Föhnsturm Schweiz seit Anfang Februar 2026 das Wettergeschehen in den Alpen. Der warme Fallwind sorgt verbreitet für ungewöhnlich milde Temperaturen, sehr trockene Luft und aussergewöhnlich klare Fernsicht, erhöht jedoch zugleich das Risiko für schwere Sturmschäden. In mehreren Kantonen gelten amtliche Wind- und Sturmwarnungen, da in typischen Föhnregionen, auf Alpenpässen und in höheren Lagen Orkanböen von über 120 km/h und lokal bis zu 140 km/h möglich sind, wie die Redaktion NUME.ch unter Berufung auf aktuelle meteorologische Einschätzungen berichtet.

Was ist ein Föhnsturm und wie entsteht er

Ein Föhnsturm ist eine besonders intensive Ausprägung des Föhns – eines warmen, trockenen Fallwinds, der auf der Alpennordseite auftritt. Er entsteht, wenn starke südliche Luftströmungen durch ausgeprägte Druckunterschiede gezwungen werden, die Alpen zu überqueren. Auf der Alpensüdseite verliert die Luft häufig einen Teil ihrer Feuchtigkeit, während sie auf der Nordseite absinkt, sich erwärmt und weiter austrocknet. Meteorologisch gilt: Pro 100 Meter Höhenverlust erwärmt sich die absinkende Luft um etwa ein Grad Celsius. Bei starken Strömungen und stabilen Druckverhältnissen kann sich dieser Prozess verstärken und in einen Föhnsturm übergehen, der extreme Windgeschwindigkeiten erreicht.

Warum der Föhn milde Temperaturen und klare Sicht bringt

Die trockene Luft des Föhns reduziert Dunst, Nebel und Aerosole in der Atmosphäre. Dadurch verbessert sich die Fernsicht deutlich, und Bergketten wirken oft ungewöhnlich nah und kontrastreich. Gleichzeitig steigen die Temperaturen selbst im Winter lokal auf frühlingshafte Werte.

Allerdings gibt es Ausnahmen. Beim sogenannten Dimmerföhn werden bei sehr starker Strömung Wolken über den Alpenhauptkamm hinwegtransportiert. In diesen Fällen kann es trotz Föhn auch auf der Alpennordseite zu dichter Bewölkung oder leichtem Niederschlag kommen.

Typische Wolken als Warnsignal

Ein klassisches Anzeichen für Föhnsturm Schweiz sind Altocumulus lenticularis. Diese linsenförmigen Wolken entstehen in stationären Leewellen hinter Gebirgskämmen. Obwohl sie scheinbar stillstehen, herrschen in der Höhe oft sehr starke Winde. Für Meteorologinnen und Meteorologen gelten diese Wolken als klares Warnsignal für intensive Strömung über den Alpen. Ihre ungewöhnlich glatten Formen führten in der Vergangenheit immer wieder zu UFO-Meldungen, sind jedoch ein gut dokumentiertes Wetterphänomen.

Welche Regionen in der Schweiz besonders betroffen sind

Die Häufigkeit von Föhn unterscheidet sich in der Schweiz deutlich je nach Region. Langjährige Messreihen zeigen klare Schwerpunkte:

  • Poschiavo (Graubünden): rund 1160 Föhnstunden pro Jahr
  • Chur (Graubünden): etwa 726 Föhnstunden jährlich
  • Schweizer Mittelland: meist nur 10 bis 20 Föhnstunden pro Jahr

Besonders betroffen sind klassische Föhntäler, Alpenpässe sowie Übergangsregionen zwischen Alpen und Voralpen. Dort kann der Föhn nicht nur das Wetter, sondern auch Verkehr und Infrastruktur erheblich beeinflussen.

Aktuelle Warnlage im Februar 2026

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Föhnsturm wurden für mehrere Kantone Sturmwarnungen der Gefahrenstufe 3 ausgesprochen. In exponierten Lagen, auf Berggipfeln und in typischen Föhngebieten werden Windspitzen von 120 bis 140 km/h erwartet.

Die grössten Risiken sind:

  • umstürzende Bäume und abbrechende Äste
  • erhöhte Unfallgefahr durch starken Seitenwind, insbesondere auf Brücken
  • temporäre Einschränkungen oder Einstellungen des Seilbahnbetriebs
  • Beeinträchtigungen im Ski- und Bergtourismus

Oberhalb von etwa 1000 Metern Höhe ist mit den stärksten Böen zu rechnen.

Empfehlungen der Behörden bei Föhnsturm

Angesichts des aktuellen Föhnsturm Schweiz empfehlen die Behörden der Bevölkerung erhöhte Vorsicht. Lose Gegenstände wie Gartenmöbel, Blumentöpfe, Bauabschrankungen oder Werbetafeln sollten gesichert oder ins Innere gebracht werden, da sie bei starken Böen zur Gefahr werden können. Aufenthalte in der Nähe von Bäumen, Waldrändern und Baugerüsten sollten vermieden werden, da mit herabfallenden Ästen zu rechnen ist.

Verkehrsteilnehmende müssen insbesondere auf Brücken, Passstrassen und exponierten Talabschnitten mit plötzlich einsetzenden starken Seitenwindböen rechnen. Für Lastwagen, Wohnmobile und Fahrzeuge mit Anhängern besteht erhöhte Unfallgefahr. In alpinen Regionen sind zudem kurzfristige Sperrungen von Bergbahnen, Gondeln, Wanderwegen und Skipisten möglich, abhängig von der lokalen Windentwicklung.

Bringt der Föhn einen Wetterumschwung

Trotz der derzeit ungewöhnlich milden Temperaturen deuten aktuelle Analysen auf mögliche Veränderungen in der Grosswetterlage hin. Meteorologische Modelle zeigen Anzeichen für eine Abschwächung oder Aufspaltung des stratosphärischen Polarwirbels, ein Prozess, der das Wetter in Europa nachhaltig beeinflussen kann.

Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnte dies zwei bis vier Wochen später die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftvorstösse aus dem Norden oder Osten erhöhen. Ein ausgeprägter föhnsturm schweiz schliesst daher eine spätere Rückkehr winterlicher Bedingungen mit sinkenden Temperaturen, Schnee und Frost nicht aus, insbesondere im Flachland.

Warum der Föhn mehr ist als nur ein Wetterphänomen

Der Föhn wirkt sich nicht nur auf Temperatur, Wind und Niederschlag aus, sondern beeinflusst auch Gesundheit, Verkehrssicherheit und Wirtschaft. Viele Menschen berichten bei ausgeprägten Föhnlagen über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme, Phänomene, die oft unter dem Begriff „Föhnfühligkeit“ zusammengefasst werden.

Gleichzeitig stellt der warme Fallwind einen zentralen Bestandteil des alpinen Klimasystems dar. Er beeinflusst Vegetation, Wasserhaushalt, Lawinengefahr und Infrastrukturplanung und gilt als einer der wichtigsten Treiber für Wetterextreme in der Schweiz. Der Föhn ist damit weit mehr als ein kurzfristiges Wetterereignis – er ist ein prägendes Element der alpinen Umwelt.

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