunternehmen sowie Regierungsdelegationen. Die operative Einführung erfolgt schrittweise nach Auswahl der Lieferanten. Die Finanzierung ist bereits im Staatshaushalt 2026 abgesichert.

Trumps Andeutungen über eine mögliche Operation in Kolumbien

Nach der Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch US-Kräfte hatte US-Präsident Donald Trump öffentlich erklärt, die Vereinigten Staaten könnten in der Region territoriale Ansprüche geltend machen. Dabei erwähnte er ausdrücklich Kolumbien als mögliches Operationsgebiet.

Auch Mexiko, Kuba und weitere Länder Lateinamerikas wurden von Trump genannt, ohne dass konkrete militärische oder politische Szenarien näher erläutert wurden. Die Aussagen lösten in Bogotá eine scharfe Reaktion aus. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro erklärte, sein Land sei bereit, seine Souveränität mit allen verfügbaren Mitteln zu verteidigen. Er betonte zudem seine persönliche Bereitschaft, im Ernstfall selbst an der Verteidigung des Staates teilzunehmen. Petro unterstrich, dass er als Oberbefehlshaber strikt im Rahmen der Verfassung handle und bereits harte Anweisungen zur Verstärkung der Drogenbekämpfung sowie der nationalen Sicherheit erteilt habe.


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Foto: Kolumbianische Streitkräfte bereiten den neuen Anti-Drohnen-Schutzschild vor (Verteidigungsministerium Kolumbien)