Die Feiertage im September 2026 in der Schweiz sind ein Musterbeispiel für den Schweizer Föderalismus: Es gibt keinen einzigen national arbeitsfreien Feiertag in diesem Monat, dafür eine ganze Reihe kantonaler und regionaler Ruhetage, die von Kanton zu Kanton völlig unterschiedlich gehandhabt werden. Der wichtigste gesamtschweizerische Termin ist der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag am Sonntag, 20. September 2026 – er gilt fast überall, ist als Sonntag aber ohnehin frei. Daneben stehen echte arbeitsfreie Tage nur in einzelnen Kantonen: der Jeûne genevois am Donnerstag, 10. September in Genf, der Lundi du Jeûne fédéral am Montag, 21. September in der Waadt und der Bruder-Klausen-Tag am Freitag, 25. September in Obwalden. Dazu kommt der Knabenschiessen-Montag in der Stadt Zürich, der zwar kein gesetzlicher Feiertag ist, aber ab Mittag faktisch frei.
Wer im September plant – ob Ferien, Behördengänge, Einkäufe oder ein Geschäftstermin –, muss also genau wissen, welcher Kanton was frei hat und was an diesen Tagen geschlossen ist. Dieser Überblick von NUME.CH ordnet alle September-Feiertage 2026, ihre Bedeutung und ihre kantonale Geltung, erklärt die Brückentag-Möglichkeiten und stellt die grossen Herbstbräuche wie Alpabzug und Weinlese vor. Grundlage sind die kantonalen Feiertagsregelungen, offizielle Kalender und historische Quellen. So viel vorweg: Der September ist arbeitsrechtlich einer der ruhigsten Monate – kulturell aber einer der reichsten, weil in dieser Zeit die grossen Volksfeste und Erntetraditionen der Schweiz stattfinden.
Alle September-Feiertage 2026 auf einen Blick
Die folgende Tabelle bündelt die relevanten Tage im September 2026 mit Datum und Geltungsbereich. Verbindlich sind stets die kantonalen Regelungen; diese Übersicht dient der Orientierung.
| Datum | Tag | Wo arbeitsfrei |
|---|---|---|
| Do, 10. September | Jeûne genevois (Genfer Bettag) | nur Kanton Genf |
| Sa–Mo, 12.–14. September | Knabenschiessen (Volksfest) | Stadt Zürich: Montagnachmittag faktisch frei |
| So, 20. September | Eidg. Dank-, Buss- und Bettag | fast ganze Schweiz (als Sonntag) |
| Mo, 21. September | Lundi du Jeûne fédéral | Kanton Waadt; in Neuenburg inoffiziell |
| Fr, 25. September | Bruder Klaus (Niklaus von Flüe) | nur Kanton Obwalden |
Auffällig ist: Kein September-Tag ist landesweit gesetzlich arbeitsfrei. Der Bettag als Sonntag ist zwar überall Ruhetag, schafft aber keinen zusätzlichen freien Werktag – ausser in der Waadt, wo der Montag danach frei ist.
Das Schweizer Feiertagssystem verstehen
Um die September-Lage zu verstehen, hilft ein Blick auf das Grundprinzip. Die Schweiz kennt auf Bundesebene nur einen einzigen gesetzlichen Feiertag: den Bundesfeiertag am 1. August. Alle anderen Feiertage sind Sache der Kantone. In der Praxis gelten jedoch einige Tage faktisch in allen 26 Kantonen als arbeitsfrei, weil sie überall anerkannt sind: Neujahr, Karfreitag (fast überall), Ostermontag, Auffahrt, Pfingstmontag, der 1. August und Weihnachten.
Alles Übrige richtet sich nach Kanton, Kantonsteil oder sogar Gemeinde – und ist stark von der konfessionellen Prägung abhängig. Katholisch geprägte Kantone wie Wallis, Tessin, Uri oder Luzern haben deutlich mehr Feiertage (teils bis zu 15), weil sie Feste wie Mariä Himmelfahrt, Fronleichnam oder Allerheiligen begehen. Reformierte Kantone wie Zürich, Bern, Genf, Waadt und Neuenburg haben weniger religiöse Feiertage. Genf als Calvin-Erbe ist mit rund sieben arbeitsfreien Tagen einer der Kantone mit den wenigsten Feiertagen. Genau diese Vielfalt erklärt, warum der September so unterschiedlich aussieht, je nachdem, wo man wohnt oder arbeitet.
Der Jeûne genevois: Genfs eigener Bettag (10. September)
Genf tanzt beim Herbst-Bettag aus der Reihe. Statt des eidgenössischen Bettags begeht der Kanton seinen eigenen Jeûne genevois – und zwar bereits am Donnerstag nach dem ersten Septembersonntag, 2026 also am 10. September. Dieser Tag ist in Genf ein gesetzlicher, arbeitsfreier Feiertag; Läden, Ämter und Schulen sind geschlossen.
Die Geschichte reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Bereits die Tagsatzungen von 1480 und 1483 sprachen von nationalen Fastentagen als Busse und Dank, überliessen die Umsetzung aber den Kantonen. Nach Seuchen und in Zeiten der Not wurden Bet- und Fastentage ausgerufen. Ein Genfer Fasten ist für Oktober 1567 belegt – als Zeichen der Solidarität mit den verfolgten Protestanten Frankreichs. Aus dieser reformierten Tradition entwickelte sich der feste Genfer Termin. Bis heute lebt ein kulinarischer Brauch fort: Zum Jeûne genevois gehört traditionell ein Pflaumenkuchen (tarte aux pruneaux).
Der Jeûne genevois gehe vermutlich auf das erste bekannte Genfer Fasten im Jahr 1567 zurück; er falle stets auf den Donnerstag nach dem ersten Septembersonntag, hält die historische Überlieferung fest (Kanton Genf; Wikipedia, Jeûne genevois).
Praktischer Hinweis für Genf: Weil der Feiertag auf einen Donnerstag fällt, lässt sich mit einem einzigen Brückentag am Freitag ein langes Wochenende von vier freien Tagen gestalten.
Das Knabenschiessen: Zürichs grosses Volksfest (12.–14. September)
Zwar kein gesetzlicher Feiertag, aber der wohl grösste Publikumsmagnet des Monats: Das Knabenschiessen findet 2026 von Samstag bis Montag, 12. bis 14. September, auf dem Albisgüetli in Zürich statt. Rund um den traditionellen Schiesswettbewerb für 13- bis 17-Jährige entsteht die grösste Chilbi der Stadt mit über 200 Schaustellern, die jährlich gegen 800'000 Besucherinnen und Besucher anzieht.
Für die Arbeitswelt relevant ist der Montag: In der Stadt Zürich wird ab dem Nachmittag nicht mehr gearbeitet, viele Geschäfte schliessen ab 13 Uhr, und die Schulen haben frei. Der Wettbewerb geht auf das Jahr 1656 zurück und besteht in heutiger Form seit 1899; seit 1991 sind auch Mädchen zugelassen. Wer die Chilbi besucht, kommt am besten mit dem öV, da Parkplätze rund um das Albisgüetli knapp sind.
Der Eidgenössische Bettag: der grosse gemeinsame Tag (20. September)
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag am 20. September 2026 ist der einzige September-Feiertag mit fast landesweiter Geltung. Er fällt immer auf den dritten Sonntag im September und wurde 1832, nach den Restaurationskonflikten, zur nationalen Versöhnung eingeführt. Sein Kern ist die Überkonfessionalität: Er wird von reformierten, katholischen und altkatholischen Kirchen sowie von jüdischen und weiteren Gemeinden gemeinsam begangen – ein bewusst einigender Tag über Religions- und Sprachgrenzen hinweg.
Weil er auf einen Sonntag fällt, ist er kein zusätzlicher arbeitsfreier Werktag. Kulturell aber bleibt er wichtig: In vielen Gemeinden finden ökumenische Gottesdienste statt, und traditionell wird ein Bettagskuchen oder eine Zwetschgenwähe gegessen – passend zur September-Zwetschgenzeit. Der Name nennt die drei Anliegen des Tages: danken, Busse tun und bitten.
Der Lundi du Jeûne: freier Montag in der Waadt (21. September)
In der Waadt folgt auf den Bettag der Lundi du Jeûne fédéral – 2026 der Montag, 21. September. Er ist dort ein kantonaler Feiertag und schafft ein langes Wochenende. Im Kanton Neuenburg gilt der Tag als inoffizieller Feiertag: Die kantonale Verwaltung und viele Betriebe bleiben geschlossen, ohne dass es ein gesetzlicher Feiertag ist. In der übrigen Deutschschweiz ist der Montag dagegen ein normaler Arbeitstag.
Bruder Klaus in Obwalden (25. September)
Zum Monatsabschluss folgt ein rein kantonaler Feiertag: Am Freitag, 25. September 2026, ehrt Obwalden den heiligen Niklaus von Flüe, genannt Bruder Klaus. Er ist der Landespatron der Schweiz und Schutzpatron von Obwalden. Der Tag ist nur in diesem Kanton arbeitsfrei; Läden, Ämter und Schulen bleiben dort geschlossen.
Bruder Klaus (1417–1487) gilt als eine der bedeutendsten religiösen Figuren der Schweizer Geschichte. Als Einsiedler und Ratgeber soll er 1481 mit seiner Vermittlung am Stanser Verkommnis massgeblich zum Zusammenhalt der Eidgenossenschaft beigetragen haben. 1947 wurde er heiliggesprochen. Sein Gedenktag unterstreicht, wie eng in der Schweiz religiöse Tradition und staatliche Identität verflochten sind.
Brückentage im September 2026 clever nutzen
Weil mehrere September-Feiertage auf günstige Wochentage fallen, ergeben sich in einzelnen Kantonen attraktive Brückentag-Möglichkeiten. Ein Brückentag ist der Arbeitstag zwischen einem Feiertag und dem Wochenende.
| Kanton | Feiertag | Brückentag | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Genf | Jeûne genevois, Do 10.9. | Fr 11.9. | 4 freie Tage (Do–So) |
| Waadt | Lundi du Jeûne, Mo 21.9. | – | langes Wochenende (Sa–Mo) |
| Obwalden | Bruder Klaus, Fr 25.9. | – | langes Wochenende (Fr–So) |
Wer in einem dieser Kantone arbeitet, holt mit minimalem Ferieneinsatz ein verlängertes Wochenende heraus. In der übrigen Schweiz bietet der September dagegen kaum Brückentag-Chancen, da die freien Tage fehlen.
Was an den Feiertagen geschlossen ist
An gesetzlichen Feiertagen gelten in der Schweiz die Sonntagsregeln: Läden, Ämter und die meisten Betriebe sind geschlossen, der öffentliche Verkehr fährt nach Sonntagsfahrplan. Das betrifft im September vor allem die kantonalen Feiertage (Genf am 10.9., Waadt am 21.9., Obwalden am 25.9.). Wichtig zu wissen:
- Läden: geschlossen; Ausnahmen gelten für Tankstellenshops, Bahnhof- und Flughafengeschäfte.
- Ämter und Banken: geschlossen – Behördengänge vorher oder nachher planen.
- öffentlicher Verkehr: Sonntagsfahrplan.
- Restaurants und Ausflugsziele: meist geöffnet, oft sogar mit mehr Betrieb.
- Bettag (Sonntag): ohnehin Sonntagsbetrieb in der ganzen Schweiz.
Wer über einen kantonalen Feiertag reist, prüft am besten vorab die Regelung des Zielkantons – gerade bei Einkäufen und Behördengängen.
Alpabzug und Désalpe: der grosse Herbstbrauch
Neben den Feiertagen prägen im September die Erntetraditionen den Kalender. Der bekannteste ist der Alpabzug (in der Romandie Désalpe, im Tessin Transumanza): die feierliche Rückkehr von Sennen und Vieh von den Alpweiden ins Tal. Zwischen Mitte August und Ende September, je nach Region und Wetter, ziehen geschmückte Kühe durch die Dörfer – die besten Milchkühe tragen ein grosses Blumenbouquet auf dem Kopf, begleitet von traditioneller Musik und Trachten.
Besonders festlich wird der Alpabzug im Appenzellerland, im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und in Graubünden gefeiert. Viele Orte verbinden ihn mit einem Markt und einem Volksfest. Die genauen Daten hängen vom Wetter ab und werden oft kurzfristig festgelegt; ein Blick auf die regionalen Tourismusseiten lohnt sich. Für Besucherinnen und Besucher ist der Alpabzug eine der authentischsten Gelegenheiten, gelebtes Schweizer Brauchtum zu erleben.
Weinlese und Winzerfeste im September
Der September ist der Beginn der Weinlese. In den Weinregionen – Waadt (Lavaux), Wallis, Genf, die Bündner Herrschaft, das Tessin und die Deutschschweiz – wird die Traubenernte vielerorts mit Winzerfesten gefeiert. Manche Anbieter laden dazu ein, selbst Trauben zu ernten, Winzerluft zu schnuppern und Schweizer Wein zu degustieren.
- Lavaux (Waadt): die berühmten Terrassenweinberge am Genfersee, UNESCO-Welterbe, mit Weinwanderungen.
- Wallis: grösste Weinregion der Schweiz, zahlreiche Winzerfeste und Kellereien.
- Bündner Herrschaft: bekannt für Pinot noir, mit Herbstanlässen.
- Deutschschweiz: von Schaffhausen bis zum Zürichsee laden Weinorte zu Läset-Sunntige und Trotten ein.
Ein bekanntes Beispiel ist der Spiezer Läset-Sunntig am Thunersee, ein lebhaftes Winzerfest mit farbenfrohen Wagen, Musik, regionalen Weinen und Spezialitäten. Solche Feste sind über den ganzen Monat verteilt und bilden zusammen mit dem Alpabzug den kulturellen Höhepunkt des Schweizer Herbstes.
Weitere September-Höhepunkte in Zürich und der Schweiz
Über die Feiertage und Erntebräuche hinaus ist der September ein dichter Veranstaltungsmonat, gerade in Zürich.
- Zürich Film Festival: das grosse Filmfestival im Herzen der Stadt mit internationalen Premieren und Gästen.
- Weltklasse Zürich: Leichtathletik-Meeting im Letzigrund mit Weltklasse-Feld (Saisonhöhepunkt der Diamond League).
- Zürcher Theater Spektakel: internationales Theaterfestival auf der Landiwiese (Ende August bis Mitte September).
- Wein- und Herbstmärkte: in vielen Städten und Dörfern.
- Klausenpass-Events und Bergrennen: als Ausklang der Bergsaison.
Für Familien und Ausflügler ist der September damit einer der attraktivsten Monate: mildes Wetter, klare Sicht in den Bergen, weniger Andrang als im Hochsommer und ein volles Programm an Festen.
September im Vergleich zu den anderen Herbstmonaten
Wer die Feiertage über den Herbst plant, sieht: Der September ist arbeitsrechtlich mager, aber kulturell reich. Im Oktober folgt in den meisten Kantonen eine noch längere Feiertagspause, bis am 1. November Allerheiligen ansteht – ein kantonaler Feiertag in 14 vorwiegend katholischen Kantonen. Wer also im Herbst auf einen landesweiten freien Tag hofft, muss sich bis Weihnachten gedulden; dazwischen liegen nur kantonale Termine.
| Monat | Wichtigster Feiertag | Landesweit frei? |
|---|---|---|
| September | Bettag (So 20.9.) | nein (Sonntag) |
| Oktober | keiner | nein |
| November | Allerheiligen (1.11.) | nur 14 Kantone |
| Dezember | Weihnachten (25.12.) | ja, ganze Schweiz |
Kanton für Kanton: Was der September wo bringt
Weil die Feiertage kantonal geregelt sind, lohnt sich der genaue Blick auf den eigenen Wohn- oder Arbeitskanton. Die folgende Einordnung fasst die Lage im September 2026 nach Regionen zusammen.
Genf
Der einzige Kanton mit einem echten arbeitsfreien Werktag im September: der Jeûne genevois am Donnerstag, 10. September. Als protestantischer Stadtkanton mit Calvin-Erbe hat Genf ohnehin wenige Feiertage – rund sieben im Jahr – und begeht den eidgenössischen Bettag nicht. Der Jeûne genevois ersetzt ihn. Mit einem Brückentag am Freitag entsteht ein langes Wochenende.
Waadt und Neuenburg
Die Waadt kennt den Lundi du Jeûne fédéral am Montag, 21. September, als kantonalen Feiertag. Damit ist der Kanton der einzige, der den Bettag mit einem zusätzlichen freien Werktag verlängert. In Neuenburg ist derselbe Montag ein inoffizieller Feiertag: Die kantonale Verwaltung und viele Betriebe bleiben geschlossen, ohne dass das Gesetz einen Feiertag vorsieht.
Obwalden und die Zentralschweiz
Obwalden ehrt am Freitag, 25. September, seinen Landespatron Bruder Klaus – ein rein kantonaler Feiertag. Die übrigen Zentralschweizer Kantone (Uri, Schwyz, Nidwalden, Luzern, Zug) haben im September keinen eigenen arbeitsfreien Tag, sind aber Hochburgen des Alpabzugs.
Zürich
Der Kanton Zürich hat im September keinen gesetzlichen Feiertag, aber mit dem Knabenschiessen (12.–14.9.) das grösste Volksfest. In der Stadt Zürich ist der Montagnachmittag faktisch frei. Es handelt sich – wie beim Sechseläuten im Frühling – um einen rein auf den Kanton Zürich beschränkten Brauch.
Die katholischen Kantone (Wallis, Tessin, Fribourg, Jura)
Diese Kantone haben übers Jahr die meisten Feiertage (bis zu 15), im September selbst aber keinen zusätzlichen gesetzlichen Tag. Dafür sind hier Erntedank, Alpabzug und Weinlese besonders präsent. Im Tessin heisst die Rückkehr des Viehs Transumanza, in der Romandie Désalpe.
Schulferien im Herbst 2026
Für Familien ist neben den Feiertagen der Ferienkalender entscheidend. Die Herbstferien sind kantonal unterschiedlich, liegen aber meist im Oktober und dauern rund zwei Wochen. Im September ist die Schule dagegen in vollem Gang – der Monat markiert für viele Kinder den Alltag nach dem Sommerferien-Ende im August. Wer im September verreisen will, profitiert deshalb von tieferen Preisen und weniger Andrang als in den Ferienwochen, muss aber die schulische Präsenzpflicht beachten. Die genauen Herbstferientermine legt jeder Kanton selbst fest; sie lassen sich über die kantonalen Bildungsdirektionen oder Ferienkalender abrufen.
Die Geschichte des Bettags im Detail
Der Eidgenössische Bettag verdient eine genauere Betrachtung, weil er wie kaum ein anderer Tag die Entstehung der modernen Schweiz spiegelt. Bettage gab es in einzelnen Orten schon lange vor dem Bundesstaat – oft als Reaktion auf Krisen, Kriege, Seuchen oder Missernten. Die Idee: In schwierigen Zeiten sollte die Bevölkerung gemeinsam innehalten, danken und um Beistand bitten.
Der Schritt zum gemeinsamen, überkonfessionellen Feiertag erfolgte 1832, in der Zeit nach den Restaurationskonflikten. Ziel war die nationale Versöhnung einer konfessionell und politisch gespaltenen Eidgenossenschaft. Seither wird der Bettag landesweit am dritten Septembersonntag begangen. Dass er über die konfessionellen Gräben des 19. Jahrhunderts hinweg Bestand hatte, macht ihn zu einem seltenen einigenden Symbol. Heute wird er nicht nur von reformierten und katholischen, sondern auch von altkatholischen, jüdischen und weiteren Gemeinden mitgetragen – ein bewusstes Zeichen für den religiösen Frieden im Land.
Interessant ist der Vergleich mit Deutschland: Dort gibt es ebenfalls einen Buss- und Bettag, der jedoch an einem Mittwoch im November liegt und nur in Sachsen arbeitsfrei ist. Die Schweizer Variante am Sonntag ist damit stärker als gemeinsamer Ruhetag angelegt, schafft aber keinen zusätzlichen freien Werktag.
Kulinarik im September: was Saison hat
Der September ist gastronomisch einer der reichsten Monate. Die Ernte bringt eine Fülle regionaler Produkte, die sich in den Festen und auf den Märkten wiederfinden.
- Zwetschgen und Pflaumen: Hochsaison – Grundlage für Bettagskuchen, Zwetschgenwähe und die Genfer tarte aux pruneaux.
- Trauben: Beginn der Weinlese, frischer Traubensaft (Sauser/Suser) kommt auf die Märkte.
- Wild: Der Jagdherbst beginnt – Reh, Hirsch und Wildschwein stehen auf den Restaurantkarten.
- Pilze: Steinpilze und Eierschwämme aus heimischen Wäldern.
- Alpkäse: Nach dem Alpsommer kommen die frisch gereiften Bergkäse in den Verkauf.
Wer die Feste besucht, sollte diese Spezialitäten gezielt suchen – sie sind ein wesentlicher Teil des Schweizer Herbsterlebnisses und oft nur in dieser Jahreszeit erhältlich.
Praktischer Reise- und Planungsguide für den September
Zusammengefasst einige praktische Hinweise für alle, die den September in der Schweiz planen – ob als Einheimische oder als Gäste.
- Feiertag des Zielkantons prüfen: Nur Genf, Waadt und Obwalden haben echte freie Werktage. Einkäufe und Behördengänge entsprechend legen.
- öV bevorzugen: Bei Volksfesten wie dem Knabenschiessen und bei Alpabzügen sind Parkplätze knapp.
- Wetter nutzen: Der September bietet oft stabile Hochdrucklagen mit klarer Bergsicht – ideal für Wanderungen.
- Alpabzug-Daten kurzfristig checken: Sie hängen vom Wetter ab und werden oft erst wenige Tage vorher bestätigt.
- Restaurants reservieren: An Festtagen und schönen Wochenenden ist die Nachfrage gross.
- Randzeiten wählen: Wer Menschenmengen meiden will, besucht Feste früh oder unter der Woche.
Häufige Fragen zu den Feiertagen im September 2026

Welche Feiertage gibt es im September 2026 in der Schweiz?
Jeûne genevois (10.9., nur Genf), Knabenschiessen-Montag (14.9., Stadt Zürich faktisch), Eidg. Bettag (20.9., fast landesweit als Sonntag), Lundi du Jeûne (21.9., Waadt) und Bruder Klaus (25.9., Obwalden).
Ist im September irgendein Tag in der ganzen Schweiz arbeitsfrei?
Nein. Der Bettag am 20. September gilt zwar fast überall, ist aber ein Sonntag. Zusätzliche freie Werktage gibt es nur kantonal (Genf, Waadt, Obwalden).
Warum feiert Genf einen anderen Bettag?
Genf hat als reformierter Stadtkanton seinen historischen Jeûne genevois beibehalten (Donnerstag nach dem ersten Septembersonntag) und begeht den eidgenössischen Bettag nicht.
Was ist der Lundi du Jeûne?
Der Montag nach dem eidgenössischen Bettag. Er ist im Kanton Waadt ein gesetzlicher Feiertag (2026: 21. September) und in Neuenburg ein inoffizieller.
Was hat an einem Feiertag offen?
Läden, Ämter und Banken sind geschlossen (Sonntagsregeln). Restaurants, Ausflugsziele sowie Tankstellen-, Bahnhof- und Flughafenshops haben in der Regel offen; der öV fährt nach Sonntagsfahrplan.
Wann ist der Alpabzug 2026?
Die Alpabzüge finden je nach Region und Wetter zwischen Mitte August und Ende September statt. Genaue Daten legen die Orte oft kurzfristig fest – am besten auf den regionalen Tourismusseiten prüfen.
Lohnen sich Brückentage im September?
In Genf (Jeûne genevois, Donnerstag) besonders: Ein Brückentag am Freitag ergibt vier freie Tage. In der Waadt und Obwalden entstehen lange Wochenenden. In der übrigen Schweiz gibt es kaum Brückentag-Chancen.
Ist der Knabenschiessen-Montag ein Feiertag?
Kein gesetzlicher, aber in der Stadt Zürich wird ab dem Nachmittag nicht gearbeitet, Geschäfte schliessen ab 13 Uhr und die Schulen haben frei.
Verwendete Materialien: Kantonale Feiertagsregelungen der Schweiz, feiertagskalender.ch, ch.ch (Bundesverwaltung), Kanton Genf (ge.ch), Wikipedia (Federal Day of Thanksgiving Repentance and Prayer; Jeûne genevois; Knabenschiessen), Schweiz Tourismus (myswitzerland.com), Zürich Tourismus, proles.ch, holidayguru.ch, pfeffersack.ch, b-sharpe, Rick Steves' Europe.
Aktuelle Nachrichten aus Zürich und der Region – die wichtigsten Zürich News zu Politik, Wirtschaft, Verkehr und Alltag kompakt im Überblick. Wir empfehlen auch: Knabenschiessen 2026 in Zürich: die Daten, die grösste Chilbi, der Schützenkönig und alle Infos zum Volksfest








