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In der Wintersaison 2025 verzeichnet die Schweiz eine der intensivsten Wellen von Atemwegsinfektionen der letzten Jahre. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sind in den letzten Berichtswochen in der Sentinella-Überwachung und in den Spitallaboren gleichzeitig Influenza-A-Viren, SARS-CoV-2, RSV sowie Adeno- und Rhinoviren nachgewiesen worden. Besonders hohe Fallzahlen werden aus den bevölkerungsreichen Kantonen Zürich, Basel-Stadt, Aargau und Bern gemeldet, wo Hausarztpraxen und Notfallambulatorien eine ungewöhnlich hohe Zahl von lang anhaltenden Infekten registrieren.

Während Influenza die meisten positiven Tests ausmacht, zeigen die Labordaten des BAG, dass Adenoviren in rund acht Prozent der kombinierten Virusnachweise vorkommen – häufig gemeinsam mit anderen Erregern – und damit wesentlich zur verlängerten Krankheitsdauer beitragen. Viele Patientinnen und Patienten bleiben mehr als zehn Tage symptomatisch, mit Fieber, Erschöpfung, Augenentzündung und Magen-Darm-Beschwerden, was den Alltag und die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Über diese Entwicklung berichtet die Redaktion von Nume.ch, gestützt auf die laufenden virologischen Surveillance-Berichte des BAG und der grossen Universitätsspitäler.

Was Adenoviren sind und warum sie anders verlaufen

Ist es Grippe oder Adenovirus in Zürich und Basel und wo finde ich Ärzte, Notfall und Impfstellen

Adenoviren gehören zu einer Gruppe robuster DNA-Viren mit über fünfzig humanen Typen. Im Gegensatz zu klassischen Erkältungsviren beschränken sie sich nicht auf die Atemwege, sondern befallen häufig gleichzeitig Lunge, Augen und den Magen-Darm-Trakt. Diese Mehrsystembeteiligung erklärt, warum die Erkrankung länger dauert und medizinisch komplexer ist. Da die Immunität jeweils nur gegen einzelne Virustypen besteht, sind Wiederinfektionen möglich, was ihre dauerhafte Präsenz in der Bevölkerung erklärt.

Symptome, die in Zürich und Basel typisch sind

In der Praxis beginnt eine Adenovirus-Infektion oft wie eine Grippe mit Fieber, Halsschmerzen und Husten. Im Verlauf kommen jedoch häufig virale Bindehautentzündung mit schmerzhaften, geröteten oder verklebten Augen sowie Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen hinzu. Diese Kombination mehrerer Organbeteiligungen führt dazu, dass viele Patientinnen und Patienten über zehn Tage arbeits- oder schulunfähig bleiben. Gerade in den Wintermonaten berichten Hausärztinnen in Zürich und Basel von verzögerter Erholung und ausgeprägter Schwäche.

Wer in der Schweiz besonders gefährdet ist

Ein erhöhtes Risiko tragen Kinder unter fünf Jahren, Menschen über 60, Schwangere sowie Personen mit Asthma, Diabetes, Herz- oder Immunschwäche. Bei ihnen kann eine Adenovirus-Infektion zu Lungenentzündung, schwerer Dehydratation oder Augenkomplikationen führen, die eine fachärztliche Behandlung erfordern. Für Schwangere ist insbesondere anhaltendes Fieber problematisch, da es den Kreislauf und die Versorgung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen kann.

Warum es keine Impfung gegen Adenoviren gibt

In der Schweiz und in der gesamten EU existiert derzeit keine zugelassene Adenovirus-Impfung für die Allgemeinbevölkerung. Der Hauptgrund ist die biologische Vielfalt der Viren: Mehr als fünfzig verschiedene Adenovirus-Typen zirkulieren beim Menschen, und eine Impfung gegen einen Typ schützt nicht vor den anderen. Eine breit wirksame Vakzine wäre wissenschaftlich und regulatorisch deutlich komplexer als bei Influenza oder Covid-19.

Zwar werden in einigen Ländern militärische Adenovirus-Impfstoffe gegen bestimmte Typen eingesetzt, insbesondere zum Schutz von Rekruten in geschlossenen Kasernen, diese sind jedoch nicht für den zivilen Einsatz zugelassen und nicht auf die in Europa zirkulierenden Stämme ausgelegt.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das konkret: Weder die saisonale Grippeimpfung noch die Covid-19-Auffrischimpfung bieten einen Schutz gegen Adenoviren. Diese Impfungen bleiben dennoch zentral, weil sie schwere Influenza- und Covid-Verläufe verhindern und damit Spitäler und Arztpraxen entlasten, während Adenovirus-Infektionen parallel zirkulieren.

Da kein Impfstoff verfügbar ist, beruht die Kontrolle von Adenoviren vollständig auf Hygiene, früher Diagnose und Isolation Erkrankter – insbesondere in Städten wie Zürich und Basel, wo enge soziale und berufliche Kontakte die Übertragung begünstigen.

Wie man sich in Zürich und Basel wirksam schützt

Ohne Impfung beruht der Schutz vor Adenoviren auf konsequenter Hygiene, Isolation bei Symptomen und frühzeitiger Abklärung. Gerade in dicht genutzten Innenräumen und im öffentlichen Verkehr lassen sich Übertragungsketten nur durch sorgfältiges Verhalten unterbrechen.

Was im Alltag wirklich hilft

SituationEmpfohlene MaßnahmeMedizinischer Hintergrund
Öffentlicher VerkehrHände nach jeder Fahrt waschenAdenoviren überleben auf Haltestangen und Griffen
Büro oder HomeofficeTastatur, Maus, Handy täglich reinigenHohe Viruslast auf gemeinsam genutzten Flächen
FitnessstudioGeräte vor und nach Nutzung desinfizierenFeuchtigkeit und Schweiß begünstigen Übertragung
Kontakt mit KindernHände vor Augen- und Gesichtskontakt waschenAdenoviren gelangen häufig über die Augen in den Körper
Erste SymptomeZu Hause bleibenUnterbricht Ansteckung in Schule und Betrieb
Rote, schmerzende AugenKeine Kontaktlinsen, keine geteilten HandtücherVerhindert Ausbreitung der Konjunktivitis
Durchfall oder ErbrechenKeine Schwimmbäder oder GemeinschaftstoilettenAdenoviren können auch über Wasser übertragen werden

Wo Betroffene in Zürich medizinische Hilfe erhalten

In Zürich erfolgt die medizinische Erstabklärung bei Verdacht auf eine Adenovirus-Infektion in der Regel über die Hausärztin oder den Hausarzt oder über die medizinische Hotline der eigenen Krankenkasse, die rund um die Uhr eine telefonische Triage anbietet und bei Bedarf direkt Termine in Notfallpraxen oder Spitälern organisiert. Dieser Weg verhindert unnötige Spitalbesuche und sorgt dafür, dass schwere Fälle priorisiert behandelt werden.

Medizinische Hilfe bei Adenovirus in Zürich

Universitätsspital Zürich (USZ)
Adresse: Rämistrasse 100, 8091 Zürich
Öffnungszeiten: Notfallzentrum 24 Stunden täglich
Leistungen: Infektiologische Abklärung, Labor, Röntgen, Augenärztlicher Notfalldienst, stationäre Aufnahme
Kosten: Über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (KVG) gedeckt. Patient zahlt Franchise (z. B. 300–2’500 CHF pro Jahr je nach Vertrag) und 10 % Selbstbehalt bis maximal 700 CHF jährlich. Keine Vorauszahlung im Notfall.

Stadtspital Triemli
Adresse: Birmensdorferstrasse 497, 8063 Zürich
Öffnungszeiten: Notfallzentrum 24 Stunden täglich
Leistungen: Behandlung von Virusinfekten, Dehydratation, Atembeschwerden, Augenentzündungen
Kosten: KVG-deckungspflichtig. Gleiche Franchise- und Selbstbehaltsregeln wie beim USZ.

Kinderspital Zürich (Universitäts-Kinderspital Zürich)
Adresse: Steinwiesstrasse 75, 8032 Zürich
Öffnungszeiten: Kindernotfall 24 Stunden täglich
Leistungen: Fieberabklärung, Atemwegsinfekte, Magen-Darm-Infekte, Augenentzündungen bei Kindern
Kosten: Voll durch KVG gedeckt. Franchise und Selbstbehalt gelten auch für Kinder, häufig jedoch tiefer.

Hausarztpraxen in Zürich
Öffnungszeiten: Werktags meist 08:00–18:00, teils mit Abendsprechstunden
Leistungen: Erstdiagnose, Atteste, symptomatische Behandlung, Überweisungen
Kosten: Arztkonsultation ca. 100–200 CHF, über KVG abgerechnet, Patient zahlt Franchise und Selbstbehalt

Krankenkassen-Hotlines (medizinische Triage)
Öffnungszeiten: 24 Stunden
Leistungen: Einschätzung der Symptome, Zuweisung zu Arzt, Notfallpraxis oder Spital
Kosten: Kostenlos für Versicherte

Rettungsdienst 144
Öffnungszeiten: 24 Stunden
Leistungen: Notfalltransport und Erstversorgung
Kosten: Transportkosten meist 500–1’500 CHF, je nach Kasse teilweise oder vollständig gedeckt

Medizinische Hilfe bei Adenovirus in Basel

Universitätsspital Basel (USB)
Adresse: Spitalstrasse 21, 4031 Basel
Öffnungszeiten: Notfallzentrum 24 Stunden täglich
Leistungen: Internistische und infektiologische Notfallabklärung, Labor, Bildgebung, stationäre Aufnahme bei schweren Virusinfektionen, Atemnot oder Dehydratation
Kosten: Leistungen werden über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (KVG) abgerechnet. Versicherte tragen die vereinbarte Franchise und den gesetzlichen Selbstbehalt von 10 Prozent bis zum Jahresmaximum.

Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
Adresse: Spitalstrasse 33, 4056 Basel
Öffnungszeiten: Kindernotfall 24 Stunden täglich
Leistungen: Behandlung von Fieber, Atemwegsinfekten, Magen-Darm-Erkrankungen und Augenentzündungen bei Kindern und Jugendlichen
Kosten: Ebenfalls vollständig durch die Grundversicherung (KVG) gedeckt, mit Franchise- und Selbstbehaltsregelung.

Hausärztliche Praxen und Krankenkassen-Hotlines
Öffnungszeiten: Hausarztpraxen in der Regel werktags 08:00 bis 18:00, medizinische Hotlines der Krankenkassen rund um die Uhr
Leistungen: Erste Einschätzung, Rezeptausstellung, Krankschreibungen, Überweisungen an Notfallpraxen oder Spitäler
Kosten: Arztkonsultationen werden über die Grundversicherung abgerechnet; die telefonische Triage der Krankenkassen ist für Versicherte kostenlos.

Rettungsdienst 144
Öffnungszeiten: 24 Stunden täglich
Leistungen: Akute Notfallversorgung und Transport ins nächstgeeignete Spital bei Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder Kollaps
Kosten: Transportkosten liegen typischerweise zwischen 500 und 1 500 CHF und werden je nach Versicherungsvertrag teilweise oder vollständig übernommen.

Wie die Krankenversicherung die Behandlung bei Adenoviren abdeckt

In der Schweiz sind alle medizinisch notwendigen Leistungen im Zusammenhang mit einer Adenovirus-Infektion durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (KVG) gedeckt. Dazu gehören die Konsultation bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, Laboruntersuchungen wie Virus- oder Bluttests, Behandlungen in Notfallpraxen sowie stationäre Aufenthalte in Spitälern bei schweren Verläufen.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das konkret, dass keine Vorauszahlung für medizinisch notwendige Behandlungen erforderlich ist. Die Kosten werden direkt zwischen Spital oder Arztpraxis und der Krankenkasse abgerechnet. Versicherte tragen lediglich ihre vertraglich vereinbarte Franchise (typischerweise zwischen 300 und 2’500 Franken pro Jahr) sowie den gesetzlichen Selbstbehalt von 10 Prozent bis zu einem Maximum von 700 Franken pro Jahr. Ist diese Grenze erreicht, übernimmt die Kasse weitere Behandlungskosten vollständig.

Zusatzversicherungen sind für die medizinische Grundversorgung bei Adenovirus-Infektionen nicht erforderlich, können aber Komfortleistungen wie Einzelzimmer im Spital, freie Arztwahl oder kürzere Wartezeiten abdecken. Für die medizinisch notwendige Versorgung – vom Arztbesuch bis zur Notfallbehandlung – reicht die Grundversicherung aus.

Wo man sich in Zürich und Basel gegen Grippe und Covid impfen lassen kann

Auch wenn diese Impfungen nicht vor Adenoviren schützen, bleiben sie in der Schweiz der wichtigste Hebel, um schwere Winterverläufe, Hospitalisationen und Arbeitsausfälle zu reduzieren. In Städten mit hoher Viruszirkulation wie Zürich und Basel sind Grippe- und Covid-Auffrischimpfungen breit verfügbar – in Universitätskliniken, Arztpraxen und Apotheken. Die Preise bewegen sich in der Regel im moderaten Bereich, und ein Teil der Kosten kann über die Krankenversicherung zurückerstattet werden.

Zürich

Reisemedizinische Klinik der Universität Zürich
Adresse: Hirschengraben 84, 8001 Zürich
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08:00–17:00
Leistungen: Grippeimpfung, Covid-19-Auffrischimpfung, reisemedizinische Beratung
Preis: Grippeimpfung je nach Impfstoff ca. 30–50 CHF zuzüglich Injektions- oder Beratungspauschale; Covid-Booster meist ähnliche administrative Kosten
Versicherung: Rechnung kann bei der Krankenkasse eingereicht werden; je nach Versicherungsmodell teilweise oder vollständige Rückerstattung

Apotheken in der Zürcher Innenstadt (z. B. Kreis 1, 4 und 5)
Beispiel: Apotheken an Bahnhofstrasse, Stauffacher, Hardbrücke
Öffnungszeiten: meist Montag bis Freitag 08:00–18:30, Samstag bis 16:00
Leistungen: Grippeimpfung, teils Covid-Auffrischimpfung
Preis: in der Regel 30–50 CHF pro Impfung
Versicherung: häufig Rückerstattung nach Einreichen der Quittung

Hausärztliche Praxen in Zürich
Öffnungszeiten: werktags meist 08:00–18:00, teilweise Abendsprechstunden
Leistungen: Grippe- und Covid-Impfungen im Rahmen einer Konsultation
Preis: Impfstoff plus ärztliche Leistung; meist insgesamt 40–80 CHF
Versicherung: über die Grundversicherung abrechenbar, je nach Franchise und Selbstbehalt

Basel

Universitätsspital Basel – Impfangebote über Ambulatorien
Adresse: Spitalstrasse 21, 4031 Basel
Öffnungszeiten: werktags 08:00–17:00 (je nach Ambulatorium)
Leistungen: Grippe- und Covid-Auffrischimpfungen, besonders für Risikogruppen
Preis: ähnlich wie in Zürich, ca. 30–50 CHF für Grippeimpfung plus administrative Kosten
Versicherung: Abrechnung über die Grundversicherung möglich

Apotheken in Basel-Stadt (z. B. Innenstadt, Bahnhof SBB, Claraplatz)
Öffnungszeiten: meist Montag bis Freitag 08:00–18:30, Samstag bis 16:00
Leistungen: Grippeimpfungen, teilweise Covid-Booster
Preis: in der Regel 30–50 CHF
Versicherung: Rückerstattung nach Einreichen der Rechnung bei der Krankenkasse

Hausärztliche Praxen in Basel
Öffnungszeiten: werktags 08:00–18:00
Leistungen: Grippe- und Covid-Impfungen im Rahmen einer ärztlichen Konsultation
Preis: Impfstoff plus ärztliche Leistung; typischer Gesamtbetrag 40–80 CHF
Versicherung: Kosten über die Grundversicherung, abhängig von Franchise und Selbstbehalt

Wichtiger Hinweis zur Kostenübernahme

Nach dem Schweizer Impfplan empfohlene Impfungen – insbesondere für Personen ab 65 Jahren, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen – werden ab 2026 über die Grundversicherung ohne Anrechnung an die Franchise vergütet. Bei Impfungen in Apotheken erfolgt die Erstattung in der Regel nachträglich durch Einreichen der Rechnung bei der Krankenkasse.

Adenoviren stehen selten im Rampenlicht, doch sie verursachen lange Krankheitsverläufe, belasten Schulen, Betriebe und Arztpraxen und treffen Risikogruppen besonders hart. In den dicht vernetzten Städten Zürich und Basel entscheidet die Kombination aus früher medizinischer Abklärung, konsequenter Hygiene und der richtigen Nutzung der Versorgungswege, wie stark dieses Virus den Winter prägt.

Bleiben Sie informiert – Relevantes. Jeden Tag. Lesen Sie, worum es heute wirklich geht: West-Nil-Virus in der Schweiz: Wie hoch ist das Risiko

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