Die Polizei hat für den Samstag ein Grossaufgebot in der Berner Innenstadt angekündigt. Anlass ist eine bewilligte Kundgebung sowie ein Aufruf zu einer unbewilligten Anti-WEF-Demonstration auf dem Bahnhofplatz. Die Sicherheitsbehörden rechnen aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage, der erwarteten Teilnehmerzahl und früherer vergleichbarer Ereignisse mit einem erhöhten Risiko für Ausschreitungen, berichtet Nume mit Verweis auf NZZ.

Bereits am Vormittag waren mehrere Dutzend Polizeibeamte im Bereich des Bahnhofs im Einsatz. Erste Ausgänge wurden gesperrt, in Seitenstrassen positionierten sich Einsatzfahrzeuge. Zu diesem Zeitpunkt blieb die Lage ruhig, dennoch bereitete sich die Polizei sichtbar auf mögliche Zwischenfälle vor.

Unbewilligte Anti-WEF-Demonstration angekündigt

Für den Samstag haben linksradikale Gruppen zu einer nicht genehmigten Demonstration in der Berner Innenstadt aufgerufen. Die Aktion steht unter Parolen wie:

  • „Smash WEF“
  • „Friede der Welt, Krieg dem WEF“

Die Proteste richten sich gegen das am Montag beginnende Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Laut Berichten der NZZ haben sich zudem Pro-Palästina-Gruppen mit den WEF-Kritikern solidarisiert. Damit könnten erneut jene Gruppierungen aufeinandertreffen, die bereits bei früheren Kundgebungen in Bern für massive Gewalt gesorgt hatten.

Erinnerung an die Ausschreitungen im Oktober

Bei einer unbewilligten Pro-Palästina-Demonstration im vergangenen Oktober kam es in der Berner Altstadt zu schweren Ausschreitungen. Damals wurden:

  • 18 Polizistinnen und Polizisten verletzt
  • Einsatzkräfte mit Flaschen, Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen angegriffen
  • ein Restaurant beinahe Ziel einer Brandstiftung
  • über 500 Demonstrierende vorübergehend festgehalten

Die Ereignisse lösten eine intensive politische Debatte aus. Bürgerliche Parteien und Gewerbetreibende stellten die Deeskalationsstrategie der Stadt infrage, während die links-grüne Stadtregierung ihr Vorgehen verteidigte.

Bericht der Stadt bestätigt bisherigen Kurs

Trotz Schäden in Millionenhöhe und zahlreicher Verletzter hält die Berner Exekutive an ihrer Linie fest. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht heisst es, ein frühzeitiges Auflösen der Demonstration hätte „mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer noch stärkeren Eskalation geführt“. Diese Einschätzung werde von der Berner Kantonspolizei geteilt, auch wenn es letztlich dennoch zu schweren Ausschreitungen gekommen sei.

Bern bereitet sich heute auf eine unbewilligte Anti-WEF-Demonstration vor. Die Polizei plant ein Grossaufgebot, Strassensperren und erhebliche Verkehrseinschränkungen in der Innenstadt.

Grossaufgebot und Verkehrseinschränkungen angekündigt

Die Berner Kantonspolizei teilte mit, dass für die angekündigte Kundgebung kein entsprechendes Bewilligungsgesuch bei der Stadt Bern eingegangen sei. Dennoch werde man mit zahlreichen Einsatzkräften präsent sein, unterstützt durch Verstärkung aus anderen Kantonen.

Die Polizei rechnet insbesondere im Bereich des Bahnhofs am Nachmittag mit:

  • Verkehrseinschränkungen
  • kurzfristigen Sperrungen
  • Anpassungen im öffentlichen Raum

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Absperrungen zu beachten und zusätzliche Zeit für Wege in die Innenstadt einzuplanen.

Internationale Reaktionen und Sicherheitswarnung

Am Freitagabend veröffentlichte auch die US-Botschaft in Bern eine Warnung. In einer auf der Plattform X verbreiteten Mitteilung sprach sie von einer „Sicherheitswarnung“ im Zusammenhang mit der unbewilligten Demonstration. Bezug genommen wurde dabei auch auf die Ereignisse der Pro-Palästina-Demo im Oktober mit verletzten Beamten und Brandstiftung.

Stadtregierung setzt weiter auf Deeskalation

Die Berner Stadtregierung kündigte an, an ihrer bisherigen Strategie festzuhalten. Ziel sei es weiterhin, auch nicht bewilligte Kundgebungen deeskalierend zu begleiten, statt sie mit Zwang zu verhindern. Zur Begründung verweist die Exekutive darauf, dass es bei über 300 Kundgebungen pro Jahr in Bern nur selten zu derart schweren Ausschreitungen komme. Es sei daher „falsch, nach den Gewaltexzessen vom 11. Oktober 2025 alle bewährten Konzepte aufzugeben“.
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