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24. August 2026 – Offline-Kartenzahlungen in der Schweiz sollen künftig verhindern, dass Kundinnen und Kunden bei technischen Störungen im elektronischen Zahlungsverkehr plötzlich keine Lebensmittel, Medikamente oder Treibstoffe mehr kaufen können. Banken, Zahlungsdienstleister und Detailhändler haben unter Federführung der Wirtschaftlichen Landesversorgung und der Schweizerischen Nationalbank eine freiwillige Branchenlösung vereinbart. Bei einer unterbrochenen Datenverbindung soll eine physische Schweizer Debit- oder Kreditkarte in das Terminal gesteckt und die Zahlung mit PIN bestätigt werden können. Der Kartenleser autorisiert die Transaktion dann lokal nach festgelegten Risikoparametern; die eigentliche Verarbeitung und Belastung des Kontos erfolgt erst, wenn die Verbindung wiederhergestellt ist. Die Lösung wird schrittweise umgesetzt und soll bis Ende 2027 breit verfügbar sein, berichtet NUME.CH unter Berufung auf Angaben des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung. Bereits zugesagt ist nach Angaben des Bundes die künftige Offline-Fähigkeit von rund 16,5 Millionen Debit- und Kreditkarten.

Die neue Funktion ist allerdings kein allgemeiner Offline-Modus für jede Kartenzahlung in der Schweiz. Sie ist als Notfalllösung für die Grundversorgung konzipiert und auf Geschäfte beschränkt, die lebenswichtige Güter anbieten – insbesondere Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Tankstellen. Bezahlt werden kann nur mit einer physischen Karte samt PIN; kontaktlose Zahlungen sowie mobile Bezahlverfahren über Smartphone oder Smartwatch sind im Offline-Betrieb nicht vorgesehen. Auch bei ausländischen Karten greift die Schweizer Branchenlösung nicht: Sie ist technisch und hinsichtlich der Risikosteuerung auf inländische Karten der beteiligten Schweizer Herausgeber ausgerichtet. Zusätzlich gelten nicht veröffentlichte Limiten bei Betrag und Anzahl der Offline-Transaktionen. Nach Angaben der Behörden sind sie so ausgelegt, dass ungefähr der Grundbedarf für mehrere Tage beziehungsweise rund eine Woche gedeckt werden kann.

Was sind Offline-Kartenzahlungen in der Schweiz und warum werden sie eingeführt

Der Schweizer Zahlungsverkehr ist heute stark von funktionierenden Daten-, Telekommunikations- und Autorisierungssystemen abhängig. Fällt eine Verbindung zwischen einem Kartenterminal und dem Zahlungsanbieter aus, kann eine gewöhnliche Kartenzahlung nicht wie gewohnt online überprüft und freigegeben werden. Für den Detailhandel kann eine grössere technische Störung deshalb schnell zum Problem werden, insbesondere wenn viele Kundinnen und Kunden kaum Bargeld mitführen.

Die Wirtschaftliche Landesversorgung betrachtet den elektronischen Zahlungsverkehr deshalb als einen wichtigen Bestandteil der Versorgungssicherheit. Ein Ausfall soll nicht dazu führen, dass die Bevölkerung Lebensmittel, notwendige Medikamente oder Treibstoff nicht mehr beziehen kann. Bargeld bleibt weiterhin Teil der Vorsorge, doch die neue Offline-Funktion soll eine zusätzliche technische Rückfallebene schaffen. Die Branchenlösung wurde gemeinsam entwickelt von:

  • der Wirtschaftlichen Landesversorgung und dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL,
  • der Schweizerischen Nationalbank SNB,
  • Schweizer Banken und anderen Kartenherausgebern,
  • Unternehmen der Zahlungsverkehrsinfrastruktur,
  • Zahlungsdienstleistern,
  • Detailhändlern.

Am 24. August 2026 wurde die Lösung bei einer Veranstaltung in Bern offiziell lanciert. Bundespräsident Guy Parmelin, SNB-Präsident Martin Schlegel und Roland Pfister, Delegierter für wirtschaftliche Landesversorgung, nahmen an dem Anlass teil. Laut Bund handelt es sich um eine freiwillige Vereinbarung der beteiligten Unternehmen und nicht um eine staatlich vorgeschriebene allgemeine Pflicht für sämtliche Händler und Banken.

Wie funktioniert eine Offline-Kartenzahlung ohne Internet genau?

Normalerweise fragt das Zahlungsterminal während einer Kartenzahlung über die Zahlungsinfrastruktur nach, ob eine Transaktion autorisiert werden kann. Bei der neuen Schweizer Offline-Lösung fällt diese unmittelbare Online-Verbindung in einer Störungssituation weg.

Die Prüfung findet dann direkt zwischen der physischen Karte und dem Terminal statt. Nach Angaben des BWL werden dafür vordefinierte Risikoparameter verwendet. Kundinnen und Kunden müssen ihre Karte in den Kartenleser einstecken und die Transaktion mit ihrer PIN bestätigen. Ein blosses kontaktloses Hinhalten der Karte ist für diese Notfalllösung nicht vorgesehen. Der Ablauf lässt sich vereinfacht so darstellen:

SchrittWas passiert?
1Das Terminal versucht zunächst eine normale Online-Autorisierung.
2Die Verbindung zum Zahlungsanbieter beziehungsweise Zahlungsnetz ist gestört.
3Die Offline-Funktion kann automatisch greifen.
4Die physische Debit- oder Kreditkarte wird ins Terminal gesteckt.
5Die Kundin oder der Kunde bestätigt die Zahlung mit PIN.
6Karte und Terminal prüfen die Transaktion anhand der hinterlegten Regeln.
7Die Transaktion wird im System zwischengespeichert.
8Nach Wiederherstellung der Verbindung wird sie übertragen und verarbeitet.
9Erst danach erfolgt die Belastung des Kartenkontos.

Eine Besonderheit besteht darin, dass das Konto zum Zeitpunkt des Einkaufs noch nicht online auf ausreichende Deckung geprüft werden kann. Genau deshalb arbeitet das System mit Betrags-, Transaktions- und weiteren Risikogrenzen.

Wird die Offline-Zahlung von Bund oder Geschäft aktiviert

Nein. Die Funktion soll nach den offiziellen technischen Vorgaben nicht zentral durch eine Behörde eingeschaltetwerden. Auch das Verkaufspersonal muss sie bei einem Ausfall grundsätzlich nicht manuell aktivieren. Kann das Zahlungsterminal keine Verbindung zum entsprechenden Prüf- beziehungsweise Autorisierungssystem herstellen, erfolgt der Wechsel systemisch im Zusammenspiel zwischen Karte und Terminal. Sobald die normalen Systeme wieder funktionieren, kehrt die Zahlungsabwicklung wieder in den üblichen Online-Betrieb zurück.

Für Konsumentinnen und Konsumenten kann deshalb unter Umständen gar nicht unmittelbar erkennbar sein, dass eine Transaktion gerade offline statt online verarbeitet wurde. Das BWL hält eine separate Information der gesamten Bevölkerung bei jeder Aktivierung deshalb weder für notwendig noch für praktikabel.

Wo kann man in der Schweiz offline mit Karte bezahlen

Entscheidend ist, dass es sich nicht um ein universelles System für den gesamten Detailhandel handelt. Die Offline-Kartenzahlungen sind bewusst auf die Grundversorgung mit lebenswichtigen Gütern beschränkt. Vorgesehen sind insbesondere:

  • Lebensmittelgeschäfte: für den Kauf von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Grundbedarfs.
  • Apotheken: damit notwendige Medikamente auch bei Kommunikationsstörungen gekauft werden können.
  • Tankstellen: damit Treibstoff weiterhin bezogen werden kann.

Der Bund spricht ausdrücklich von Detailhändlern, die lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente oder Treibstoff anbieten. Die Zustimmung zur Branchenlösung deckt nach offiziellen Angaben bereits einen Grossteil des Schweizer Lebensmittelhandels ab. Weitere Händler können sich später anschliessen.

Das bedeutet gleichzeitig: Die Ankündigung vom 24. August 2026 ist keine Zusage, dass ab Ende 2027 automatisch jedes Geschäft, jede Apotheke und jede Tankstelle der Schweiz jede geeignete Karte offline akzeptieren wird. Die Einführung erfolgt durch die beteiligten Marktakteure und technisch schrittweise.

Welche Karten funktionieren bei Offline-Kartenzahlungen

Für die Schweizer Notfalllösung ist eine physische Debit- oder Kreditkarte erforderlich. Die Behörden nennen drei zentrale Voraussetzungen:

  1. Es muss sich um eine unterstützte physische Karte handeln.
  2. Die Karte muss in das Zahlungsterminal eingesteckt werden.
  3. Die Zahlung muss mittels PIN bestätigt werden.

Es werden dafür keine zusätzlichen speziellen «Notfallkarten» ausgegeben. Bestehende Debit- und Kreditkarten sollen technisch für die Funktion vorbereitet werden. Banken, Acquirer und Terminalanbieter arbeiten derzeit an den dafür notwendigen Anpassungen. Bereits jetzt liegen nach Angaben des Bundes Zusagen für rund 16,5 Millionen Debit- und Kreditkarten vor, die künftig offlinefähig werden sollen. Diese Zahl beschreibt die von beteiligten Herausgebern zugesagte Kartenbasis – nicht die Anzahl einzelner Kundinnen und Kunden.

Funktionieren TWINT, Apple Pay oder eine Smartwatch offline?

Nein – jedenfalls nicht innerhalb der am 24. August vorgestellten Schweizer Branchenlösung. Mobile Bezahlmethoden über:

  • Smartphone,
  • Smartwatch,
  • andere mobile Wallets

werden im beschriebenen Offline-Betrieb nicht unterstützt. Auch kontaktloses Bezahlen mit der physischen Karte ist für die Notfalltransaktion nicht vorgesehen.

Das BWL formuliert die Voraussetzung eindeutig: Es braucht die physische Debit- oder Kreditkarte und eine PIN-Eingabe. Für den Alltag hat das eine praktische Konsequenz: Wer normalerweise ausschliesslich mit Smartphone oder Uhr bezahlt, müsste für einen solchen Störungsfall zusätzlich die physische Bankkarte dabeihaben und die dazugehörige PIN kennen.

Kann man mit einer deutschen oder anderen ausländischen Karte offline bezahlen

Die vorgestellte Schweizer Lösung ist auf inländische Karten ausgerichtet. Das BWL begründet dies damit, dass Umsetzung und Risikosteuerung von den beteiligten Schweizer Kartenherausgebern vorgenommen werden. Die technische Konfiguration und Steuerung ausländischer Karten liegen ausserhalb des Einflussbereichs der Schweizer Branchenlösung. Für Reisende, Grenzgänger oder Personen mit ausschliesslich deutschen, französischen, italienischen oder anderen ausländischen Karten bedeutet das: Sie sollten nicht davon ausgehen, im Fall eines Schweizer Netzwerkausfalls auf die neue Offline-Funktion zugreifen zu können. Eine ausländische Karte kann im normalen Online-Betrieb selbstverständlich weiterhin entsprechend den üblichen Akzeptanzregeln funktionieren. Die Einschränkung betrifft ausdrücklich den hier beschriebenen Notfall-Offline-Betrieb.

Welche Limiten gelten für Offline-Kartenzahlungen

Eine zentrale Sicherheitsmassnahme besteht darin, Offline-Zahlungen sowohl beim Betrag als auch bei der Anzahl der Transaktionen zu begrenzen. Die konkreten Grenzwerte werden bewusst nicht veröffentlicht. Nach Angaben des BWL entspricht dies branchenüblicher Praxis und soll verhindern, dass bekannte Schwellenwerte gezielt für Missbrauch ausgenutzt werden.

Bekannt ist jedoch das Ziel der Limiten: Sie sollen ausreichend bemessen sein, damit der persönliche Grundbedarf an lebenswichtigen Gütern für mehrere Tage – ungefähr eine Woche – gedeckt werden kann.Die genaue Möglichkeit einer Transaktion hängt unter anderem ab von:

  • den Einstellungen der jeweiligen Karte,
  • den Einstellungen des Terminals,
  • den festgelegten Risikoparametern,
  • der Anzahl bereits offline ausgeführter Transaktionen,
  • den vorgesehenen Betragsgrenzen.

Offline bezahlen zu können bedeutet deshalb nicht, während eines längeren Netzausfalls beliebig viele oder beliebig hohe Einkäufe tätigen zu können.

Wann wird das Geld vom Konto abgebucht

Nicht sofort. Im normalen Online-Zahlungsverkehr kann die Transaktion direkt an die zuständigen Systeme übermittelt und autorisiert werden. Bei einer Offline-Kartenzahlung fehlt genau diese Verbindung. Das Terminal speichert beziehungsweise hält die Transaktion für die spätere Verarbeitung vor. Sobald die Verbindung zum Zahlungsnetz wieder verfügbar ist, wird sie übermittelt. Anschliessend kann die Transaktion verarbeitet und das Kartenkonto belastet werden. Dies ist einer der wesentlichen Unterschiede zu einer gewöhnlichen Kartenzahlung und zugleich der Grund dafür, dass das Verfahren ein höheres finanzielles Ausfallrisiko beinhaltet.

Wer trägt das Risiko, wenn auf dem Konto später kein Geld vorhanden ist

Das Ausfallrisiko liegt im Rahmen der Schweizer Branchenlösung primär bei den beteiligten Finanzinstituten. Da während des Offline-Vorgangs keine unmittelbare Online-Prüfung der Kontodeckung stattfinden kann, besteht theoretisch die Möglichkeit, dass eine nachträglich eingereichte Transaktion nicht wie vorgesehen gedeckt ist. Banken und andere beteiligte Finanzinstitute akzeptieren deshalb einen begrenzten Teil dieses Risikos, um den Zahlungsverkehr während ausserordentlicher Situationen funktionsfähig zu halten. Das Risiko soll unter anderem reduziert werden durch:

  • begrenzte Beträge,
  • eine begrenzte Zahl von Transaktionen,
  • den Einsatz nur in Bereichen der Grundversorgung,
  • Chip-und-PIN-Technologie,
  • technische Risikoparameter,
  • nachgelagerte Prüfungen nach Wiederherstellung der Verbindung.

Die konkreten Sicherheitsparameter bleiben aus Missbrauchsschutzgründen nicht öffentlich.

Funktioniert die Kartenzahlung auch bei einem kompletten Stromausfall

Nicht automatisch. Ein entscheidendes Detail ist die Stromversorgung des Zahlungsterminals. Das Kartenlesegerät muss trotz Ausfall der Datenverbindung weiterhin elektrisch betrieben werden können – beispielsweise über das normale Stromnetz, einen Akku oder einen Generator. Bei einem grossflächigen Stromausfall, bei dem auch Terminal, Kassensystem und Geschäftsinfrastruktur nicht mehr funktionieren und keine Notstromversorgung vorhanden ist, kann auch die Offline-Kartenzahlung nicht eingesetzt werden.

Genau deshalb betrachtet der Bund Bargeld weiterhin als wichtigen Bestandteil der individuellen Krisenvorsorge. Das BWL empfiehlt, Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen im Notvorrat zu halten. Nach der offiziellen Empfehlung sollte die Reserve ungefähr für einen Wocheneinkauf und gegebenenfalls eine Tankfüllung reichen.

Ersetzt die neue Offline-Kartenzahlung Bargeld in der Schweiz

Nein. Die Behörden beschreiben die Offline-Kartenzahlung ausdrücklich als Ergänzung und nicht als Ersatz für Bargeld. Dies ist insbesondere deshalb relevant, weil die Offline-Funktion zwar ohne Datenverbindung, aber nicht zwingend ohne funktionierende Stromversorgung und Kassentechnik auskommt. Auch die Beschränkung auf bestimmte Karten, Geschäfte, Güter und Transaktionsgrenzen unterscheidet das System von Bargeld. Eine Banknote benötigt weder eine Verbindung zum Kartennetz noch eine Autorisierung durch einen Kartenherausgeber. Für die Versorgungssicherheit setzt die Schweiz damit auf mehrere Ebenen: normale digitale Zahlungen im Regelbetrieb, Offline-Kartenzahlungen bei bestimmten technischen Störungen und Bargeld als weitere Ausweichmöglichkeit.

Wann starten Offline-Kartenzahlungen in der Schweiz

Der 24. August 2026 markiert die offizielle Lancierung der Branchenlösung, nicht einen landesweiten Start an allen Kassen. Banken, Acquirer, Kartenherausgeber, Terminalanbieter und Händler müssen ihre Systeme entsprechend vorbereiten beziehungsweise konfigurieren. Die Einführung erfolgt deshalb schrittweise. Das erklärte Ziel lautet, die Offline-Kartenzahlungen bis Ende 2027 breit einzuführen. Der offizielle Zeitplan lässt sich damit so einordnen:

ZeitpunktStand
24. August 2026Branchenlösung offiziell in Bern lanciert
2026–2027technische und organisatorische Umsetzung bei beteiligten Unternehmen
bis Ende 2027Ziel einer breiten Einführung in der Schweiz

Eine einzelne schweizweit verbindliche «Startminute» für alle Geschäfte gibt es nach den veröffentlichten Informationen nicht.

Welche Unternehmen machen bei der Schweizer Offline-Lösung mit

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung spricht von einer breiten Unterstützung durch Banken, Zahlungsdienstleister, Detailhandel und weitere Unternehmen der Zahlungsinfrastruktur.

Offiziell bestätigt ist, dass bereits ein Grossteil des Lebensmittelhandels sowie fast alle Kartenherausgeberinnen und Kartenherausgeber an der Absichtserklärung beteiligt sind. Weitere Unternehmen können später beitreten. Die Lösung basiert auf einem sogenannten Joint Commitment, also einer gemeinsamen freiwilligen Absichtserklärung. Daraus folgt, dass es sich nicht um eine gesetzliche Verpflichtung handelt, nach der jeder einzelne Detailhändler der Schweiz bis zu einem bestimmten Datum zwingend Offline-Zahlungen anbieten müsste. Für Konsumentinnen und Konsumenten wird deshalb letztlich entscheidend sein, ob ihre konkrete Karte und das Terminal des jeweiligen Händlers entsprechend vorbereitet sind.

Warum setzt die Schweiz auf dieses System

Die Behörden begründen das Projekt mit der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs und der damit steigenden Abhängigkeit von funktionierender technischer Infrastruktur. Zu den Szenarien, bei denen eine solche Rückfallebene relevant sein kann, zählen laut BWL:

  • Ausfälle von Daten- oder Netzwerkverbindungen,
  • Kommunikationsprobleme mit Autorisierungssystemen,
  • Infrastrukturstörungen,
  • technische Störungen,
  • Cyberangriffe,
  • andere ausserordentliche Situationen im elektronischen Zahlungsverkehr.

Die Offline-Zahlung soll dabei nicht sämtliche Folgen einer Krise auffangen. Sie adressiert einen eng definierten Fall: Das Zahlungsterminal funktioniert weiterhin und verfügt über Strom, kann aber keine normale Verbindung zur Zahlungs- oder Autorisierungsinfrastruktur herstellen.

Ist die Schweiz das erste Land mit Offline-Kartenzahlungen

Nein. Ähnliche Systeme existieren oder entstehen bereits in Nordeuropa. Nach Angaben des Bundes werden Offline-Kartenzahlungen bereits in Schweden eingesetzt. Finnland, Norwegen und Estland arbeiten ebenfalls an entsprechenden Lösungen. Die Schweizer Behörden bezeichnen die Schweiz jedoch als erstes Land in Zentraleuropa mit einer breit abgestützten Branchenlösung dieser Art zur Stärkung der Resilienz des elektronischen Zahlungsverkehrs.

Damit unterscheidet der Bund zwischen der technischen Möglichkeit einzelner Offline-Transaktionen, die als Technologie grundsätzlich nicht neu ist, und der nun vereinbarten landesweit abgestützten Lösung für die Grundversorgung.

Fragen: Das Wichtigste zu Offline-Kartenzahlungen in der Schweiz

Kann man in der Schweiz ohne Internet mit Karte bezahlen?

Mit der neuen Branchenlösung soll dies bei bestimmten technischen Störungen möglich sein. Voraussetzung sind eine unterstützte physische Schweizer Debit- oder Kreditkarte, das Einstecken der Karte ins Terminal und die Eingabe der PIN. Die breite Einführung ist bis Ende 2027 geplant.

Wo funktionieren Offline-Kartenzahlungen?

Die Lösung konzentriert sich auf die Grundversorgung – insbesondere Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Tankstellen. Sie ist nicht als allgemeine Offline-Zahlungsfunktion für sämtliche Geschäfte vorgesehen.

Kann man mit TWINT offline bezahlen?

Die am 24. August 2026 vorgestellte Notfalllösung unterstützt keine mobilen Bezahlverfahren über Smartphone oder Smartwatch. Erforderlich ist eine physische Debit- oder Kreditkarte mit PIN.

Funktioniert kontaktloses Bezahlen offline?

Nicht innerhalb dieser Schweizer Notfalllösung. Die Karte muss physisch in das Terminal eingesteckt und die Zahlung per PIN bestätigt werden.

Funktioniert eine deutsche Kreditkarte offline in der Schweiz?

Die Branchenlösung ist auf inländische Schweizer Karten ausgerichtet. Die technische Ausgestaltung und Risikosteuerung ausländischer Karten gehört nicht zu dieser Lösung.

Wie hoch ist das Offline-Zahlungslimit?

Die konkreten Betrags- und Transaktionsgrenzen werden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Die Limiten sollen den Grundbedarf an lebenswichtigen Gütern für mehrere Tage beziehungsweise ungefähr eine Woche ermöglichen.

Wird mein Konto sofort belastet?

Nein. Die Belastung erfolgt erst, nachdem die Verbindung wiederhergestellt und die gespeicherte Offline-Transaktion nachträglich verarbeitet wurde.

Muss ich eine neue Bankkarte bestellen?

Nach Angaben des Bundes ist keine spezielle zusätzliche Zahlungskarte nötig. Bestehende Debit- und Kreditkarten der teilnehmenden Herausgeber sollen entsprechend offlinefähig gemacht werden.

Muss ich meine PIN kennen?

Ja. Die PIN-Eingabe gehört ausdrücklich zu den Voraussetzungen der Offline-Notfallzahlung.

Funktioniert das System ohne Strom?

Nur wenn das Zahlungsterminal anderweitig mit Strom versorgt wird, beispielsweise über Akku oder Generator. Ohne Stromversorgung des Terminals funktioniert auch die Offline-Kartenzahlung nicht.

Braucht man künftig noch Bargeld?

Die Wirtschaftliche Landesversorgung betrachtet Bargeld weiterhin als wichtigen Bestandteil der Krisenvorsorge. Sie empfiehlt Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen für ungefähr einen Wocheneinkauf und allenfalls eine Tankfüllung bereitzuhalten.

Ab wann kann man überall in der Schweiz offline mit Karte bezahlen?

«Überall» wäre nicht korrekt. Die Branchenlösung soll schrittweise eingeführt werden und sich auf teilnehmende Händler der Grundversorgung konzentrieren. Ziel des Bundes und der beteiligten Unternehmen ist eine breite Einführung bis Ende 2027.

Verwendete Materialien: Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL – Medienmitteilung vom 24. August 2026, BWL – FAQ Offline-Kartenzahlungen vom 24. August 2026, Wirtschaftliche Landesversorgung – Informationen zum resilienten Zahlungsverkehr, Schweizerische Nationalbank SNB im Rahmen der Branchenlösung, SRF News / Tagesschau vom 24. August 2026.

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