Der Bettag 2026 – offiziell Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag – fällt auf Sonntag, den 20. September 2026, stets auf den dritten Sonntag im September. Er ist einer der wenigen Feiertage, die in fast der ganzen Schweiz gemeinsam begangen werden, und gehört zu den ältesten staatlich verordneten Feiertagen des Landes. Anders als kirchliche Feste ist der Bettag bewusst überkonfessionell angelegt: Er richtet sich an Reformierte, Katholiken und Juden gleichermassen und versteht sich als Tag der Besinnung, des Dankes und der nationalen Einheit über die Religions- und Sprachgrenzen hinweg. Weil er auf einen Sonntag fällt, ist er für die meisten ohnehin frei – entscheidend ist aber der darauffolgende Bettagsmontag, der in mehreren Kantonen und Regionen zusätzlich als arbeitsfreier Tag gilt.
Was der Feiertag bedeutet, wo genau frei ist, warum ausgerechnet Genf und die Waadt eigene Regeln haben und woher die Tradition stammt, ordnet dieser Beitrag von NUME.CH ein. Grundlage sind die kantonalen Feiertagsregelungen, historische Quellen und offizielle Kalender. So viel vorweg: Der Bettag ist ein seltenes Beispiel für einen Feiertag, der die konfessionell und sprachlich vielfältige Schweiz bewusst zusammenführen soll – und der zugleich zeigt, wie föderal das Land bei den Feiertagen organisiert ist, denn die genauen Regeln zum freien Montag unterscheiden sich von Kanton zu Kanton.
Bettag 2026: Datum und Einordnung
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag fällt immer auf den dritten Sonntag im September. 2026 ist das der 20. September. Der Termin ist damit fix an den Wochentag gekoppelt und verschiebt sich jedes Jahr leicht. Der Bettag liegt regelmässig eine Woche nach dem Zürcher Knabenschiessen, das am zweiten Septemberwochenende stattfindet.
| Jahr | Bettag (Sonntag) | Bettagsmontag |
|---|---|---|
| 2026 | 20. September | 21. September |
| 2027 | 19. September | 20. September |
| 2028 | 17. September | 18. September |
Weil der Bettag selbst ein Sonntag ist, spielt für die Arbeitswelt vor allem der Montag danach eine Rolle. In einigen Kantonen und Regionen ist dieser Bettagsmontag ein zusätzlicher freier Tag – wodurch ein langes Wochenende entsteht.
Was der Bettag bedeutet
Der volle Name nennt die drei Anliegen des Tages: Dank, Busse und Bitte (Beten). Der Bettag ist ein Tag der Besinnung, an dem – ursprünglich religiös motiviert – für das Wohlergehen des Landes gedankt und gebetet wird. Charakteristisch ist seine überkonfessionelle Ausrichtung: Er wird von den reformierten und katholischen Kirchen gemeinsam sowie von den jüdischen Gemeinden begangen. Damit unterscheidet er sich grundlegend von rein kirchlichen Feiertagen wie Fronleichnam oder Allerheiligen, die nur in bestimmten Konfessionsgebieten gelten.
Über die religiöse Dimension hinaus hat der Bettag eine staatspolitische Bedeutung. Er entstand als gemeinsamer Feiertag, der die konfessionell gespaltene Eidgenossenschaft zusammenführen sollte – ein Tag der nationalen Einheit über Religions- und Sprachgrenzen hinweg. In vielen Gemeinden finden ökumenische Gottesdienste statt; traditionell wird an diesem Tag vielerorts ein Bettagskuchen oder Zwetschgenwähen gegessen.
Wo ist der Bettag arbeitsfrei?
Der Bettag als Sonntag ist gesamtschweizerisch ein Ruhetag. Beim Bettagsmontag wird es föderal: Er ist nicht überall frei. Die folgende Übersicht gibt eine Orientierung; verbindlich sind stets die kantonalen Regelungen.
| Region | Regelung |
|---|---|
| Ganze Schweiz (Sonntag) | Bettag ist Ruhetag, in fast allen Kantonen anerkannt |
| Waadt (Lundi du Jeûne) | Bettagsmontag ist kantonaler Feiertag |
| Teile der Romandie / rund um Lausanne | Montag teils arbeitsfrei |
| Genf | feiert stattdessen den Jeûne genevois (10. September 2026) |
| Deutschschweiz | Sonntag Ruhetag; Montag meist normaler Arbeitstag |
Eine Besonderheit ist Genf: Der Kanton begeht nicht den eidgenössischen Bettag, sondern seinen eigenen Jeûne genevois, der auf den Donnerstag nach dem ersten Sonntag im September fällt – 2026 also auf den 10. September. Dieser Genfer Bettag ist ein kantonaler Feiertag mit eigener Geschichte.
Die Geschichte: von regionalen Bettagen zum nationalen Feiertag
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag hat in der Schweiz eine deutlich längere Geschichte als der moderne Bundesstaat. Bereits seit dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit ordneten Städte, Orte und später Kantone besondere Bet-, Buss-, Dank- und Fasttage an. Meist geschah dies nicht nach einem festen Kalender, sondern als Reaktion auf aussergewöhnliche Ereignisse: Kriege, Seuchen, Hungersnöte, Missernten, Naturkatastrophen oder politische Krisen. Die Bevölkerung sollte gemeinsam innehalten, für überstandene Gefahren danken, eigenes Handeln hinterfragen und um Schutz und Beistand bitten.
Besonders während der konfessionellen und militärischen Konflikte des 16. und 17. Jahrhunderts gewannen solche Tage an Bedeutung. Ein konkretes Beispiel liefert Zürich im Jahr 1633: Wegen der Kriegsgefahr und drohender Missernten wurde für den 17. September ein Fast- und Bettag angeordnet. Während des Dreissigjährigen Krieges wurden vergleichbare Bettage häufiger durchgeführt. Ab 1639 hielten die evangelischen Orte gemeinsame Bettage ab, ab 1643folgten auch die katholischen Orte mit gemeinsamen Terminen innerhalb ihrer Konfession.
Der entscheidende Schritt über die Konfessionsgrenzen hinweg erfolgte 1797. Am 17. September begingen katholische und reformierte Kantone erstmals gemeinsam einen Bettag. In einer Eidgenossenschaft, die religiös und politisch stark gespalten war, erhielt der Tag damit eine neue Bedeutung: Er sollte nicht mehr nur religiöser Buss- und Danktag sein, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl zwischen den Kantonen und Konfessionen stärken.
Die dauerhafte Vereinheitlichung folgte 1832. Die Tagsatzung beschloss, den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag künftig am dritten Sonntag im September zu begehen. Diese Regel gilt bis heute. Damit wurde aus unterschiedlichen regionalen Bettagen schrittweise ein gemeinsamer Schweizer Tag der Besinnung.
Gerade im 19. Jahrhundert bekam diese Tradition zusätzlich politische Bedeutung. Die Schweiz war von Spannungen zwischen liberalen und konservativen Kräften sowie zwischen katholischen und reformierten Kantonen geprägt; 1847 kam es zum Sonderbundskrieg, 1848 entstand der moderne Bundesstaat. Der Bettag blieb in dieser Zeit bewusst ein verbindendes Element. Später öffnete sich sein Charakter weiter: Neben Reformierten und Katholiken wurden auch jüdische Gemeinden in die Idee eines gemeinsamen staatlichen Besinnungstages einbezogen. Heute wird der Bettag vielerorts ökumenisch und teilweise auch interreligiös verstanden.
2026 fällt der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag auf Sonntag, den 20. September. Sein historischer Kern ist trotz des gesellschaftlichen Wandels erkennbar geblieben: innehalten, danken, Verantwortung reflektieren und das Gemeinsame über politische, gesellschaftliche oder religiöse Unterschiede stellen.
Wichtige Daten in der Geschichte des Bettags
- Spätmittelalter/frühe Neuzeit: lokale Bet-, Buss- und Danktage bei Kriegen, Krankheiten, Hunger und Naturereignissen.
- 1633: Zürich ordnet angesichts von Krieg und drohender Missernte einen Fast- und Bettag an.
- 1639: gemeinsame Bettage der evangelischen Orte.
- 1643: gemeinsame Bettage auch in katholischen Orten.
- 17. September 1797: erster gemeinsamer Bettag katholischer und reformierter Kantone.
- 1798: während der Helvetischen Republik wird der Gedanke eines gesamtschweizerischen Bettags weitergeführt.
- 1832: die Tagsatzung legt den gemeinsamen Bettag auf den dritten Sonntag im September.
- 1848: auch nach Gründung des Bundesstaates bleibt der Bettag als gemeinsamer Besinnungstag bestehen.
- 20. September 2026: Termin des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags 2026.
Bräuche rund um den Bettag: Gottesdienste, Ruhe und regionale Spezialitäten
Der Bettag ist kein Volksfest wie der 1. August, keine Chilbi und auch kein Feiertag mit einem einzigen schweizweit festgelegten Brauch. Traditionell handelt es sich um einen stillen Tag. Die konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich nach Kanton, Gemeinde, Konfession und Familie.
- Ökumenische Gottesdienste: In zahlreichen Gemeinden feiern reformierte und katholische Kirchgemeinden gemeinsam. Im Mittelpunkt stehen häufig Frieden, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Verantwortung und Dankbarkeit.
- Interreligiöse Begegnungen: Vor allem in grösseren Städten wird der ursprüngliche Gedanke des konfessionsübergreifenden Bettags teilweise auf den Dialog zwischen verschiedenen Religionen ausgeweitet.
- Ruhe und Besinnung: Historisch sollte der Bettag bewusst aus dem Alltag herausragen. Unterhaltung und grosse laute Veranstaltungen standen nicht im Mittelpunkt.
- Familienzeit: Für Menschen ohne religiösen Bezug ist der Bettag heute häufig schlicht ein ruhiger Sonntag mit Familie, gemeinsamem Essen oder einem Ausflug.
- Herbstliche Küche: Der Termin im September fällt in die Erntezeit. Zwetschgen, Äpfel und Birnen prägen deshalb vielerorts Kuchen und Wähen.
- Zwetschgenwähe: Besonders bekannt ist die Verbindung von Zwetschgenkuchen beziehungsweise tarte aux pruneaux mit den Westschweizer Jeûne-Traditionen. Sie sollte jedoch nicht als einheitlicher Brauch der gesamten Schweiz dargestellt werden.
- Bettagsmandate: Historisch veröffentlichten Behörden sogenannte Bettagsmandate. Darin wurden gesellschaftliche und politische Themen aufgegriffen, über die sich die Bevölkerung am Bettag Gedanken machen sollte. Auch der Zürcher Schriftsteller und Staatsschreiber Gottfried Keller verfasste solche Texte.
Regionale Unterschiede: Genf und Waadt als wichtige Beispiele
Wer über den Bettag schreibt, sollte die Westschweizer Besonderheiten klar unterscheiden. Der Jeûne genevois in Genf ist ein eigener kantonaler Feiertag und fällt 2026 bereits auf Donnerstag, den 10. September.
Der eigentliche Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag folgt am Sonntag, 20. September 2026. Im Kanton Waadt ist zusätzlich der darauf folgende Lundi du Jeûne am Montag, 21. September 2026, von Bedeutung. Gerade für Reisende, Arbeitnehmer und Personen mit Behördenterminen können diese unterschiedlichen Termine wichtig sein.
Was am Bettag 2026 geschlossen ist
Da der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag 2026 wie jedes Jahr auf einen Sonntag fällt, gelten zunächst die üblichen kantonalen Sonntags- und Ruhetagsbestimmungen. Für Einkäufe oder Behördengänge sollte deshalb grundsätzlich mit Einschränkungen gerechnet werden.
Typischerweise gilt:
- Ämter und Verwaltungen: am Sonntag geschlossen.
- Banken und Poststellen: reguläre Filialen grundsätzlich geschlossen.
- Detailhandel: die meisten klassischen Geschäfte bleiben geschlossen.
- Bahnhof- und Flughafengeschäfte: können im Rahmen der gesetzlichen Ausnahmen geöffnet sein.
- Tankstellenshops: können je nach Standort und Bewilligung geöffnet bleiben.
- Restaurants und Hotels: dürfen grundsätzlich öffnen; konkrete Öffnungszeiten unterscheiden sich.
- Museen und touristische Einrichtungen: teilweise geöffnet, teilweise mit speziellen Sonntagszeiten.
- Spitäler, Rettungsdienste und notwendige Dienstleistungen: funktionieren selbstverständlich weiter.
- Öffentlicher Verkehr: Züge, Trams und Busse verkehren, häufig nach dem regulären Sonntagsfahrplan.
Für Montag, den 21. September 2026, muss dagegen nach Kanton unterschieden werden. In grossen Teilen der Deutschschweiz ist der Montag nach dem Bettag ein regulärer Arbeitstag. Im Kanton Waadt ist der Lundi du Jeûne dagegen besonders zu berücksichtigen; Verwaltungen und weitere Einrichtungen können geschlossen bleiben.
Praxisbeispiel: Wer das Wochenende vom 19. bis 21. September in Zürich verbringt, muss am Sonntag mit normalen Sonntagsschliessungen rechnen, kann am Montag aber grundsätzlich wieder regulär einkaufen. Wer zur gleichen Zeit in Lausanne ist, sollte auch für Montag die Öffnungszeiten prüfen. In Genf wiederum liegt der kantonal besonders relevante Jeûne genevois bereits am 10. September.
Bettag im Schweizer Feiertagskalender: was rechtlich wichtig ist
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag nimmt im Schweizer Feiertagskalender eine besondere Stellung ein, dennoch sollte zwischen Tradition, kantonalem Feiertag und bundesrechtlichem Feiertag unterschieden werden. Anders als in zentralistisch organisierten Staaten gibt es in der Schweiz keinen für alle Kantone vollständig identischen Feiertagskalender.
Der 1. August besitzt dabei eine Sonderstellung: Er ist der einzige eidgenössische Feiertag, der auf Bundesebene arbeitsrechtlich einem Sonntag gleichgestellt ist. Daneben können die Kantone weitere Feiertage bestimmen und höchstens acht davon den Sonntagen gleichstellen. Deshalb unterscheiden sich die arbeitsrechtlichen Feiertage zwischen Zürich, Bern, Basel, Genf, Waadt, Tessin und anderen Kantonen.
Für den Bettag fällt diese komplizierte Unterscheidung im Alltag weniger stark auf, weil er ohnehin immer am dritten Sonntag im September stattfindet. Wer jedoch das gesamte Bettagswochenende plant, sollte die kantonalen Unterschiede kennen – insbesondere beim Jeûne genevois in Genf und beim Lundi du Jeûne in der Waadt.
Bettag 2026 auf einen Blick
Wann? Sonntag, 20. September 2026.
Wo? In der gesamten Schweiz.
Warum? Historischer Dank-, Buss- und Besinnungstag mit religiösen und staatspolitischen Wurzeln.
Seit wann gemeinsamer Termin? Seit dem Beschluss der Tagsatzung von 1832 am dritten Sonntag im September.
Was ist geschlossen? Am Sonntag gelten grundsätzlich die jeweiligen Sonntagsregelungen.
Was bleibt geöffnet? Unter anderem können Gastronomie, Hotels, Bahnhofsgeschäfte, Tankstellenshops und touristische Einrichtungen geöffnet sein.
Was ist am Montag? In der Deutschschweiz überwiegend normaler Werktag; in der Waadt ist der Lundi du Jeûne am 21. September 2026 zu beachten.
Besonderheit Genf: Jeûne genevois bereits am Donnerstag, 10. September 2026.st (Nationalfeiertag) und Weihnachten. Alle übrigen – darunter auch der Umgang mit dem Bettagsmontag – sind kantonal geregelt. Der Bettag selbst nimmt eine Sonderstellung ein, weil er als Sonntag ohnehin überall frei ist und zugleich überkonfessionell verankert ist.
Häufige Fragen zum Bettag 2026

Wann ist der Bettag 2026?
Am Sonntag, 20. September 2026 – immer der dritte Sonntag im September. Der Bettagsmontag ist der 21. September.
Ist der Bettag ein gesetzlicher Feiertag?
Als Sonntag ist er landesweit ein Ruhetag. Der Bettagsmontag ist nur in einigen Kantonen und Regionen (etwa der Waadt) zusätzlich arbeitsfrei.
Was bedeutet Dank-, Buss- und Bettag?
Der Name nennt die drei Anliegen: danken, Busse tun und bitten (beten). Es ist ein überkonfessioneller Tag der Besinnung für das Wohl des Landes.
Warum feiert Genf anders?
Genf begeht statt des eidgenössischen Bettags den Jeûne genevois am Donnerstag nach dem ersten Septembersonntag – 2026 am 10. September – als kantonalen Feiertag mit eigener Geschichte.
Ist der Bettag religiös?
Er hat religiöse Wurzeln, ist aber bewusst überkonfessionell: Reformierte, Katholiken und jüdische Gemeinden begehen ihn gemeinsam. Er hat zudem eine staatspolitische, einigende Bedeutung.
Was isst man am Bettag?
Traditionell einen Bettagskuchen oder eine Zwetschgenwähe – passend zur September-Zwetschgenzeit.
Verwendete Materialien: Kantonale Feiertagsregelungen der Schweiz, feiertagskalender.ch, ch.ch (Bundesverwaltung), Wikipedia (Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag; Jeûne genevois), Schweiz Tourismus, Rick Steves' Europe (Festival-Kalender), timeanddate.de.
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