Im Skigebiet Adelboden/Hahnenmoos hat sich am Freitagvormittag ein besorgniserregender Lawinenabgang ereignet, der einen großangelegten Rettungseinsatz auslöste. Die Schneemassen lösten sich gegen 11:15 Uhr im Bereich des Skilifts Luegli, genauer gesagt an der Lokalität Petersläägi, und verschütteten teilweise eine markierte Verbindungspiste. Unmittelbar nach dem Vorfall mobilisierten die Behörden Spezialdienste der Kantonspolizei Bern, die Rega sowie die Alpine Rettung Schweiz, um das betroffene Areal nach potenziell verschütteten Wintersportlern abzusuchen. Trotz der intensiven Sondierungen und Suchflüge konnten vor Ort keine Personen geortet werden, und es gingen bei den Sicherheitskräften keine Vermisstenmeldungen ein. Darüber berichtet die Redaktion von NUME.ch unter Verweis auf srf.
Details zum Rettungseinsatz in Adelboden
Nach dem Lawinenniedergang leiteten die Einsatzkräfte sofort die notwendigen Protokolle für Lawinenunfälle ein. Michelle Egger, Sprecherin der Berner Kantonspolizei, bestätigte, dass ein kleiner Teil der Lawine die Skipiste erreicht hatte, was die Dringlichkeit der Suchaktion erhöhte. Die Spezialisten der Kantonspolizei Bern arbeiteten eng mit der Alpinen Rettung Schweiz zusammen, um das verschüttete Gelände systematisch zu sondieren. Da die moderne Ortungstechnik keine Signale von Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS) auffing und auch visuelle Suchen ohne Befund blieben, wurde der Einsatz am Nachmittag eingestellt. Das betroffene Gebiet rund um den beliebten Sessellift Geils-Luegli gilt als stark frequentiert, was die anfängliche Besorgnis der Rettungskräfte erklärte.
Prekäre Lawinensituation im gesamten Alpenraum
Der Vorfall in Adelboden steht im Kontext einer allgemein sehr angespannten Sicherheitslage in den Schweizer Alpen. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) hat für das Wallis und angrenzende Regionen, zu denen auch das Berner Oberland zählt, eine Warnung vor „grosser Lawinengefahr“ (Stufe 4) herausgegeben. Diese Warnung betrifft insbesondere Lagen oberhalb von 1800 Metern über Meer. Laut den Experten können Lawinen an vielen Stellen bereits durch geringe Zusatzbelastung, etwa durch einen einzelnen Skifahrer, leicht ausgelöst werden oder sogar spontan abgehen. Die Instabilität der Schneedecke stellt derzeit eine erhebliche Bedrohung für den Pisten- und Tourenbetrieb dar.
Übersicht der Lawinenaktivitäten der letzten 48 Stunden
Die Wetterlage hat in den vergangenen Tagen bereits zu mehreren Zwischenfällen geführt, die die Infrastruktur und den Verkehr in den Bergen beeinträchtigten. Die folgende Tabelle fasst die jüngsten Ereignisse zusammen:
| Ort / Region | Ereignis | Auswirkungen |
| Adelboden (Petersläägi) | Lawinenabgang auf Verbindungspiste | Grosser Sucheinsatz, keine Verletzten |
| Goppenstein (Wallis) | Verschüttung der Zufahrt Süd | BLS-Autoverlad Lötschberg zeitweise blockiert |
| Wallis / Berner Alpen | Warnung durch SLF (Stufe 4) | Erhöhte Alarmbereitschaft ab 1800 m ü. M. |
Auswirkungen auf den Skibetrieb und Infrastruktur
Erst am Donnerstag hatte eine Lawine die südliche Zufahrtsstraße zum BLS-Autoverlad am Lötschberg (Verbindung Goppenstein-Kandersteg) unter sich begraben, was die logistische Bedeutung der aktuellen Wetterkapriolen unterstreicht. Im Skigebiet Adelboden-Lenk wird die Situation nun fortlaufend durch die Lawinendienste evaluiert. Der Sessellift Geils-Luegli, der als zentrale Verbindung im Skigebiet fungiert, steht unter besonderer Beobachtung. Die Behörden mahnen alle Wintersportler zur äussersten Vorsicht und fordern dazu auf, die gesicherten Pisten unter keinen Umständen zu verlassen. Die Kombination aus Neuschnee und starkem Wind hat Triebschneeansammlungen geschaffen, die als extrem störanfällig gelten.

Sicherheitsmassnahmen für Wintersportler
Die Kantonspolizei Bern und die lokalen Bergbahnen betonen, dass die Sicherheit der Gäste oberste Priorität hat. Sicherheitssprengungen und temporäre Sperrungen von Pistenabschnitten sind in den kommenden Tagen jederzeit möglich. Das SLF weist darauf hin, dass die Gefahr spontaner Lawinenabgänge auch in den kommenden Stunden hoch bleibt. Tourengänger werden explizit gewarnt, dass Fernauslösungen möglich sind, was bedeutet, dass eine Lawine auch aus der Distanz durch einen Skifahrer in flacherem Gelände ausgelöst werden kann, wenn die Spannungen in der Schneedecke entsprechend hoch sind. Die Rettungskräfte bleiben in erhöhter Bereitschaft, um bei weiteren Zwischenfällen schnell reagieren zu können.
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