Beim Brand in Thusis sind zwei der zunächst fünf vermissten Personen tot im ausgebrannten Gebäude gefunden worden. Drei Menschen werden am Samstag, 22. August 2026, weiterhin vermisst, während Einsatzkräfte das schwer beschädigte Haus mit Restaurant und Wohnungen durchsuchen. Das Gebäude ist nach Angaben der Kantonspolizei Graubünden einsturzgefährdet und bislang nur teilweise zugänglich; die Identität der beiden gefundenen Todesopfer war zunächst noch nicht geklärt. Das Feuer war in der Nacht auf Freitag ausgebrochen, 14 Personen konnten das Gebäude verlassen, acht von ihnen wurden verletzt. Die Brandursache bleibt Gegenstand der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft, berichtet NUME.CH.
Die Lage am Brandort bleibt deshalb auch mehr als einen Tag nach Ausbruch des Feuers schwierig. Nach den ersten Erkenntnissen der Ermittler brach der Brand im zweiten Stock des Gebäudes aus. Während des Feuers stürzte das Treppenhaus ein, das Dach musste mit einem Kran geöffnet werden. Fast 100 Feuerwehrleute sowie Rettungsdienste, Polizei und weitere Einsatzorganisationen waren während der ersten Phase des Einsatzes vor Ort. Zwei der acht Verletzten erlitten schwere, zwei mittelschwere und vier leichte Verletzungen.
Was ist über die Toten und Vermissten in Thusis bekannt
Am Samstag bestätigte die Kantonspolizei Graubünden die entscheidende neue Entwicklung: Zwei Menschen, die seit dem Grossbrand als vermisst galten, wurden tot aufgefunden. Damit sank die Zahl der Vermissten von fünf auf drei. Die Identifizierung der gefundenen Personen stand zum Zeitpunkt der Mitteilung noch aus.
Die Behörden haben damit zwei Todesfälle bestätigt, können die Suche im Gebäude wegen der Einsturzgefahr aber nur unter erschwerten Bedingungen fortsetzen.
Die Einsatzkräfte können nicht sämtliche Bereiche des ausgebrannten Hauses gleichzeitig betreten. Spezialisten arbeiten deshalb abschnittsweise und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Nach Angaben der Polizei wird bei den Arbeiten unter anderem ein Hubrettungsfahrzeug beziehungsweise eine Drehleiter eingesetzt. Der Gefahrenbereich rund um das Gebäude bleibt abgesperrt.
«Das Gebäude ist nach wie vor einsturzgefährdet.»
(Kantonspolizei Graubünden, Medieninformation vom 22. August 2026)
Diese bauliche Instabilität ist für die Vermissten nach dem Brand in Thusis entscheidend. Eine schnelle vollständige Durchsuchung, wie sie bei einem stabilen Gebäude möglich wäre, kommt nicht infrage. Bergung und Spurensicherung müssen miteinander abgestimmt werden, weil Veränderungen an der Ruine sowohl Einsatzkräfte gefährden als auch Spuren zur Brandentstehung beeinträchtigen können.
Unter den weiterhin vermissten Personen soll sich laut einem Bericht der portugiesischen Zeitung «Correio da Manhã», auf den sich auch 20 Minuten beruft, eine 32-jährige Portugiesin namens Ana R. befinden. Sie habe seit etwa zweieinhalb Jahren in der Schweiz gelebt und ein Zimmer im obersten Stock des Gebäudes bewohnt. Eine offizielle Bestätigung der Schweizer Behörden zur Identität der drei weiterhin Vermissten lag zunächst nicht vor.
Angehörige suchen in sozialen Netzwerken nach Informationen über die Frau. In einem von 20 Minuten wiedergegebenen Facebook-Kommentar heisst es: «Weiss jemand etwas von Ana? Wir kriegen keine Informationen.» Die Aussage stammt aus dem Umfeld der Vermissten und ist keine behördliche Bestätigung ihres Aufenthaltsortes zum Zeitpunkt des Feuers.
Wie lief der Grossbrand im Restaurant Beverin ab
Die erste Meldung über das Feuer ging kurz nach Mitternacht in der Nacht auf Freitag, 21. August, bei der Kantonspolizei Graubünden ein. Betroffen war ein Gebäude in Thusis, in dessen Erdgeschoss sich ein Restaurant befand und das darüber Wohnräume beziehungsweise kleinere Wohnungen umfasste. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei nahm der Brand im zweiten Stock seinen Ausgang.
Das Feuer entwickelte sich zu einem Grosseinsatz. Knapp 100 Angehörige verschiedener Feuerwehren waren an den Löscharbeiten beteiligt. Das Treppenhaus des Hauses brach während des Brandes zusammen. Dadurch war ein normaler Zugang zu den oberen Stockwerken nicht mehr möglich, weshalb Einsatzkräfte das Dach mit einem Kran öffnen mussten.
Grossbrand in Thusis GR bedeutete in den ersten Stunden vor allem einen umfangreichen Rettungs- und Sanitätseinsatz. Insgesamt konnten 14 Menschen das brennende Gebäude verlassen. Acht von ihnen benötigten medizinische Behandlung.
| Stand nach dem Brand | Bestätigte Zahl |
|---|---|
| Personen, die das Gebäude verlassen konnten | 14 |
| Verletzte insgesamt | 8 |
| Schwerverletzte | 2 |
| Mittelschwer Verletzte | 2 |
| Leichtverletzte | 4 |
| Zunächst Vermisste | 5 |
| Tot aufgefundene Vermisste bis Samstag | 2 |
| Weiter vermisste Personen | 3 |
Die Verletzten wurden von Teams der Rettungsdienste Mittelbünden, Chur, Schiers und Surselva sowie einer Rega-Crew versorgt. Anschliessend erfolgte die Verteilung auf Spitäler in Chur, Thusis, Ilanz und Zürich. Für Betroffene, Angehörige und Einsatzkräfte stand ausserdem das Careteam Grischun mit vier Fachpersonen bereit. Die Gemeinde Thusis organisierte Unterkunft und Verpflegung für Betroffene.
Die Zahl von acht Verletzten bezieht sich auf jene Personen, die das Gebäude selbst verlassen konnten; die später gefundenen Todesopfer gehörten zu den zunächst fünf Vermissten.
Neben den Feuerwehren und Rettungsdiensten standen mehrere weitere Organisationen im Einsatz. Dazu gehörten Angehörige des Samaritervereins Thusis, Kräfte der Stadtpolizei Chur, 16 Angehörige der Kantonspolizei Graubünden, ein Mitarbeiter des kantonalen Amts für Natur und Umwelt sowie ein Fischereiaufseher. Die Ermittlungen zur Ursache führt die Kantonspolizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Graubünden.
Warum dauern die Bergungsarbeiten am Gebäude weiter an
Der Zustand der Ruine bestimmt den weiteren Ablauf. Nach dem Einsturz des Treppenhauses und den massiven Brandschäden können Einsatzkräfte nicht davon ausgehen, dass Böden, Decken und tragende Bauteile stabil sind. Die Polizei teilte am Samstag mit, dass erst teilweise in das Gebäude vorgedrungen werden konnte.
Für die Bergungsarbeiten in Thusis ergeben sich damit mehrere gleichzeitig zu lösende Aufgaben:
- Die drei weiterhin vermissten Personen müssen lokalisiert werden, ohne Einsatzkräfte durch instabile Gebäudeteile zu gefährden.
- Die beiden gefundenen Todesopfer müssen identifiziert werden; die Polizei hatte ihre Identitäten zunächst nicht veröffentlicht.
- Brandermittler müssen mögliche Spuren sichern und den Ausgangspunkt sowie die Ursache des Feuers rekonstruieren.
- Einsturzgefährdete Gebäudeteile müssen laufend beurteilt und bei Bedarf gesichert werden.
- Der abgesperrte Bereich muss gross genug bleiben, damit weder Anwohner noch Schaulustige in die Gefahrenzone gelangen.
Am Samstag befanden sich deshalb weiterhin zahlreiche Einsatzkräfte am Ort. Eine vollständige Freigabe der Ruine war nicht möglich. Auch die Frage, wann sämtliche Gebäudeteile durchsucht werden können, hängt vom baulichen Zustand und den Sicherungsmassnahmen ab.
«Bislang konnte nur teilweise ins Gebäude vorgedrungen werden.»
(Kantonspolizei Graubünden zur Situation am Brandort am Samstag)
Die Ursache des Feuers ist weiterhin offen. Gesichert ist nach dem bisherigen Ermittlungsstand lediglich, dass der Brand nach ersten Erkenntnissen im zweiten Stock ausgebrochen sein dürfte. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft haben bislang eine technische Ursache oder menschliches Verschulden bestätigt.
Damit unterscheidet sich der bestätigte Ermittlungsstand deutlich von Spekulationen, die nach einem derart schweren Brand schnell entstehen können. Angaben über einen konkreten Defekt, Fahrlässigkeit oder eine vorsätzliche Brandlegung sind derzeit nicht durch die zuständigen Behörden bestätigt.
Welche Verbindung gibt es zur portugiesischen Gemeinschaft
Das betroffene Lokal wurde als portugiesisches Restaurant geführt. Dadurch wird der Fall auch innerhalb der portugiesischen Gemeinschaft in der Schweiz und in Portugal intensiv verfolgt. In sozialen Netzwerken verbreiten Angehörige, Bekannte und frühere Gäste Suchmeldungen und Informationen über Menschen, deren Aufenthaltsort seit dem Feuer unklar ist.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der 32-jährigen Ana R. Laut «Correio da Manhã» soll sie in einem Zimmer im obersten Stock des Hauses gewohnt haben. 20 Minuten berichtet unter Berufung auf die portugiesische Zeitung über die Suche ihrer Familie. Die Schweizer Polizei hat die Namen der weiterhin vermissten Personen bislang nicht öffentlich zugeordnet.
Private Suchaufrufe liefern Hinweise auf die Sorgen der Angehörigen, ersetzen aber keine Identifizierung oder Vermisstenmeldung der zuständigen Behörden.
Auch unter den Verletzten befinden sich portugiesische Staatsangehörige. Nach Angaben des portugiesischen Aussenministeriums gegenüber «Correio da Manhã» gehören zwei portugiesische Personen zu den Verletzten; eine davon sei schwer verletzt worden. Diese Angabe passt zur offiziellen Schweizer Gesamtbilanz von zwei Schwerverletzten, erlaubt aber keine Aussage darüber, welche Verletzungen die betroffene Person erlitten hat.
Die Toten nach dem Brand in Thusis waren am Samstag noch nicht offiziell identifiziert. Deshalb lässt sich auch aus den Informationen über portugiesische Bewohner und Verletzte nicht ableiten, welche Staatsangehörigkeit die beiden gefundenen Personen hatten.
Für Familien der Vermissten bedeutet diese Situation, dass mehrere Informationsstränge parallel existieren: Angaben der Schweizer Polizei, Informationen portugiesischer Behörden sowie private Nachrichten aus dem Umfeld der Bewohner. Für den gesicherten Stand zu Todesopfern und Vermissten bleibt die Kantonspolizei Graubünden die zuständige Quelle.
Was ist zum Restaurant Beverin und dem Gebäude bekannt
Das ausgebrannte Haus wird in Medienberichten als Gebäude des Restaurants Beverin bezeichnet. Neben dem Gastronomiebetrieb befanden sich Wohnungen beziehungsweise kleine Studios im Gebäude. Nach Angaben einer Polizeisprecherin gegenüber Keystone-SDA wurden diese vorwiegend von Einzelpersonen unterschiedlicher Nationalitäten bewohnt. Der Standort war bereits zehn Jahre zuvor von einem schweren Brandereignis in unmittelbarer Nähe betroffen. Im Juli 2016 brannten in Thusis ein Wohnhaus und eine alte Schreinerei vollständig aus. Das damalige Feuer beschädigte auch das Wohn- und Gasthaus Beverin durch Rauch und Löschwasser, das Gebäude selbst konnte von der Feuerwehr jedoch gehalten werden. Ein Dokument des Kantons Graubünden beschreibt den damaligen Einsatz und die anschliessende Aufarbeitung.
Zwischen dem Brand von 2016 und dem aktuellen Feuer ist bislang kein ursächlicher Zusammenhang bekannt. Die historische Information beschreibt lediglich, dass derselbe Standort beziehungsweise das Restaurantgebäude bereits damals von einem Brand in der Nachbarschaft betroffen war.
Für die aktuelle Untersuchung zählt der Zustand nach dem Feuer vom 21. August 2026. Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft müssen feststellen, wo genau das Feuer entstand, wodurch es ausgelöst wurde und wie es sich innerhalb des mehrstöckigen Gebäudes ausbreiten konnte.
Was ist jetzt zum Brand in Thusis wichtig?
Der gesicherte Stand am Samstagabend lässt sich klar von noch offenen Fragen trennen. Zwei der fünf zunächst vermissten Personen wurden tot gefunden. Drei Menschen fehlen weiterhin. Acht weitere Personen wurden beim Brand verletzt, darunter zwei schwer.
Die Identität der Todesopfer war zunächst nicht bestätigt. Auch über die Identitäten aller weiterhin Vermissten haben die Schweizer Behörden keine vollständigen öffentlichen Angaben gemacht. Die Suche nach Ana R. beruht auf Berichten portugiesischer Medien und Nachrichten ihrer Angehörigen.
Die Brandursache in Thusis ist weiterhin nicht geklärt. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen den Brand, während Spezialisten gleichzeitig versuchen, weitere Bereiche des einsturzgefährdeten Gebäudes zugänglich zu machen. Eine abschliessende Opferbilanz kann erst vorliegen, wenn die drei noch vermissten Menschen gefunden und die geborgenen Personen identifiziert sind.
Fragen zum Brand in Thusis
Wie viele Menschen starben beim Brand in Thusis?
Bis Samstag, 22. August 2026, wurden zwei der ursprünglich fünf vermissten Personen tot im Gebäude gefunden. Ihre Identifizierung stand zunächst noch aus.
Wie viele Personen werden in Thusis noch vermisst?
Drei Personen gelten weiterhin als vermisst. Unmittelbar nach dem Brand waren fünf Menschen vermisst worden.
Wie viele Menschen wurden beim Grossbrand verletzt?
Acht Personen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei erlitten zwei schwere, zwei mittelschwere und vier leichte Verletzungen. Die Verletzten kamen in Spitäler in Chur, Thusis, Ilanz und Zürich.
Wo brach das Feuer in Thusis aus?
Nach den ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei brach das Feuer im zweiten Stock eines Gebäudes mit Restaurant und Wohnungen aus. Die genaue Brandursache ist noch nicht geklärt.
Warum kann das Gebäude nicht vollständig durchsucht werden?
Das Haus ist nach dem Brand einsturzgefährdet. Zudem stürzte während des Feuers das Treppenhaus ein. Einsatzkräfte konnten deshalb bislang nur teilweise in das Gebäude vordringen und setzen bei den Bergungsarbeiten technische Hilfsmittel ein.
Wer ist Ana R.?
Ana R. ist laut «Correio da Manhã» eine 32-jährige Portugiesin, die seit etwa zweieinhalb Jahren in der Schweiz gelebt und im obersten Stock des betroffenen Gebäudes gewohnt haben soll. Angehörige suchen öffentlich nach Informationen über sie. Eine namentliche Bestätigung ihres Vermisstenstatus durch die Schweizer Polizei lag zunächst nicht vor.
Sind portugiesische Staatsangehörige unter den Verletzten?
Nach Angaben des portugiesischen Aussenministeriums gegenüber «Correio da Manhã» wurden zwei portugiesische Staatsangehörige verletzt. Eine der beiden Personen sei schwer verletzt.
Ist die Ursache des Brandes schon bekannt?
Nein. Polizei und Staatsanwaltschaft Graubünden untersuchen die Ursache. Bestätigt ist bisher nur die vorläufige Erkenntnis, dass das Feuer im zweiten Stock ausgebrochen sein dürfte.
Wann werden die drei Vermissten gefunden?
Dafür gibt es keine bestätigte Zeitangabe. Die Suche und Bergung hängen davon ab, welche Bereiche des einsturzgefährdeten Gebäudes die Einsatzkräfte sicher betreten oder von aussen erreichen können.
Verwendete Materialien: Kantonspolizei Graubünden, Staatsanwaltschaft Graubünden, 20 Minuten, Correio da Manhã, Keystone-SDA, Kanton Graubünden.
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