Brünigschwinget, das traditionelle Bergkranzfest im Berner Oberland, sieht sich wenige Tage vor dem Start mit unerwartetem Gegenwind konfrontiert: Ein neu zugezogenes Mitglied der örtlichen Genossenschaft hat mit rechtlichen Schritten gedroht – mit gravierenden Folgen für die Infrastruktur. In unmittelbarer Nähe zur Schwingarena auf dem Brünigpass fallen kurzfristig rund 300 Parkplätze weg. Darüber berichtet NUME.ch unter Berufung auf den bernerzeitung.ch.
Was bislang über Jahre hinweg selbstverständlich war, steht nun infrage. Besucherinnen und Besucher parkten regelmäßig in der sogenannten Ferienhauszone, die Teil einer privaten Genossenschaft ist. Doch laut Co-Präsident Markus Zemp fordert der neue Mitbewohner ein sofortiges Ende der Nutzung des Geländes für Großveranstaltungen – aus Prinzip.
„Wir wollen keinen Tumult, keinen juristischen Streit. Der Neuzuzüger will diese Parkplätze einfach prinzipiell nicht“, sagte Zemp gegenüber SRF.
Organisatoren in Zeitnot: Ersatzparkplätze im Hasliberg
Das Organisationskomitee (OK) des Brünigschwingets stand durch die kurzfristige Entscheidung unter erheblichem Handlungsdruck. Präsident Walter von Wyl berichtet, dass in wenigen Tagen hunderte Telefonate geführt und neue Flächen gefunden wurden – unter anderem eine alte Kiesaufbereitungsanlage, ein Forsthof und ein Kiesplatz im Ortsteil Wasserwendi.
Da diese Ersatzflächen deutlich weiter entfernt liegen, wurde kurzfristig ein Shuttlebus-System organisiert. Fans, die dennoch mit dem Auto anreisen wollen, müssen mit längeren Anfahrtszeiten rechnen – die Schwingarena öffnet bereits um 8 Uhr morgens.
Verkehrschaos vorprogrammiert – auch wegen Steinschlag
Die Situation wird zusätzlich dadurch verschärft, dass die Brünigpassstraße (Brünigstrasse) auf der Obwaldner Seite wegen eines Steinschlags nur einspurig befahrbar ist. Staubildung gilt daher am Sonntagmorgen als nahezu unvermeidlich. Das OK rät daher ausdrücklich, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen – der Bahnhof Brünig liegt in unmittelbarer Nähe der Arena.
Streitpunkt bleibt: Rückkehr der Parkplätze unwahrscheinlich
Ob die Parkplätze im kommenden Jahr wieder zur Verfügung stehen, bleibt fraglich. Präsident von Wyl ist skeptisch:
„Diese Parkplätze sind für immer weg.“
Schon 2024 gab es Beschwerden über die Platzverhältnisse – unter anderem vom bekannten Schwinger Fabian Staudenmann, der sich schriftlich an das OK wandte. Die Eskalation in diesem Jahr scheint jedoch eine neue Dimension erreicht zu haben. Das Recht auf juristische Intervention trifft hier auf traditionelle Brauchtumspflege – mit ungewissem Ausgang.
Sportliches Highlight bleibt bestehen
Trotz logistischer Herausforderungen steht der sportliche Teil des Brünigschwingets außer Frage. Mit Spannung erwartet wird der Auftritt des amtierenden Schwingerkönigs Joel Wicki, der im ersten Gang gegen den aufstrebenden Michael Moser antritt. Zuschauerinnen und Zuschauer können sich also weiterhin auf hochklassige Duelle im Sägemehl freuen – wenn auch mit etwas mehr Anreisezeit im Gepäck.
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