Am Sonntag, dem 6. Juli 2025, wurde Novak Djokovic während einer Trainingseinheit auf dem Gelände von Wimbledon mit einer sichtbar gepolsterten Kniebandage am rechten Bein fotografiert. Die Aufnahme, veröffentlicht durch die britische Bildagentur PA Images, verbreitete sich innerhalb weniger Stunden über nationale und internationale Medien sowie soziale Netzwerke. Besonders auffällig: Weder Djokovic noch sein Team gaben am selben Tag eine offizielle Stellungnahme zu seinem Gesundheitszustand ab. Nur wenige Tage zuvor, am 2. Juli, hatte der 38-Jährige bereits in der ersten Runde gegen Alexandre Muller ein medizinisches Timeout genommen. Seither hatten sich erste Spekulationen über mögliche Probleme mit dem rechten Knie erneut verstärkt – auch im Hinblick auf seine Knieoperation vom 5. Juni 2024 in Paris.
Die Kombination aus aktuellem Bildmaterial, unklarer medizinischer Lage und der sportlichen Brisanz vor dem Achtelfinalmatch gegen Alex de Minaur am 7. Juli sorgte für eine ungewöhnlich laute öffentliche Debatte. Kritische Stimmen in den sozialen Medien sprachen von einer „wiederholten Inszenierung“, andere forderten Respekt vor einem Spieler, der „mit dokumentierten Verletzungen konstant auf höchstem Niveau agiert“. Die BBC, der Express und mehrere Tennisportale griffen die Diskussion auf und stellten die Frage, ob Djokovic erneut bewusst Unsicherheit über seinen Zustand erzeugt – oder schlicht vorsorglich agiert.Ob darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf BBC und Daily Express.

Image: Getty
Hintergrund: Erste Runde, alte Muster
Djokovic hatte bereits während seines Erstrundenspiels gegen Alexandre Muller am 2. Juli 2025 eine medizinische Behandlungspause eingelegt. In den Tagen danach gab es keine offizielle Erklärung über eine akute Verletzung.
Der Express (07.07.2025) schreibt:
„Novak Djokovic has been accused of faking an injury to 'create drama' at Wimbledon – and not for the first time either.“
Einige Nutzer in sozialen Netzwerken unterstellen ihm, seine Knieprobleme zu dramatisieren, um Druck zu mindern oder Gegner zu verunsichern.
Zitat eines Nutzers, zitiert vom Express:
„Novak is again trying to confuse everyone with his 'injury'. It’s becoming a routine for him to create drama out of nothing.“
Medizinischer Kontext: OP 2024 und rasche Rückkehr
Djokovic hatte sich am 3. Juni 2024 beim French Open eine Verletzung des medialen Meniskus im rechten Knie zugezogen. Nur zwei Tage später, am 5. Juni, wurde er in Paris operiert. Trotz Prognosen von mehreren Monaten Pause kehrte er Ende Juni 2024 auf den Trainingsplatz zurück und erreichte Anfang Juli das Finale von Wimbledon 2024.
Diese rasche Genesung sorgte damals für Lob – aber auch für neue Zweifel. Laut Tennis Channel wurde der Eingriff minimalinvasiv durchgeführt, wodurch ein schneller Wiederaufbau möglich war.
Kritik aus der Szene: Taktik oder echte Beschwerden
Der Verdacht, Novak Djokovic könnte medizinische Pausen strategisch einsetzen, besteht seit vielen Jahren. Einige bekannte Spieler und Kommentatoren äußerten sich dazu öffentlich:
- Roger Federer (2006) – nach einem Davis-Cup-Match gegen Stan Wawrinka:„Ich traue seinen Verletzungen nicht.“
- John McEnroe (Januar 2025, ESPN) – beim Australian Open, als Djokovic mit Schmerzen gegen Carlos Alcaraz gewann:„Das ist nicht das erste Mal, dass wir diese Show sehen.“
- Nick Kyrgios (Juli 2025, talkSPORT) – nach Djokovics medizinischem Timeout in Runde 1 gegen Alexandre Muller:„Ich denke, er macht das manchmal bewusst früh im Turnier, um die Gegner aus dem Rhythmus zu bringen.“
Solche Aussagen haben sich über die Jahre wiederholt – besonders bei Grand Slams, wenn Djokovic nach Verletzungen weiterspielt und trotzdem gewinnt.
Djokovics Reaktion
Djokovic äußerte sich im März 2025 im Interview mit dem Tennis Channel:
„Es ist leicht, zu kritisieren. Aber wer selbst nie verletzt war, versteht nicht, wie viel man manchmal verbergen muss, um überhaupt spielen zu können.“
Er betonte, dass viele seiner Beschwerden ärztlich dokumentiert und teilweise sogar operiert wurden – wie seine Knieverletzung 2024, die zur Operation in Paris führte.
Aktuelle Ausgangslage vor dem Achtelfinale
Am 7. Juli 2025 trifft Novak Djokovic im Achtelfinale von Wimbledon auf den Australier Alex de Minaur (ATP Nr. 9). Trotz anhaltender Diskussionen um seinen Gesundheitszustand gilt der 38-Jährige weiterhin als einer der Favoriten auf den Titel.
Ein Einzug ins Finale würde ihm die Möglichkeit eröffnen, zum achten Mal Wimbledon zu gewinnen – und damit mit Roger Federer gleichzuziehen. Zudem könnte Djokovic als ältester Wimbledon-Sieger der Open Era (seit 1968) in die Tennisgeschichte eingehen.
Laut Sky Bet liegt seine Titelchance aktuell bei rund 20 Prozent – eine bemerkenswerte Quote angesichts seines Alters und der dokumentierten Knieoperation im Vorjahr.
Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht: Wimbledon 2025: Sinner und Djokovic in derselben Hälfte – Alcaraz startet gegen Fognini
Image: PA