Die paralympischen Winterspiele 2026 beginnen Anfang März in Norditalien und markieren einen der bedeutendsten internationalen Sportanlässe für Athletinnen und Athleten mit Behinderungen. Austragungsorte sind mehrere Städte in der Region rund um Mailand und Cortina d’Ampezzo, während einzelne Zeremonien und Veranstaltungen auch an anderen Orten stattfinden. Insgesamt treten mehr als 600 Sportlerinnen und Sportler aus rund 50 Nationen an. Die Wettbewerbe verteilen sich über zehn Wettkampftage. In dieser Zeit werden 79 Medaillensätze vergeben – in Disziplinen wie Para-Ski-Alpin, Para-Biathlon, Para-Langlauf, Para-Snowboard sowie Rollstuhl-Curling. Beobachter sprechen von einer der grössten Ausgaben der Winter-Paralympics seit der Einführung des modernen Programms.

Wie NUME.ch berichtet, richtet sich der Fokus vieler europäischer Beobachter besonders auf die Delegationen aus den traditionellen Wintersportländern, darunter auch die Schweiz, die trotz kleiner Mannschaft mit mehreren aussichtsreichen Athleten anreist.
Programm und Umfang der paralympischen Winterspiele 2026
Die paralympischen Winterspiele finden vom 6. bis 15. März 2026 statt. Bereits wenige Tage vor der offiziellen Eröffnungszeremonie beginnen einzelne Wettbewerbe, etwa im Rollstuhl-Curling.
Das Programm umfasst sechs paralympische Wintersportarten:
- Para-Ski-Alpin
- Para-Langlauf
- Para-Biathlon
- Para-Snowboard
- Para-Eishockey
- Rollstuhl-Curling
Insgesamt werden 79 Medaillenentscheidungen ausgetragen. Dabei verteilen sich die Wettbewerbe auf Männer-, Frauen- und Mixed-Kategorien. Eine Neuerung im Programm ist das Mixed-Doppel im Rollstuhl-Curling, das erstmals bei Winter-Paralympics durchgeführt wird.
Die Organisation orientiert sich weitgehend an der Struktur der Olympischen Winterspiele desselben Jahres, nutzt jedoch eigene Wettkampfstätten und Zeitpläne. Mehrere alpine Disziplinen werden im Raum Cortina d’Ampezzo ausgetragen, während nordische Wettbewerbe in anderen Regionen Norditaliens stattfinden.
Die Schweizer Delegation bei Milano Cortina 2026
Die Schweiz reist mit einer vergleichsweise kleinen Mannschaft zu den Spielen. Neun Athletinnen und Athletenvertreten das Land bei den paralympischen Winterspielen 2026. Die Delegation startet in vier von sechs möglichen Sportarten. Nicht vertreten ist die Schweiz in den Teamsportarten Para-Eishockey sowie Rollstuhl-Curling. Chef de Mission ist Tom Reulein, der diese Funktion erstmals bei Paralympischen Winterspielen ausübt. Reulein erklärte in einem Interview mit dem Schweizer Radio SRF Anfang März:
„Unser Ziel ist es, das Resultat von Peking 2022 zu übertreffen. Eine einzelne Medaille war für eine Wintersportnation wie die Schweiz zu wenig“ (Tom Reulein, Interview SRF, 2. März 2026).
Die Vorbereitung der Delegation erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Organisationen wie Swiss Paralympic, PluSport sowie Rollstuhlsport Schweiz. Besonders das Trainingszentrum in Nottwil spielt eine zentrale Rolle für sitzende Para-Skifahrerinnen und -Skifahrer.
Schweizer Medaillenhoffnungen
Zu den bekanntesten Namen im Schweizer Team zählen mehrere Athleten aus dem alpinen Bereich. Besonders häufig wird Théo Gmür genannt, der bereits bei den Winter-Paralympics 2022 in Peking eine Bronzemedaille im Para-Ski-Alpin gewann. Der Walliser gehört weiterhin zu den konstantesten Fahrern im Weltcup. Ein weiterer Athlet im Fokus ist Robin Cuche aus dem Kanton Neuenburg. Der Para-Skirennfahrer gilt als einer der Hoffnungsträger der Schweizer Delegation. Er ist der Neffe des ehemaligen Weltklasse-Skirennfahrers Didier Cuche, der über viele Jahre zu den prägenden Figuren des alpinen Skisports gehörte.
Cuche tritt in der Kategorie der stehenden Athleten an und hat in den vergangenen Weltcupsaisons mehrere Podestplätze erreicht. Beobachter erwarten, dass er in Disziplinen wie Slalom oder Riesenslalom um Medaillen kämpfen könnte. Auch im Para-Snowboard stellt die Schweiz mehrere Athleten, darunter Fahrer mit Weltcup-Erfahrung.
Rückblick: Schweizer Ergebnisse bei früheren Paralympics
Historisch betrachtet gehörte die Schweiz in den frühen Jahren der Paralympischen Winterspiele zu den erfolgreicheren Nationen. Besonders in den 1980er-Jahren gewann das Land zahlreiche Medaillen im Para-Ski-Alpin. Bei den Winter-Paralympics 1980 und 1984 erreichte die Schweizer Delegation zusammen 46 Medaillen. Zu den erfolgreichsten Athleten der Geschichte zählt Rolf Heinzmann, der zwischen 1980 und 2002 an fünf Paralympischen Winterspielen teilnahm. Seine Bilanz umfasst zwölf Gold- und zwei Silbermedaillen.
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Konkurrenz jedoch deutlich stärker geworden. Länder wie Österreich, Italien oder die USA verfügen über grössere Trainingsprogramme und breitere Nachwuchssysteme im Para-Sport. Bei den Winter-Paralympics 2022 in Peking gewann die Schweiz lediglich eine Medaille, nämlich Bronze durch Théo Gmür. Für eine Nation mit grosser Wintersporttradition wurde dieses Ergebnis vielfach als zu niedrig bewertet.
Bedeutung der Talentförderung im Schweizer Para-Sport
Die Verantwortlichen im Schweizer Paralympics-System sehen vor allem in der Talentförderung eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.
Reulein erklärte dazu:
„Um ganz oben erfolgreich zu sein, braucht es nicht nur engagierte Parasportler, sondern auch Talente, die früh erkannt und langfristig aufgebaut werden“ (Tom Reulein, SRF-Interview, März 2026). Mehrere Programme sollen deshalb neue Athletinnen und Athleten für den Leistungssport gewinnen. Neben klassischen Nachwuchsprogrammen gehören dazu auch Kooperationen mit Rehabilitationszentren und Sportverbänden. Ein langfristiges Ziel ist es, bei künftigen Paralympischen Winterspielen in allen sechs Sportarten vertreten zu sein.
Infrastruktur und Organisation der Spiele
Die paralympischen Winterspiele 2026 nutzen teilweise dieselbe Infrastruktur wie die Olympischen Spiele desselben Jahres. Mehrere Wettkampfstätten wurden bereits für die Olympischen Wettbewerbe modernisiert oder neu gebaut. Dazu gehören unter anderem:
- alpine Rennstrecken in Cortina d’Ampezzo
- nordische Zentren für Biathlon und Langlauf
- spezielle Anlagen für Para-Snowboard
- Curling-Hallen mit barrierefreier Infrastruktur
Für Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen sind zusätzliche logistische und medizinische Einrichtungen erforderlich. Dazu zählen barrierefreie Transportmöglichkeiten, medizinische Betreuung sowie individuelle Sportgeräte.
Rolle der Paralympics im internationalen Wintersport
Die Paralympischen Winterspiele gelten als wichtigste internationale Plattform für den Behindertensport im Winter. Seit der ersten Ausgabe 1976 in Örnsköldsvik (Schweden) hat sich die Veranstaltung deutlich vergrössert. Während damals nur wenige Sportarten im Programm standen, umfasst das heutige Format mehrere Disziplinen mit komplexen Klassifikationssystemen. Diese Systeme sorgen dafür, dass Athleten mit unterschiedlichen körperlichen Einschränkungen möglichst faire Wettkämpfe bestreiten können. Im Para-Ski-Alpin beispielsweise treten Sportler in drei Hauptkategorien an:
- stehend
- sitzend (Monoskibob)
- sehbehindert mit Guide-Athlet
Ausblick auf die kommenden Wettkampftage
Während der zehn Wettkampftage der paralympischen Winterspiele 2026 stehen nahezu täglich Medaillenentscheidungen auf dem Programm. Insgesamt werden 79 Medaillensätze vergeben. Den grössten Anteil daran hat traditionell Para-Ski-Alpin, das mit mehreren Disziplinen – darunter Abfahrt, Super-G, Super-Kombination, Riesenslalom und Slalom – einen erheblichen Teil des Wettkampfkalenders ausmacht. Die Rennen finden auf den alpinen Pisten rund um Cortina d’Ampezzo statt, wo bereits zahlreiche Weltcupveranstaltungen ausgetragen wurden und die Infrastruktur für Para-Athleten angepasst wurde.
Neben dem alpinen Programm gehören auch Para-Biathlon und Para-Langlauf zu den umfangreichsten Wettbewerben. Diese Disziplinen werden auf nordischen Strecken in Norditalien ausgetragen und umfassen sowohl Sprint- als auch Langdistanzrennen sowie Staffel- und Verfolgungsformate. Im Para-Snowboard stehen unter anderem Snowboard Cross und Banked Slalom auf dem Programm, während im Rollstuhl-Curling erstmals ein Mixed-Doppel-Turnier Teil der Paralympischen Winterspiele ist.
Für die Schweiz konzentrieren sich die sportlichen Erwartungen vor allem auf Para-Ski-Alpin. Mehrere Mitglieder der Delegation verfügen über Erfahrung aus Weltcup-Rennen und internationalen Meisterschaften. Beobachter sehen insbesondere in technischen Disziplinen wie Slalom und Riesenslalom realistische Chancen auf Finalplätze und mögliche Podestresultate. Auch im Para-Snowboard sind einzelne Schweizer Athleten regelmässig in internationalen Wettkämpfen vertreten.
Die Ausgangslage wird auch durch die Ergebnisse der vergangenen Paralympics geprägt. Bei den Winterspielen 2022 in Peking gewann die Schweiz eine Medaille, als Théo Gmür Bronze in der alpinen Abfahrt holte. Das erklärte Ziel der Delegation für Milano Cortina 2026 besteht darin, dieses Resultat zu übertreffen und wieder häufiger im Medaillenspiegel vertreten zu sein.
Neben den sportlichen Resultaten gilt der Anlass auch als wichtiger Termin für den internationalen Para-Sport. Mehr als 600 Athletinnen und Athleten aus rund 50 Ländern nehmen teil, begleitet von Trainern, medizinischem Personal und technischen Teams. Während der Spiele werden die Wettkämpfe weltweit übertragen und bilden für viele Athleten den Höhepunkt einer mehrjährigen Vorbereitung im paralympischen Leistungssport.
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